Gestaltung mittelalterlicher Wappen und Wappenbilder

Autor: TV2 Robot   Nachricht
Inhalt
1 Die Symbolbedeutungen der heraldischen Farben
2 Die christliche Tiersymbolik
3 Die christliche Symboldeutung der Tiere
4 Die ritterliche Tiersymbolik im 12. Jahrhundert
5 Pflanzendarstellungen auf Wappen und Wappenschilden
6 Literaturverzeichnis
Bei der Gestaltung der Wappen und Wappenbilder hat man die sechs heraldischen Farben zur Verfügung. Zum einen die Metalle Gold/Gelb und Silber/Weiß. Zum anderen die Grundfarben Rot, Blau, Schwarz, Grün und Purpur. Wobei Purpur als siebte Farbe eine Mischung aus den Grundfarben Blau und Rot ist. Weiterhin gab es dann noch die sogenannten Naturfarben Braun und Orange, die zur Gestaltung von Menschen benutzt wurden.
Die entstandenen Grundregeln für die eigentliche Gestaltung der Wappen und Wappenbilder leiteten sich von ihrem eigentlichem Zweck ab. Im mittelalterlichem Kriegswesen dienten die Wappen dazu, die einzelnen Kämpfer in der Schlacht zu unterscheiden. Die wichtigste Regel lautete daher, setze niemals Farbe auf Farbe und Metall auf Metall. Außerdem sollte ein Wappen immer eine der metallischen Farben enthalten und nicht weniger aber auch nicht ohne Grund mehr als zwei Farben überhaupt enthalten.

1 Die Symbolbedeutungen der heraldischen Farben

Farbe Planet Edelstein Symbolik
Gold/Gelb Sonne Topas Verstand, Ansehen, Tugend, Hoheit
Silber/Weiß Mond Perlen Reinlichkeit, Weisheit, Unschuld, Keuschheit, Freude
Rot Mars Rubin Dienst am Vaterland
Blau Jupiter Saphir Treue, Beständigkeit
Schwarz Saturn Diamant Trauer
Grün Venus Smaragd Freiheit, Schönheit, Freude, Gesundheit, Hoffnung
Braun kein Planet, sondern Drachenhaupt Hyazinth Naturfarbe
Orange unbekannt unbekannt Naturfarbe

2 Die christliche Tiersymbolik

Bei den Wappenwesen und Wappentieren ist neben der germanischen altüberlieferten Tiersymbolik die christliche, deren Einfluß von großer Beudeutung war, wichtig. Das Christentum hat zwar viele Vorstellungen aus der heidnischen Welt übernommen und diese in ein christliches Gewandt gehüllt, aber auch viele Vorstellungen, die nicht mit den christlichen Symbolgehalten vereinbar waren durch eine extrem negative Interpretation verdrängt.
Demzufolge gelangte die antike Symbolik, mit all ihrer Vielfalt, nur durch das “Nadelöhr” christlicher Interpretation in die geistige Welt des Mittelalters.

3 Die christliche Symboldeutung der Tiere

Tier Symbolik
Adler Königlicher Vogel; Christus; vom Himmel gesandter Helfer des Guten. Bedingt durch seine Raubgier allerdings auch “böser Geist”
Bär Teufel; Wollust; Unkeuschheit; Trägheit; Jähzorn
Drache Teufel; Die bösen Mächte; der Feind; der Tod; die Nacht; Drangsale und Plagen aller Art
Schlange Wie Drache, aber auch Tier der Verführung
Einhorn Christus; Unbesiegbarkeit; Kraft; Keuschheit; Unzähmbarkeit
Greif Hoffart; Habgier; Kraft; Wachsamkeit
Hirsch Christus; Schlangenbezwinger
Löwe Christus; Mittleid; Großmut; Geheimnis; Wachsamkeit; König der Tiere
Rabe Prediger; Sünder; Teufel; Bote Gottes; Unreinheit; Hartherzigkeit

4 Die ritterliche Tiersymbolik im 12. Jahrhundert
Tier Symbolik
Löwe Der Löwe ist ein abstraktes Herrschaftszeichen und hat neben seiner christlichen Symbolik noch folgende aus der Antike überlieferten Eigenschaften: Er steht für Stärke, Kühnheit, machtvolles Auftreten, Großmut und stand im Rahmen des 1. Kreuzzuges für den christlichen Ritter, der den sarazenischen Drachenreiter besiegte. Weiterhin verkörperte der Löwe Macht und die ‘miles christi’.
Adler Der Adler ist neben seiner christlichen Bedeutung ein kaiserliches Emblem und verkörpert demzufolge auch Macht. Er ist der Gegenspieler des Löwen, da er und der Löwe zwei feindliche Machtprinzipien vertreten. Beispiel dafür ist die tsprechung beim Machtkonflikt der Staufer mit dem Papst.
Leopard Der Leopard hat keine christliche und, wenn überhaupt, nur eine geringe ritterliche Symbolbedeutung. Die einzige Symbolik die er besaß war, daß er aus dem Ehebruch der Löwin mit einem Panther hervorgegangen ist.
Falke Der Falke ist eigentlich das Minnesymbol für den Geliebten. Als solcher verkörpert er interessanterweise entweder Treulosigkeit oder besondere Treue.
Eber Der Eber ermöglichte eine breite Skala von Assoziazionen: negative und positive Komponenten treffen in ihm aufeinander. Der Eber verkörperte den Helden in der germanischen Tradition, zuchtlose Wildheit, Brutalität, sinnliche Gier und Unreinheit in der christlichen Auffassung.

5 Pflanzendarstellungen auf Wappen und Wappenschilden

Als Heraldische Pflanzen wurden die Lilie und die Rose Bezeichnet. Wobei die Lilie symbolisch für die Reinheit Muttergottes steht. Die Bedeutung der Rose habe ich leider noch nicht gefunden.

6 Literaturverzeichnis
  1. D.L. Galbreath und Léon Jéques:
    Lehrbuch der Heraldik,
    Seiten 91 bis 101
  2. Ottfried Neubecker:
    Wappenkunde,
    Seiten 56ff,
    München, 1980
  3. Gert Oswald:
    Lexikon der Heraldik,
    Mannheim, 1984
  4. Georg Schbelreiter:
    Tiernamen und Wappenwesen,
    in: Veröffentlichungen des Instituts für österreichische Geschichtsforschung,
    Bd. XXIV,
    Wien, 1976


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