An die Möglichkeit, einen Pickel umzuschmieden hab ich auch schon gedacht. Aber das Problem mal aundersrum angegangen- wie kommt eigentlich das Schaftloch in den Axtcorpus, will sagen ins Blatt und worauf muß man dabei achten, damit der Schaft nachher gescheit hält? Und- Gibts es Dinge, auf die man im Schaftloch achten muß (Zwecks Nacharbeit) wenn man einen neuen Schaft einsetzt…
Als, ich hätte die Löcher jetzt mit Beiteln ausgestemmt, da treff ich auch besser:-), oder mittels eines Löffel- oder Schlangenbohrers ausgebohrt und dann verzapft. Allerdings wird hier so einiges verzapft und daher werd ich mir wohl doch das Buch kaufen oder mal wieder die Bibliothek stürmen (wenn ich mit meinem Schild fertig bin :-)
Eigentlich heißt sie Zwerchaxt oder Kreuzaxt. Sieht ein bißchen aus wie ein Pickel (Kreuzhacke) für Erdarbeiten. Besteht aus zwei 90° zueinander versetzten langen schmalen Klingen mit einem Stiel. Man haut damit Zapfenlöcher und dergleichen aus. Eigentlich eine Kombination von Axt und Dechsel. Man muß das Werkzeug nur drehen, dan hat man statt einer Beilklinge eine querstehende Klinge. Gefährlich ist, daß immer eine Klinge in Richtung des eigenen Kopfes zeigt. *autsch*
Uli, so langsam würde ich sagen, Du solltest Dir “Das Werkzeug des Zimmermanns”, Verlag Th. Schäfer, zulegen.
Na das nenn ich mal eine umfassende Antwort ohne viel Diskussion und Gerede drum herum!
Das gibt aber das Problem, daß ich dazu erstmal etwas rumexperimentieren muß, um mir eine Meinung zu bilden. Jetzt kommt näml. das übliche Problem mit geschriebenen Anleitungen ans Tageslicht. Fragen ergeben sich immer erst bei der Umsetzung!
Aber auf jeden Fall habe ich jetzt hier ein nettes Werk, das ich mir immer mal wieder durchlesen kann, wenns Probleme gibt.
Vielen Dank für die Infos und weiterhin viel Glück mit dem Handwerk! Wenn ich nicht klarkomme, frage ich Dich mal nach Veranstaltungen, wo ich was von Dir kaufen kann!!
… ich mich 2002 erdreistet habe, als Axtstiel -schnitzer auf ein paar Märkten rumzusitzen, muß ich ja was dazu sagen. Also:
Das gebräuchlichste Holz für Axt- und Hammerstiele ist Esche. Im Prinzip eignet sich jedes Holz, das auch für die Herstellung von Bögen geeignet ist. Die Anforderungen sind ähnlich: belastbar, formtreu, elastisch. Bleiben wir bei der Esche. Sie wächst schnell und ist leicht verfügbar.
Wie immer ist auch hier optimal, wenn das Holz aus möglichst durchlaufenden Fasern besteht. Also lieber aus einem Klotz herausspalten als aus einer gesägten Bohle. Bei gesägtem Holz und generell bei Stielen mit Kamm, die also in einem längeren Loch als ca. Griffdicke sitzen, mit anderen Worten oben größer sind als am Rest des Stiels, empfiehlt es sich das Holz mit liegenden Jahrringen parallel zum Axtblatt einzupassen. Bei stehenden Ringen besteht sonst die Gefahr des Spaltens zwischen Kamm und Stielverlauf.
Das Holz sollte lufttrocken sein, bei Lagerung des Werkzeugs in einer beheizten Werkstatt noch weiter heruntergetrocknet. Vorsicht, zu trocken macht das Hoz wieder bruchanfälliger.
Bei Axthäusern wie Du sie beschrieben hast, also parallel oder sogar nach oben zu enger: sauber anpassen, auch den ßbergang zum Stiel ohne Kante ausarbeiten (Sollbruchstelle), mit einer feinen Säge tief - fast ganze Haustiefe - einsägen, entweder mittig längs, oder leicht diagonal, der eine schwört auf dies, der andere auf das, das hintere Ende des Stiels anfasen, damit es nicht absplittert.
Jetzt schiebst Du das Haus mit sanfter Gewalt ein Stück auf den Stiel, so daß es nicht herunterfällt, wenn Du die Axt mit Stiel verkehrt herum in die Luft hältst. Das tutst Du jetzt nämlich. Frei in der Luft haust Du dann mit einem Holzhammer auf das hintere Ende des Stiels. Dank der Trägheit der Masse bleibt das Haus stehen, während der Stiel hineingeschlagen wird. Es zieht also den Axtkopf den Stiel hinauf, ohne daß er berührt wird. Es ist pfusch, den Axtkopf mit einem Hammer auf den Stiel zu treiben. Dabei kann sich das ßhr verformen, und es macht den Schmied traurig.
Dann setzt Du die Axt richtig herum auf ein Brett, steckst einen schlanken Hartholzkeil in den Spalt und schlägst ihn soweit wie verantwortbar ein. Achtung: eine zu spröde Axt oder eine alte mit Haarrissen kannst Du so sprengen! Den Keil kannst Du nochmal mit einem Eisenkeil quer zur Richtung sperren, aber meistens reicht der beschriebene Vorgang. Wenn die Axt wackelt: wieder leicht durch Schläge auf das Stielende antreiben, den Keil mit einem stumpfen Meißel nachsetzen, evtl. vor Benutzung über Nacht in einem Eimer Wasser quellen lassen.
Stielform: lieber etwas oval im Querschnitt, dann hat man eine bessere Führung. Zum Stielende hin dicker werdend oder einen Knauf formend ist von Vorteil. Stiellänge: teile die Axtschneide in drei Teile. Stell Dir eine Tangente an der unteren Teilungsmarke vor. An dem Punkt, wo diese den Stiel schneidet, sollte Deine (untere)Hand fassen. Also ein paar cm unterhalb dieses Punktes abschneiden. Oberfläche: sauber schnitzen, dann glatt abschmirgeln, sehr fein! Manche ölen oder specken ihre Stiele, ich lasse sie unbehandelt, poliere sie dafür mit einer glatten sauberen Glasflasche bis sie glasig glänzen.
Andere Häuser: das Loch sollte länglich sein, nur um einen runden Dorn herum geschmiedet besteht die Gefahr, daß sich die Axt dreht. Es gibt auch viereckige Locher. Werkzeuge wie Dechsel und Seltentreff, die eine Klinge haben, bei der der Stiel beim Schärfen im Weg ist, haben ein Loch, das oben weiter ist, der Stiel wird von oben durchgeschoben, wie bei einer Kreuzhacke (Pickel) und nicht weiter befestigt. Die Fliehkraft hält ihn ganz gut. Dafür kann man das Werkzeug schnell ausstielen, schleifen, wieder einstielen. Die Schäftung mit von oben eingestecktem Stiel war früher verbreiteter als heute.
Wie wird/wurde ein Axtblatt am Stiel befestigt, daß es möglichst lang hält?!
Wie waren die Löcher in den Blättern beschaffen, damit ein Stiel möglichst gut hält?!
Bei heutigen Baumarkt-ßxte werden die Löcher für den Stiel oben enger und es wird ein Keil eingeschlagen, damit das Holz sich oben weitet und das Blatt hält. Sicherlich hat der Stiel im Vergleich zum Blatt eine recht kurze Lebenserwartung, aber man möchte ja doch möglichst was davon haben. Also wo bekommt ihr sie her? Wenn selbst gemacht, welches Holz wird in welcher Form verwendet?
Hallo von Selten-Handwerk, um ßxte einiger Maßen “A” zu schäften und dabei auch gleich noch billig wegzukommen, nehmen wir nur Eschenholz! das ist von den Eigenschaften ideal und auch häufig überliefert! Wir lagern uns immer Stauchschnitt von den Gemeindearbeitern ein, der ist kostenlos, muß aber erst zurechtgeschnitten und min. 2 Jahre gelagert werden! Ansonsten halt beim Tischler oder Holzgeschäft nach einen passenden Stück fragen! Wir bearbeiten das Holz mit Zugmessern und glätten es hinterher mit scharfen Messern! Die Bearbeitung geht dadurch sehr schnell und man bekommt schöne, nicht alzu gerade Schäfte nach eigenem Wunsch, die sehr altertümlich aussehen können! Vorsicht beim Umgang mit den Zugmessern, da Esche sehr langfaserig ist, zieht man schnell zuviel Holz ab, ist halt etwas ßbungssache! Hinterher ölen wir das Holz nur ein, die Kopfoberseite (im Axtloch) bleibt unbehandelt, damit man bei einer evtl.Lockerung das Teil in Wasser stellen und das Holz einfach wieder aufquellen lassen kann!
Hi Tim, das hört sich sehr vernünftig an. Danke für Deinen Beitrag. Ich habe jetzt zum Holz noch gehört, daß man im Baumarkt Eschenschäfte für schweres Werkzeug bekommt, die man gut benutzen kann. Rotbuche ginge wohl auch, ist aber nicht so elastisch. Hinterher muß man wohl nur noch einölen und los geht´s wieder. Ich werde aber auf alle Fälle das mit dem Metallblättchen ausprobieren! Gruß
Hi, Ich denke mal, Du hast noch Schäfte von Deinen ßxten. Mach die neuen einfach in der selben Form und Größe damit kommst du am besten klar. In Bezug auf Holzsorte: Wurfaxtschäfte sind “Wegwerfartikel” also nix zu teures nehmen. Nimm kein Kurzfaseriges Holz wie sb Eiche - das bricht zu leicht. Bei meiner Franzi hab ich die Erfahrung gemacht, dass man die Lebensdauer eines Stieles vervielfachen kann indem man auf der Seite der Schneide ein Metallplätchen mit in das Auge einbring und dies unten ein ca 2 cm rausstehen lässt, evt auch mit zwei kleinen Nägeln an den Ecken sichern. Damit wird viel Energie des Wurfen aufgefangen. Beispiel: ohne Metall: Stiel bricht nach ca 10 Würfen über 12 Meter; mit Metall hält er dann fast 60 Mal (12Meter - 4 oder 8 Meter haben dann ja auch entsprechend weniger Wucht - wenn manns nicht drauf anlegt :-) ) so - mein senf, Tim aus Hof
N´abend Thorsten, vielen Dank für den Tip mit dem FMA, werde mich da mal genauer “umsehen”. Wußte gar nicht, daß ich so altertümlich (oder modern? *grins*) gerüstet bin. Ich komme ja eigentlich aus dem HMA (ca. 1150 - 1250). Egal, auch wenn´s dann nicht “a” ist, ich fühle mich wohl mit meinen ßxten. Dann isses halt eine alte Familientradition oder so (man braucht nur gute Argumente). Gehabt Euch wohl
Moin Alexandra, zu der Technik kann ich nicht viel sagen, jedoch ein wenig zur historischen Einordnung. Wurfäxte wurden wohl im frühen Mittelalter meines Wissens nach nur von den Franken verwendet (die berühmte Francisca), die damit etwa im 7. Jhdt. aufhörten. Danach kenne ich nur welche aus dem 15. Jhdt. und da nur in Böhmen. Das waren aber nicht mehr die “traditionellen” Wurfäxte sondern Ganzmetallkonstruktionen, die eher ßhnlichkeiten mit afrikanischen Wurfmesser hatten. Am ehesten findest Du wohl Informationen in der FMA-Szene und da speziell bei Frankendarstellern. Bis denn Thorsten
Seyed gegrueszet edle Damen und Herren, meine Wurfäxte müssen neu geschäftet werden. Allerdings fehlt mir eine konkrete Vorstellung, wie ich das am besten anstelle. Das brachte mich auf die Idee, einfach mal bei Euch nachzufragen, wie Eure Erfahrungen damit sind. Laßt Ihr schäften oder macht Ihr das selbst? Welche Holzarten eignen sich am besten? Wie bearbeitet Ihr das Holz? Und natürlich die Fragen aller Fragen: Wie ist es wirklich “a” Bin mal gespannt auf Eure Berichte. Gehabt Euch wohl