KREIDEGRUND!!!!! Genau das war´s!!! Ich wollte erst Kalksatz oder Kalkboden schreiben, weil ich wirklich nicht mehr wußte, wie das Zeug heißt. Hab ich dann aber gelassen, um mich nicht zu blamieren. Juchu, jetzt weiß ich´s wieder und alle sind glücklich! Gunther, die Götter, die Dir da grollen, sind wohl nicht gerade die allwissenden, oder?!?!? Kreidegrund ist 100% a., was Dir so mancher Restaurator oder Museumsmensch bezeugen wird. Im übrigen sind Schilde mit aufmodellierten Figuren/Zeichen auch absolut a.. In Hessen gibt es Originale mit plastischen Figuren. Mit original Bindung, Bemalung, usw.!! Alle, die was anderes behaupten... bitte überzeugt Euch selbst. Wir haben mal einen Pfeil als Preis ausgelobt, der mit Plattgold belegt war. Richard de Garrais hat ihn gefertigt und als Grundlage für das Blattgold wohl auch Kreidegrund verwendet... Mit erfreuten Grüßen ob dieses geballten Wissen in dieser Rubrik verbleibe ich Euer, Heinrich von Ebersberg P.S.: Das hier wäre eine Auskopplung bzw. eine Zusammenfassung und Veröffentlichung in der Bibliothek wert, weil hier endlich mal verschiedene Leute geballtes Wissen offenbaren. Auch so mancher "alte Hase" wird hier nochwas lernen können...
Kann mir jemand vielleicht etwas über die Bemalmethoden und Farben sagen? Ich kenne nur Eiweiß-Tempera, die Sache mit dem Kreidegrund sagt mir gar nichts und ich werde diesen Winter mit unseren Leuten "richtige" Schilde neben unseren Bucklern basteln müssen. Wäre schön, wenn mir jemand auf die Sprünge helfen könnte, nett wären auch ein paar Quellenangaben. Danke im voraus Thorsten
Hallo Olm, ich habe Quellen, allerdings sind diese allesamt weit, weit weg von Dir. Tip: Schnapp´ Dir die gelben Seiten, schlage unter "Leder" nach und verschaffe der Telekom ihr Auskommen. Die meisten großen Lederhandlungen haben auch ganze Rohhäute (und die brauchst Du), die kleineren Handlungen können sie in der Regel besorgen. Dietrich
>allerdings beziehen wir die Schilde nicht mit Leder, sondern >mit Rohhaut. Die wird in verdünntem Knochenleim eingeweicht >... >Wer will kann die Rohhaut jetzt noch mit irgendwas (ich hab >leider vergessen mit was) bestreichen und der Schild wird noch >strapazierfähiger. Wenn Du mir jetzt noch erzählst, daß Du mit dem "irgendwas" auf Knochenleim basierenden Kreidegrund meinst: an mein HERZ! Ich hab´ mir immer den Mund fusselig geredet, daß man doch mal von wegen die A dahergehen und den Schild mit Kreidegrund vorbereiten und daraus auch Reliefs (Wappen!) modellieren sollte. Womit ich mir aber immer den Zorn der (selbsternannten) Götter zugezogen habe... Gunther Markgraf von Bärennoth
Wow! Endlich mal einer, der RICHTIGE Schilder macht und nicht den Kinderkram den man sonst immer sieht (schönen Gruß an alle Metall-Schild-[mit-Schaumstoff-Rückseite-]Träger). Alle unsere Schilde sind nach dem gleichen Prinzip gefertigt, allerdings beziehen wir die Schilde nicht mit Leder, sondern mit Rohhaut. Die wird in verdünntem Knochenleim eingeweicht und wenn sie ganz biegsam und geschmeidig ist über das Schild gezogen und auf der Rückseite festgenagelt. Nach dem Trocknen ist die Rohhaut wieder "hart wie Kruppstahl" ;-) und extrem wiederstandsfähig und authentisch! Wer will kann die Rohhaut jetzt noch mit irgendwas (ich hab leider vergessen mit was) bestreichen und der Schild wird noch strapazierfähiger. Na dann fröhliche (Winter-)Bastelei. Heinrich von Ebersberg
Hi Leute, hier kurz die Beschreibung für gebogene Holzschilder Ihr besorgt euch 3 Holzplatten 4-5mm Stark. Diese laßt Ihr Euch direkt beim Händler zurechtschneiden und zwar so, das zwei (oben und unten mit der Faser gebogeb werden und die mittlere gegen diese gebogen werden können. Um saubere Ränder zu erhalten, nehmt Ihr einfach U-Profiele. Dies verhindert Wellen im Holz. Achtet bitte darauf, das alle Platten möglichst gleich groß sind (1-2mm sind natürlich nicht schlimm!). Befor Ihr überhaupt mit dem Wölben anfangt, zeichnet Euch die Schildform auf die obere Platte. Leichte Rundungen bekommt man am besten hin, wenn man eine dünne vierkannt Holzleiste am Anfang und Ende des Bogens befestigt, und dann einfach die Mitte solange zieht, bis der gewünschte Bogen erreicht ist (Funktioniert aber nicht im Kreis- räusper...). Dabei ist aber Vorsicht geboten - nicht überdehnen!!! Dann nehmt Ihr ausreichend Wasserfesten Holzleim und verstreicht diesen großflächig (mit einem Spachtel z.B.). zwischen den Holzplatten. Die U-Profiele werden nun auf den Rand gesteckt und mit Spanngurten wird mittig der erste LEICHTE Bogen gezogen. Nicht zu weit! Mit weiteren Spanngurten zieht Ihr dann die Ränder auf gleiches Niveau. Erst dann leicht an die gewünschte Wölbung heranziehen und zwar nacheinander alle stückchenweise. Denkt daran, das sich die Wölbung noch ein wenig wieder zurückbiegt, wenn Ihr die Spanngurte abnehmt (also einen Tacken mehr Wölben). Erst nach 20 Stunden (völlig ausreichend) die Spanngurte lösen. Jetzt kann der Schild mit einer Stichsäge entlang der aufgezeichneten Linien ausgesägt werden. Für die Armhalterung solltet Ihr nach dem Aussägen Löcher Bohren und Schloßschrauben leicht versenken. Bespannen kann man den Schild dann mit Leder. Die Kanten nagel ich vorher noch mit Lochband ab (sieht man nicht und man kann auch mal mit einem Schwert auf den Schildrand schlagen, ohne gleich 5 cm tiefe Scharten zu haben). Bei Fragen Mailt mich bitte an oder ruft mich einfach an unter 02307/299866 Ansonsten viel Spaß beim Basteln!!! Tim Schneider
Hi - also die Version mit den Spannbändern funktioniert ganz gut. Allerdings solltest Du darauf achten, daß das Holz nicht zu trocken ist, und Du die Spannbänder mindestens 48 h darum läßt. Und zu Gunther : deinen echten "Männerschild" aus reinem Eichenholz, halte ich für nicht so intelligent ;-) Es sein denn, Du hast einen Schildknappen von den Ausmaßen eines Arnold Schwarzeneggers an Deiner Seite.... Ich habe einen Sperrhoilzschild nach oben genannter Machart mal einen Hessentagzug lang getragen, und glaube mir ich bin kein Zwerg, danach musste ich 3 Stunden (ein bisschen übertrieben - ok) warten, bis ich meinen linken Arm wieder bewegen konnte.. In diesem Sinne fröhliches Zurren und leimen.... Ronald
Hi Kai, ich habe zwar nur Erfahrungen aus zweiter Hand, aber hier sind wenigstens die: Typischerweise werden z.B. 4 Sperrholzplatten a´ 3-4mm Verwendet, eine Gesamtdicke von 12-15mm ist vollkommen ausreichend. Die Dinger werden ungeschnitten Verleimt und einfach nur mit Spanngurten gebogen, weitere Hilfsmittel sind meistens nicht von Noeten. Das Fasz brauchst du nicht, das Holz biegt sich von alleine ziemlich gleichmaeszig. Das waere so in etwa der Vorgang, wie er mir bereits von mehreren Leuten geschildert wurde. Bis denn Henning
Ich denke, daß einzige Problem beim Schildbau ist die gebogene Form. Was ist beim biegen der Sperrholzplatte zu beachten? ich habe mir überlegt, daß dies mittels Spanngurten über ein Faß funktionieren müßte. Muß man das Holz vorher erhitzen oder so?
Hmm, gibt es eigentlich jemanden, der sich schon mal mit Massivholz-Schilden befasst hat? Irgendwas in Richtung echter Männerschild, Eichenholz aus einem Stück? Gunther Markgraf von Bärennoth
Hi, hier ist Timm von der Ars Militia! Habe schon ein paar von den Dingern gebaut! ( Sperrholz gebogen , Lederbespannt) Absolut A. , aber recht easy zu bauen. Mail mal rüber dann kann ich Dier mehr Facts geben
Hi, ich gebe Dir den Tip Dich an Tim Schneider zu wenden im bezug zu Deinem Vorhaben eine Normannenschild zu entwerfen. Ich hoffe Ich konnte Dir helfen habt euch wohl Angelo de la Vasantes
Hallo! Ich habe mir überlegt, daß ich mal einen Schild brauche. Von der Form her sollte es der normannischen Tropfenschild werden, allerdings die etwas spätere Version mit der geraden Oberkante. Da ich aber noch nie einen Schild gebaut habe, wäre ich für etwas Unterstützung dankbar. Welches Holz nimmt man, wie stark, wie bekomme ich den Schild am besten in die gerundete Form, wie mache ich das mit der Bespannung und Verzierung (Kreidegrund?)? Hat jemand Abmessungen, die sich als brauchbar erwiesen haben? Wie stellt man am besten eine Kantenverstärkung her? Bin für jede Hilfe dankbar.