Ich weiß das der Thread schon recht alt ist. Allerdings habe ich was gefunden und erinnerte mich hier an die gestellte Frage.
“Nym himper und alawn und laz daz wol sieden, so ist die varb güt”
Rezept zu violett Färbung von Textilien, oberdeutsches Färbebüchlein um 1450
Gefunden hab ich das im Buch von Harry Kühnel “Alltag im Spätmittelalter”.
Ich weiß jetzt nicht wie sehr man auf das Buch zurück greifen kann, da ich nicht weiß inwiefern das Buch als Nachschlagewerk anerkannt ist. Oder sagen wir mal empfehlendswert.
Naja vieleicht ein Hinweiß für den Nächsten der hier stöbern sollte.
Eintrag #33 vom 12. Okt. 2004 12:57 Uhr
Hans-Christoph
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…ich habe vor einem Jahr Holunderbeersaft gekocht und ein Reinleinentuch zum abseihen benutzt; unbeabsichtigtes Ergebniss: ein schöner Fliederton der sich seitdem auch durch Licht nicht verändert…
Also, ich hab letzten Sommer etwas Wolle mit Holunderbeeren gefärbt (Wolle mit Alaun gebeizt, Holunderbeeren samt Stengel über Nacht in Wasser stehengelassen, aufgekocht, durchgesiebt, Wolle zwei Stunden drin gekocht) und dachte, es müßte nun das berühmte “Holunderblau” rauskommen. Das Ergebnis war aber ein kräftiges Auberginelila. Wie lichtecht es ist, weiß ich noch nicht, da ich die Wolle noch nicht verarbeitet habe, und es ist auch unklar, ob ein potentielles Lebensmittel (der gesunde Holundersaft, brrr…) zu Färbezwecken genommen wurde, aber … im Prinzip scheint Lila auch mit einfachen Mitteln möglich zu sein.
der echte Indigo ist (laut Schweppe) der älteste Farbstoff der Menschheit. Erhaltene Fasern des Kleides einer ägyptischen Prinzessin (1000 v.Chr.) war Indigogefärbt, in der Antike benutzten Römer und Griechen Indigo zum herstellen von Malerpigmenten. Auch in dem von Klaus erwähnten Werk ist von echtem Indigo die Rede.
Die sehr preiswerte Blaufärbung bei Arbeitsklamotten (und Jeans) geht m.W. auf die Synthese des Farbstoffes durch Basf im Jahre 1897 zurück. Der Preis des synthetischen Indigos sank bis 1907 bis 7 DM/ Kg. Damit war es unschlagbar preiswert.
Im Vergleich zu Färbungen mit dem echten Indigo war Waid natürlich billiger. Aber dennoch nicht für jeden erschwinglich, schließlich gab es im 13.Jhdt. schon professionelle Färber. Der Aufwand blau zu färben scheint mir für den mittelalterlichen Hausgebrauch auch etwas zu hoch.
Der einzige mir bekannte Beleg für das Färben von Stoff mit Lapislazuli stammt aus dem “Innsbrucker Manuskript” (ca. 1330 entstanden), wobei angesichts der vielen unglaubwürdigen Rezepte darin auch das zur Färbung mit Lapislazuli fragwürdig ist. (Alle Rezepte unter costume.dm.net/~drea/dyes
Blau färbt man im Mittelalter mit Waid, später mit Indigo.
Selber chemischer Wirkstoff nur in Indigo stärker konzentriert.
Waidfärbung ist im übrigen recht günstig, hält auf Leinen unter den Pflanzenfarben am besten und farbintensivstem.
Bei einer musealen Textilausstellung wurde dies mit als Grund dafür genannt, daß Arbeitsanzüge heute noch die sogenannten Blaumänner sind.
Der Lapislazuli ist in seiner Verwendung ein Pigment, daß mittels einer Trägerflüssigkeit aufgetragen wird.
Er färbt also nicht, sondern bildet eine Farbschicht auf dem Grundstoff.
Was bei ßl- und Wandputzgemälden, in der Kosmetik oder an anderen Stellen ,wo eine Deckfarbe aufgebracht werdne soll, gut und schön ist, wage ich für Kleidung doch zu bezweifeln.
Schließlich hätte ich immer noch naturfarbenen Stoff, der mit blauem Staub durchsetzt ist.
Dürfte nicht sonderlich waschecht sein, und von der Deckkraft bin ich auch nicht so überzeugt.
Desweitereren kenne ich keine Belege zum Stoffärben mit dieser Methode.
Sollte ich einen Denkfahler in meinen Schlußfolgerungen begangen haben, oder jemand mir ungekannte Quellen kennen, nur zu.
Nur war es mir bislang nie vergönnt, die vage dahergebrachte These mit dem Färben durch Lapislazuli irgendwie zu untermauern.
Schrammt zwar leicht am Thread vorbei, da Lila nicht explizit angesprochen wird, aber hier zwei Links über das Färben, leider in Englisch, aber der zweite hat den Original Text aus dem “Innsbrucker Manuskript” von ca. 1330 www47.pair.com/lindo/Dyes.htmwww.dnaco.net/~aleed/dyes P.S.: Hier wird auch beschrieben wie ein Edelgothic seine Sachen schön schw-A-rz färben kann. Alex
hallo.in meinen büchern steht zu haltbaren lilafärbungen nur eine kombinationsfärbung von cochenille und dann mit indigo.es wird beschrieben ,dass alle anderen färbungen nicht tauglich oder und haltbar sind.literaturhinweise sind“Kurt Hentschel,Wir färben mit Pflanzen”,Wolfgang Metzner Verlag,Frankfurt/Main 1949,und “Esther Nielsen,Natürlich färben”,ISBN3-924624-15-1.wer andere infos hat maile mir doch bitte
Moin zusammen. Jeder, der auch nur daran DENKT, mit meiner Mitwirkung Pottasche zu gewinnen, wird von mir solange gewürgt, bis sein Gesicht ein zartes Lila zeigt……
Hallo, Ihr Experimentierfreudigen, versucht doch mal folgendes, um ein A-lila hinzukriegen: erst rot mit Krapp (oder Rotholz) färben und dann noch mal mit Waid. Je nachdem, ob pflanzliche oder tierische Faser - das macht schon einen großen Unterschied im Ergebnis - und je nach Menge und Qualität des Farbstoffes und der Beize müßten die unterschiedlichsten lila/violett-Töne dabei herauskommen.
Hallo Leute, zum Thema Holunderbeeren: Die Graufärbung trat bei mir auch nach Beize mit Alaun auf. Selbes Ergebnis hatte ich auch beim Versuch, mit Rotwein zu färben. Holz läßt sich mit Holunder dagegen prima lila färben.
Angharad: Nur Kunstfaser ? Oha, darüber würden sich einige Edel-Gothiks ganz schön beschweren…. Also eine Bekannte von mir macht Seidenmalerei, und es war kein Problem, die Seide wirklich schwarz zu kriegen. Das das schwarz nicht sehr satt ist, wenn der Stoff halbtransparent ist, ist klar.
Grüß Euch, Krebskraut mit Asche und Urin gibt violett von fast blutrot purpur bis tieflila. So gewisse Zelte waren machbar, also auch Klamotten, und das alles ohne Purpurschnecke…
Hallo Christoph, die Gothics tragen aber bestimmt keinen Seidensamt und auch keine echte Seide, sondern Kunstfaser, die sich selbstredend supertiefschwarz färben läßt! Mirjam sprach von Reiner Seide, das Zeug von den Schmetterlingen ;-)
Tach Ihr, ich hab´ mal irgenwo gelesen daß blau (warscheinlich auch eher blau/violett) mit Heidelbeeren gefärbt wurde. Wie das dann fixiert wurde ist mir nicht bekannt, ebensowenig wie sich das dann im Laufe der Zeit ver- bzw. entfärbt hat. Zum Blau mit Färberwaid hab ich mal ´ne Frage: Wie sieht das Zeug aus, wo wächst es und wie wird es verarbeitet? Bitte um sachdienliche Hinweise (ggf in einen anderen Thread falls da was steht) Danke