Tach, ich dachte nur daß ich das evtl. hier poste, um Leuten die etwas mehr vom GNM erwarten gleich mal vorab eine kurze Beschreibung zu geben, und von denen die sich damit schon länger Beschäftigen eine Kritik zu den von mir aufgestellten Vermutungen (z.B. bezüglich Ango und Flügellanze...) zu hören. Eine eige Homepage habe ich nicht. Will ich auch momentan nicht. Ich will nur Infos über das FMA und wie gesagt die Meinung anderer hören, zu dem was ich da so zusammengetragen habe. Falls das jedoch wirklich nicht der angemessen Rahmen für so ein Posting sein sollte beantrage ich die Löschung des selben! MfG
Frank (aus Franken)
Hallo Frank, ich finde es sogar ziemlich interressant was Du da schreibst aber vieleicht solltest Du das auf einer Homepage präsentieren und nicht hier. Ich sehe auch keine Diskussionsgrundlage zu Deinen Ausführungen. Es wird wohl schon stimmen was Du da schreibst. Ich glaube diesen Thread können wir uns sparen.
Mfg. Rollo Rolfson
Tach zusammen, ich habe bisher noch nie einen Thread eröffnet, und hoffe deshalb nicht gleich mit der "Prämiere" daneben zu langen. Will sagen: Hoffe es gibt noch keinen Thread wo das besser rein passt und hoffe es interessiert jemanden was ich geschrieben habe. Mit GNM ist das Germanische National Museum Nürnberg gemeint. Viel Spass beim Lesen und bitte konstruktive Kritik ablassen. Das Gräberfeld von Mertloch wurde ab ca. 600 AD bis ins späte 8. Jahrhundert mit ca. 560 Gräbern belegt. Die Funde dieses Gräberfeldes sind teilweise (drei Saxe, eine Gürtelgarnitur, Fiebeln ...) im GNM ausgestellt. Das größte Sax hat eine Klingenlänge von ungefähr 50 cm, daneben sind (wie bei den Kleineren Saxen auch) vier Bronzenieten mit kreuzförmigen Ornamenten zu sehen, die Bestandteile der Schwertscheiden waren. Diese "Scheidennieten" waren bei allen ausgestellten Saxen auf der scharfen Seite der Klinge. Alle Saxe hatten auf der der Klinge abgewandten Seite, parallel zum Rücken schwer erkennbare "Riefen" (ähnlich den sog. "Blutrinnen" aber bei Weitem nicht so ausgeprägt.) Die gezeigte dreiteilige Gürtelgarnitur hat beeindruckende Ausmaße. Die "Schließgarnitur" (Schnalle und Gegenstück) schätze ich auf ca. 30 cm. Sie dürfte für einen ledernen Gürtelriemen von ca. 7,5 cm passend sein. Wo das Material bei den Saxen zweckmäßiger Weise aus unverziertem Eisen bestand, war die Gürtelgarnitur eindrucksvoll mit Silber und Messing tauschiert. Merowingerzeit im GNM Es gibt zwei Schaukästen im GNM die sich mit der "fränkischen Tracht" befassen. Im Kasten "Die fränkische Frau" werden Halsketten aus Bernstein und Glas ausgestellt, die nach heutigen Modevorstellungen sehr gut in die "alternative Ecke" passen würden und damals wohl nur von gesellschaftlich hochgestellten Damen getragen wurden. Mich haben allerdings die "Schmuckscheiben", die damals am Gürtel der Frauen "baumelten" mehr beeindruckt. Die zwei ausgestellten Exemplare hatten einen Durchmesser von ungefähr 15 cm und waren "einfache Bronzescheiben", die durch das Herausnehmen von bestimmten Flächen ein sehr ansprechendes Muster erhielten. Im Schaukasten "Der fränkische Mann" waren wiederum Saxe sowie Gurtelgarnituren zu sehen. Neben diesen, durchaus sehenswerten Exponaten, waren drei Franzisken ausgestellt. Daß es sich dabei um fränkische Wurfbeile handelt muß ich nicht noch einmal erwähnen, daß diese aber im zweiten Viertel des 7. Jahrhunderts gemeinsam mit dem Ango seltener werden, und gegen Ende dieses Jahrhunderts völlig aus der "Rüstkammer" der Franken verdrängt wurden erfuhr ich erst durch die entsprechende Schautafel. Eine der gezeigten Franzisken hat mich insbesondere durch den Winkel beeindruckt, in dem der Schaft in den eisernen Korpus "eingeführt" wird. Dieser Winkel war meines Erachtens ungewöhnlich flach (etwa 120°). Wie der Schaft zu so einer Wurfaxt aussah würde mich sehr interessieren. Leider ist keine Rekonstruktion ausgestellt. Ein Weiteres Ausstellungsstück ist ein Spangenhelm, der laut Text aber eher den hochgestellten Kriegern vorbehalten blieb. Der zu einem Rundschild gehörende Schildbuckel der ausgestellt wird passt mit fünf Nieten genau zu den nach P. Penin od. Perin (Ich glaub´ ich brauch´ eine Brille!) und W. Menghin angefertigten Zeichnungen zur "Rekonstruktion" der fränkischen Tracht. In den Erklärungen zu diesen Zeichnungen wird erwähnt, daß die Scheiden der Saxe meist aus lederbezogenem Holz mit Bronzeeinfassungen und Nieten waren und auf der Innenseite mit Fell ausgekleidet wurden. Des Weiteren wird betont, daß die Spartha an einem "Extragürtel" getragen wurde. Die Karolinger im GNM Der Schaukasten mit der Überschrift "Karolinger" wird von drei Sparthae dominiert. Zwei davon sind sog. "Ulfberth-Schwerter". Im dürftigen Text wird erklärt, daß Ulfberth ein bekannter Schmied war, unter dessen Namen sehr lange Zeit (Ich glaube 200 Jahre gelesen zu haben) Schwerter geschmiedet wurden. Die linke Spartha ist leider nicht vollständig erhalten, so daß ich ihre Gesamtlänge nur auf ca. 80 - 100 cm (Klingenlänge) schätzen kann. Auf dieser Klinge befinden sich "Intarsienarbeiten" .(Ich glaube der Name "Ulfberth"!) Die in Mannheim gefundene Spartha besticht durch ihre Griffpartie (mit "Griffpartie" meine ich hier Knauf und Parierstange). Diese ist einfach gehalten und im Schachbrettmuster mit Messing- und Silbertauschierung gestaltet. Das Material ist bei allen drei Sparthae Eisen, wobei ich aufgrund unzulänglicher Kenntnisse der Schmiedekunst nur vermuten kann, daß jeweils Knauf und Parierstange extra gegossen wurden. Als eine Weitere Waffe der Karolinger wird eine Flügellanze ausgestellt. Die rund 40 cm lange Lanzenspitze hat zur "Standardausrüstung" der Karolinger (Reiter oder Fußsoldaten?) gehört und hat nach meinen Vermutungen den Ango der frühen Franken "abgelöst". Wie lange der hölzerne Schaft dieser Flügellanze war weiß ich nicht. (Da der Ango aber eine Länge von 200 cm hatte schließe ich ähnliche Maße nicht aus .) Ich meine mich noch an wenige weitere Ausstellungsstücke wie einen Kamm und diverse Ahlen und Messer zu erinnern, bin mir aber nicht sicher. Der von mir grob beschriebene Ausstellungsraum wurde von einer Schautafel ergänzt, die die "Genealogien des frühen Mittelalters in Europa" nach Markus Marquardt M.A. Museum Aschaffenburg zeigt. Im GNM finden sich natürlich weitere, hochinteressante Exponate, auf deren Schilderung ich Mangels Zeit und Kenntnis jedoch verzichten möchte. Mit fränkischen Grüßen
Frank (aus Franken)