Beispiel: 2 Jahre lang sind wir auf “kommerzielle” Veranstaltungen gefahren - für ca. 200,-/Nase (deckt nicht mal Fahrtkosten und Verpflegung - vom “Verschleiß an Material und Menschen” ganz zu schweigen). Wir sind mit dem Anspruch gefahren, eine verantworungsbewußte Darstellung der von uns dargestellten Zeit zu bieten. Wenn man dann zum x-ten Male neben Alex-Zelten steht und umgeben ist von “Flachstahlträgern in Judohosen, BW-T-Shirts und Baumwollwaffenröcken”, dann fragt man sich nach den Kriterien der Veranstalter in Bezug auf Qualität. Wenn diese Leute dann im Netz Werbung mit Attributen wie “authentisch”, “historisch”, oder Begriffen wie “reenactment” oder “Living History” Werbung machen (dürfen), dann kommt leichter Unmut auf. Wenn in Diskussionen in Foren dann Argumente gegen solches Verhalten aufkommen und von der “Mehrheit” verurteilt werden, dann schlägt der Unmut in Verständnislosigkeit um. Wenn dann in einem dieser Foren (noch dazu im größten!!!) die Frage nach der Relation zwischen Qualität und Preis (darum geht es doch hier, oder???) gestellt wird, wo vorher das Streben nach und das Einfordern von Qualität als Korinthenkackerei, Spaßverderben und als kleingeistig, ja sogar unsozial verurteilt wurde, dann kann ich nur sagen: Eigentlich solltet ihr euch doch alle freuen, denn das habt ihr doch von der “A-Fraktion” gefordert. Verderbt jetzt aber bitte den billigen (und vielleicht schlechten) Gruppen und Handwerkern doch nicht den Spaß - überlegt lieber eure eigenen Zielsetzungen und Argumente, denn sie könnten sich in Zukunft gegen Euch wenden!!! Gruß,
Hallo Jens, ich schmiede gelegentlich selbt, genau wie ich Nähe. Webe etc. Was ich selbst herstelle hat mich meißt auch zufrieden gemacht. Da lohnt fast jeder Arbeitsaufwand! Das nächste Schwert für meinen Mann ist mit ca. 600,– vorgesehen, um eine Größe zu nennen. Sylvia
Hallo Sylvia (18) Mit der Mittelalter-Industrie hast Du vollkommen recht! Vieles was angeboten wird ist wirklich Schrott und sieht auch danach aus. Vom “A-Faktor” mal ganz abgesehen. Aber: Schwerter für DM 250,-: Was spricht dagegen, solche “Verbrauchsgegenstände” günstig einzukaufen? Denn genau das ist ein Schwert! Nichts gegen faire Preise für hiesige Handwerker - aber welcher Betrag ist für dich fair und wieviel bist Du bereit, alle 1 - 2 Jahre, um bei dem Beispiel zu bleiben, für ein Schwert zu bezahlen, daß dann zu “Alteisen” zerschlagen wird? Alternative: selbst schmieden - haben einige von uns auch schon gemacht, aber: der Arbeitsaufwand steht in keinem Verhältnis zum Nutzen. Da tut einem jede neue “Scharte” in der Klinge weh! Dann schon lieber eine günstige Waffe kaufen und nach einiger Zeit durch eine neue ersetzen.
Vielleicht und auch nur vielleicht möchte ich hier das geflügelte Wort “Die Revolution frisst ihre Kinder” anwenden. Wir haben es zwar eher mit “der Kommerz überrollt die Aktivisten” zu tun, aber der Prozeß ist der gleiche. Vielleicht sollte die Karawane weiterziehen. Waren eh nur Nachtgedanken… :-)
Ein internationaler Vergleich würde eventuell die Selbsteinschätzungen verschiedener Darstellergruppen etwas relativieren. Ich spreche bewußt nicht das Thema der tschechischen Schaukampftruppen an. Wer den besseren Preis macht erhält den Auftrag. Punkt. (Eine leidvolle Erfahrung, im Moment auch für uns in der Baubrache) Thema ist: Schaukapfschwerter für DM 250,–, Helme für DM 180,–, Schuhe für kleines Geld etc. werden gekauft und verlangt ohne Ende. Thorshämmer aus Indien dito Kettenhemden… Die Reihe ließe sich endlos fortsetzen. Es ist die Nachfrage, die das Angebot schafft. Hinter der Mittelalter-Scene steckt eine ganze Industrie! Der gleichmachende Kommerz ist meiner Auffassung nach nicht bei “brüllenden Kämpfern” zu suchen, sondern bei denen, die als fleißige Konsumenten Ritterzeltlager bei SüdWest (auch Ostprodukte) und vergleichbare Dinge ordern. Hat man sich über das Angebot informiert und geht über einen Platz wie Freienfels, wird klar das das meißte aus dem Versandhaus kommt!!! (Das gilt nicht nur für die Ausrüstung, sondern auch für die Trachten…) Vielleicht ein Aspekt, den man diskutieren sollte: Eventuell mit z.B. dem Schwert abwarten und recherchieren. In dieser Zeit sparen und faire Löhne an hiesige Handwerker zahlen? Sylvia PS: Es lohnt sich ein internationales Festival für lebendige Geschichte (z.B.in Biskupin) zu besuchen und über die Grenzen zu sehen. Vielleicht lassen sich über eine gemeinsame Arbeit an der Geschichte Grenzen überwinden und gemeinsame Interessen finden!
Ich möchte zu dem Thema nur sagen, dass die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und ßsterreich bei uns ausgezeichnet funktioniert. Des weiteren haben wir gute Kontakte nach Luxemburg und Finnland. Wenn diverse sprachl. Anfabngsschwierigkeiten aus dem Weg geräumt worden sind, man sich über den Anspruch des Reenactments einig ist, ist die zusammenarbeit mit “ausländischen” (Scheisswort) Gruppen m.E. nicht nur i.O. sondern vielmehr erstrebenswert ! i.d.S. Ronald
Wo so eine Diskussion überall hinführen kann! :-) 1. last doch einfach den Titel stehen und schaut einfach ob es auch positive Bespiele gibt (Stichwort Zusammenarbeit) 2. macht bitte keine Diskussion gute Gruppe - schlechte Gruppe daraus, dissen sollten wir den Hiphopern überlassen. Wenn es nicht anders geht, sollte man die Diskussion sein lassen, den über die Beweggründe der Veranstalter wurde echt schon sehr oft diskutiert.
Zunächst mal sehe ich in der Herkunft der Gruppen (geographisch) das geringste Problem… dem, der ein Engagement nicht kriegt, wird es ziemlich schnuppe sein, ob er von tschechischen oder deutschen Brüllrittern verdrängt wurde… womit wir wieder bei der Problematik “ansprüche der Märkte” wären, die hier eigentlich doch in genügend anderen Threads diskutiert werden. Wer sind wir eigentlich, Unternehmern ihr Gewinnstreben vorzuwerfen? Das ist doch wohl nur legitim; das muß sogar ein alter Sozialist wie ich zugeben… solange kein monetärer Feudalismus draus wird… bitte die Diskussion hier und jetzt beenden, sonst gesellen sich zum unglücklichen Titel noch weitere mißverständliche Kommentare… Haddu´s letztes Posting hat mit “Allerdings sehe ich da mit der Osterweiterung der EU ganz gut auf uns was zurollen. ” schon das Bild einer Bedrohlichen ´Flutwelle´ gemalt, wie wir es noch aus Zeiten des kalten Krieges (oder soll ich noch weiter zurückgreifen?) kennen. Wenn, dann diskutiert hier nur über Ansprüche und Preise, aber das geht auch, ohne auch nur einmal die Herkunft der Gruppen zu erwähnen!!! Hier wir - da die Tschechen… so sieht die Diskussion im moment aus. Hier die “guten - da die ”Brüllritter"*1* … SO will ich´s sehen! *1*ohne Nationalitäten; wenn schon, dann gleich die Namen…die Zusammenfassung in einer anonymen Masse zeichnet sich auch durch das Erzeugen unterschwellig bedrohlicher Bilder aus)
Grüß Euch, …aber Leute, mir gehts NICHT um irgendwelche Ressentiments gegen die Tschechen. Allerdings sehe ich da mit der Osterweiterung der EU ganz gut auf uns was zurollen. Das wird das Bild des MA in der ßffentlichkeit nachhaltig und negativ für die, die das Ganze mit mehr als Kirmesgedanken betreiben beeinflussen. Ich denke da an den Versuch, für ein Fest einen Platz zu bekommen, wo ich mit dem Hinweis (O-Ton Stadtverwaltung): “…mit so einem Rummel wollen wir hier nichts zu tun haben…!” in argen Erklärungsnotstand gebracht wurde. Ich sehe den Schaden, der mit noch mieseren Veranstaltungen und viel mehr Rummelgruppen angerichtet wird. Und irgendwann muß man sich vielleicht schämen, Mittelalter zu machen…denn wir werden mit tschechischen Schwertclowns, Massenzoobetreibern à la Hiller usw. immer öfter in einen Topf geworfen.
Moin, Also; wenn euch ein Veranstalter gegen eine Brüllrittergruppe ausgetauscht (es spielt eigentlich keine Rolle woher die kommt) seit ihr auf der falschen Veranstaltung oder beim falschen Veranstalter! Ich gehe einfach mal davon aus, daß ihr ein anderen Anspruch der Darstellung habt und der stimmt halt nicht mit der des Veranstalters überein. Auf Burg Stargard ist der Weg in die umgekehrte Richtung gegangen. Es sind zwar auch Tschechen (Relegatus) da aber diese geht eher in die Reenactment Richtung aber SMA. Wir arbeiten mit Relegatus auf gemeinsamen Veranstaltungen super zusammen und haben eher Schwierigkeiten Veranstalter zu finden die auch Relegatus nehmen. Aber im Osten ist halt vieles anders weis der Geier warum.
Na ja, hier bei uns verdrängen seit einiger Zeit einheimische sog. Schaukampftruppen die Tschechen. Nur: die kopieren meist die Tschechen nur schlecht, kennzeichnen sich in der Regel durch eine wild zusammengewürfelte Blechteilausrüstung und brüllen leider noch lauter rum. Ausnahmen wie Holger Herzogs Truppe gibt-s leider so gut wie nie. Ich würde das also nicht an den Tschechen festmachen. Die leben wenigstens davon und müssen schon deswegen eine gute Show bieten. Anders die angesprochenen Gruppen, die sich ihr Battle-Camping über diese ärgerlichen Prügeleien finanzieren. Der Titel dieses threads ist in der Tat etwas ungünstig gewählt. Ich vermute da aber auch keine böse Absicht. Joachim
Morgen! Ich noch mal. Das was ihr gerade Diskutiert ist vor nicht allzulanger Zeit schon in ähnlicher Form in den Threads 1116 Was wollt ihr eigentlich 1110 Alternativen zu den üblichen Märkten 1056 Verantwortung gegenüber Geschichte durchgekaut worden…… Ich würde mich sehr über neue Erkenntnisse und evtl. Lösungen freuen. Tschüs Aisling
Moin! Naja, vielleicht ist der Titel ungünstig gewählt… Fakt ist doch, daß MA Veranstaltungen in sind. Deswegen versuchen diverse Leute auf den ZUg aufzuspringen, und es gibt mehr und mehr lala Events, Disney Mittelalter… Fakt ist auch, daß die meisten Veranstalter Gewinn machen wollen, statt Verlust, je mehr Gewinn desto besser. Also macht mann Mittelalter wie es das Publikum erwartet. Daß dabei manchmal darstellerische Ideale über Bord gehen ist nicht wirklich verwunderlich. Fakt ist auch, daß z.B. Tschechische “Stunt-Truppen” von ihrer Arbeit leben müssen (genauso wie deutsche Gruppen auch. Sie machen also Shows die möglichst viel Publikum anziehen und passen damit prima mit den oben beschrieben Veranstaltern zusammen. Die müssen nämlich, im Gegensatz zu den meisten der TV Nutzer von diesen Shows leben. Ich kenne einige Leute aus einer recht guten “Show-Truppe”, und auch wenn deren Eintrittspreise nicht gerade Sonderangebote sind- reich sind die nicht. ßbrigens- Das Brüllen hat für die Tschechen einen nicht zu unterschätzenden Vorteil- es ist internastional verständlich… :-) Fakt ist auch, daß ich als kommerzieller Veranstalter lieber ein Angebot einkaufe, bei dem ich von vorne bis hinten weiß, das Publikum staunt. Ist halt MA Variete, aber es bringt Geld. Gut das ich nix veranstalte, oder? Ich stelle aber für mich persönlich fest, das ich sowieso auf viele Märkte keine Lust mehr hab. Grund: zu voll, zu viele Touris. Stimmungsvoller finde ichs dann doch, ein Ma Lager ohne oder nur mit beschränktem ZUtritt zu machen. Okay, auch ich muß gelegentlich mal auf den Markt um Ausrüstung zu kaufen, aber Märkte, die mir nicht gefallen werde ich in ZUkunft wohl ungewandet besuchen. Da sind wir dann wieder beim Thema Alternativen zu Märkten… Es gibt z.B. wohl eine recht große, gut organisierte “Römerszene”. Aber habt ihr schon groß was von “Römermärkten” gehört? Die machen ihr eigenes Reenactment Ding mit wenig ßffentlichkeit und das scheint prima zu funktioniern. Die vielgescholtenen LARPIES kriegen es übrigens auch prima hin auf ihren CONS für (LARP) Authentizität zu sorgen und Touris fernzuhalten. So what! Daß das eingangs beschriebene passiert, war doch zu erwartzen, oder? Aber Schade is schon.
AAAAUUUU!!!! So wie ich bis jetzt meine Haddu in seinen Postings kennengelernt zu haben, atme ich erst mal durch und gehe davon aus, das ich hier was falsch verstanden habe. Ich denke (hoffe) nicht, daß nach den A(uthentizitäts)-debatten hier nun die erste A(usländer)-debatte startet. Erstens sollte uns diese nationale Trennung eigentlich fern sein (wir sind doch alles gute Christen und unsere Tschechichen Freunde oder Konkurrenten keine Saraszenen) und zweitens ist die Frage glaube ich wie in Posting 4 und 5 gesagt eher nach der Qualität der Darstellung und dem Hintergrund des Veranstalters. Darsteller und - wie Haddu ganz richtig andeutet - Handwerker sind nun mal in Tschechien “billiger” zu bekommen. Ich habe hier ein wenig Angst, das wirtschaftliche Hintergründe von Leuten, die unserere Szene verkommerzialisiert haben, zu Ressentiments führen, die im Augenblick unsrer Gesellschaft schon zu stark strapazieren. Meiner Meinung nach ist die “nationale” Herkunft egal, oder? Alex Melis
Ein sehr gutes Thema, da muss sich jeder der eine historische Veranstaltung besucht an die eigene Nase greifen. Es gibt zwei gegensätzliche Ziele, die einen wolen Geld verdienen die anderen ihren Spass haben. Das dies selten klappt zeigen alle Märkte ! Mann wird es nie beiden Seiten Recht machen können. Ein Turnier in Gewandung 12. Jhr. mit einigermaßen korrekten Gewandungen und Vorgehensweisen ist nicht unbedingt das, was die Zuschauer von einen - Ritterturnier - erwarten. Aber es ist ja auch klar warum das das so ist und sich nicht ändert ! Weil es keinen kommerziellen Veranstalter gibt der diesen Weg geht. Es ist auch nicht so das die Tchechen schlecht kämpfen. Man kann vieles von den Jungs lernen aber es ist immer die selbe Richtung- seltsam- es gubt meines Wissens keine Gruppe aus Böhmen die das Hochmittelalter darstellt. Da können wir in Deutschland mit einigen Gruppen aufwarten aber es passiert wenig. Nehmen wir die paar verzweifelten Versuche mal herraus ( FF, Hadu ). Selbst da laufen Wikinger, Schotten usw. dazwischen herum. Wo fängt das große -A- an und wo endet es ? Die Grenzen ziehen wir alle selbst- Ich für meinen Teil danke den Böhmen für die gute und er-schwingliche Ausrüstung die sie produzieren, aber ich und ich spreche auch für unseren Verein, wollen eine gute Mischung zwischen Darstellung, Erforschung und publikumswirksamen Schauspielen bringen. Das wird noch ein paar Jahre dauern aber ich denke auch in Deutschland wird sich mit der Zeit auch beim Publikum der Wunsch nach etwas -A- entwickeln. Das ist ein Lernprozess auch bei den Veranstaltern vor alllen den Städten ! Ich bin zb. beauftragt den Mittelalterbereich beim -Kaiserzug- in Sachsen-Anhalt zu organisieren. Das sind 10 große Feste in verschieden Dörfen und Städten und hier habe ich versucht den Spagat zwischen den verschieden Interessen zu erreichen. Abwarten ob das Publikum dies annehmen wird. -projekt ehrenburg-
Hallo Hadu. Solche Maßnahmen bezeugen wiedereinmal, dass es vielen Veranstaltern (Ausnahmen bestätigen die Regel) um viel Trara geht(am besten Laut und bunt!), und selten um die Darstellung des Mittelalters. Der Fehler liegt im Konzept des Veranstalters und nicht bei den tschechischen Schaustellern. Will man an einer Mittelalterkirmes teilnehmen, dann muss man sich wohl oder übel der tschechischen Konkurrenz stellen - entweder man passt sich an, macht ein wahnsinns Spektakel und wird gebucht, oder man man ist nicht bunt und laut genug und wird vor dir Tür gesetzt.That´s Business :0) Mit der Darstellung einer wirklichen, mittelalterlichen Gegebenheit kommt man halt bei dem in Deutschland gängigen Marktkonzept nicht an. Wo das hinführt? Hoffentlich zu einer klaren Trennung zwischen Klischeemärkten und der Reenactmentszene (falls solche jemals in Deutschland existieren wird), oder zu einem Mischkonzept, wie im Thread “Alternative zu Märkten” bereits angesprochen, in dem beide Parteien ihren Platz finden können. Grüße, Patrick (, der nicht mehr glaubt, dass man Veranstalter dazu bringen kann, Qualität statt Quantität zu buchen)
Hallo Haduwolf! Um was gehts jetz genau? Es kusieren doch schon genug Gerüchte und die dürfen gerne im Chat rundgequatscht werden, aber nicht hier in der Taverne. Es ist einfach zuviel Arbeit diese Dinger ständig zu löschen ;-) Tschüs Aisling