Eine gute Darstellung der Christianisierung mit ihren verschiedenen Aspekten und in zahlreichen Beispielen findet sich in: von Padberg: Die Christianisierung Europas im Mittelalter, erschienen im Reclam-Verlag. ISBN und Erscheinungsjahr habe ich gerade nicht zur Hand. Ich denke allerdings, man sollte die Christianisierung nicht nur unter macht- und wirtschaftspolitischen Aspekten sehen. Gerade im Norden, wo die individuelle Entscheidung lange die Hauptrolle beim Religionswechsel gespielt hat, dürften echte religiöse Motive eine große Rolle gespielt haben. Dort traf schließlich das auf die Erlösungs-Hoffnung ausgerichtete Christentum auf einen in tiefem Fatalisimus wurzelnden Glauben.
Mit den besten Grüßen Knut, der wandernde Söldner
Hallo Hilmar! Tja, das war wohl ganz anders, als viele "Heiden" es heute auf den Märkten spielen. Eigentlich hatten die Wikinger keine Probleme mit den Christen, aber die Christen mit den Wikingern, deshalb haben sie sie ja auch missioniert, um das Problem aus der Welt zu schaffen. Generell verlief die Christianisierung in Norden ganz unterschiedlich und hing sehr von politischen Willen der Oberschicht, des Königs und der einflußreichen Sippen ab: In Norwegen trieb König Olaf Thryvisson (hoffentlich habe ich ihn jetzt richtig geschrieben) die Christianisierung voran. Er hatte mit massivem Widerstand einiger Jarle zu kämpfen, der aber wahrscheinlich nicht religiöser, sondern politischer Natur war. Der Widerstand wurde blutig niedergeschlagen. In Island dagegen war man toleranter die Annahme des Christentum wurde friedlich vom Thing (also von der Oberschicht und den mächtigen Sippen des Landes) beschlossen, wobei es nicht das Heidentum verbot, sondern es kam dann mit der Zeit einfach aus der "Mode". Allerdings kennt man aus Island den Ausdruck "Heuchler" für jemanden, der "offiziell" immer die Religion hatte mit der er die besten "Geschäfte" machen konnte. Ich hoffe mal nicht, das die Kluft zwischen FMA und HMA durch einen blödsinnigen Religionsstreit vergrößert wird. Es wird eher langsam Zeit, dass dieser Graben geschlossen wird. Und sich alle an einem fruchtbaren Austausch von Waren, Wissen und Worten beteiligen. In diesem Sinne Ar og Fridhr
Herwör Angantyrsdottir
Hallo miteinander Immer wieder, zuletzt im Thread "Herzberg", lese ich davon, daß Wikinger Probleme mit Christen hatten. Ehrlich gesagt verstehe ich das nicht ganz, war doch die christliche Mission im skandinawischen Raum zur Wikingerzeit nach anfänglichen Schwierigkeiten so ab 830 doch recht erfolgreich. Besonders, da der christliche Glaube doch für die Handel treibenden Wikinger extreme Vorteile beim Handel mit der christlichen Welt hatte. Also: wie war das damals? Wie wurde missioniert? Wurde der neue Glaube angenommen? Wird mit den Problemen zwischen Wikingern und Christen (bzw Wikinger- und Christen-Darstellern) vielleicht nur eine weitere Legende der Mittelalterszene praktiziert? Fragen über Fragen......... Antworten? Bitte hier: Gruß Hilmar ----------- Literatur: Wikinger-Museum Haithabu: Schaufenster einer frühen Stadt Hildegard Elsner, 1994 Archäologisches Landesmuseum der Christian-Albrechts-Universität Schleswig