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Eintrag #69 vom 24. Okt. 2005 15:24 UhrAnnette Widera Profil

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Hallo ihr Lieben,

nachfolgenden Text habe ich einer monatlich erscheinden volkstümlichen Zeitschrift entnommen:

Krildische Profan - und Wehrbauarchitektur

Krilden und Polovzen
eine Geschichtliche Abhandlung europäischer Architektur aus dem Lebensgebiet der Krilden und dem artverwandten Stamm der Polovzen auf Grundlagen für Fachwerk und Holzkonstruktionen

Bereits seit dem 3. Jh. v. Chr. waren Profanbauten der Krilden mit unter Einflussnahme polovzischer Verzierungen am Einständerbau bekannt. Ein weit verbreitetes Fundgebiet, reich an nahezu vollständigen Funden ist heute noch die Landschaft im Gebiet der niedersächsischen Friesen, heutzutage als Bundesland Niedersachen bekannt.
Meine Damen und Herren, wollen wir uns nun auf den Pfad der Geschichte begeben, auf die Einbringungen von unserem hochverehrten und in der Fachwelt allseits geschätzten Kollegen Dr. HC. Professor Bentor aus Hannover, werden wir im Ablauf dieser Abhandlung gerne kommen. Auch die wissenschaftlichen Forschungsergebnisse von unserem ebenso geschätztem Kollegen Prof. Dr. T. Rossi werden wir entsprechend hier würdigen.

Seit dem 3. Jhd v. Chr. nutzen die Krilden im oben genannten Stammesgebiet der Friesen einen nahezu ausgereiften Hausbau an, der seinen Anfang nach heutigen Kenntnissen im Ursprung des Grubenhauses fand.
Hier fand schon der polovzische Einfluss bei den Wohnhügeln (Wurten) an der südlichen Nordseeküste (1) statt.
Hier findet die bautechnische Untersuchung der Feddersen Wierde ihren Eingang, deren Blütezeit unter krildischen Baumeister noch heute nahezu unerreichbar ist. Diese Wierde (Siedlung) umfasste 26 Gehöfte mit 300 Einwohnern und 450 Stück domesziertem Paarhufern (Rinder, Ziegen, Pferden, Staatsbeamte).
Besonders gut erhaltene Hausgrundrisse mit Pfosten, Flechtwerk und Bohlenwänden zeichnen eine deutliche Sprache unter dem Aspekt der sozialen Gliederung der Krilden und Polovzen.
Für diesen Haustyp war die "Alles unter Dach und Fach" Gliederung oberste Priorität.
Im Erdbereich (Erdgeschoß) waren damals Paarhufer im vorderen Bereich untergebracht, während die anfangs mittig angesiedelte Feuer - und Kochstelle nun ihren Platz im letzten Drittel fand.
Die Wohn - und Schlafstätte der Krilden befand sich im oberen Stockwerk, genau über dem Platz der Haustiere, um die aufsteigende Wärme der Tiere auszunutzen.
Die Erforschung von Prof. Dr. T. Rossi des krildischem Janoschpferdes, (auch Kampfkugel genannt) unter Aspekten des ältestem nachgewiesenem Haustieres, auch unter dem Fachbegriff "Lagerchefhund Maggi "einen enormen und richtungweisendem Eingang (2).
Aus den Ausgrabungen die unter fachlicher Anleitung von unserem Kollegen Prof. Dr. Erik Sigurdson, seines Zeichen Journalist für Polovzen und Krildenforschung stattfanden, konnte man die gebräuchliche Vorratshaltung damaliger Zeiten 1 zu 1 ableiten (3).
Professor Sigurdson fand heraus, dass die Vorratshaltung stark den krildischen Hallencharakter dadurch beeinflusste, indem Handwerker der Polovzen ihre Bockbieramphore als dauerhaftes Vorratsgefäß einbrachten.
Schwachpunkte des Einständerbaus fand man im Bereich der grünen Abfallentsorgung. Diese Punkte waren im erschreckendem Maße dafür verantwortlich, dass der linke Eckpfosten als erstes wegfaulte und dadurch eine Bewohnbarkeit des Gebäudes nur für eine Zeit von cirka 30 bis 45 Jahren zuließ. Für damalige Maße ein krildisches Leben lang.
Die nahe Mutmaßung, dass die Krilden aus einem Nomadenstamm hervorgingen, lässt sich mit dem Nachweis des Grubenhauses deutlich machen, indem man die "Architektonische Formenlehre" (4) hierfür definiert.
Prof. Dr. Erik Sigurdson führt auch an, dass hin und wieder eine bajuwarische Bockbieramphore aus dem Ochsenkarren herausfiel und auf dem Boden zerschellte, was wiederum einen stark wankenden Tritt des Krildenzwerghuhn hervorrief (illegales Besäufnis).
Die Baukunst der Krilden fand sich unter anderem am Dachgiebel als alles umfassenden Haus - und Schutzspruch " Hau die - Polovzen" soll heißen: Haudi Polovzen wieder. Für die genaue Überlieferung dieses Merkmales zeichnet heute noch der im 3. Jhd. damals lebende Stammeshäuptling Otto v. B. Ismarck verantwortlich.
Wollen wir uns nun dem Krildenwehrbau zuwenden, Meine sehr verehrten Kollegen und Kolleginnen, wie eingangs schon erwähnt, hat auch der Wehrbau einen enorm wichtigen Platz in der Krildenforschung gefunden. Der meiner Meinung nach sehr wichtige Bereich der "Encainte" (5) (Krildisch für Umwallungslinie einer Befestigung) umfasst mit diesem einzigartigem Begriff, auch unter TB-TWache bekannt, einen so genannten Motte and Bailey Bautyp des frühen Krildischem Wehrbaus unter polovzischer Anwandlung der anglisierten Form krildischer Caisel (Ringfort) wieder.
Auch die Wehrbautypen Hall - House, Keep - House und des Gate - House, verdeutlichen wie eng der damalige Bauplatz für Krildische Burgen bemessen war.
Unter Zuhilfenahme der Dissertation unsere allseits hochgeschätzte und verehrte Kollegin Frau Dr. HC A. Meli findet sich eine recht einfache und kompakte Bauweise aus dem livländischen Hapsal wieder.
Bei diesen B -Typen (Burgus) sticht das nicht unbedeutende Merkmal der Bailey (untere Vorburg) deutlichst hervor.
Hier fanden sich sämtliche Wirtschaftsgebäude im Bereich der Vorburg (siehe Burgenkunde von P. Iper) wieder.
Die Hauptburg "Motte" besaß den für krildische Gepflogenheiten wichtigen Wehrturm, dessen Bewohner sich dadurch hin und wieder auszeichneten, kein Gedächtnis zu haben, wie sie ihren abendlichen Weg in ihre "Sleep" Behausung fanden.
Bei der Motte indes fand keine räumliche Teilung des Krildischen Wehrbaus statt. Laut Krildenforschung konnte hier noch keine lasertechnisch fundierte Beweislage einer Polovzischer Baubeteiligung oder gar eines Einflusses der Polovzen nachgewiesen werden.
Geschätzte Genossen und Genossinnen :
Eine deutliche und nachweisbare Beurteilung finden wir wohl auf unserem nächsten Internationalem Krildenkomposium 2006 unter dem Leitfaden " Auferstanden aus Ruinen " ( Mr. D.DR ).


Ich bedanke mich für ihr zahlreiches Erscheinen


Anhang
1 - www.urgeschichte.de
2 - Expeditionen ins Tierreich von Dr. H. S. Ielmann
3 - Love Parade Berlin
4 - G. B. Inding
5 - Burgen im Reich der Krilden von W.M.etternich







Eure Thora

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Eintrag #68 vom 24. Okt. 2005 10:44 UhrBernd Truckses Profil

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Ich verfolge diese hochinteressante Diskussion schon eine Weile, aber erst jetzt konnte ich mich wieder an das eine obskure Rezept erinnern, daß in einem leider nur noch fragmentarisch erhaltenen Hausbuch aus dem 15. Jhd. stand, welches in einer Privatsammlung unter Verschluß gehalten wird, ich aber das einmalige Glück hatte, einen Blick darauf werfen zu können.

Ich bin damals an der mir unbekannten Zutat "gerostet feifennuk" verzweifelt, niemand konnte mir sagen, was das sein soll, doch jetz frage ich mich, ob damit Fefak gemeint ist ?

Kann man daraus schließen, daß der Verfasser des Hausbuches ein Nachfahre der Krilden war, oder gar selbst ein Krilde ?

Ich gebe mal das Rezept an, vielleicht steht es ja auch in derhier schon erwähnten Krilden - Rezeptsammlung, die demnächst veröffentlicht wird:

"Wilt du machen ein guot geriht:
Wie man sol machen ein guot geriht / man sol nemen gerostet feifennuk / ein strauben / ein sau / ein hirz lebern / ein kapaun / ein biber /
vnd haus in stucken / vnd tuos in ein irden haven / vnd siede daz zvo sammene / vnd wurze bis guot ist / vnd gibs hin / vnd versaltzez niht."
Gruß, Bernd

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Eintrag #67 vom 24. Okt. 2005 10:02 UhrErik Sigurdson Profil

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@Dirk

Dafür mußtest Du mehr Mehl nehmen, sonst wird das zu dünn. Und wenn Du schon mehr Mehl nimmst, könntest Du das ganze auch zu leckeren Plätzchen verarbeiten. Dann wäre das aber keine Bjórsupa sondern ein Bjórkükur und was die vor allem in Zusammenhang mit den Kifferlingextrakten für Auswirkungen haben, aber gut, lassen wir das.

Was das Klößchen zerschöteln angeht, wäre das mit dem Löffel- oder Kloßschößeln, nicht zu verwechseln mit dem Klootschöteln, zu bezeichnen. Das ist aber eher eine moderne Tischsitte krildischer Reenactors als archäologisch nachweisbare kulturelle Tätigkeit.


Erik Sigurdson

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Eintrag #66 vom 24. Okt. 2005 08:00 UhrDirk Jerusalem Profil

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zu dem Rezept:
Kann es nicht sein, daß man eigtl. das Mehl zu Klößchen formen muss, welche sich dann in der Suppe wunderbar mit dem Löffel zerschöteln lassen?

Gruß,
Terricus

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Eintrag #65 vom 23. Okt. 2005 14:25 UhrErik Sigurdson Profil

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Werte Kolleginnen und Kollegen,
allmählich neigt sich mein Forschungsaufenthalt am Lehrstuhl für Krildo-Anthropologie (LKA) an der Universität St. Veit van der Gölsen dem Ende zu. Es hat sich als korrekt erwiesen, daß unter der Leitung von Prof. Karl Lauterhofen-Traunfeld in der Tat die Figur eines Steinschötlers ausgegraben wurde. Bildmaterial und ein Forschungsbericht folgen in Kürze. Desweiteren wird derzeit im Fachbereich Experimentelle Krildologie an einer Sammlung rekonstruierter Krilden-Rezepte gearbeitet, die demnächst unter dem Titel "Wenn Krithur in den Kessel spuckt" publiziert werden sollen. Hier nun der Vorabdruck eines der Rezepte:

Krildische Bjórsupa

1/4 Liter Milch
1 Stück Zimt
20 Gramm Mehl
3/4 Liter Bjór
50 Gramm Zucker
1 Eigelb
2 hauchzarte Scheiben vom Blaugrünen Kifferling (nicht mehr als ein Viertel Gramm pro Portion!)
1 Spritzer vom Fefak-Likör

Milch mit dem Zucker aufkochen und mit Mel andicken. Bjór hinzufügen (dabei nicht mehr aufkochen!). Die Supa mit Zucka und Fefak abschmecken, ein Eigelb hinzugeben und gut verquirlen. Zum Schluß den Kifferling untermengen und etwa 10 Minuten leicht köcheln; fertig ist die Bjórsupa.

Den alten Krildensagas zufolge, wurde die Bjórsupa vor allem zu rituellen Zwecken konsumiert. Von unkontrolliertem Nachahmen sei hier ausdrücklich abgeraten!
Erik Sigurdson

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Eintrag #64 vom 22. Okt. 2005 13:19 UhrHarald Leszke Email

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Hallo Bärbel,
Es gibt ein neues Fachbuch, in dem es genau um diese
Thematik geht. Dabei wird die These vertreten, das
die Krilden im Polofzischen Siedlungsgebiet
eigedrungen sind und eine Weile Nebeneinander her gelebt haben.
---------------------------------------------
Titel: Methastaseartige Siedlungsformen der
Krilden im Polofzischen Kernland.
Autor: Rudolf Münchmeier, Leo Müller
Verlag: Nordoberfränkischer Verein für Natur-,
Geschichts- und Landeskunde e.V.
ISBN: 3928626132

Der Author lehrt seit Jahren an der "Irish Society of Krildic History an der Uni Dublin” zusammen mit
mit Prof.Dr.Dr. D.T.Kuhn über die Ost-West-Wanderung der phalloidistischen Krilden und Polovzenkulturen.

Im Inhalt legt der Autor anhand von Siedlungsfunden der frühen Niederlassungsphase
(nachfolgend den Krildenwanderungen siehe (Krildische Wanderungen" von H. Illyb Doli)
dar in welchen Einheitsgrößen und Formen die Nachverdichtung des polovzischen Stammraumes stattgefunden hat.

Anhand von bisher erhobenen aber noch nicht ausgewerteten Funden weist der Autor vielen bisher falsch zugeordneten Siedlungsplätzen eine eindeutig krildische Herkunft nach indem er auf die in den Grundsteinsetzungen verwendeten Urnensteinen eingeht. Er stellt die Frage wie viele weitere der Siedlungen bislang falsch einsortiert worden sind, da die Grabungen mit Erreichen der Enden der Pfostenlöcher eingestellt
wurden und die Kulturschicht der Grundsteine nicht erreichte.

Aus diesen Erkenntnissen definiert er eine Siedlungstypografie in der er die Siedlungen
im wesentlichen nach Ihrer Größe klassifiziert. Dabei ist
ein Gehöft (< 20 Einwohner),
eine Hofgruppe (< 40 Einwohner),
eine krildische Methastase (40-100 Einwohner) und
ein krildisches Geschwür (100 Einwohner und größer).
Anschaulich gelingt es Ihm nachzuweisen, das Gehöfte und Hofgruppen in relativen
Frieden mit der umliegenden Polovzischen Bevölkerung gelebt haben wogegen
Methasasen und Geschwüre zum Teil heftige Angriffe hinnehmen mussten. Hiernach
ergeben sich die Unterklassen der befestigten und unbefestigen Methastasen und
Geschwüre die im Kapitel Siedlungsbefunde genau bearbeitet werden.

Die von Ihm vermutete Reaktion der polofzischen Umgebung war die Anreicherung allen biologischen
Materials mit so genannten monoklonalen Antikörpern, die das unkontrollierte
Wachstum dieser Tumorzellen hemmen sollte. ( siehe "DNA Spuren aus den
Gräberfeldern von Poulouse”,Professorin Karla Leonie Itoriska Universität
St. Veit van der Gölsen) Die natürliche
Bildung dieses auch heute bekannten Krebsmittls
wird zur Zeit weiter untersucht.

-------------------------------------------------

Viel Spaß beim lesen, ich denke es wird einige Deiner Fragen beantworten.
Harald

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Eintrag #63 vom 22. Okt. 2005 12:43 UhrTorben Behrens Profil

nach oben / Zur ÜbersichtDe Cretin-Crillard; Weben

Hallo Bärbel,

dieTheorie von De Cretin-Crillard kling so ja wirklich gut, ich muß das aber noch mal im Original lesen, ob ich da so zustimmen würde oder nicht, denn wie du sagst legt er sich für die Abspaltung der Polovzen in das 6.und 7. Jhr. fest, die Abspaltung der Polouse-Polovzen fand aber bereits zwischen 267-273n.Chr stattfand.
Ok, dies wären die Poulouse-Polovzen, vielleicht spricht Cretin-Crillard ja von einem anderen Polovzenstamm, der sonst kein weiteres Aufsehen um sich machte und schließlich auf seiner Wanderung später ebenfalls um/bei Toulouse zu siedeln.
Ich schau da mal nach, wenn er Recht hat, so wäre das der Nachweis das Abspaltungen der Krilden "polovziert" wurden, vielleicht aus einem kulturellen Verfall der eigenen Werte? Und wie steht es dann um die Polovzo-Schizoide? Waren dies Abspaltungen der Polovzen oder war es bereits ein eigener Volksstamm der aufgrund eines genetischen Defekts von den Krilden als minderwertig und agggressiv eingestuft und somit als generelles Feindbild ins Auge gefaßt wurde um sich vor dem Verfall der eigenen Werte zu schützen? Ich hoffe Erik kann uns bei seiner Rückkehr vom LKA mehr über die DNA-Analysen sagen.


Zurück zu Thema Seideweben
Wie Andrew bereits 2001 ausführte: "Krilde" (leite sich) vom ugrischen (Wort) für "Wasserflechter" oder "Wasserschöter" ab.
und "sie (die Krilden) (haben) ihre Bewässerungstechnik zu den Rus exportiert, und somit eine Austrocknung weiter Teile des Kiever Reiches verhindert"
In diesem Falle bezöge sich "krilden" eben auf die Kunst mit Wasser zu "flechten", nicht aber in einem Bezug darauf IM Wasser zu flechten andere Materialien zu flechten und für das Reenactment ist es ein Glücksfall, denn bisher liegt kein Nachweis eines Wasserwebstuhles vor und es bleiben somit einige Erkältungen erspart.

Kann jemand etwas zu den Webrahmen sagen, mir ist derzeit kein Webrahmenfund krildischer Herkunft bekannt.

Torben

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Eintrag #62 vom 21. Okt. 2005 17:36 UhrBaerbel Hammes Profil

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Ach ja, noch vergessen:

De Cretin-Crillard sieht eine direkte Verbindung der Bezeichnung "Boule" zu Poulouse und damit den Polovzen.

Er deutet den Namen des beliebten Spiels als: "Spiel aus Poulouse" oder "Spiel der Polovzen/Poulouser", aus dem dann im Laufe der Jahrhunderte zuerst "Poulousienne" dann einfach "Poulou" und später "Boule" wurde.
Er stellt außerdem die Überlegung an, ob nicht auch "Polo" auf die gleichen Ursprünge zurückgeht und durch Spielvariationen des Schöteln bei den Polovzern entstanden sein könnte.

Da wären aber die Sprachwissenschaftler unter Euch gefragt.

Grüße
Bärbel

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Eintrag #61 vom 21. Okt. 2005 17:17 UhrBaerbel Hammes Profil

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Hallo zusammen,

@Torben
Danke für die Tipps. Ich werde wohl mit heutiger Seide beginnen, weil ich denke, dass schon aufgrund der Vogelgrippe (Problem mit der Verfügbarkeit von Entenknochen gesunder Enten) die Rückzüchtung der Riesenseidenraupen erst mal noch auf sich warten läßt.

Deine Hinweise zu den Bindungsarten kridlischer Gewebe sind sehr interessant. Hast Du eine Ahnung, mit welcher Art von Webrahmen (Wasserwebrahmen in Analogie zum Wasserweben und Wasserflechten?) die Gewebe hergestellt wurden?

Kann man so etwas in der heimischen Badewanne nachbauen? Aquädukte sind heutzutage so selten geworden und in einer Großstadtwohnung einfach nicht zu verwirklichen. Da muss man schon Kompromisse machen.

Das wäre dann mein nächster Schritt. Zumindest einigermaßen "a"-gewebte Stoffe und nicht die modernen Industriegewebe. Aber das muss noch bis nächstes Jahr warten.


Ach ja, ich habe heute die neuste Ausgabe der Zeitschrift "Kleine Schriften zur internationalen Krildologie", Schriftreihe Krildologie der Universität St. Veit van der Gölsen, Ausgabe 11/2005,
in die Finger bekommen.
Da ist ein interessanter Artikel des französischen Polovzenforschers Dr. Jean-Jacques de Cretin-Crillard vom Institut des Etudes Poulousienne in Toulouse drin, in dem er einige Überlegungen der krildisch-polovzischen Beziehungen anstellt. "Les anciens Polovses. Es-qu'ils sont été une tribu crillard?" (Auf Deutsch: Die frühen Polovzen. Waren sie ein krildischer Stamm?)

De Cretin-Crillard vertritt die These, dass die Polovzen ein Stammesteil der Krilden waren, der sich während der Ost-West-Wanderungen im 6. oder frühen 7. Jh. n. Chr. von dem Hauptstamm trennten und nach Südwest-Europa weiterzogen.

Möglicherweise war es auf den Wanderungen zu Spannungen gekommen, was die späteren Feindseeligkeiten der beiden Gruppen erklären könnte.
Er vermutet, die Ursache könnten entweder Differenzen bei der Auslegung der Schötlerregeln oder Unzufriedenheit mit der Wahl der neuen Wohngebiete im Norden Europas gewesen sein. Die Polovzen hätten möglicherweise den Norden für ungeeignet für die Riesenseidenraupenzucht gehalten und deshalb wärmere Gefilde angesteuert.
Dazu würde ein altes Sprichwort passen, das heute noch in der Gegend um Toulouse verbreitet ist: (ins Deutsch übersetzt reihmt es sich leider nicht so gut: "Raupen im Norden bringen Kummer und Sorgen".)

Er vermutet, dass die Kriege und Kämpfe zwischen Krilden und Polovzen, die ihren Höhepunkt in der Schlacht bei Cuxhaven gefunden haben, möglicherweise durch eine Knappheit der Seide der Riesenseidenraupen im Norden während der mittleren Telefönbakkustufe ausgelöst wurden, die die nordeuropäischen Krilden zu Raubzügen in den Siedlungsbereich der Polovzen veranlasst haben könnten. Daher schlägt er vor, statt von Schötlerzügen und Schötlerkriegen besser von "Seidenkriegen" zu sprechen.

Für die mutmaßliche krildische Herkunft der Polovzen sieht er außerdem die Tradition des Schötlerns, die bis heute in Südfrankreich im Boule-Spiel einen Nachklang findet. Irgendwann im Laufe der zunehmenden Christianisierung hätten die Polovzen das Schötlern mit Schädeln völlig zugunsten des Steinschötlerns aufgegeben.
Während der frühen Neuzeit sei mit der weiten Verbreitung von Kanonen und Metallkugeln, die Steinschötler nach und nach von Metallschötlern abgelöst worden.

Na ja, es liest sich alles ziemlich stimmig ... aber ich weiß ja auch nicht, ob sich der gute Herr de Cretin-Crillard da nicht ein paar Dinge passend zurechtgelegt hat.
Was meint Ihr dazu?

Grüße


Bärbel

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Eintrag #60 vom 21. Okt. 2005 10:55 UhrTorben Behrens Profil

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@Bärbel
Oh, du hast so recht, ich warte auch sehnsüchtigst drauf, denn ich bin mir sicher, das wir auf jeden Fall mit neuem Bildmaterial oder auf wenigstens detailierteren Webtechniken rechnen könnten, denn ich bin mir -wiederum- sicher, das die derzeit verwendeten Gewebe nicht den krildischen Vorlagen entsprechen, da die Schussdrähte wesentlich dicker sind als die Kettdrähte. Die Maschen der Drähte befinden sich im Gegensatz zur normalen Tresse in Kette, eben anders als bei den Krilden, auch wenn sie den Vorteil der Stabilität und Durchflussleistung hätten.
Die wasserschötlichere Bindungsart mit guter aquatischer Durchflussleistung ist eben das jeder fünfte Draht eingebunden wird, folglich eine einseitig, glatte Oberfläche entsteht die eine einfache und schnelle Reinigung zulässt.
Du kannst aber -ich bin so frei und sage das hier- derzeit ruhig andere Seidengewebe verwenden, da J. Marsters derzeit aus persönlichen Gründen verhindert ist und wir nicht mit seinen hervorragenden Verwebungen rechnen dürfen. Und Seide ist immer passender als Leinen oder Wolle, und bitte achte darauf das sie in der Sonne schimmert bzw. glänzt.

PS: in 2 Wochen ist noch eine Messe in Hamburg für Jung-Krilden, die ich mit meiner Frau besuchen werde, und hey, ich werde dich auf jeden Fall über die neuesten Erkenntnisse auf dem laufenden halten.

@ alle: die Bilder der Gürtelschliessen mit Glasnadel folgen die Tage

Torben

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Eintrag #59 vom 20. Okt. 2005 18:36 UhrBaerbel Hammes Profil

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Hallo,

weiß jemand von Euch, wann der seit langem angekündigte Ausstellungsband: "Zwischen Steppe und Poulouse - Die Krilden, eine frühe Hochkultur Eurasiens" endlich erscheint?

Ich habe im ZZIABKM Isnarsvik (Zur Zeit in Aufbau befindlichen Krildenmuseum Isnarsvik) mal nachgefragt. Da hieß es, die Ausstellungseröffung werde sich zwar noch verzögern (angeblich gibt's Probleme mit der Rückzüchtung der Riesenseidenspinnerraupen und die Spezialistin, die versuchte die Rekonstruktionen mit heutiger Seide in pink-grün zu arbeiten, sei auf unbestimmte Zeit wegen eines Nervenzusammenbruchs erkrankt), aber mir wurde zugesichert, dass der Ausstellungsband trotzdem noch bis zur Frankfurter Buchmesse erscheinen soll. - Aber ... nix ist und der Verlagsstand auf der Messe war heute leider nicht besetzt.

Ich warte wirklich sehnsüchtig darauf, da dort erstmals die Funde der Grabungen von Isnarsvik vorgestellt werden sollen. Nachdem, was man vorab gerüchteweise gehört hat, sollen da ja hervoragend erhaltene Textilien dabei gewesen sein.
Wäre so wichtig für's Krildenreenactment. Und ich wollte mich über den Winter an die Zusammenstellung meiner Ausstattung geben.

Wäre prima, wenn jemand von Euch mit Insiderwissen mir da Auskunft geben könnte.

Danke im Voraus
Bärbel

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Eintrag #58 vom 20. Okt. 2005 15:03 UhrErik Sigurdson Profil

nach oben / Zur ÜbersichtNeufund: Rolle des Samakutra

In Nordpakistan wurde jüngst die längst verschollen geglaubte, nicht minder begehrte Rolle von Samakutra gefunden, einem alten Krildenlehrbuch der Vorwanderungszeit. Natürlich sind erst einige wenige Fragmente übersetzt. So zum Beispiel der Abschnitt "Auf Geheimmittel Bezügliches". Hier heißt es im 39. Satz des siebenten Abschnitts:

"Eine Waschung mit den Wurzelextrakten von Madayantika (1), Kutaja (2), Anjanikrildika (3), Girikrildikarnika (4) und Slagspolovziparni (5) bringt die Haare in den ursprünglichen Zustand zurück."

(1) Calotropis gigantae
(2) Altkrildischer Name für Henna
(3) Eine schwarze Blume, über die sich botanisch nach den literarischen Beschreibungen nicht zuordnen läßt
(4) Hier handelt es sich um Clitoris ternatae, die Schmetterlingserbse
(5) Nach dem Kommentar nicht eindeutig zu identifizieren, nach den Beschreibungen aber der aggressive Bestandteil der Mixtur.
Erik Sigurdson

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Eintrag #57 vom 20. Okt. 2005 14:50 UhrTorben Behrens Profil

nach oben / Zur ÜbersichtTracht und Trachtzubehört der Krilden während der Telefönbakkzeit

@alle: ich bin dann heute mal Annettes sehr gutem Vorschlag gefolgt, und zusammengefaßt was wir hier bisher zusammengetragen haben


Das Material
Wahrscheinlich ausschließlich Seide. Wie bereits erörtert waren die Riesenseidenraupenzüchter ein äußerst anerkannter Personenkreis der krildischen Kultur, man kann somit davon ausgehen -und die Nachweise der Stoffreste wie in Wörgawik sprechen ebenso wie das Seidenbanner ("Banner der Aufständischen mit der Stickerei (Goldlahmgarn auf Seide, pink und grün)") dafür- das der Hauptteil der Tracht aus Seide gefertigt worden sein wird.

Farben
Rosa - mündliche Überlieferung im Schötlerkönig ("meine Krithur hat manch rosa Gewand") als auch wiederum im bereits genannten Banner
Grün - seltener, exakt nur einmal, der Nachweis im Banner (o.g.)

Verzierung
Goldlahn - in einigen Aquäduktanlagen im Fundgut, unter Urnensteinen ohne weitere Befunde als auch im Banner nachweisbar
Borte - wenn dann mit Widderhornmuster in 'damast Technik' oder einfachen Linienmuster, wie die Wollborte von Wörgawik in gelb und braun.

Tunika
Die Reiterdarstellungen sind spontan der einzige komplette Nachweis der mir einfällt, wobei diese Darstellungen in die nachalexandrinisch vorbuddhistische Periode fallen (Chriaz III). Hier scheint es als trage der Reiter eine Tunika oder einen Rock, wobei dieses Kleidungsstück im vorderen Bereich mit Mustern versehen sein kann, vielleicht waren es grüne Rechtecke auf rosa? (nach meinen Erkenntnisse und denen von Dr. T. Rossi waren diese Rechtecke nicht aufgenäht, sondern mit Knebelperlen fixiert und konnten dann vom Träger -wie auf den erwähnten Felszeichnungen zu ersehen- als Wimpel oder Signalflaggen verwendet werden, ggf. an einem Stab um eine Sichtbarkeit auf weitere Strecken zu ermöglichen. Ein genialer Weg der Verständigung).
Über die Länge der Ärmel lässt sich für die einfache Bevölkerung keine Aussage treffen (s. Tracht der Königinnengetreuen), ebenso nicht über die grundsätzlicher Länge der Tunika.
Ein Krieger, wie in Wiesenhain berichtet, ist während der Telefönbakkstufe bis auf einen Lendenschurz (Material nicht bekannt, ich tippe aber auf Seide) unbekleidet gewesen.
In der vorkeltischen Zeit hingegen, hier war die Kunst der Eisenkrautverhüttung, das Eisenwollespinnen und Stricken von Kettenhemden in der Südkrildischen Verfahrensweise auf einem Höhepunkt, kann man sicher sein, das die Krieger dementsprechend gerüstet waren.

Hose
Nun, die Verweundung von Hosen ist fragwürdig. Auch wenn Poulouse gleichzusetzen ist mit Po-Loose, der Urform von "keinen A* in der Hose" - lässt dies nicht automatisch den Rückschluss zu das neben den Polovzen auch die Krilden Hosen getragen haben.

Unterwäsche
Ich zitiere Tinnitus, Bd. 6: "die Männer traten am morgen aus dem Hause, ihre Leiber von den kultischen Handlungen zur Ehren der Herrin gezeichnet, um schließlich bei aufgehender Sonne nur gehüllt in ihre glänzenden Leibbinden, um sich ihr Gesicht glatt zu pflegen, Zähne zu säubern und schließlich sich mit wohlrriechenden Cremen zu pflegen, während sie eine herzergreifende Ballade mit ihren gutturalen Lauten anstimmten"
Ich gehe davon aus, das in diesem Falle Stoffstreifen aus Seide verwendet worden sind (Nicht für die Körperpflege)

Schuhe
Sind meines Wissen nicht nachgewiesen und der Kampf in Cuxhaven-Wiesenhain erfolgte barfuss.
Es kann aber sein das das 30x7cm große und 5mm starke Holzstück (nach Analyse aus Birke) unter dem Urnenstein in C.-W., die Enden gerundet und in der Mitte etwas eingerundet, als Sandale gedient hat, wobei durch die 4 konischen zulaufenden Löcher Schnüre gezogen worden sein könnte. Vielleicht handelt es sich aber auch nur um eine Fliegenklatsche.

Die Tracht der Königinnentreuen
Bei den Königinnengetreuen war es modisch, die langen, sehr weiten Ärmel an der Oberseite nicht zu vernähen, sondern die verzierten Säume zu überlappen und mit Knebeln elegant zu verschliessen.
Vom Schnitt hat sich diese Tracht nach den bisherigen Erkenntnissen nicht von denen der einfacheren Bevölkerung unterschieden.
Zu den weiteren Accescories gehörten auch gläserne Gürtelschnallen wobei die Schnallen eines männlichen Thronfolgers immer mit Schötenmotiv verziert waren, die der weiblichen nicht.

Weitere Ausrüstung:
Reif, wie im Schötlerkönig erwähnt? vielleicht aus Bronze wie in Wörgawik gefunden? Oder doch ein eher aus vergänglichem Material? (Eine Übersicht gibt es in Schmuck oder nicht Schmuck, Prakdar Barrak, 1970, Kleinbohnum)
Entenbein als Trinkrohr (umstritten)
Rohr aus Vogelknochen (für Riesenseidenraupenzüchter)
Schötelschleuder
Schleuder
Schleuderperlen
Knüppel
Schötelsteine oder Schädel
Rind (Schötelkönig)
Kreiselbecher
Kultgefäß
Netz, aus Eisen geflochten (Nur Hüterin des Fefak)
Gewandärmelschliessen (Königinnengetreue)
Glasknebel
Gürtel (Material nicht bekannt)
Gürtelschließe (verschiedene Materialien, wie in Cuxhaven auch aus Glas, ggf. mit oder ohne Nadel, neue Bilder folgen)
An einem Strand zusätzlich bunte Blumen

Alles in allem sind dieses noch nicht viele Erkenntnisse, sie können aber einem helfen sich zu orientieren und die größten Fehler vermeiden, wobei ich hoffe nichts übersehen zu haben.

@alle: bitte folgt Annettes Anregung und wir können gemeinschaftlich Licht in das Dunkel bringen und das aufkommen einer GroKri-Szene wie auf Mykosia vielleicht verhindern.

Und darauf nachher ein kühles Lekdnu Snelf !


Torben

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Eintrag #56 vom 20. Okt. 2005 11:24 UhrErik Sigurdson Profil

nach oben / Zur ÜbersichtWelt-Erfahrung. Denk- und Darstellungsformen einer Schötler-Existenz am Beispiel des Tannhäusers

In der Tat bieten sich in der Literatur zahlreiche krildo-schötlerische Einflüsse. So auch im Minnesang des 13. Jahrhunderts, wie ich bereits 1995 in meiner eigenen bescheidenen Doktorarbeit am Lehrstuhl für Krildische Mediävistik an der Universität St. Veit van der Gölsen ("Welt-Erfahrung. Denk- und Darstellungsformen einer Schötler-Existenz am Beispiel des Tannhäusers") nachgewiesen habe. So heißt es in Leich XII über die Armut des Fahrenden Schötlers:

"Hi vor do stuont min dinc also, daz mir die besten jahen
ich waer den lueten sanfte bi; do het ich holde mage.
Sie kerent mir den rugge zuo, die mich so gerne sahen;
sit ich des schuotels nicht enhan, so grüezent
sie mich trage." (Leich XII, Vers 1-4).

Auf diese Weise wird die Gattungstradition der Spruchdichtung aufgerufen und der noch bei Spervogel allgemeingültig beschriebene Zustand der durch Armut hervorgerufenen Unfähigkeit zu schöteln direkt auf das Sänger-Ich bezogen. Frei übersetzt bedeuten die obigen Verse: Solange ich Kohle hatte, lobtzen mich die Besten und hatte ich die tollsten Hasen; aber als ich arm wurde, weil meine Auftraggeber mit ihrer Honorierung so sparsam wurden, daß ich nicht mehr schöteln konnte, da ließen sie mich links liegen.

Im Folgenden wird eine wirt/gast Konstellation aufgerufen, die den Verlust des sozialen Status bezeichnet, aber das soll in einem späteren Beitrag über den Minnesang der Schötler beschrieben werden.
Erik Sigurdson

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Eintrag #55 vom 20. Okt. 2005 08:16 UhrHans Joachim Oberländer Profil

nach oben / Zur ÜbersichtISS

Werte Damen und Herren,

Wie bereits seit Tagen vermutet kam es gestern auf dem Internationalen Schötler Symposium ( ISS ) zum Eklat !

Nachdem Prof.Dr.Dr. Otto-W. Ichtich Der Vorsitzende der Nationalen Agentur der Schötler Ausgrabungen ( NASA ) seine Vortrag begonnen hatte wurde er sofort von mehreren Teilnehmern der Symposiums
u.a. Herrn Dr. T.rossi und Herrn Prof.Dr. A. van de Paard als Altherrenprosaschreiber tituliert. Worauf Herr Prof. Ichtich unter Protest auf Verweis auf das 10. IKK den Podiumsplatz verliess und nicht dazu zu bewegen war seinen Vortrag zur "Sprach- und Redewendungen der Schötler in der Urform" fortzusetzen.

Schade aber wir sind vor Ort und werden weiterberichten


Dr. T. Rossi

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Eintrag #54 vom 20. Okt. 2005 00:55 UhrTorben Behrens Profil

nach oben / Zur ÜbersichtDer Raub geistigen Gutes durch J.W.Goethe.

Wer kennt ihn nicht, den Erlkönig?

Die Wahrheit jedoch... der Erlkönig ist eine Siegerhymne für einen Schötler, dem Schötlerkönig, im Original sicherlich in gutturalem KrilDur vorgetragen.

Aufgeschrieben wurde dieses Erzählgedicht bereits durch Tinnitus den Älteren und somit ist dieses meisterliche krildische Werk erhalten geblieben und ich bin sehr froh, die Neuübersetzung hier wiedergeben zu können....


Der Schötlerkönig

Wer schötelt so spät durch Nacht und Wind?
Es ist der Schötlerkönig mit seinem Rind;
Er hat den Siege wohl in dem Arm,
Er faßt ihn sicher, er schötelt sich warm.

»Mein Polovze, was birgst du so bang dein Gesicht?«
»Siehst, Schötler, du den Schötlerkönig nicht?
Den Schötlerkönig mit Schleuder und Reif?«
»Mein Polozve, es ist ein Schötlerreif.«

"Du lieber Polovze, komm geh mit mir!
gar schöne Schädel schötel ich mit dir;
manch bunte Blumen sind an dem Strand,
meine Krithur hat manch rosa Gewand."

Mein Schötler, mein Schötler, und hörest du nicht,
was Schötlerkönig mir leise verspricht? -
Sei ruhig, bleibe ruhig, mein Polovze;
in grünen Blättern säuselt der Wind. -

"Willst, gemeiner Polovze, du mit mir gehn?
Meine Töchter sollen dich bewirten schön;
meine Töchter führen dich nächtlichst heim,
und wiegen und tanzen und schenken dir ein."

Mein Schötler, mein Schötler, und siehst du nicht dort Schötlerkönigs Töchter am sonnigen Ort? -
Mein Polovze, mein Polovze ich seh es genau:
es scheint deine Heimat dir grau.
-

"Ich liebe dich, mich reizt deine schöne Gestalt;
und bist du nicht willig, so schötel ich mit Gewalt."

Mein Schötler, mein Schötler, jetzt faßt er mich an!
Schötelkönig hat mir ein Leid getan! -
Dem Schötler grausets, er schötelt geschwind,
er hält in den Armen das erschötelte Rind,
erreicht den Hof ohne Müh und Not;
auf seinen Bahnen der Polovze lag tot.

Der Schötlerkönig - eine episch-fiktionale Ballade die vom Schötlerkönig erzählt, seinem sicheren Sieg und wie er seinem Herausforderer, hier ein Polovze, Furcht einflößt, wobei der Herausforderer jedoch bereits weiß, das er auch dieses mal wieder unterliegen wird.

Und die Ballade erzählt von der Krithur die ein Opfer verlangen wird - das Leben des schlechteren Schötlers.

Und das während der Schötlerkönig ihn verhöhnt und den Sieg anpreist.

Der Polovze liegt letztendlich und tatsächlich in der Bahn des Schötlerkönigs, da dieser natürlich aus dem Schädel des ehemaligen Schötlers eine weitere Schötelkugel formen wird.

Wenn man bedenkt, wie geschickt Goethe dieses meisterlicher Werk genommen und ihm jede Bedeutung entrissen hat, ein seelenloses Konstrukt gebildet ...und wie er den Ursprung immer wieder geleugnet hat - ich kann es nicht in Worte fassen.

@Annette: eine sehr gute Idee, die wir in Angriff nehmen sollten!
Torben

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Eintrag #53 vom 19. Okt. 2005 14:16 UhrAnnette Imort Profil

nach oben / Zur ÜbersichtKrilden

Da Erik gerade das Krilden-Reenactment erwähnt hat:
Es wird allerhöchste Zeit, den Krilden-Darstellern einen qualifizierten Ausstattungsleitfaden an die Hand zu geben, um üble GroMi-Auswüchse wie den folgenden zu vermeiden:
Irgendein Mittelaltermarkt, eine junge Dame erklärt mir mit wichtiger Miene, daß sie eine Krildenmatriarchin darstelle. "Gewandet" (ich hasse dieses Wort!) war sie in ein wildledernes, auf halbe Oberschenkellänge gekürztes Trachtenkleid (Typ Billiglandhausstil von C&A)) und jutebeklebte Gummistiefel. Zu den weiteren Accessoires zählten eine Plastikhandtasche, die wie ein Stein gestaltet war (Muß mal in den 80ern mal in gewesen sein), da sie ihre Abstammung auf die Steinschötler zurückführte, sowie mehrere mit Silberbronze besprühte Nudelsiebe, die an strategischen Stellen am Kleid angebracht waren und als Kopfbedeckung dienten. Mich hat's nur noch gegraust.
Hier sind die ernsthaft arbeitenden Rekonstrukteure mittelalterlicher Bekleidung gefragt! Anhand des (zugegebenermaßen kargen) Bildmaterials muß sich doch etwas Seriöses rekonstruieren lassen, das der fehlgeleiteten Reenactorszene dann als Vorlage und Leitbild dienen kann!

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Eintrag #52 vom 19. Okt. 2005 12:56 UhrErik Sigurdson Profil

nach oben / Zur ÜbersichtSprachforschung / Nachtrag

Überhaupt weisen die archäologischen Befunde der Gräberfelder von Poulouse darauf hin, daß die Poulousen merkwürdige Eßgewohnheiten hatten. Sie bevorzugten Wachteln, Schnecken und Frösche, weshalb sie in den späteren Isländersagas auch häufig spöttisch als *froskmatur bezeichnet wurden, die "Froschesser"....

Der heute wieder häufiger zu hörende Ruf "Haudi Polovzen" ist im Übrigen ein linguistischer Beweis dafür, wie alte krildische Schlachtrufe Eingang in die Alltagssprache finden. Urspünglich hieß es

altisländisch: theyta polovzur (schlag die polovzen)
mittelhochdeutsch/mittellatein: sleagan polovzi mortis (schlagen wir die Polovzen tot)
.
.
.
hier klafft eine spachgeschichtliche Lücke, bis im anglokrildischen das "Howdie" auftaucht in Verbindung mit Polovzen sicher als Gruß zu verstehen. Hierbei stellt sich die Frage, ob Krilden mit den Templern nach Amerika gelangten, oder ob diese Sprachentwicklung aus dem keltobritischen Raum kommt.

Also wurde aus dem anglophilen "Howdie Polozen" (Grüß die Polovzen, oder: Hi, alte Polovzensocke) in der Nackriegszeit das eingedeutschte lautmalerische "Haudi Polovzen", das man gelegentlich bei Veranstaltungen als Parole findet. "Haudi?" "Polovzen!" "Passieren". Im jüngeren polovzokrildischen Reenactment findet sich dann der Schlachtruf "Hau die" "Polovzen" wieder, womit wir zum Ursprung des Sinns zurückkehren.

Erik Sigurdson

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Eintrag #51 vom 19. Okt. 2005 12:45 UhrTorben Behrens Profil

nach oben / Zur ÜbersichtSprachforschung

Im Zusammenhang mit Gräberfeldern von Poulouse hier ein kleiner Exkurs zur Lautverschiebung bei den Poulouse-Polovzen.
Wie allgemein bekannt ist, entstand durch die Bezeichnung des Siedlungsortes der Poulousen nach der Völkerwanderung aus dem Ort Poulouse letztendlich Toulouse. Wie Tinnitus (s.u.) in seinen Berichten erwähnte geschah dies in der Absicht sich von den Polovzo-Schizoiden abzusetzen.

Weniger bekannt ist hingegen das im Sprachgebrauch der Krilden Poulouse gleichzusetzen ist mit Po-Loose, der Urform von "keinen A* in der Hose" - ein weiter Grund für einebeabsichtigte Lautverschiebung von Seiten der Poulouse-Polovzen.

In diesem Zusammenhang noch erwähnenswert die krildische Redewendung: Perlen vor die Polovzen
Neben dem immer noch üblichen Haudi Polozven ist dies einer der ältesten Überlieferten krildischen Weisheiten in Aussageform, deren Verwandlung bereits Tinnitus der Ältere in Band 7 der Berichte Römischer Handlungsreisenden (lat. Original aus dem Jahr 269, liegt als Kopie bei Irish Society of Krildic History in Dublin aus) beschrieb. Tinnitus zufolge soll Krampak der Herrschende (Führer der gemäßigten Poulouse-Polovzen, 267-273n.Chr., nicht der Polovzo-Schizoiden) Tinnituts gebeten haben, die die Polovzen seiht Jahrhunderten degradierende Formulierung in seinen Berichten nicht zu erwähnen. Tinnitus, der seine Aufgabe jedoch immer sehr genau nahm, schilderte nun aber genau diese Begebenheit und in der Neuübersetzung wurde nun auch endlich dieser Umstand aufgeführt.

Torben

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Eintrag #50 vom 18. Okt. 2005 15:09 UhrAnnette Imort Profil

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@ Torben
Ich habe leider keinen näheren Kontakt zu Dr. Wernersen; da er aber lediglich Sprachforscher ist und sich v. a. mit der Sprachgeschichte Norddeutschlands beschäftigt, bezweifele ich, daß er etwas über den Fefak-Anbau weiß.
Aufgrund des rauhen nördlichen Klimas nehme ich aber nicht an, daß dort Fefak angebaut werden konnte. Eine Alternative wäre der aus gerösteter Gerste hergestellte Kufekum; dafür gibt es aber bislang keine Belege. Stattdessen wurde - vielleicht war da ja das Feuer noch nicht erfunden?? - aus Gerste ein Kaltgetränk hergestellt, das "Snelf" genannt wurde und offensichtlich auch bei den von Dr. Wernersen erwähnten Kriegerbünden eifrig konsumiert wurde. Eine berauschende Wirkung bei Überdosierung wurde inzwischen im wisenschaftlichen Selbstversuch auf dem letzten IKK nachgewiesen.

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