Wer sich ein primäres Werk über die mittelalterliche Spielpraxis besorgen möchte, sollte sich das "Schachbuch" von Alfonso el Sabio, König von León-Kastillien 13. Jhd., organisieren, stand vor kurzem als engl. Übersetzung noch im Netz. Steht sehr viel über Spielvariationen, hauptsächlich Schach, Spielpraxis etc. drin. Faßt den Erkenntnisstand seiner Zeit im Auftrag des Königs zusammen.
nichts für ungut, aber diese Fragen sind schlicht und einfach nicht beantwortbar. Sie wären es sogar nicht, wenn Du sie auf die heutige Situation beziehen würdest, nur wäre es da vielleicht einfacher an statistische Mittelwerte zu kommen. Allerdings sagen die nicht wirklich etwas aus.
Das einzige von dem man wohl ausgehen kann ist, dass das Schachspiel unter dem Adel weiter verbreitet war als innerhalb der niedrigeren Schichten.
Mal abgesehen davon halte ich persönlich das Schachspiel nicht für ein typisches Wetteinsatz-Spiel. Zumindest nicht in dem Sinne wie es wohl Würfelspiele und später auch Kartenspiele waren.
Terricus
Zum Schach hätte ich eine Frage: und zwar wurde da doch auch um Einsatz an Geld gespielt ?
Wie wurde das genau gemacht, setzte da man einfach eine Summe auf den Sieg ? Und um was für Summen ging es hier, was war üblich und wer spielte Schach um Geld? War das auf Adlige beschränkt ?
Hallo Rolf, ich betreue das Projekt "Spiel im MA " auf Schloß Gottorf. Für meine Arbeit fand dich "Das Buch vom Spiel " von Ruth Dirx sehr aufschlußreich. Aber auch "Spiele und Unterhaltung im alten Europa " von Walter Endrei ist sehr zu empfehlen. Im letztgenannten Buch stehen sehr viele Anleitungen für diese Gesellschaftsspiele, aber auch z.B. Pfänder - und Rätzelspiele.
... ist meines Wissens nen Landsknechtspiel, ist aber sehr wahrscheinlich noch älter...
Gespielt wird mit 5 Würfeln. Man rollt die Würfel so oft man will (bis zu 5 mal). Pro Wurf muß mindestens ein Würfel rausgenommen werden. Gewinnen tut der mit der höchsten angesammelten Gesamtpunktzahl, man muß jedoch ein 3 und eine 4 haben, sonst zählt der Wurf nicht...
das beste Ergebnis wäre folglich: 3,4, (braucht man zum Werten) und 6,6,6, für die Punkte.
...äh das war jetzt verwirrend...oider?
Die Götter mit Euch! Hlorridi
Habe weiteren Buchvorschlag für Gesellschaftsspiele bekommen. Das Spiele-Buch /Erwin Glonnegger /Drei Magier Verlag. ISBN 3-9806792-09 . Brett-und Legespiele aus aller Welt Herkunft, Regeln und Geschichte.
Gruß Rolf von Brisiacum
Noch´n Buch: Erwin Glonneggers Spiele-Buch erzählt die Entwicklung von verschiedenen Spiel-Prinzipien von der Antike bis zur Gegenwart. Besonders interessant sind die zahlreichen Farbfotos von alten Spielbrettern und - soweit bekannt - die Spielregeln dazu. Wer über das nötige handwerkliche Geschick verfügt, findet dort reichlich Vorlagen, um alte Spiele nachzubauen. (Erwin Glonegger: Das Spiele-Buch. Brett- und Legespiele aus aller Welt. Herkunft, Regeln und Geschichte. Drei-Magier-Verlag, Uehlfeld 1999, ISBN 3-9806792-0-9) In der Zeitschrift "spielbox" erschien 1997 ein 2-teiliger Bericht über das "Spielbuch Alfons des Weisen", eine Handschrift, die 1283 in Sevilla hergestellt wurde. Wenn jemand Interesse hat und über ein Fax verfügt, möge er mir ein Mail schicken, ich faxe ihm den Artikel gern zu (leider bin ich derzeit Scanner-los). Es geht in dem Artikel zwar überwiegend um die Schach-Regeln im Mittelalter, aber auch ein paar Spiele werden beschrieben und abgebildet. Auf Xuntheit! Gustav der Bär
Hallo, zu den Brettspielen: Bekannt waren Tabula (heute als Trictrac, Backgammon bekannt). Vermutlich wurde es aus dem Orient angeregt, aus FMA-Zeiten fehlen die Zeugnisse, die sich erst seit dem 11. Jh mehren. Im Orient war ein ähnliches Spiel, persisch "Nard" bekannt. Seit Ende des 10. Jh verbreitete sich das Schachspiel, ebenfalls aus dem Orient, und erlangte rasch zunehmende Beliebtheit. Allerdings änderten sich die Bedeutung der Figuren und die Regeln im Laufe der Jahrhunderte bis heute etwas (der Wesir wurde zur Dame, der Doppelschritt des Bauern am Anfang wurde eingeführt usw). Ebenfalls wurde Mühle gespielt, in Burg "Schlössel" wurde ein in eine Fensterbank eingeritzter Mühlespielplan aus dem 11. Jh. gefunden. Brettspiele waren in salischer Zeit den archäologischen Funden nach wohl bei Adligen, Ministerialen und der aufsteigenden freien Bauernschaft beliebt, in wohlhabenden Haushalten also. Würfelspiele dürften in jeder Schicht gespielt worden sein. Die Produktion von Würfeln ist gegenüber Brettspielsteinen verhältnismäßig unaufwendig, Würfel wurden nachweislich in Serienfertigung zu tausenden hergestellt. Literatur: -"Das Reich der Salier 1024 - 1125". Ausstellungskatalog 1992 -"Eine mittelalterliche Produktionsstätte für Knochenwürfel", Barthel, Stecher, Timpel in "Alt-Thüringen Bd.16", Jahresschrift des Museums für Ur- und Frühgeschichte Thüringens Grüße Martin
Habe eben im Karfunkelchat erfahren. Buch über Mittelaltergesellschaftspele. Spele und Unterhaltun im alten Europa, 1988, Verlag Dausien, Hanau ISBN 376817395 Vielen Dank anneke
Gruß Rolf von Brisiacum
Hallo! Ich kann dir nur mit zwei Threads weiterhelfen, die es hier in der Taverne schon gibt: 1244 Hnefertafel 1040 Kartenspiel Karnöffel Es werden aber bestimmt noch andere Spiele geben, wie z.B. Schach. Tschüs Aisling
Welche Gesellschaftsspiele wurden im Mittealter bis zum 15 Jahrhundert gespielt. (Brett, Karten und Würfelspiele). Hat jemand infomationen darüber und kann mir tips geben wo ich Spielbescheibungen bekommen kann.Welche Gesellschaftsschichten spielte was? Schick Eure Kunschafter los und veröffendlich es auf dieser Seite.Vielen dank für euere bemühungen.
Gruß Rolf von Brisiacum