noch vor Ende dieses Jahres werde ich meinen Beitrag zu “de rebus Alsaticis”, vor allem zum Kapitel 7, der sich mit dem Dominikanerorden beschäftigt, in meine Internetdomain www.kalten.de (page2 Punkt “Mittelalter”) stellen. Ich habe mich hier auch mit Punkten wie Kleidung, Ordensregel, Jurisdiktion befaßt. Dabei habe ich auch Vergleiche mit der Ordensregel im 20. Jahrhundert angestellt.
Während meines Geschichtsstudiums habe ich viel im Mittelalter gearbeitet, habe aber im Laufe meines Lebens fast ausschließlich zur Neuzeit und zur Antike publiziert. Jetzt finde ich im Herbst des Lebens wieder zum Mittelalter zurück.
Demnächst werde ich auch einen Beitrag über die Historia Francorum von Gregor von Tour in meine Domain stellen.
Haddu, nicht jeder Mönch war automatisch Franziskaner (die sind u.a. Kordelträger). Dem Orden der Benediktiner waren sowohl Lederschuhe, als auch Ledergürtel erlaubt.
Gruß
Frank
+PAX! Frater Hermann von Monasterium, Cellerarsgehilfe zu Werden
aber natürlich ist diese Art Gürtel stufenlos verstellbar. Es müssen die zwei Zungen nur weit genug eingeschnitten sein. Als bebauchter Mensch mit arg wechselnden Gewichten ist mir das fast lieber, als ein Schnallengürtel.
Bei Mönchen denke ich eher an die dicke, neunfach-zwölffach geknotete Kordel..aber gut.
Diese Quelle bitte nochmal genauer, damit ich das bildlich nachvollziehen und meiner Zeit besser zuordnen kann. Klingt bislang etwas unpraktisch, da der eigene Körperumfang ab + zu wechselt und ein Gürtel der von Dir beschriebenen Form könnte dem nicht folgen.
Gruß
Frank
+PAX! Frater Hermann von Monasterium, Cellerarsgehilfe zu Werden
Finde gerade eine interessante Stelle beim sog. “Elsässer Chronisten”, der berichtet, dass zu Anfang des 13. Jh. die Rittergürtel keine Schnallen kannten, sondern aus (zumeist weißen) Lederriemen bestanden, die an einem Ende zwei lanmge Schlitze zeigten, am anderen gespalten waren, so dass die beiden gespaltenen Lederstücke durch die Schlitze gezogen und dann verknotet werden konnten.
Das ist - soweit ich mich an entsprechende Einträge in anderen Threads erinnere - auch bekannt und wird von Ritterdarstellern praktiziert.
Was aber (mir zumindest) neu war, ist Folgendes:
Der Chronist verweist nämlich auf die Mönchsgürtel als Vorbild dieser Tragweise (“De rebus Alsaticis”, 23): “In vaginis gladiorum fibule non fuerunt; nec monachi in cingulis suis fibolis utebantur. Cinguli monachorum in une fine duas largas cissuras habebant et in alio fine in duas partes cingulus findebatur” (Sie besaßen keine Schnallen an den Schwertgurten; so wie auch die Mönche an ihren Gürteln keine Schnallen gebrauchten. Die Gürtel der Mönche hatte an einem Ende zwei große Einschnitte und am anderen Ende endete der Gürtel in zwei Teilen).
- Zitiert nach: Altwin Schultz, Das höfische Leben zur Zeit der Minnesänger, Bd. I, 1880, S. 14.
So, liebe Mönchsdarsteller des 13. Jh., dann entfernt mal die Schnallen von Euren Gürteln ;-).
Hier mal ein Versuch auf “Wiederbelebung” dieses Forums mit einer Aufstellung von Gebetsgebärden für Klerikaldarsteller:
1. Armgebärden
Das Ausbreiten + Erheben der Hände war in der frühen Kirche die Gebetshaltung schlechthin. Die Christen übernahmen damit eine Gebetsgebärde, die bei allen Völkern der Antike üblich war. Aber sie verbanden diese Gebärde mit der Kreuzigung Jesu.
Die ßbung der Handgebärde beginnt man mit dem aufrechten Stehen. Dann öffnet man die Hände nach vorne und winkelt die Arme an, so dass man mit den Händen eine nach oben offene Schale bildet (Darbietungshaltung).
Von dieser Haltung kann man zur Orantehaltung übergehen (wie in den Katakomben mehrfach dargestellt): Man führt die Arme seitwärts nach oben, hält sie in Schulterhöhe weit ausgestreckt, die Hände nach oben geöffnet. Diese Haltung wird weit weniger anstrengend, wenn man die Anspannung nicht aus den Armen holt, sondern aus dem Bauchraum und die Arme samt Schultergürtel (durch leichtes herunterdrücken der Schulter) auf den Torsomuskeln "ablegt".
Eine andere Form des Händeausstreckens entwickelt sich aus der Kreuzgebärde. Man dreht seine Hände an den herunterhängenden Armen nach vorne. Dann führt man die Arme langsam nach oben, die Handflächen dabei nach vorne haltend, bis die Arme in Schulterhöhe waagrecht ausgestreckt sind.
Aus dieser Haltung kann man - durch eine Abwinkelung der Arme in den Ellenbogen - die Hände nach vorne hin offen halten, was laut dem OSB für das Paternoster empfohlen wird.
2. Handgebärden
ßber das Falten der Hände habe ich schon an früherer Stelle geschrieben. Auch das Vorhalten der Hände vor das Gesicht und die Handauflegung bedarf keiner weiteren Erklärung. Es gibt aber noch weitere Gesten:
Das Schlagen an die Brust ist als Reuezeichen im OSB und sicher auch in anderen Orden verbreitet. Es wird bes. beim Schuldbekenntnis zusammen mit dem Satz "Mea culpa, mea culpa, mea maxima culpa" durchgeführt, wobei bei jedem Teilsatz ein Schlag erfolgt.
Das Kreuzzeichen als DAS christliche Symbol ist ebenfalls zu untergliedern in:
Das kleine Kreuzzeichen
= Es wird mit einem Finger, meist dem Daumen, entweder auf der Stirn, dem Mund und der Brust, aber auch an allen Gegenständen und Personen vollzogen.
Das große Kreuzzeichen
= Dazu führt man die Hand von der Stirn zu Brust und von der linken zur rechten Schulter (gilt soweit ich weiß nicht für Orthodoxe, die die Hand von der rechten zur linken Schulter führen). Bei Gruppensegnungen empfiehlt es sich, die Fläche der Hand als Segensgeste der Gruppe zuzuwenden.
3. Körperhaltungen
Die Verbeugung oder Verneigung soll den Menschen kleiner machen bzw. ihm sein "Kleinsein" auch körperlich "vor Augen" führen. Diese Gebärde wird aus dem bewußten aufrechten Stehen vollzogen, in dem man zuerst den Kopf neigt und dann langsam Kopf und Schultern vorbeugt. Die Arme und Hände kann man entweder entlang des Körpers gleiten lassen oder auch vor der Brust kreuzen. Im OSB wird diese Verbeugung gerne am Ende eines Psalmes vollzogen (im Psalterium am * = Asteriscus zu erkennen). Das Aufrichten erfolgt dann in umgekehrter Reihenfolge.
Beim Knien gibt es zwei Gebärden, die Kniebeuge und das Knien als Dauerhaltung. Prinzipiell ist das Dauerknien im OSB nicht eine oft geübte Gebetshaltung, die eher die Verneigungen wählen oder die Prostratio, d.h. das Hinlegen mit ausgebreiteten Armen.
4. Schreiten
Jeder, der einen Kleriker gemäß des Kenntnisstandes über das HMA darstellen will, sollte sich in einem Kloster seiner Wahl das Schreiten der Mönche ansehen, welches immer auch eine Prozession ist. Da die lange Tunika kaum ein anderes Gehen zulässt (es sei denn, man will den Rocksaum schürzen) ist dieser Teil wohl der am einfachsten zu lernende.
Dank Dir Nicolaj für die ausgesprochen interessanten Ausführungen. Mir war die Unterscheidung der Altäre in erster und zweiter Hinsicht nicht bekannt.
Ich suche per Definitionem also keinen Tragaltar, sondern (erstmal nur Informationen) über hochmittelalterliche Miniaturen von Altarretabeln, die sich zur Mitnahme eignen und zeitlich passend sind.
Danke und gebt mir MEHR
Gruß
Frank
+PAX! Frater Hermann von Monasterium, Cellerarsgehilfe zu Werden
Was den Begriff des Altars angeht, so haben wir wohl zwei unterschiedliche Anwendungen zu unterscheiden, wie auch in verschiedenen Einträgen in diesem Thread deutlich wird:
1. den eigentlichen Altar als Opfertisch oder -stätte,
2. die bildliche oder figürliche Ausstattung desselben, die dann auch als transportable Andachtsstätte sich gewissermaßen “verselbstständigen” kann, aber in keiner Weise mehr einer Opferdarbringung dient (und aus technischen Gründen auch gar nicht dienen kann).
Das von Hilmar angeführte, sehr schöne SMA-liche Beispiel illustriert Sinnbedeutung Nr. 2: Es handelt sich eigentlich nicht um einen Altar, sondern um eine verselbstständigte und hier eben mit einem Buch kombinierte Miniatur-Altarretabel, also den seit dem HMA üblichen Bildaufbau auf bzw. hinter dem eigentlichen Altar.
Wenn wir diese - nicht ganz korrekte! - Bedeutung von “Altar” meinen, so zierte sie (also eine Art “Andachtsecke” in Form einer verkleinerten Retabel) sicher viele Haushalte (und natürlich auch Reiseeinrichtungen).
Doch ist in der Liturgiewissenschaft bzw. Kunstgeschichte der Name “Tragaltar” schon anderweitig und recht genau besetzt: Wie der Name schon andeutet, dienen T. (im MA-Latein bezeichnet als: tabula, mensa, lapis, ara, altare portale, - mobile, - gestatorium, - itinerarium) der Darbringung des Opfers, will sagen auf christlich: der Zelebration der Messe (Eucharistie) an Orten, die keinen festen Altar aufweisen, also auf Reisen, Pilgerfahrten, Kriegszügen etc.
Die frühesten solchermaßen bezeugten T. waren wohl einfache Holztafeln (so laut der Kirchengeschichte Bedas für die beiden Ewalde, die ja auch in Westfalen missionierten), weiter für den hl. Willibrord und die Kapläne Karls d.Gr. Das älteste überlieferte Beispiel einer solchen Tafelform, und zwar einer hölzernen Tafel mit eingelegtem Altarstein aus Porphyr und frankierenden Emailkreuzen stellt der Adelhausener T. (heute im Museum in Freiburg) dar.
Im 9. Jh. wird dann Stein als Material für die T. gefordert - wohl wegen der größeren Haltbarkeit, möglicherweise aber auch, da die festen Altäre nunmehr in der westlichen Kirche ebenfalls ganz oder überwiegend aus Stein bestehen und nicht mehr (wie in der Alten Kirche und bis heute in vielen orthodoxen Kirchen) aus Holz gefertigte Tische sind.
Die tafelförmigen T. (rechteckig oder seltener quadratisch) sind noch durch das ganze MA bezeugt, teilweise figürlich oder symbolisch verziert. Dazu wurden nun ab etwa der Jahrtausendwende zunehmend edle Materialien verwandt.
Da ein wesentliches Element eines christlichen Altars (bis heute!) allerdings die Aufnahme von Reliquien darstellt, setzte sich neben der dazu nicht oder nur schlecht geeigneten Tafelform bald eine andere, nämlich die Kastenform durch (frühes Beispiel ist ein Kasten in Essen-Werden aus dem 8. Jh., sodann andere, die sich in Trier, Hildesheim und Paderborn befinden).
Dabei wurde der T. zunehmend als Miniatur-Altar stilisiert (mit Füßchen als Basis, Stipes und Mensa); er erhielt eine immer reichere Verzierung und wurde unter Anwendung des Fertigkeiten der Goldschmiede und anderer Kunsthandwerker gefertigt. Als ein besonders kostbares Beispiel sei hier der etwa 1150-60 gefertigte T. aus der Abtei von Stavelot (heute in den Königl. Museen für Kunst und Geschichte in Brüssel, Inv.Nr. 1580) angeführt, bei dem kleine Figuren der sitzenden vier Evangelisten aus vergoldeter Bronze die Füße bilden, während alle vier Seitenwände und die Oberfläche mit reich emaillierten Darstellungen der Passion ausgefüllt sind, in der Mitte oben aber die Steinplatte mit dem Reliquiengrab sichtbar wird.
Eine gewisse Hochblüte solcher MA-licher T. ist für das 12. Jh. anzusetzen; seit dem 13. Jh. nimmt der Gebrauch deutlich ab. Der Grund dürfte auch darin bestanden haben, dass durch die Vielzahl inzwischen errichteter Kirchen solche T. einfach nicht mehr notwendig waren. Wie dem auch sei: Ein T. darf jetzt auch nur noch mit ausdrücklicher bischöflicher Sondergenehmigung gebraucht werden und in solchen Ausnahmefällen kehrt man zur schlichten Tafelform (i.d.R. aus Stein) zurück, die ja bis heute in der Römisch-Katholischen Kirche (etwa in Missionsgebieten) verwandt wird.
Voraussetzung für die Verwendung eines solchen Altars, wie auch immer er gestaltet sein mag, ist eine Weihe, die schon seit dem 8. Jh. bezeugt ist (Sakramentar von Gellone). Bei den meisten Formularen unterbleibt im Gegensatz zum “altare fixum” die Salbung. Das Reliquiensepulcrum, bei tafelförmigen T. ohnehin nicht die Regel, fehlt bemerkenswerterweise ebenfalls des öfteren.
Fazit: Ein T. in dem eigentlichen Sinne des Wortes war wohl auf besondere (Ausnahme-?) Fälle beschränkt und gehörte selbst zu den Zeiten seiner weiteren Verbreitung keineswegs zur “Normalausstattung” eines Priesters, sondern eher in die “Reiseutensilien” eines Abtes, Bischofs etc. bzw. eines höheren weltlichen Herren, der sich einen eigenen Hofpriester leisten konnte.
Nachdem ich meinen Sabber wieder vom Monitor gewischt hatte (WAS FßR EIN BUCH!!), hoffe ich natürlich noch auf mehr Input, was meine Suche nach Tragaltären und Kniebänken angeht.
Gruß
Frank
+PAX Frater Hermann von Monasterium, Cellerarsgehilfe zu Werden
Auch wenn sich der Szenefocus auf andere Threats verlegt zu haben scheint (siehe Threat “Wie geht es weiter?”), habe ich doch noch Anfragen an die Gemeinde um Hilfestellung.
Wer kann mir Auskünfte über tragbare Altäre aus der Zeit von 1100 - 1280 geben, die ein höherer Herr (ob nun weltlich oder geistlich) mit sich geführt haben könnte?
Wer hat Informationen über Kniebänke, also Betstühle, die ebenfalls - weil faltbar bzw. auseinandernehmbar - mit auf Reisen genommen werden konnten?
Danke schonmal an die, die auch noch ihre Augen in diesen Threat lenken.
Gruß
Frank
+PAX Frater Hermann von Monasterium, Cellerarsgehilfe zu Werden
1. Das Buch habe ich auch (und in anderem Zusammenhang bzw. Diskussionsforen schon zitiert).
2. Vergleiche hierzu bitte mal: Goetz, H.-W. (1986): “Leben im Mittelalter”, S. 111 ff., Beck´s Historische Bibliothek:
“Benedikt hatte keine bestimmte Tracht vorgeschrieben, weil diese den ßrtlichkeiten angepaßt werden sollte. Erst im Mittelalter, zuerst durch die Reform Benedikts von Aniane, gewann die Kleidung an Einheitlichkeit, um sich dann aber in den einzelnen Orden wieder zu differenzieren, die ja bereits an ihrer Kleidung und deren Farbe erkennbar waren […] Auf Reisen gab der Abt nach Benedikt bessere Kleidung und Hosen (femoralia) aus, DIE IN DEN KßLTEREN NßRDLICHEN BREITEN OFT ABER AUCH REGELMßßIG UNTER DEM MßNCHSGEWAND GETRAGEN WURDEN”.
Das widerspricht nicht generellen Regeln für einzelne Orden, weist aber auf eine Differenzierung der Konstitutionen bez. des Habits auch innerhalb der Orden hin.
Ich kann mir einfach nicht denken, daß ein Abt im sonnigen Sizilien, der die Maßgaben der Kleiderausgabe für jeden Bruder nach seinen individuellen Bedürfnissen (siehe hierzu die Benediktusregel) festlegte, nur im Traum darauf gekommen wäre, bei seinen Brüdern ein Bedürfnis nach wollenen femoralien zu bemerken.
3. Haben wir uns noch nicht darüber ausgelassen, ob wir nun über den Habit eines Paters oder die der fratres conversii reden.
Aber - streiten wir uns nicht.
An Carsten. Deinen Aufsatz würde ich bei Gelegenheit auch gerne in mein Archiv einverleiben. Wäre es möglich, daß Du den mir bitte mal zusendest? Danke schonmal an dieser Stelle.
Gruß
Frank
+PAX! Frater Hermann von Monasterium, Cellerarsgehilfe zu Werden
Danke Ranes, für das Lob! Das ist ja besser als ein Lob von Reich - Ranicki im “Literarischen Quartett”.
Zu der Kleider - Frage: Frank und Hadu, beide habt Ihr recht!
Im frühen Frühmittelalter, als die Regel Benediktes entstand, gab es weder ein Bedürfnis noch eine Notwendigkeit nach einer “uniformen” Kleiderordnung. In Mitteleuropa gab es schließlich nur einen Orden.
Im Hochmittelalter sah das anders aus und ich meine, daß die Benediktiner dann auch klarer an die Kleiderregeln herangegangen sind (Konstitutionen)- vielleicht findest Du das ja heraus, Frank!
In den “Neuen Orden” des zwölften und dreizehnten Jahrhunderts spielte die Kleiderregel eine große Rolle. Farbe und Stoffwahl war zum Beispiel ein großer Streitpunkt zwischen dem Magdeburger und dem Premontrer Zweig der Prämonstratenser, im zwölften Jahrhundert. Die Franziskaner und Dominikaner (13. Jahrhundert)nahmen diese Frage gleich in ihre Gründungsregeln auf.
Die Trinangulation Weiße, Graue, Schwarze Mönche, stammt ebenfalls aus dem zwölften Jahrhundert.
ßbrigens ist es wie mit den Regeln in der Baukunst. Jeder Mönchsorden hat eine eigene Art seine Klöster zu bauen - regional durchaus unterschiedlich, aber im gesamten immer nach dem selben Muster, teilweise wie bei den Zisterzen sogar nach einem festgelegten Grundriss.
Nur ganz kurz aus “Klosterleben im MA”von Bühler, Insel-Verlag 89:
“Die in weisse Habite gekleideten Karthäuser…”
(S.28)
“Neben den monachi griesei, den grauen Zisterziensermönchen und den weissgekleideten Prämonstratensern konnten in jener Zeit die monachi nigri, die alten, ”schwarzen“ Benediktiner…”
“Seit Mitte des 13. Jhdt entstanden….Klöster der kastanienbraun gekleideten Karmeliten…” (S.32)
“Bekleidet waren die Mönche mit einer Tunika, einem langen Gewande mit kurzen ßrmeln meist aus Linnen oder Wolle, mit der Kukulle, einem aus Tierfellen oder langhaarigem Gewebe angefertigten Kleidungsstück, eine Art Regenmantel mit Kapuze, welcher Kopf, Arme und Schultern bedeckte und sowohl gegen die Kälte alsi auch in heissen Gegenden geegn Sonnenstrahlen schützte.
Diese Kukulle heisst auch zuweilen Kappa, manchmal ist mit Kappa auch nur eine grosse Kapuze gemeint.
Bei der Arbeit trugen die Mönche ein Skapulier. Es war dies ursprunglich nur eine Stück Stoff, das an den Schultern befestigt wurde und von dem auf Rücken und Brust je zwei Bänder oder Gurte herabhingen, welche unter den Armen kreuzweise gebunden dazu dienten, die Falten der Tunika aufgeschürzt zusammenzuhalten.
Durch diese Verkürzung des Gewandes wurde die Handarbeit erleichtert.
Später wurde aus diesem Skapulier ein lose anliegendes Schulterkleid, das über Brust und Rücken frei in Körperlänge herabwallt.
Im Mittelalter kam dann die Flokke, der Floccus hinzu.
Sie ist vielfach mit der Kukulle identisch, oft aber ein eigenes Kleid mit Kapuze und langen , weiten ßrmeln.
Die Kluniazenser und Bursfelder hatten solche Flokken.
Gingen die Mönche auf Reisen, dann erhielten sie Femoralien, Beinkleider. Je nach Bedarf hatten sie auch leichtere oder schwerere Schuhe.
Am Gürtel trugen die Mönche ein Messer, eine Nadel, ein Schreibtäfelchen samt Griffel und ein Taschentuch.
Die Farbe der Kleider war ursprünglich ( Anm. im 5. Jhdt.) unbestimmt, im Laufe der Zeit enschieden sich die Benediktiner für Schwarz.
(S. 43)
”Die Tracht der Zisterzienser besteht aus einem weissen Talare, schwarzen Gürtel, schwarzen Skapulier und schwarzer Kapuze…Ausserhalb des Chores tragen sie einen grauen Mantel. Sie heissen daher vielfach in mittelalterlichen Quellen monachi grisei, im Gegensatz zu den monachui nigri, den Benediktinern.“ (S.47)
Ich kürze im folgenden ab (ist zuviel) und fasse zusammen:
Augustinerchorherren:
Talar, Albe, Almutium (Lange Pelzgugel)Mozzetta (lange Wollgugel), Kappa mit Kapuze. Alles schwarz
Prämonstratenser:
habit, Kollar (Gugel ohne Kapuze), Skapulier, darüber Zingulum. Farbe: weiss.
Franziskaner:
2 Tuniken, eine ohne Kapuze, Beinkleider, Strick um Leib, kleines Mäntelchen, offene Sandalen
Farbe: kastranienbraun (also Nussgefärbt!)
Dominikaner:
Soutane und Skapulier aus weisser Wolle mit weisser Kapuze und Ledergürtel.Beim Predigen ein schwarzer, offener Mantel mit Kapuze (Kappa)
Diese Regeln sind teilweise festgelegt in der ”Geschäftsordnung" der Orden, also nicht in der eigentliche Regel, sondern in den Alltagsanweisungen der Mutterklöster. Sicher gab es regionale Unterschiede in der Färbeweise und im Tuch, aber die Grundzüge der Ordenskleidung waren offensichtlich festgelegt.
die Praxis, die Bibel aufs Geradewohl aufzuschlagen, kenne ich auch aus dem Islam - allerdings wird dort der Koran genommen ;-). Der/die Gläubige kann dann über den entsprechenden Spruch meditieren oder erhält Antwort auf eine ihn bewegende Frage.
Carsten, möchtest Du Deinen Text nicht in die Bibliothek stellen? Dann hätten wir alle was davon …
da fällt mir noch was ein. Da Gottesurteile, also Entscheidungen aufgund zufälliger
d.h. “Gottgegebener” Ereignisse im MA doch recht beliebt waren, kam mir die Praxis der “Sortes biblicae” in den Sinn.
Die christlichen Orakelpriester brüten über der Bibel, schlagen aufs Geratewohl eine Seite auf, und nehmen den blind gefundenen Vers der Bibel als göttliche Entscheidungshilfe, bzw. Urteil.
Netter Brauch das, der auch heute nicht ausgestorben ist.