danke Carsten, klasse! Dein Vortrag klärt einiges an Fragen, ich empfehle jeden, sich das mal reinzuziehen! Das rückt einiges an schrägen Bildern zurecht. Hachja, von wegen Papst und so…die Reichskirche hat immer schon ihr eigenes Süppchen gekocht.
Ich empfehle den Text, weil einiges zum Thema Alltagsleben hierinnen ist!
Ich glaube, auch Du Hadu, könntest ein potentielles Opfer für meinen Aufsatz “Der Hofgeistliche im Mittelalter” sein. Ich werde ihn Dir einfach frech und ungefragt zuschicken!
Wenn es hoch kommt, hatte ein Pfarrstelleninhaber (um die scheint es Dir zu gehen) Klosterbildung. Backmund stellt fest, daß die Prämonstratenser bereits im 13. Jahrhundert Pfarreien innehatten.
Ansonsten wird er häufig seine Bildung in einer “Pfarrschule” erlangt haben.
Die Domschulen bildeten wohl mehr für ihren Bedarf aus.
Weltgeistliche mit universitärer Bildung dürften im 13. Jahrhundert im deutschen Sprachraum - nach meiner Einschätzung - nahezu gar nicht ins Gewicht fallen.
Die hat es dann eher unter den (Groß)städtischen Pfarrern und Kanzlisten gegeben UND unter den fahrenden Klerikern: den fahrenden Scholaren (die reisten, um ihre Bildung zu erhöhen) und auch den Goliarden (später “Vaganten”), also den (mhd) “LOTTERPFßFFI”.
Bei Hofgeistlichen (nehmen wir jetzt mal den Kaiserhof Friedrich II., Königshöfe und vereinzelte Fürstenhöfe aus) ist von klösterlicher Bildung auszugehen. Dies bedeutet, daß die “Hofkapelle” m.E. aus den ‘Schulen’ der Klöster - insbesondere der Hausklöster - der Adligen, aquiriert wurde. Ich gehe davon aus, daß die Geistlichen, die für den Dienst am Hofe bestimmt waren, gar nicht unbedingt mehr in die klösterliche Gemeinschaft aufgenommen wurden, sondern vorher einen Dispens bekamen. Vielleicht wurde der auch später erteilt. An dieser Stelle würde ich den Nikolaj gerne noch mal bemühen … .
Was die Bekleidung betrifft, läßt sich zur Zeit schwerlich eine klare Aussage treffen. Ich denke aber auch eher, daß es dort zumindest gewisse Anpassungen an weltiche Gepflogenheiten gegeben hat.
Das Kreuzzeichen mit dem begleitenden Wort ist eines der ältesten Gebete der Christen und die spezifische Form des SEgens über sich, andere Personen und Dinge.
Es wird als “kleines Kreuzzeichen” mit dem Daumen der Hand auf Stirn, Mund und Brust gezeichnet oder als “großes Kreuzzeichen” mit der ganzen Hand über den Körper geschlagen, wobei in der abendländischen Kirche die Hand (seit dem 14.Jh.) den waagrechten Balken des Kreuzes von der linken zur rechten SEite nachbildet, in der morgenländischen Kirche (seit der Frühzeit der Kirche) umgekehrt.
Das Kreuzzeichen ist in der Geschichte der Kirche früh bezeugt.
…Tertullian (ca. 160-220 nChr.) in “de Corona” (ßber den Kranz des Soldaten) wo er untersucht ob es in der Kirche Bräuche gäbe, für die es kein ausdrückliches Zeugnis in der Heiligen Schrift gibt: “bei jedem Ausgang und Fortgang, bei jedem Anfang und Ende, beim Kleideranlegen und Schuheanziehen, vor dem Bade, wenn wir zu Tisch gehen, wenn wir die Lichter anzünden, wenn wir uns aufs Ruhebett legen oder auf einen Stuhl setzen, bei jedem Tun der täglichen Beschäftigung bezeichnen wir die Stirne mit dem Zeichen des Kreuzes”
“Wenn Du für diese und andere Bräuche eine Gesetzesvorschrift in der Schrift verlangst, so wirst du keine finden…”
Das Kreuz wird stets weniger als Marterwerkzeug betrachtet, sondern vielmehr als Zeichen der ERlösung und des Heils…
AT Hinweise
Ezechiel, 9.4
“Geh mitten durch die Stadt und schreibe ein T (Tau) auf die Stirn aller Männer, die über die in der Stadt begangenen Greueltaten seufzen und stöhnen.” Die so bezeichneten werden beim nächsten Strafgericht verschont
Der Buchstabe Tau, … , wurde i der alten hebräischen Schrift in Kreuzform geschrieben.
Exodus 12, 13
“Das Blut an den den Häusern, in denen ihr wohnt, soll ein Zeichen zu eurem Schutz sein. Wenn ich das Blut sehe, werde ich an euch vorübergehen und das vernichtende Unheil wird euch nicht treffen”
…
In der Volksfrömmigkeit nahm das Zeichen des Kreuzes bald einen hervorragenden Platz ein. Die Wirkungen des Kreuzes Christi wurden auf das Kreuzzeichen übertragen. Die Seele sollte durch das Zeichen des Kreuzes geschützt, befestigt (muniri) werden.
So wurde das Kreuzzeichen zunäächst der entscheidende Schutz gegen alle Einflüsse der Dämonen, gegen alle Zauberei und Beschwörungen. Da die Nacht als Zeit der Dämonen galt, war es besonders wichtig, sich selbst, Haus und Familie zur Nachtzeit dirch das Kreuzzeichen zu versiegeln. (…)
Im Volk wird die Wirkung des Kreuzzeichens bald nicht mehr auf das Seelenheil beschränkt, sondern in einer Vergröberung der der Volksvorstellung auf alle möglichen kleinen irdischen Anliegen mit ihren vermeintlichen Gefährdungen übertragen. Denn die Masse des Volkes denkt natürlich viel weniger geistig als die großen Prediger. (…)
Cesarius von Arles beklagt, dass die Leute “das Kreuzzeichen selbst dann machen, wenn sie ihren Fuss zu einem bösen Unternehmen hinlenken.”
In der frühen Kirche spielte das Kreuzzeichen vor allem im Aufnahmeritus und damit in der Taufliturgie eine entscheidende Rolle. (…) Dieses Zeichen ist für den Taufbewerber ein Bekenntnis zu seinem Herrn, ist aber auch ein Mittel der Heiligung und ein Schutz vor den Nachstellungen des bösen.
Buchtitel und Autor sind leider im Kopierer verlorengegangen, aber es hiess Gebete der Christen ode so. ISBN 3-466-36490-6, 1998 Kösel Verlag Gmbh & Co, München
…guter Exkurs, nur leider völlig an meiner Frage vorbei, zumal wir schon weiter unten das Auftreten von Mönchen in der ßffentlichkeit in Frage gestellt haben.
Kaplane von hohen Herren, Dorfpfarrer und andere weltliche Geistliche waren wohl eher unterwegs anzutreffen als Mönche, und somit weiter meine Frage:
Seit wann ist genau bekannt, was welcher Orden immer wann in welcher Region getragen hat? Wäre mir neu. Ich berufe mich hier auf die 55. Benediktusregel, die besagt: “Kleider sollen den Brüdern nach der Beschaffenheit und dem Klima ihres Wohnortes gegeben werden; denn in kalten Gegenden bedarf man mehr und in wärmeren weniger. Hierauf Rücksicht zu nehmen, ist Sache des Abtes.”
Und weiter: “Um die Farbe oder die Beschaffenheit all dieser Dinge sollen sich die Mönche nicht kümmern; sie mögen sie so nehmen, wie sie in dem Lande, wo man lebt, zu bekommen oder am wohlfeilsten zu haben sind.”
Aus der heutigen Sicht war also keine Uniformität der jeweiligen Ordensbrüder Ziel der Regel, sondern die Vewendung der vor Ort, bei größtmöglichem Nutzen und kleinstmöglichen Kosten, zu erhaltenen Rohstoffe. So wird es deutlich, daß ein Benediktiner aus dem heutigen Norddeutschland einen völligen anderen Habit tragen konnte, als seine Confratres aus dem warmem Italien. Nach kurzer Korrespondenz mit dem Klosterschneider vom Kloster Meschede (OSB) kam heraus, daß noch heute in den Klöstern so verfahren wird, daß die Stoffe vor Ort bezogen werden, was wiederum impliziert, daß die Struktur und Farbgebung des Habits sogar von Jahr zu Jahr variieren konnte, je nachdem, wie die Wollausbeute ausgefallen ist.
Das soll nun nicht dazu anregen, daß jeder das trägt, was er meint, es könnte einem Orden zu jeder Zeit recht und billig gewesen sein.
Es erfordert nur eine weitergehende Recherche, in welcher Klimazone man seinen Charakter ansiedelt (nehmt dabei Rücksicht auf die um ca. 1-2°C höheren Jahresdurchschnitttemperaturen der hochmittelalterliche Warmzeit bis ca. 1400), in welcher Zeit und wie weit die Verfeinerung der Stoffproduktion schon fortgeschritten war - von der Farbgebung mal ganz zu schweigen.
Gruß
Frank
+PAX! Frater Hermann von Monasterium, Cellerarsgehilfe zu Werden
Ich frage mich, ob das Problem der in sich stimmigen Darstellung von Gebetshaltungen erstens wirklich gelöst ist und ob zweitens die Darstellung eines Hofkaplans ersten realer und zweitens ohne die entsprechenden Vorkenntnisse möglich ist?!
Ebenfalls aus den Münsterschwarzacher Kleinschriften:
1. Grün, A. OSB (1989): “Chorgebet und Kontemplation”. Band 50; ISBN 3-87868-381-2
2. Grün, A. OSB (2001): “Fasten”. Band 23, 12. überarbeitete Auflage; ISBN 3-87868-185-2
Band 1. befasst sich mit dem (angeblichen) Dualismus von Chorgebet - also gemeinsam intonierten Psalmen und Liedern - und kontemplativem Gebet. Schlußendlich kommt heraus, daß für einen Benediktiner kein Unterschied besteht, zwischen Chorgebet und Kontemplation (also Versenkung), sondern daß das Chorgebet nur das laute Ausrufen der stetig abzulaufenden Kontemplation ist. Ich empfehle diesen Band, da er Anleitungen eben zu der geforderten Versenkung beinhaltet (für Anfänger kann z.B. die stetige gedankliche Wiederholung der Gebetsformel “Gott, komm mir zu Hilfe, Herr, eile mir zu helfen” der Einstieg sein).
Band 2. - wie der Titel schon sagt - behandelt das Thema Fasten und zwar in der Form von Fasten als körperliche und geistige Reinigung. Neben einem Fastendurchgang von 5 Tagen (der übrigens mal ganz gut tut) kann man sich hier über die innere Einstellung informieren, die ein Kleriker in den ihm gebotenen Fastenperioden haben sollte.
Research continues…
Gruß
Frank
+PAX! Frater Hermann von Monasterium, Cellerarsgehilfe zu Werden
nachdem nun das Problem der gichtigen Wurstfinger gelöst ist, zu einem realeren…
Wie die Mönchsorden bekleidet waren, ist soweit klar. Wie aber trat der Feldkaplan, der Dorfpfarrer, der wandernde Prediger auf?
Was trug denn der Kaplan eines edlen Herren so? Wie lebten diese Leute??? Wo kamen sie her (ausbildung)? Wie wurden sie bezahlt und wie war ihr Kenntnisstand?
…ich ätt ja gern einen Kaplan, aber das traut sich eh keiner…!
Um sich kurz aber prägnant über Gebetsgebärden zu informieren, empfehle ich einen Band aus den Münsterschwarzacher Kleinschriften:
Grün, A.(OSB), M. Repen: “Gebetsgebärden”. Münsterschwarzach: Vier-Türme-Verlag, 1988 (Band 46) - ISBN 3-87868-373-1
Anselm Grün (OSB) ist schon fast ein berüchtigter Vielschreiber der Benediktiner und hat hier auf knapp 70 Seiten eine Zusammenfassung der Einnahme und Durchführung von Gebetsgesten erstellt. Er beginnt mit dem Stehen, geht über Haltungen der Hände und Arme zum Kreuzzeichen über, beschreibt eher schon unbekanntere Formen wie Verbeugungen, Kniefälle und Prostratio (Hinwerfen), wann und wie gesessen werden soll und wie geschritten wird.
Ich kann das Bändchen nur empfehlen - oder hättet ihr alle gewußt, daß das Beten mit verschränkten Händen (wie heutzutage in Kirchen üblich und den Kindern im Kommunionunterricht auch so beigebracht) unüblich ist, sondern das Händefalten das einfache Aneinanderlegen der Handflächen und Finger bedeutet?
Das mag für heute abend reichen - weiteres demnächst.
Gruß
Frank
+PAX! Frater Hermann von Monasterium, Cellerarsgehilfe zu Werden
…allerdings kommt man nur vorwärts, indem man sich Schritt für Schritt bewegt. Und die religiöse Alltagsdarstellung ist ein Schritt, den die meisten schon viel zu lange vor sich herschieben. Wer den entsprechenden Anspruch an sich selbst hat, sollte das nicht länger auf die lange Bank schieben.
Und natürlich wird hier im Thread das religiöse Verhalten herausgepickt - es ist nunmal Thema dieses Threads ;O)
Dafür werden in anderen Threads eben andere Themen herausgestellt und “einzeln” behandelt. Die Integration dieser ganzen einzelnen Aspekte in eine einzige darstellerische (nicht zwangsläufig schauspielerische!) Leistung ist die schmale Gratwanderung, die den ernsthaften Darsteller vom Rest unterscheidet.
Aber die Threads hier sind nicht geeignet hierüber im einzelnen zu urteilen. Hier wird Material gesammelt. Was jeder daraus macht bleibt jedem (leider oder glücklicherweise?) selbst überlassen…
…wie? Nun, ich meinte nicht, daß wir auf die Darstellung des christlichen Tuns verzichten sollen oder es nicht mehr da ist.
Eher will ich sagen, waß wir es als alltägliches, nicht als besonderes Tun zeigen sollen. Und im Alltagsbetrieb schleifen sich die Dinge, wie wir alle wissen sehr schnell ein.
Auch mir, als gern und viel Reisendem fallen sofort viele Szenen religiöser Gesten ein. Eine blieb mir besonders in Erinnerung.
Bei der Besichtigung einer Wallfahrtskapelle im Bairischen (…ja, schon gut) sah ich eine alte Dame hereinkommen mit Blumen für den Altar.
Die Hand machte ein kurzes kreuzförmiges Wischen, und das Knien war ein kurzer, angedeuteter Knicks.
Das ist Alltag. Unerhebliche Selbstverständlichkeit.
Und mit dieser Selbstverständlichkeit sollte es in der Alltagsdarstellung des MA auch passieren. Wie gesagt, ausserhalb der besonderen Anlässe…
Aber was tun wir hier eigentlich? Wir heben das christliche Verhalten aus dem Gesamtbild heraus. Wenn ich allein an die Grussformeln im MA denke, an die reiche Gestensprache, die Bedeutung der Kleidung und Haltung, dann beschleicht mich das Gefühl, hier nur punktuell einen krassen Mißstand am Rande vieler zu behandeln…
Und von den ganzen religiösen Aufklebern bis hin zu Nischen mit einer kleinen Madonna in den maltesischen Bussen will ich erst gar nicht anfangen zu berichten. Nur weil bei uns religiöse Zeichen und Handlungen unüblich geworden sind, heißt das noch lange nicht, das sie nie praktiziert wurden.
Ich stimme Andreas zu, das Kreuzschlagen war sicher eine mehr oder weniger unbewußte Handlung. Neulich auf Malta: Eine betagte Omi erklimmt mit Mühe den Bus, sitzt und das erste was sie macht, ist ein Kreuz zu schlagen (was man bei dem Zustand der maltesischen Busse auch nachvollziehen kann). In Ländern, in denen der katholische Glaube noch eine größere Rolle spielt, gehört das zum Alltag. Nicht anders wird es im MA gewesen sein. Mit aufgesetztem Schauspiel, um besondere Gläubigkeit nach außen hin zu demonstrieren, hatte und hat das nichts zu tun.
es ist durchaus möglich in gewissem Maße gespielte Religiösität darzustellen. Wir haben dies auf Angelbachtal praktiziert und es kam innerhalb unserer Gruppe recht gut an (wenn auch einige nicht oder andersgläubige anwesend waren). Wir versuchen eine Reisegruppe darzustellen und haben eine kleinen Altar in unserem Lager aufgebaut. Durch tatkräftige Unterstützung von Thimoteus v. Falkenbach konnten wir bei unseren 2 Schauessen ein kleines Gebet bzw Andacht hören. Die Ehrfurcht vor der Zeremonie war, so glaube ich, auch über unser Lager hinaus zu spühren.
Wir werden diese teils gespielte Religiösität auf jeden Fall fest in unser Lagerleben einbeziehen.
Nachmal vielen Dank an Thimoteus v. Falkenbach von der IG Hospitalis.
Ich kann mir gut vorstellen, dass ein Kreuz schlagen damals für einige (natürlich muss man nicht gleich wieder pauschalisieren) eine ebenso unbewußte Bewegung war, wie heutzutage ein Schulterzucken oder ein abwinken mit der Hand zu besonderen Gelegenheiten. Und mit Sicherheit war es wesentlich weiter verbreitet als heutzutage. Wer also vermag ernsthaft zu sagen, was das “angemessene” Maß ist?
Die hier gemachten Aufzählungen sollen ja blos zeigen, zu welchem Anlaß man sich bekreuzigen _könnte_. Welche dieser Gelegenheiten man sich für eine Darstellung “angewöhnen” möchte, liegt ja letztendlich an jedem selbst.
…endlich gerät das Religiöse im Alltag immer mehr in den Mittelpunkt.
Dennoch bleibt auf dem Teppich. Damals gab es genauso einen Alltag wie heute, und die Menschen hatten besseres zu tun, als sich dauernd bekreuzigend, betend und knieend durch die Welt zu bewegen.
Morgengebet, das Beten vor der Mahlzeit, beim Angelusläuten und an Wegkreuzungen reicht (das ist schon viel, wenn es denn klappt).
Ansonsten ist das Christentum auch eine gewisse Art von Show: Damals galt es als schick, besonders gläubig zu sein, besonders beim Adel. Religion ist Bestandteil der Selfperformance!
Nehmen wir das demonstrative “zur Messe gehen” im feinen Zwirn, das Almosenverteilen, Kirchen- und Klösterstiften usw.
Fromme Taten, Wallfahrten usw, Bussübungen, Prozessionen und anderes fanden auch in der ßffentlichkeit statt um zu zeigen, wie dolle man doch Christ ist und nicht immer aus empfundenem Glauben heraus.
Ebenso ist es nicht immer ganz soweit her mit dem Respekt vor der Kirche und ihren Vertretern. Im 13. Jhdt. und früher gings teilweise ganz ordentlich und handfest gegen den Klerus zur Sache. Verfallt nicht dem Irrtum, daß die Welt damals heile und schön war.
Den Menschen damals war auch bewusst, daß die Kirche auf Macht und Bereicherung aus war, und daß von Simonie bis offenem Krieg die Kirche auf die Gebote Jesu bei Bedarf gepfiffen hat.
Warum kamen denn die ganzen Ketzerbewegungen und die Minderbrüder?
Weshalb die Achtung vor Einsiedlern und Heiligen wir der Elisabeth von Thüringen? Der Kontrast zu der reichen Amts-Kirche fern vom apostolischen Armutsgebot war doch zu krass.
Respekt und Würde ja, aber Unterwürfigkeit usw. nur echten Herren gegenüber, also Klerikern, die auch Machtbefugnisse hatten. Und das waren keine Gemeindepfarrer, Minoriten usw. sondern schon bessere Chargen.
…an Wegkreuzungen, wenn jemand anderes Flucht, wenn ein Messer mit der Schneide in Deine Richtung auf dem Tisch liegt (oder um andere abergläubischen “schlechten Omen” von Dir abzuwenden).