Hallo,
ich beschäftige mich in letzter Zeit mit jap. und chin. Kalligraphie. Jetzt versuche ich einen Specksteinstempel zu bekommen. Wer kann mir da weiterhelfen?
Mit freundlichen Grüssen, Th.Kaiser
Ich halte das Wachs über eine möglichst rußarme Flamme, drehe es dabei und passe dem Zeitpunkt ab, an welchem die Oberfläche zu blubbern anfängt. Dann nehme ich das Wachs, lege den Stab in einem Winkel zwischen 30°-45° an und streife es mit einer Drehung am Papier ab (an einem Punkt bleiben, nicht übers Papier rollen). Danach Siegel reingeballert, fertig.
Nicht zu doll aufs Papier drücken, damit auch nur wirklich weiches Wachs abgeht und sich das Wachs schön in den Stempel (Siegel) drückt.
Guten Tag.
Mich würde inderessieren ob das Siegelwachs auf das Papier aufgetropft, oder heiß gemacht und aufgestrichen wird. Ich bekomme leider keine richtig schönen Siegel hin. Die meiste Zeit wellt sich das Papier. Außerdem gerät das Wachs jedesmal in Brand und wird schwarz.
Ich hoffe Sie können mir helfen und mir sagen was ich falsch mache.
Mit freudlichen Grüßen, Markus List.
Ich hab es mit einer Tonform versucht, ging daneben
weil sich der Ton sofort mit dem Wachs angesogen hat.
Mit gebranntem & glasiertem Ton wäre möglich.
Ein Stempel aus Messing gefräst hat sich gut bewährt
und ist auch recht einfach selbst herzustellen.
Im Zweifelsfall frage mal bei einem normalen
Stempelhersteller - viele machen auch noch Siegelstempel.
MAnchmal sieht man den Wald echt nicht vor lauter Bäumen. Danke für den Tipp, werd mich mal auf die Suche nach ein paar harzenden Tannen,äähh Fichten machen. ;o)
Hallo Nina,
Fichtenharz kannst Du nach Drei-Könige von den rausgeworfenen Christbäumen abkratzen.
Ich versuche aber dranzudenken, mal in meinem Holzbunker nachzusehen, ob ich noch was habe.
Schönen Gruß Knut, der wandernde Söldner
Fichtenharz heißt auch Burgunderharz oder Picea abies. Es ist ein Harz, daß vor allem zum Räuchern eingesetzt wurde (und auch heute noch wird...).
Eine schnelle Internet-Recherche hat hier schon mal zwei online-Quellen ergeben (gibt es sicherlich auch anderswo, und ich kriege keine Provision...*gr*):
Hy Ruth,
also das Rezept habe ich mir erstmal sofort ausgedruckt.Wo ich das Fichtenharz weg bekomme weiß ich noch nicht so genau, aber das ist auch nicht so tragisch.
Ich hatte mit Stephan schon gemailt, weil mir nicht so ganz klar war was das genau sein soll, aber es handelt sich wohl um so eine Art Mühlstein, oder liege ich da falsch?
Naja, wie dem auch sei, das ZEug läßt sich bestimmt herstellen.
Jetzt noch mal eine Frage an Alle:
Wie wurde die Siegelvorlage hergestellt???
Aus Ton, war es eine verlorene Form, wurde es graviert oder geätzt?
Oder ist das total egal, Hauptsache es gab einen Abdruck???
Bitte drückt die Tastatur für mich...
Ciao Angelus
Hallo Joachim!
Jedenfalls siegelte schon mal die Hanse "Die Hanse", Georg Fink, Bibliographisches Institut Leipzig.
Ebenfalls sind Siegel der kaufm. Vertreter des DO im 14, Jhd. erwiesen "Domus Hospitalis Theutonicorum", Maschke, Verlag wiss. Archiv Bonn.
Jedenfalls schon mal paar Schritte zurück. Vieleicht findet jemand ja noch was späteres...
Gruß
v. Arlen
den Sponheimer Urkunden (ca 1290 - 1330) ist zu entnehmen, dass oft, wenn man kein eigenes Siegel besaß, man den Gatten, nächsten Verwandten oder Lehnsherrn bat, an seiner Statt zu siegeln.
Frauensiegel gab es tatsächlich. Die Gräfin von Sponheim Loretta von Salm hatte jedenfalls eins. Wobei man dazu sagen muß, dass sie - solange ihre Söhne unmündig waren - die Regierungsgeschäfte führte.
Dass eine Frau aus dem niederen Adel oder aus dem "Bürgertum" (3. Stand) ihr eigenes Siegel hatte, ist wohl eher unwahrscheinlich.
Ich überfliege die Urkunden zu Hause nocheinmal. Falls sich etwas neues ergibt, melde ich mich nochmal.
Vorsicht, Nina, da hast Du meinen Eintrag etwas vorschnell gedeutet. Denn auch wenn zwischen dem alten (Hoch)Adel und Ministerialen die Kluft immer kleiner wurde (bitte z.B. im Ministerialen Thread nachlesen), was sich halt auch in der Verwendung von Wappen/Siegeln äußerte, heißt das noch nicht, das auch andere Bevölkerungsschichten davon betroffen sein mußten. Ich weiß jetzt z.B. auf Anhieb nicht, ab wann Kaufleute siegelten. Außerdem mußte man dazu ja erst mal schreiben können oder schreiben lassen können. Also ich dummer kleiner märkischer Ministerialer kann das nicht, ich zeichne mich nur durch blöd-dumme Treue gegenüber meinen Markgrafen und der Fähigkeit anderen auf den Kopf zu hauen aus.
Guten Morgen!
Erst mal besten Dank für Eure Einträge, jetzt steh ich nicht mehr völlig unwissend da!!
zu 2: Danke für Deine Mühe Stephan und Deine Mail, die links waren wirklich sehr aufschlußreich : )...wär schön da noch mehr rauszubekommen
zu 3: Hallo Hadu! Weißt Du noch mehr über die Frauensiegel? Speziell für mich wäre das noch interessanter * g *
zu 4:Hi Joachim! Gut zu wissen, das man ab dem Zeitpunkt nicht mehr zwingend adelig sein mußte um ein Siegel haben zu dürfen, denn benutzen würd ich´s schon ganz gerne mal.
Da ist ja schon ene ganze Menge zusammen gekommen, nur woraus das Wachs war wäre jetzt noch zu klären und wie die Form hergestellt wurde. Die Bilder, die ich gesehen habe sahen mir so aus, als seien es verlorene Formen. Da hätte ich allerdings schlechte Karten für die Herstellung. Glaubt Ihr, dass es wohl auch andere Herstellunsweisen gab, wie ätzen, gravieren oder ähnliches???
Eure Angelus
Im 13. Jahrhundert setzte sich auch beim niederen Adel, bei Ministerialen usw. nicht nur zunehmend das eigene Wappen, sondern halt auch das eigene Siegel durch. Häufige Darstellung: Ritter in voller Rüstung.
zu den in den Links erwähnten Dingen, wie vor allem, daß es im MA keinen Siegellack gab, sondern nur Wachs und gefärbtes Wachs (!) noch ein kleiner Zusatz.
Oft wurden die Siegel in eine Art flaches Tonschälchen eingegossen, um das doch empfindliche Wachs zu schützen. Dazu waren nicht alle goldenen Siegel echt Gold, sondern konnten blattvergoldet sein.
Die goldenen Siegel waren hochstaatlichen Urkunden vorenthalten (z.B. Goldene Bulle von Eger), ansonsten siegelten auch Kaiser und Könige in Wachs.
Die Päpste siegelten als Sympol ihrer Knechtschaft und apostolischen Armut (peinlich, gelle?) mit ihrem Namen, der Nummer ihres Namenspontifikates in Blei.
Siegel konnten rund, aber auch spitzoval sein.
Übrigens sind auch Frauensiegel überliefert, d.h. nicht nur der adlig/ritterliche Mann siegelte im MA, sondern auch die Frauen mit eigenen Symbolen, so z.B. der reitenden Dame mit dem Jagdfalken auf dem Arm.
Euer Haduwolff
Hallo alle zusammen!
Als mein Freund und ich letztens in einer Ausstellung waren, in der auch viele Bischofssiegel zu sehen sind,(die läuft noch, schaut mal unter Szene/Sehenswertes) bin ich auf den Gedanken gekommen doch mal zu versuchen, so einen Siegelstempel+damals! gebräuchliches Wachs selbst herzustellen. In meinen Büchern steht dazu leider gar nichts, zwar jede Menge Siegelabbildungen, aber nur vor sehr hochstehenden Personen.
Also meine Frage:
Wer siegelte wann, wen oder was ,womit und vor Allem warum???
Ich hoffe mal es gibt solch ein Thema nicht schon irgendwo anders, da unter Benutzung der Suchmaschine nichts gefunden wurde.
Also bis dann,
ich freu mich über jeden Tropfen Wachs von euch!
Eure Angelus