Thema als Feed (RSS 2.0) Thema als Feed (ATOM 1.0) Richard I. von England, genannt Löwenherz

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Eintrag #5 vom 09. Okt. 2001 14:27 UhrChristian Peter Profil

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sorry für die Tippfehler
Nikolaus Vogt von Hunolstein

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Eintrag #4 vom 09. Okt. 2001 14:26 UhrChristian Peter Profil

nach oben / Zur ÜbersichtRichard

Ich hab wähend meines Geschichtsstudiums eine recht interessante Vorlesung bei Herrn Prof. Meyer ( Sbr.)über das Thema besucht.
Hier nun mal so einige Anekdoten über Richards Mut und Intellegenz.

Beginnen wir mit seiner Reise durch Italien, Österreich und Dtl.

1. Sich als Pilger zu verkleiden is ja ganz nett. Dann aber eine Brünne unter der Pilgerkleidung zu tragen, in einem Beutel einen Helm mit Krone mit sich und an der Seite teure Schwerter zu tragen zeugt nicht unbedingt von Intellegenz.

2. Wenn man sich auf der Flucht als Leibeigener in einer Küche versteckt und den Bratspieß dreht, sollte man vorher den Sigelring ausziehen. Gaaaanz Schlau !!

3. Wenn man dann dies alles glücklich überstanden hat, einem Bediensteten aufzutragen im nächsten Dorf Brot zu besorgen ist schon riskant. Ihm dann aber ein engl. Goldstück mitzugeben, mit dem er fast das Dorf hätte kaufen können ist einfach nur dumm!!!

Wenn man sich dies alles anschaut fragt man sich ob dieser Mann wirklich ein militärisches Genie war, oder ob er nur die innenpolitischen Wirren der Araber ausnutzte um einige Erfolge zu erzielen.

Meiner Meinung nicht unbedingt ein Vorbild dieser " tapfere und heldenmütige " König
Nikolaus Vogt von Hunolstein

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Eintrag #3 vom 09. Okt. 2001 12:04 UhrAmeli Ganz Profil

nach oben / Zur ÜbersichtBuchempfehlung

Hallo,

unbedingt lesenswert sind die Bücher von Regine Pernoud "Königin der Troubadoure" und "Ein Abenteurer auf dem Thron" über Eleonore und Richard. In der Folge ist auch das Buch über Blanca von Kastilien, eine Enkelin Eleonores lesenswert.

Wie bereits von Hadu gesagt, wird hier von allem Hollywoodkitsch befreit und vorwiegend mit Primärquellen gearbeitet.

Richard stellt sich als ein Kind seiner Zeit dar: impulsiv, leidenschaftlich in allem, egoistisch und auch tief gläubig. Sein sprunghafter Charakter , seine Jovialität wie auch seine Grausamkeit beeindrucken und verunsichern die Zeitgenossen. Ihm lag wohl mehr an Außenwirkung, am Messen körperlicher Kräfte als an diplomatischem und wirtschaftlichem Taktieren.

Klar, daß in Zeiten, in denen England zerissen war von Armut, inneren Streitigkeiten und den Auswirkungen der Zerstrittenheit der Familie Plantagenet, eine Lichtgestalt herhalten mußte, ein Ideal des "Königs, der kommen wird und bessere Zeiten bringen wird". Richard war durch seine Abwesenheit dazu prädestiniert. Sein Charakter kam beim Volk besser an als John, der durch eiserne Sparpolitik das Land zu verwalten suchte.
Mischt man das ganze mit der entstehenden Artus- und Gralsepik zusammen, mit den Idealen des Rittertums, mit der entstehenden höfischen Lyrik, mit den Kreuzzugsidealen, verwundert es nicht, daß Richard zu solch einem Volksheld wurde. Er muß durch sein Äußeres schon in einige Schablonen des "idealen Ritters" hineingepaßt haben. Dazu die herausragende familiäre Stellung im europäischen Hochadel, die Rückeroberung Akkons, fertig ist die lebende Legende.

Und sind wir mal ehrlich - auf wen übt der Name Richard Löwenherz nicht eine gewisse Faszination aus?

Gruß
Ameli / Elisabeth von Tannenberg

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Eintrag #2 vom 09. Okt. 2001 10:43 UhrRanes Haduwolff Profil

nach oben / Zur ÜbersichtGeschichtsfälschender Heldenkult

Grüß Euch,

...Löwenherz, eigentlich Coeur de Lion...eine sehr falsch betrachtete Gestalt.

Wenn wir den ganzen falschen Hollywood-Schmalz weglassen und den Mann mal genauer betrachten, so ist der ziemlich simple Sohn einer faszinierenden Mutter (Eleonore von Aquitanien) zunächst mal eines: KEIN ENGLÄNDER!

Er sprach keinen Ton Englisch, hielt sich nie längere Zeit in England auf und hatte keinerlei nationales Zugehörigkeitsgefühl zur Insel.
Richard wuchs in Anjou auf, und lebte in der französichen Kultur. In Sprache, Kultur und Ausbildung.
Eigentlich eine Groteske, daß diese Figur zum englischen Nationalhelden geworden ist, wo er doch England nur als Reserve in Geld und Menschen betrachtete, die er gnadenlos ausbeutete um seine militärischen Abenteuer zu finanzieren.

Die Hauptlegenden lassen sich schnell entlarven...

Z.B. der Streit mit Leopold von Österreich. Leopold, der stolze und erfolgreiche Kriegerfürst, ließ sein Banner auf der Mauer Akkons aufpflanzen, neben denen des englischen und französischen Königs.
Tatsächlich stand das Restkontingent der Deutschen im Kampf um Akkon lange bevor die Herrschaften eintrafen, und es waren Leopolds Männer, die als erste einen Teil der mächtigen Befestigungen eroberten.
Hätte das Banner dort geweht, hätten die Könige ihre immense Beute mit den anderen Kreuzfahrern teilen müssen. Daher wurde es in den Graben geworfen.
Somit verliessen Leopold und die meisten deutschen Herren den Kreuzzug.

Die Folgen wurden später klar: als der u.A. dadurch militärisch erfolglose Löwenherz in Österreich erschien, wurde er postwendend festgenommen.

Interessant ist, daß alle Persönlichkeiten, die jemals gegen Richard standen, von der späteren Legendenbildung als Finsterlinge und Bösewichte geschildert werden. Konrad von Montferrat, Leopold, Richards Brüder, Ludwig v. Frankreich usw...
Letzendlich waren sie ebenso mutige und stolze Herren wie der Normannensprössling, der letztendlich keinen bleibenden Erfolg politisch und militärisch zu Stande brachte.

Übrigens, die in "Ivanhoe" so nett geschilderte Haft des Königs in Deutschland endete durch die Zahlung des Lösegeldes, das Richard gnadenlos aus England herausquetschte. Die gezeigte Freundschaft mit den Juden ist eine Lüge. Zuvor hatte der ach so freundliche Richard die Juden ausser Landes jagen lassen, um deren Eigentum zu bekommen um den Kreuzzug zu finanzieren.

Schickes Detail: Löwenherz gab sein England dem Kaiser Heinrich VI zu Eigen, und erhielt es nur als Lehen zurück. Im Zuge dieser Zeremonie küsste er die Füsse des deutschen Kaisers und unterwarf sich seiner Herrschaft. Und aufgrund der Lage wurde aus der Haft schnell ein Asyl, da er weder nach England noch nach Frankreich zurückkehren durfte, seine Stellung war zu sehr gefährdet.

Übrigens sind die Gerüchte über die angebliche Homosexualität Richards nicht bewiesen, allerdings hatte er keinen Sohn zustande gebracht, was den kleinen Bruder Johann auf den Thron brachte...
Euer Haduwolff

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Eintrag #1 vom 09. Okt. 2001 08:39 UhrUdo Brühe Profil

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Hier wurden schon recht viele Herrscherpersönlichkeiten mit eigenen Threads bedacht. Was aber bis dato fehlte, ist ein Thread über eine Herrschgerstalt des Hochmittelalters, die wie kaum eine zweite von Legenden, Geschichten und Erzählungen umrankt ist.
Zu Recht, wie die einen meinen, vollkommen zu Unrecht wie seine "Kritiker" behaupten.
Ich rede von Richard I., König von England genannt Löwenherz.

Euere Meinung bitte zu einem Mann, zu dessen "Gefolgschaft" sich so mancher Darsteller freudig bekennt. Wer war er, was macht sein Faszinosum aus?
Udo

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