Eine richtig schöne (Fach-)Zeitschrift würde ich klasse finden, auf jeden Fall.
Mit der "Turm und Zinne" war ein Versuch in Gang, ich weiß aber nicht was daraus geworden ist.
Leider muss sich auch bei der kleinsten Auflage irgendwer den Stress antun die redaktionelle Arbeit zu machen, leider. Andererseits wäre es sehr schön Ausarbeitungen auch schriftlich vorzulegen, zum sammeln und abheften, oder auch um Nicht-Internet infizierte teilnehmen zu lassen.
Um Artikel für die hiesige Bibliothek aufzuarbeiten fehlt mir das technische Now-How, leider.
Mein Mann und ich haben auf ca. 90 Seiten für das Projekt Folgari eine relativ umfassende Dokumentation ausgearbeitet. (Inhalte: Schwerpunkt Nordslawen, Zeitübergreifende Artikel zu Geweih- und Knochenbearbeitung, Faserverarbeitung und textile Techniken etc.) Gebunden und mittlerweile durchgehend mit farbigen Bilder als Computerausdruck geben wir die Unterlagen gegen Porto und Druckkosten ab. Die allgemeinen Artikel haben wir als Info-Seiten auf Veranstaltungen dabei. Leider gibt es von allen Unterlagen keine On-line Fassung.
Vielleicht könnte man eine Liste solcher "Selbststrickveröffentlichungen" zusammenbringen? Oder auf einem speziellen Treffen eine besondere Ausgabe erarbeiten? (An dieser Stelle hat wahrscheinlich jeder, der recherchiert jetzt den Groll, weil alle interessanten Details immer in irgendwelchen Festschriften zur irgendetwas stehen, davon 100 Stück erschienen sind, und keine Fernleihe eine Ausgabe beschaffen kann J)
Gerade las ich folgende Nachricht vom 21.10.2001, die vielleicht von allgemeinem Interesse ist:
"Spätmittelalter am Oberrhein" ist das Thema der neuen "Beiträge zur Landeskunde von Baden-Württemberg".
Das Leben am Oberrhein um 1500 veranschaulicht derzeit ein trinationales Ausstellungsprojekt (www.um1500-vers1500.org) unter anderem in Karlsruhe, Straßburg und Basel.
Analog dazu steht diese Zeit auch in der neuen Ausgabe der "Beiträge zur Landeskunde von Baden-Württemberg" im Mittelpunkt. So geht es etwa um den Vaganten Hans von Straßburg oder um die "fahrenden Schüler". Eine Reihe von Abbildungen verdeutlicht das Alltagsleben der damaligen Zeit. Vorgestellt werden zudem die Künstler Hans Baldung Grien und der "Meister der Karlsruher Passion".
Die "BLZ" ist das einzige populärwissenschaftliche Magazin zur südwestdeutschen Landesgeschichte. Das Magazin erscheint alle zwei Monate auch als Beilage des "Staatsanzeigers für Baden-Württemberg".
Beste Grüße Nikolaj
Zum Thema anspruchsvollere Artikel für Re-enactoren etc:
Letztlich machen viele von uns doch genau das - für die eigene Arbeit, die Präsentation und Rekonstruktion von Kleidern und Gegenständen des täglichen Gebrauchs schreibt man schließlich Zusammenfassungen von Gelesenem bzw. Erarbeitetem, und sammelt Abbildungen... Wir von Marca brandenburgensis sind z. B. dabei, zu etlichen Themen der Alltagskultur solche Artikel mit Abbildungen und gezielten Literaturangaben zu schreiben, die dann als Handzettel bzw. als kleine Begleitartikel auch für die Publikumsarbeit genutzt und weitergegeben werden (z. B. zur märkischen Keramik, zur Organisation des märkischen Dorfes, zur landwirtschaftlichen Produktion, zur Kleidung der märkischen Bauern und Ministerialen etc.). Und ich weiß, daß auch andere Gruppen solche kleinen anspruchsvolleren Publikationen erarbeiten und weitergeben (hallo, Sylvia!) bzw. diese auf Ihren Homepages anbieten (z.B. bei Rete amicorum oder den Seiten von Andreas Sturm).
Und schließlich machen wir das hier in der Taverne nicht anders - wir sammeln Informationen und Belege für bestimmte Themen, nur fehlt halt meist jemand, der das dann gezielt zusammenfaßt und mit den wichtigsten (Bild-)Quellenangaben versieht, und somit schnell für alle anderen verfügbar macht... *gr*
Material, das aufgearbeitet werden könnte, ist also reichlich vorhanden.
Genau, Joachim, das ist der Punkt: Der Absatzmarkt!
Machbar wäre m.E. eine solche Zeitschrift vom technischen und redaktionellen Bereich her schon (ich weiß ein wenig, wovon ich rede, da ich seit nunmehr 17 Jahren eine Kunstzeitschrift redigiere), aber der Käuferkreis dürfte relativ klein bleiben, wenn in diesem Organ nicht nur eine leichte Lektüre, sondern auch anspruchsvollere Artikel stehen - und sie vor allem weniger auf die allgemeine MA-Marktszene, z.T. auch den Hexen-/Larp-Bereich ausgerichtet ist, sondern nur oder im wesentlichen auf die ernsten Reenactors.
"Karfunkel" ist auch in meiner Sicht deutlich besser geworden, aber bei weitem nicht das, was ich mir wünschen würde. Nur: Wer finanziert das dann, wenn die Abonnentenzahl eher um die 1000 liegt?
Trotzdem: Der Gedanke, so etwas (mit-) zu machen ist reizvoll ...
Beste Grüße Nikolaj
Du hast es auf den Punkt gebracht, Nikolaj, das ging mir beim Durchblättern auch durch den Kopf, warum eigentlich dafür knapp 10 Mark ausgeben, was bringt es einem wirklich?
Meine Idealzeitschrift wäre eine Mischung aus "Geschichte", "Archäologie in Deutschland", "Historische Kostüme" und vielleicht noch den wenigen besseren Artikeln aus "Karfunkel". Rauskommen sollte dabei dann ein professionelles Magazin, daß mich als Reenactor unterhält aber vor allem auch weiterbildet.
Aber da werden wir wohl noch eine Weile drauf warten müssen.
Ich meine, die Karfunkel ist schlimm, wird aber langsam besser, wenn ich mir die alten Ausgaben so im Vergleich durchblättere. Man muß dabei halt an die Zielgruppe denken, denn das Blatt will verkauft sein. Und seien wir ehrlich, wie viele wirklich ernsthafte Reenactor gibt es im deutschsprachigen Raum denn wirklich, die ein gutes Magazin wirklich honorieren (und kaufen) würden? In diesem Sinne wählt "Historische Kostüme" schon einen ganz netten Mittelweg.
Habe mir das Heft gekauft und sogar intensiv angeschaut, bin aber nicht allzu begeistert.
Sicher: Positiv hervorzuheben ist der Verzicht auf Werbung für alles und jeden, die graphisch durchgängige Gestaltung ohne Firlefanz-Design, die Vorstellung guter LH-Gruppen (na ja, im wesentlichen guter). Auch die deutsche Übersetzung ist - von Kleinigkeiten abgesehen - sehr gut und lesbar.
Aber ansonsten frage ich mich doch: Was bringt es mir, wenn ich weiß, dass irgendwo in Italien eine gute Gruppe sich um "a" bemüht, dass Hastings mal wieder und 2000 ganz besonders eine tolle Schlacht war und es auch Ritter-Zinnfiguren gibt ...
Insgesamt vermisse ich Informationen, die für die eigene Geschichtsdarstellung verwertbar sind, die Hintergrundinformationen liefern zu geschichtlichen Abläufen, zu Realien des MA usw.
"Historische Kostüme" kommt mir da eher wie ein schönes Ferienbilderalbum vor: Sicher i.A. beachtenswerte Gruppen und Ereignisse (Hastings, Tannenberg) werden vorgestellt und dürfen sich zu ihren Zielsetzungen bzw. über die Abläufe äußern; dazu eben Bilder, Bilder, Bilder ...
Was mich weiter ein wenig stört, ist die einseitige Akzentuierungen des Kriegerischen; ich bin sicher kein Pazifist, aber "historische Darstellung" sollte nicht nur Schlachten umfassen.
So finde ich, die DM 8,90 liegen zwar im Trend, sind hier aber vielleicht eher angebracht, wenn man Kontakadressen zu ausländischen Gruppen anstrebt, weniger, wenn man Sachinfos zum MA sucht...
Da hat z.B. das Oktober-Heft von "Geschichte" mit dem Schwerpunktthema "Löwe und Raute - Die Wittelsbacher in Bayern 1180 bis 1550" wesentlich mehr zu bieten (für DM 7,80).
D a s Magazin für's Reenactment, wie es der englische Obertitel ("The International Living-History Magazine") ist "Historische Kostüme" m.E. also keineswegs, und auch die Goldmedaille würde ich ihm im internationalen Vergleich keineswegs zusprechen, nicht einmal einen der drei ersten Plätze (allerdings auch nicht den letzten, zumal es deutschsprachige Magazine gibt, die ich deutlich als schlechter einstufen würde).
Aber es handelt sich ja erst um Heft 1; vielleicht kommt ja noch was Besseres nach (obwohl normalerweise jede Redaktion sich bemüht, im Startheft das Profil besonders deutlich werden zu lassen, oder?).
Beste Grüße Nikolaj
Ach ja, gleich nebenan lag ein "Geschichte" aus, das einige ältere Mitleser vielleicht noch aus ihrer Schulzeit und dem damaligen Titel "Geschichte mit Pfiff" kennen. Das Konzept des Magazins ist das alte, nur die Erscheinung kommt etwas professioneller und zeitgemäßer daher. Lohnt sich noch immer, um sich einen guten Überblick zu verschaffen.
Habe das Magazin beim Händler mal durchgeblättert, zum Text kann ich also nicht sagen. Bei einigen Fotos kam mir zwar der Kaffee hoch, insgesamt scheint das Journal sich aber wirklich vom Marktniveau abzuheben, was ja immer zu begrüßen ist. Ich fürchte nur, daß einige Gestalten dieses Blatt als Primärquelle für ihre Ausrüstung mißbrauchen werden, da würde ich dann definitiv von abraten und mir für das Geld lieber gute Fachliteratur anschaffen. Ansonsten nur weiter so.
Nachdem ichs grade noch geschafft hatte, die einzige vefügbare Ausgabe vor dem Rückversand zu retten hielt ich die erste Ausgabe in den Händen.
Erster Eindruck:
Vorne drauf mal wieder Viel Eisen, hinten eine Tatoo-Werbung. Hm.
Nach dem Aufschlagen dann aber die Überaschung:
Ausführliche, seriöse Berichte über Gruppen und Veranstaltungen quer durch Europa, naturgegeben (noch) mit Schwerpunkt auf Italien.
Die Qualität der Veranstaltungen und Gruppen würde ich auf jedne Fall in der 'oberen Hälfte' ansiedeln, auf jeden Fall weit über dem üblichen Niveau.
Sehr überraschend war für mich, daß im Heft selbst keine einzige Werbeanzeige war, nur oben genannte Rückseite und die Cover-Innenseite enthielten Werbung.
Ob das so bleibt darf bei der Qualität des Heftes (auch in Druck und Papier) und dem Preis der den der 'Konkurrenzhefte' entspricht, bezweifelt werden.
Wobei Werbung von 'guten' Austattern ja nichts negatives wäre.
Alles in allem ein gelunger Start einer lang vermißten Zeitschrift, die sich über das Marktniveau erhebt.
Gruß, Ivain
Jedem der sich für das alte Ägypten interessiert, sei an dieser Stelle das Sonderheft des "National Geographic" empfohlen, das zur Zeit im Handel ausliegt.
Wunderschöne Bilder, exzellente Zeichnungen und wie immer fundierte und hervorragende Berichte.
Ich habe mir letztens (etwas zoegerlich, weil ich befuerchtete, eventuell dem Fachchinesisch nicht gewachsen zu sein) die Zeitschrift "Archaeologie in Deutschland" bestellt. Gestern kam das erste Heft.
Was soll ich sagen - ich bin begeistert!
Die Zeitschrift wird vom "Verband der Landesarchäologen in der Bundesrepublik Deutschland" herausgegeben, ist aber offenbar fuer interessierte Laien konzipiert. Die Artikel, die ich bisher gelesen habe, erscheinen mir fundiert, sind wirklich gut lesbar geschrieben, es gibt viele schoene Fundfotos, einfach Klasse.
Die letzte Seite enthaelt eine vollstaendige Autorenliste und alle Adressen der Archaeologischen Landesaemter, also alle notwendigen Anlaufstellen, wenn man mal etwas genauer nachhaken will.
Wer mal reinschnuppern moechte, kann das bei folgender Adresdde tun: www.theiss.de/AiD
Gruss, Claudia
..an der zeitschrift ist, daß sie v.a. aus der italienischen Sicht über italienische Gruppen und Veranstaltungen berichtet. Aber vielleicht ändert sich das in den nächsten Ausgaben, die erste ist schonmal gut gelungen.
Bis denn, Tomasz
Hallo Silvia!
Wird in der Zeitschrift nur wieder Fuzzie- oder vielleicht mal wirklich ernsthaftes Reenactment vorgestellt? So ein Organ fehlte dem deutschsprachigem Raum ja bislang noch. Und wer ist so mutig, so eine Zeitschrift herauszubringen?
Es gibt am Bahnhofskiosk eine neues Hochglanzmagazin. Es heißt 'Historische Kostüme' Historische Darstellungen und berichtet über Reenactmant in Europa. Themen des Heftes u.a.: Schlacht von Hastings 2000, Die Schlacht von Tannenberg, Peter und Paul Fest, Bretten, Die Gruppe Brigantia aus England uvm.
Reinschauen lohnt sich.
Tschüs
Aisling
P.S.: Hier kann/soll auch über andere Zeitungsartikel berichtet werden