liegt nicht (mehr?) innerhalb der Mauern der Commanderie, ist noch in Gebrauch und war sie zum Zeitpunkt meines Besuches ganz akut. Wenn ich natürlich von den Pater-Noster-Schnüren gewusst hätte ….
Die Anlage kann man auf Google-maps relativ gut sehen, zwischen der Rue de Tourette, Rue de la Commanderie und der Rue Manesse (sic).
Ist jedenfalls nicht weit weg, die Gegend sehr schön, das Richtige für einen sonntäglichen Ausflug im Frühjahr, beispielsweise.
und kann von daher mitteilen, der Ort befindet sich in Belgien, im Condroz, hinter Lüttich/Nandrin. In Villers befindet sich die ehemalige Templeranlage mit unterem und oberen Hof und Turm. Das Ganze ist bewohnt, der untere Hof zugänglich, aber modern renoviert und der obere ist abgeschlossen und Privatbesitz.
Davon habe ich auch schon gehört, nur sagte man mir, der Ort hieße “Villers-le temple”. Deren gibt es aber meines Wissens zwei, eines in BE, eines in F. Weiß jemand den genauen Standort oder hat sogar ein Bild dazu?
Vom Templerorden ist bekannt dass die jeden Tag eine bestimmte Zahl Paternoster beten mussten. Leider findet sich in den Regeln nichts darüber, ob sie Zählhilfen benutzten oder nicht.
Für mich wäre es jetzt interessant, ob es von anderen Orden bekannt ist, dass Brüder (oder Schwestern, je nach Orden) Paternosterschnüre nutzen.
Oder waren diese im Gegensatz zum säkularen Bereich in kirchlichen Institutione nicht gängig? (das würde mich aber wundern).
Ferner möchte ich nochmal die Quellenfrage aufwerfen; welche Quellen gibt es für die Erwähnung von Paternosterschnüren um 1200?
Immer wieder stößt man auf Seiten von Reenactment-Gruppen auf “Paternosterschnüre”. Allerdings habe ich bisher nie eine befriedigende Gebrauchsanweisung gefunden. Mal ist von Mariengebeten die Rede (Warum heißt das Gerät dann aber “Paternoster”), irgendwo habe ich aber - wenn ich mich nicht irre- auch gelesen, dass jede Perle für ein Wort des “Vater unsers” steht. Letzteres erscheint mir eher unwahrscheinlich, wenn dann aber auch wieder der Name passen würde.
Was ist denn nun eine Paternosterkette tatsächlich und wie wird sie verwendet?
Sollte ich einen bereits bestehenden Thread hierzu übersehen haben, bitte ich darum, mich darauf hinzuweisen.
naja, kommt drauf an. Mit der guten QUalität einer Edelkoralle kann es die Schaumkoralle nicht aufnehmen und wenn man kleine Perlen hat gibt es auch bei der Schaumkoralle dichtere Strukturen die mit einer schlechteren Edelkoralle durchaus konkurrieren können.
Als weitere Alternativen gäbe es sogenannte Rekonstruierte Koralle oder aber Imitationen aus mehr oder minder Kunststoff, die sehen dann zwar für den Nicht-Fachmann so aus wie Edelkoralle, sind aber von den Materialeigenschaften anders …
ist immer die Frage was einem lieber ist … aber es gibt ja noch genug andere Materialien, ausserdem gibts natürlich noch mit Krapp gefärbte Knochenperlen. Das ist sogar das Färberezept belegt.
Edelkoralle, ja genau, nein, diese ist nicht durch Schaumkoralle zu ersetzen, sieht scheise aus und hat rein optisch nichts mit dieser Korallenart zu tun. Indianerkoralle ist diese Edelkoralle, hatte sich meine Vermutung bestätigt.
was nun eine “Indianerkoralle” ist kann ich nicht sagen.
Ich kann nur sagen, daß die verwendete Koralle im HMA wohl überwiegend an den Nordküsten Afrikas (des heutigen Marokkos/Algerien …) “geerntet” wurden und via Schiff über Marseille ihren Weg nach Mitteleuropa fanden. Und diese sog. “Edelkoralle” steht heute unter Artenschutz.
So gesehen heißt es für die Rekonstruktionen solcher Paternosterschnüre:
die Koralle die damals verwendet wurde, ist die gleich zusetzen mit der Koralle, die in Indianerschmuck verarbeitet wird, oder die heute auch zu bekommende Schaumkoralle? Die echte “Indianerschmuckkoralle” steht bei uns, soviel ich weis unter Naturschutz und es ist bei uns auch gar kein Drankommen möglich, oder doch?
Form, Material und Ausschmückung der Paternosterschnur bzw. des Rosenkranzes waren theologischen und weltlichen Modeströmungen unterworfen. Wichtig war es nur, dass der Laie - für den die Paternosterschnur zunächst konzipiert worden war - die Möglichkeit hatte, soviele Ave Maria wie Psalmen (also 150) abzuleisten. Um diese Zahl überschaubar zu machen, dienten Zwischenperlen anderer Größe, die je ein Paternoster darstellen. Je 10 Ave Maria, ein Ehre sei dem Vater und ein Vaterunser stellen ein Gesätz dar. Seit ca. 1600 ist es üblich geworden, den Ave´s auch die einzelnen Geheimnisse anzufügen, wodurch sich die Abbetdauer beträchtlich verlängert.
Einer meiner Vor-Schreiber lag nicht unbedingt falsch damit, die Zurschaustellung eines ausgeschmückten Rosenkranzes als Schmuckelement und als religiöse Demonstration zu verstehen. Begüterte Menschen fanden so z.B. durch die Verwendung sündhaft teurer roter Koralle eine weitere Möglichkeit, ihren Reichtum zur Schau zu stellen.
OK, dann muss ich wohl damit leben ;) Ich denke aber mal, dass es wirklich so gewesen sein kann! Vor kurzem habe ich nämlich folgendes gefunden:
“Jungen und Mädchen wurden im Gegensatz zu heute auf verschiedene Weise erzogen. Der Vater, in Sorge um einen Erben seiner vergänglichen Besitztümer, bestimmte den Sohn zur weltlichen Ritterschaft. Als dieser noch im Kindesalter war, trieb er ihn daher an, zusammen mit gleichaltrigen Jungen zu reiten, das Pferd im Kreis zu bewegen, die Lanze zu schwingen, mühelos den Schild zu führen und - was dieser am meisten verabscheute - auf Raub und Beute auszugehen. Neben sportlichen und militärischen ßbungen hat am Hof das Erlernen höfischer Umgangsformen eine große Rolle gespielt. Weil die weibliche Natur so schwach war, mußten Frauen sorgfältiger belehrt und angeleitet werden, als Männer. Mädchen sollten einer strengen ßberwachung unterworfen sein, um ihre Jungfräulichkeit nicht zu gefährden. Am besten hielt man sie ständig im Haus; auf dem Weg zur Kirche sollte die Mutter ihre Tochter begleiten. Zuhause mußten die Mädchen beschäftigt werden, sonst kämen sie auf schlimme Gedanken. Sie sollten arbeiten, beten und lernen. Arbeiten hieß spinnen, weben und nähen. Die Mädchen sollten auch lesen lernen und sich viel mit den heiligen Schriften beschäftigen. Außerdem sollten sie in guten Sitten und Bräuchen unterwiesen werden. Vier Dinge sind es besonders, über die sie belehrt und unterrichtet werden sollen, nämlich Schamhaftigkeit und Keuschheit, Demut, Schweigsamkeit und Würde der Sitten und Gebärden. Schamhaftigkeit und Keuschheit zeigten sich darin, daß alle unnütze Ergötzung des Fleisches unterblieb. Die Mädchen sollten nur essen und trinken, um den Hunger zu stillen; sie sollten nicht zu viel schlafen und nicht baden. Sie sollten keine enganliegenden Gewänder mit Schleppen und Schlitzen, keine Seide und Purpur, keine kostbaren Gürtel und Haarbänder tragen, und vor allem sollten sie sich nicht schminken und die Haare färben: das war sündhaftes Teufelswerk, weil damit die Schöpfung Gottes verfälscht wurde. Demut, Schweigsamkeit und Sittenreinheit bewährten sich im gesellschaftlichen Auftreten. Das Mädchen sollte nicht viel reden, nicht viel lachen, sich einfach kleiden, einen ehrbaren Gang haben und vor allem nicht die Augen herumschweifen lassen, denn darin wird ihre Keuschheit und auch das Gegenteil, ihre Unkeuschheit, am meisten deutlich. Die selben Verhaltensregeln gelten auch für Frauen. Die wichtigste Tatsache war, daß die Frau dem Mann immer dienen mußte und ihm Untertan war.”