Thema als Feed (RSS 2.0) Thema als Feed (ATOM 1.0) Wie weit muß man beim Replizieren gehen

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Eintrag #85 vom 14. Jan. 2002 18:59 Uhr Alexander Klenner  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Alexander Klenner eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht jau, aber...

soweit waren wir einige Bildschirme weiter vorne schonmal…
Gruß,   Ivain

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Eintrag #84 vom 14. Jan. 2002 15:12 Uhr Ranes Haduwolff  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Ranes Haduwolff eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht ...besser...?

Grüß Euch,
…vielleicht sollten wir den Begriff “Replik” und “replizieren” mal etwas eingrenzen.
Eine Replik ist für mich ein korrekt hergestellte und aus dem entsprechenden Material gefertigte genaue Kopie eine Originals.
Feine Sache…besonders bei Güssen von eigentlich getriebenen/gestochenen Gürtelblechen und den dabei entsprechenden 10% Schrumpfung von Original zu Abguss…ein Abguss ist keine Replik.
Da ist der Begriff “Rekonstruktionsversuch” doch wesentlich ehrlicher und gibt einfach zu, was wirklich hier passiert: der VERSUCH!
Eine Kiste aus der M-Bibel ist nur ein Versuch: weder das Material, noch die Stärken, noch die Verbindungen sind zu sehen, auch wenn man sich an anderen -eben anderen(!)- Funden orientiert.
Gleiches bei Klamotten usw. Wirkliche Repliken können nur bei vorhandenem Fundstück geschehen, und das ist eine eigene Kunst…alles andere sind wohlgemeinte Annäherungsversuche, Abgüsse usw.
Und wenn ein Rekonstruktionsversuch irgendwann aufgrund neuer Erkenntnisse überholt ist, dann kann man das Ganze datieren, guten Gewissens sagen “…nach dem Stand von 19…” und sich an einen neuen Versuch wagen.
Euer Haduwolff

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Eintrag #83 vom 10. Jan. 2002 16:16 Uhr Dr. Frank Dierkes  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Dr. Frank Dierkes eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Orden

Tach.
Ich kann nur für meine Recherche des Benediktinerordens sprechen. Dort galt es, die Materialien zu nehmen und für die Brüder nutzbar zu machen, die man vor Ort fand. Von Handel ist hier wenig die Rede, da die benediktinischen Abteien als Selbstversorger ausgelegt waren.
Das sah bei den Zisterziensern schon ganz anders aus, da sie als Musterhöfe für die Bauern der Gegend fungierten und auch Handel mit den Städten trieben.
Das Fazit, was man daraus ziehen kann: Bei den benediktinischen Brüdern kann nur eine Regionalisierung in Ausrüstung und Kleidung vorgelegen haben.
Grüße
Frank
+PAX! Frater Hermann ab Monastre, Cellerar zu Werden.

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Eintrag #82 vom 09. Jan. 2002 11:58 Uhr Ruth (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Ruth eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Siegburger ist nicht immer gleich Siegburger ;-)

Hallo,
nur zur kurzen Ergänzung: bei uns im märkischen bzw. im Lausitzer Raum wurde teilweise auch versucht, die hochwertige Importkeramik, also hauptsächlich Siegburger, zu “kopieren” - diese regionale Keramik nach “Siegburger Art” sieht der “echten” nach Form und Material sehr ähnlich und unterscheidet sich nur in kleinen Details.
Dieses “Phänomen” gibt es bestimmt auch in anderen Regionen und bezüglich anderer Gebrauchsgüter.
Ruth

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Eintrag #81 vom 09. Jan. 2002 08:50 Uhr Joachim Meinicke  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Joachim Meinicke eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht wo ist das Problem?

Wo ist das Problem? Wenn man z.B. an vermehrten Funden feststellt, daß Siegburger Keramik in großen Mengen importiert wurde, ist es doch legal, sie zu verwenden. Wie z.B. bei uns in der Region. Aber wie Sylvia schon richtig schreibt, muß man dann auch wieder schauen, wer sich solche Importware leisten konnte. Würde ich also einen Bauern in der Mark darstellen, wäre ich mit grauer Irdenware besser bedient, die wurde nämlich hier womöglich noch in meinem Heimatdorf hergestellt
Wir sehen also, man muß sich auch mit solchen Dingen eingehend auseinandersetzen.
Aber geht wirklich mal in die Heimatmuseen, durchsucht entsprechende Kataloge und archäologische Veröffentlichungen in euren Bibliotheken. Bestimmt findet ihr oft was, was genau zu Zeit, Region und Stand paßt, z.B. eine Gürtelschnalle. Und läßt man sich so was dann nachbauen gibt das ein gutes Gefühl, dann damit herumzuspazieren.
Leute, es gibt Quellen jenseits der 2 bekannten Veröffentlichungen des Karfunkel-Verlages!
Grüße
Joachim
Marca brandenburgensis AD 1260

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Eintrag #80 vom 08. Jan. 2002 19:00 Uhr Christoph Bitter   Nachricht

nach oben / Zur Übersicht Die Orden nicht vergessen

Diese trugen nämlich durch ihren Handel zwischen ihren Komtureien, die sich zwischen Spanien und hl. Land befanden, um einiges dazu bei, daß Waren aus anderen Ländern an einem anderen Ort auftauchten:
Templer: Helme aus England in Marsaille
DO: Bernsteinketten aus Preußen in Holland
Das nur als kleines BEISPIEL!!!!!!
Gruß
v. Arlen

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Eintrag #79 vom 08. Jan. 2002 15:48 Uhr Ranes Haduwolff  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Ranes Haduwolff eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Dennoch...

Grüß Euch,
..nunja, das ist ja alles richtuig, aber im Gotland-Museum in Visby steht Siegburger Keramik neben einheimischen Erzeugnissen…und zwar einfache Alltagskeramik.
Z.B. Handel…die Regensburger Handelsrechte 1192 umfassten folgende Güter:
Tuche, Felle, Kupfer, Zinn, Glockenerz, Heringe.
Die Mautordung von Stein 1200:
Metalle (Zinn, Kupfer, Blei, Eisen,), Schwerter, Waffen, Getreide, Hülsenfrüchte und tierische Erzeugnisse (Schinken, Speck, Eier, Käse), ßl, Honig, Getränke (Met, Wein, Bier), Gewürze, Felle und Stoffe (Seide, Leinen, Grautuch, Barchent usw), Kleidungsstücke wie Schuhe, Mäntel usw…
ähnlich siehts an der Enns aus.
…und die Siegburger bzw. Rheinische Töpferware ist über das ganze Europa (siehe Kunstgewerbemuseum Köln/von Bock “Steinzeug” 1986)und den Ostseeraum gehandelt wurden.
Euer Haduwolff

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Eintrag #78 vom 08. Jan. 2002 12:54 Uhr Sylvia Crumbach  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Sylvia Crumbach eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Fernhandel

Guten Morgen Hadduwolff,
Bei der Betrachtung der Fernhandelbeziehungen und der Befunde zum Nachweis muß die genaue Gegend und Zeitstellung berücksichtigt werden. Für Oldenburg i.H. liegt eine ausführliche und nach Zeitabschnitten gegliederte Untersuchung vor (1).
Im Befund lassen sich sehr vielfältige Dinge aus dem Fernhandel nachweisen. Aber: Oldenburg war nach zeitgenössischen Quellen eine sehr bedeutende Handelsstadt, eine Civitas magna slavorum (2). Die nachgewiesenen Gegenstände sind fast ausschließlich Luxuswaren, Schmuck und Waffen. Also dem “Adelsumfeld” zuzurechnen. Ein Beispiel für die lebendige Geschichtsdarstellung außerhalb des “Adelsumfelds” wäre der Fernhandelskaufmann (3).
Einfache Keramik und Gegenstände aus der Sachkultur sind fast ausschließlich ortgebunden. Wenige Ausnahmen lassen sich meist anderweitig erklären. So gelangte einfache slawische Keramik häufig an Handelsorte in Skandinavien, eventuell als Umverpackung für Honig (4).
Im Frühmittelalter sind sehr vereinzelt fremde Trachtbestandteile und Sondergegenstände auch in entlegeneren Gebieten nachzuweisen (5). Mit dem 11. Jahrhundert kommt es jedoch zu einer deutlichen Verarmung der Bevölkerung, die sich selbst in der Tracht niederschlägt (6). Schmuck in einfacher Ausführung verschwindet weitgehend. Bei anderen Gegenständen aus der Sachkultur liegen fast auschließlich einheimische Erzeugnisse vor, selbst im den Befunden aus einer Niederungsburg (7)Beispiele: Pingdorfer Keramik, Vorratstopf aus einer Duisburger Töpferei.
Ausländische Erzeugnisse sind eventuell für das Hochmittelalter nur in sehr definierten Nachweisen erklärbar. (Pilgerzeichen etc. nehme ich hier aus)
___________
1 Handel und Fernhandel, Ingo Gabriel

Wachholtz Neumünster 1991

2 Helmold von Bosau, Slawenchronik
3 Der Fernhandelskaufmann, Crumbach 2000

in "Projekt Folgari"

4 Oxenstirna, Die Wikinger 1959
5 Katalog, Europas Mitte um 1000
6 Weidemann, 1992
7 Die Niederungsburg bei Haus Meer, Stadt Meerbusch, 1998
____________
Sylvia
Projekt Folgari
PS. Sorry wegen der “hochtrabenden” Anmerkungen. Aber ich bin z.Z. bei einer Ausarbeitung und soll mich daran gewöhnen…. :-(

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Eintrag #77 vom 08. Jan. 2002 11:27 Uhr Ranes Haduwolff  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Ranes Haduwolff eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Regional...?

Grüß Euch,
ja, die regionale Ausrichtung ist absolut richtig. Aber ich bin auch auf das “Problem” des Handels gestossen. Da gibts ein Minnekästchen, das aus Quedlinburg stammt - fatimidische Produktion, rheinländische Alltags-Keramik an der Elbe und in ganz Europa, Kölnische Waffen in England und Polen, Englische Keramik in der Alb, Tuche aus aller Welt, Pelze und Wachse aus dem Slawenland..und…und…
Was soll man tun, wenn englischer Schmuck in Deutschland gefunden wird und umgekehrt?
Es gab eine starke regionale Ausrichtung, aber ebenso gut war damals das Fernhandelsnetz ausgebaut, und nicht nur für Wohlhabende…
Unser Bild des MA ist sehr lückenhaft. Sehr.
Euer Haduwolff

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Eintrag #76 vom 08. Jan. 2002 08:03 Uhr Joachim Meinicke  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Joachim Meinicke eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht regional

Sag ich doch immer, den regionalen Aspekt nicht vernachlässigen. Was nutzt die Anschaffung der besten Museumskeramik, wenn es keine Belege dafür gibt, daß sie an Ort xy überhaupt benutzt wurde.
Da die Quellenlage aber manchmal sehr bescheiden ist (je nach Epoche und Region), muß man halt leider manchmal in den sauren Apfel beißen und nach bestem Wissen und Gewissen auf das nächste möglichst naheliegende Quelle zurückgreifen, wohl fühlen wir uns dabei aber nicht unbedingt.
Jedenfalls auch bei diesem Aspekt des Hobbys ein klares JA zur Heimatforschung.
Gruß aus der Mark
Joachim
Marca brandenburgensis AD 1260
www.brandenburg1260.de

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Eintrag #75 vom 06. Jan. 2002 12:20 Uhr Dr. Frank Dierkes  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Dr. Frank Dierkes eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Manchmal ist es ganz einfach...

Manchmal ist die Recherche auch ganz einfach:
Man wandert in weitgehend original erhaltene Abteien und Kirchen - gerne auch in die, die sich das aufkommende Bürgertum voller stolz errichtet (und sich selbst dort verewigt) hat - und betrachtet die Malereien und Figuren. Nach einem kurzen Flirt mit dem Sakristan oder Diakon ist es oft auch möglich, mit Lupe, Maßband und Photoapparat (ohne Blitz, daher mind. ISO-400-Filme oder mehr) den Vorlagen auf den Leib zu rücken. Manchmal ist es aber noch einfacher: Ich habe mich einfach an das Klosterarchiv zu Meschede verweisen (die eine Auflistung der Form von benediktinischen Habits über die Jahrhunderte hinweg haben) und mir einen Schnitt schicken lassen.
Um Ivo zu bestätigen: Dieser Schnitt gilt nur für die Region des heutigen NRW und weist daher einige Eigenheiten auf, die als Anpassung an widerlich kalte Winter und ständig Muttge an´n Voeten (Füssen) zu werten sind.
Meiner Erfahrung nach sind auch die vielen kleinen Heimatmuseen, die kaum je mit Katalogen oder Veröffentlichungen in Erscheinung treten, als Informationsquellen nicht zu verachten. Oft sitzt dort ein sog. “Heimatforscher”, der über SEINE Gegend mehr als gut bescheid weiß und sich gerne mitteilt.
Grüße
Frank
+PAX! Fr. Hermann ab Monastre, Cellerar zu Werden

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Eintrag #74 vom 05. Jan. 2002 18:08 Uhr Ivo Malz (IMMS)  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Ivo Malz (IMMS) eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Vielfalt?

Interessant, der Hinweis auf die Vielfalt.
Wenn alle Hobby-“Historiker” in der “Geschichtsdarstellenden” Szene sich um mehr gekümmert hätten als um die drei, vier standard-Buchvorlagen, nach denen anscheinend alle arbeiten, gäbe es bei Gott genügend Vielfalt und nicht nur die übliche Konstellation “Ein, zwei Vorbeter und 100 Epigonen”.
Man könnte echt glauben, es gäbe nur zwei, drei publizierte Helme, drei Schwerter, vier Becher, fünf Schalen und drei Löffel in den Jahren 500 bis 1500.
Schon mal in Ausstellungskataloge geschaut? Jeder einzelne würde genügen, um eine Hundertschaft individuell und doch höchst originalgetreu auszurüsten.
Es gibt genug Vielfalt, und es gibt genug gute Handwerker, denen man eine Vorlage liefern könnte für eine Replik. Man kann sich auch selbst mal dran versuchen und seine individuelle, einmalige, okinalgetreue Replik herstellen.
…und dabei möglichst weit ans Original gehen, wie weiter unten umschrieben.
Gruß
Ivo
Für mehr Vielfalt am Basteln

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Eintrag #73 vom 04. Jan. 2002 19:06 Uhr Alexander Klenner  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Alexander Klenner eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Zu Lorenz:

Du redest über das generelle Herstellen der ausrüstung.
Insoern hast du recht, daß es wenig Sinn macht, alle Stücke als 100%iges Replikat herzustellen.
Man denke nur mal an die Paßform der Schuhe. Hat jemand Belege für Schuhe jeder einzelnen Größe über 45 ?
Eben.
Aber das war hier ja garnicht die Frage.
Hier ging es einfach darum, wie weit man gehen muß, wenn man das fertige Werkstück eine ‘Replik’ nennen möchte ?
Und das ist ein ganz anderer Ansatz.
Gruß,   Ivain

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Eintrag #71 vom 04. Jan. 2002 17:04 Uhr Lorenz Rittscher  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Lorenz Rittscher eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Replizieren u. Rekonstruieren schön und gut ABER:

Wie würde eine Markt- oder Museumsveranstaltung aussehen wenn die Leute nur mit rekonstruierten und replizierten Kleidungen und Ausrüstungsgegenständen aus einem Zeitraum von nur 50 Jahren herumlaufen?
Ich würde sagen recht eintönig, da die Quellen eine Vielfalt wie es sie vermutlich in der Vergangenheit gegeben hat nicht zulassen.
Und was hat eine Person mit einer Rekonstruierten Kleidung Fund 0815 Kölner Innenstadt auf einer Veranstaltung in Hanover zu suchen?
Sind 1:1,0001 Rekonstruktionen und Replikate nicht besser im Museum aufgehoben?
Wie zuverlässig hat der Archäologe bei der Datierung eines Fundstückes gearbeitet oder wie genau lassen sich Funde überhaupt Datieren?
Waren in der älteren Vergangenheit Serien eines Typs ( z.B. Holzschalen, Messer und Keramik Krüge ) 100% oder auch 90% genau gleich in der Form. Also jeder Schale eine Kopie?
Hatte Messerschmied A genau die gleichen Messer gemacht wie Messerschmied B?
Nun ich will natürlich nicht sagen das es völliger Blödsinn ist sich eine R. oder ein R. zu kaufen oder bauen. Doch es spricht meiner Meinung nichts dagegen wenn man sich zu ..% an einem oder mehrerer Originale hält. Das bedeutet natürlich recherchieren möglichst viele Funde aus der Dargestellten Region und Zeit analisieren und sich zwischen z.B. Holzschüssel Typ C, Fund A 1400+-25Jahre und Holzschüssel Typ C, Fund B 1500+-25Jahre einen zwischenschritt der Form zu erstellen und danach eine Schale für das Jahr 1450 zu Drechseln.
Zum Schluß ein Zitat aus einem meiner Briefwechsel mit einem ehemaligen Museumsdrechslers:
….Ich sprach über dieses Thema auch mit Prof. Böckelmann, dem Drechselpapst in Deutschland, der mir bestätigte, daß die Drechsler zwar auch früher schon große Serien machten, sich dabei aber doch immer die Freiheit ließen, je nach Holz, Größe des Rohlings und seine Eigenheiten zu variiren. Was nun wieder zeigt, daß absolute Gleichheit einer Nachbildung mit einem Fundstück Blödsinn ist, denn das zweite Stück aus der gleichen Bestellung bei dem Drechsler sah schon wieder etwas, oder sehr viel, anders aus. Sinnvoll ist die Exaktheit nur für museale, wissenschaftliche Zwecke, und selbst da müßte sie Grenzen haben, um nicht übertrieben zu sein, und gewißheit vorzugaukeln, die es nicht geben kann. ….
Möge jeder den richtigen Weg finden
Grüße
Lorenz Rittscher

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Eintrag #70 vom 20. Nov. 2001 14:05 Uhr Jürgen Ludwig   Nachricht

nach oben / Zur Übersicht Ende der Abschweifung!

…nun aber wieder zum eigentlichen Thema!
Gruß, Jürgen

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Eintrag #69 vom 20. Nov. 2001 13:54 Uhr Jürgen Ludwig   Nachricht

nach oben / Zur Übersicht ....kleiner Nachtrag

Worauf ich hinaus will ist, was hilft dir die schönste Replik/Rekonstruktion wenn sie absolut nicht zu deiner Darstellung passt, da es den replizierten oder rekonstruierten Gegenstand erst Jahre später gab.
Das ist am Ende fast genauso peinlich wie die vielgenannte Schnürlederhose.
Gruß, Jürgen

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Eintrag #68 vom 20. Nov. 2001 12:14 Uhr Ranes Haduwolff  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Ranes Haduwolff eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Thema...?

Grüß Euch,
…was hat das mit dem Thema zu tun?
Ist das nicht die hundertste Wiederholung eines alten Themas? Hier gehts ums replizieren, und nicht um schlechte Märkte und Kettenhemden, abgesehen von den üblichen Allgemeinplätzen der Spaß-aber-nicht-A-Fraktion. Also…zurück zum Thema!
Euer Haduwolff

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Eintrag #67 vom 20. Nov. 2001 12:12 Uhr Jürgen Ludwig   Nachricht

nach oben / Zur Übersicht Kettenhemd

Also meines Wissens nach kamen die ungenieteten Kettenhemden sehr viel später auf. Wenn ich nicht irre wurden sie von Kürassieren unter dem Kürass getragen, aber nagelt mich bitte nicht darauf fest, das ist nicht meine Zeit.
Am 8.11. war ich in München bei einer Auktion von Hermann Historica, dort waren auch drei sehr interessante Kettenhemden zu sehen, eines hatte durch einflechten von Schnüren einen Stehkragen. Aber wie gesagt, nicht aus dem Mittelalter und nach Auskunft von Hermann Historica ein indisches Modell.
Ich denke mit so einer Argumentation bewegst du dich auf sehr dünnem Eis Marco, denn gegeben hat es solche Sachen zweifellos, nur wann? Und am Ende trägt man dann wieder einen wilden Fantasymix mit der Begründung, es hätte ja so aussehen können……
Wer sich für das “Stehkragenhemd” interessiert, kann mich gerne anmailen, ich habe Fotos davon.
Gruß, Jürgen

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Eintrag #66 vom 20. Nov. 2001 07:52 Uhr Joachim Meinicke  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Joachim Meinicke eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Spaß als Maßstab???

Ja, diese Frage zum “offenen” Kettenhemd wollte ich auch gerade stellen!
Und außerdem, Galen oder Marco: Du schreibst: “Für mich stellt der Spaß auf Märkten auch einen wesentlichen Teil dar, so das mir meine Gewandung (die eh schon 100x besser aussieht als die der meisten anderen)reicht.” Das hört sich ja interessant an, wie bitte aber können wir als Außenstehende da Deinen Maßstab, Deine Ansprüche erkennen, das verstehe ich nicht ganz??? Gehst Du bei Deiner Ausrüstung nur so weit, bis es (Dir) keinen Spaß mehr macht? Wo liegt die Grenze von Spaß zu Schmerz? Was ist (für Dich) Spaß?
Grüße
Joachim, der es schriftlich vom A-Papst hat, daß sein Hobby keinen Spaß machen kann und darf

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Eintrag #65 vom 19. Nov. 2001 15:04 Uhr Jürgen Ludwig   Nachricht

nach oben / Zur Übersicht Nietenlos.....

HHmmmm, aus welchem Jahrhundert war denn der Fund?
Gruß, Jürgen

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