Thema als Feed (RSS 2.0) Thema als Feed (ATOM 1.0) Kleidung von Nonnen/Kanonissen?

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Eintrag #34 vom 27. Apr. 2005 09:53 Uhr Alexander Klenner  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Alexander Klenner eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Hinten offen ?

Und Schnürung am Hinterkopf ?
Wo stammt das denn her ?
Ich wäre an der Quelle dazu doch sehr intressiert, kenne bislang nämlich nur div. vorne offene Typen.
Gruß, Ivain

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Eintrag #33 vom 26. Apr. 2005 23:26 Uhr Nele Bübl  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Nele Bübl eine Nachricht zu schreiben.

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Heya,
ich habe für mich eine Gugelhaube mit Schleier gewählt.
Grundschnitt wie Gugel nur am Hinterkopf offen und dort zum Schnürren (irgendwie muss man ja reinkommen). Sitzt dann recht eng und fest am Kopf und sieht ohne Schleier dran echt dämlich aus.
Habe eine ganze Zeit lang den Schleier (Halbkreis) mit Haarnadeln befesttigt jetzt aber doch anpunktiert (also einmal links und rechts wo die Falten sind und noch einmal mittig). Ist dann auch bei Wind nicht mehr so der Stress und hält wirklich gut.

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Eintrag #32 vom 26. Apr. 2005 18:42 Uhr Karen Thöle  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Karen Thöle eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Nadeln

Hallo Andrea!
Ich habe einen “Wimpel” in Form eines Schlauches, der zum Gesicht hin enger wird (ich glaube aber inzwischen, daß das vielleicht damals doch nicht zusammengenäht, sondern vielleicht gewickelt war. Spätmittelalterliche Bilder mit Varianten dieser “Tracht”, allerdings meines Wissens nach nicht bei Nonnen, zeigen unter dem Kinn auch manchmal rechteckige Stücke Stoff, die anscheinend nur an zwei Stellen über den Ohren befestigt waren, und bei denen man die beiden unteren Ecken sehen kann. Abb. im Katalog “Krone und Schleier”).
Dadrüber trage ich eine “Pillbox” (könnte wie beim Gebende auch ein Stirnband ohne “Deckel” sein, aber bei der “Pillbox” ist es einfacher, den Schleier zu befestigen).
Darüber den Schleier. Bei mir ein Halbkreis mit ca. 100 cm Durchmesser (müßte ich nochmal abmessen). An drei Stellen mit Nadeln befestigt: ßber der Stirn und über den Ohren bzw. an den Schläfen. Die über der Stirn geht bei mir durch den Stoff von der “Pillbox”, die anderen beiden durch den Stoff vom “Wimpel”. Spätmittelalterliche Bilder zeigen Nadeln an ähnlichen Stellen, wenn man aufgrund der etwas anderen Schleierformen auch leider nicht direkt vergleichen kann. Als Schleiernadeln habe ich früher ganz normale Stecknadeln genommen (ein wenig anrauhen kann nicht schaden, damit man sie nicht nach und nach verliert), inzwischen gibt es aber schon mehrere Anbieter von ganz unterschiedlichen Gebendenadeln, die sich auch als Schleiernadeln hervorragend machen.
Und ich kann mich nur anschließen: Der Schleierstoff sollte nicht zu schwer (und vielleicht auch nicht zu groß) sein.
Ich weiß nicht, ob Du den Thread “Kopfbedeckungen für Frauen” schon gelesen hast. Ist sicher hilfreich für die Begriffe.
Bis denn
Karen Thöle
PS: Welchen Orden hast Du Dir denn ausgesucht? Und welche Zeit?

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Eintrag #31 vom 26. Apr. 2005 12:00 Uhr Jens (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Jens eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Gewicht

Moin,
Wenn der Schleier durch das Gewicht das Band nach unten zieht, dann ist der Stoff vlt. schlicht zu schwer, und müsste feiner sein.
Ansonsten empfehle ich schlicht mal eine Nonne zu fragen- die machen das heute noch genauso ;)
Gruss, Jens

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Eintrag #30 vom 26. Apr. 2005 11:34 Uhr Andrea Thiem  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Andrea Thiem eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Literatur zum Thema zum Lesen und Betrachten

Ich finde am hilfreichsten das Buch von Franz von Sales Doyé, “DIE ALTEN TRACHTEN der männlichen und weiblichen Orden sowie der geistlichen Mitglieder der ritterlichen Orden”. Mit Abbildungen (Stiche nach Beschreibungen) vom 4. Jrh.an! Das Buch ist allerdings alt (die neueste Literaturangabe ist von 1918)und schwer zu erhalten. Am besten gleich bei eurobuch.com versuchen.
Dann ein leichter zu erreichendes Buch: “Mönchtum Orden Klöster” Lexikon im Verlag C. H. Beck. Ergänzt sich sehr gut mit dem ersten Buch, weil hier genauer auf die einzelnen Ordensgeschichten eingegangen wird.

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Eintrag #29 vom 26. Apr. 2005 11:18 Uhr Andrea Thiem  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Andrea Thiem eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Wie hält der Schleier einer Nonne auf der Haube?

Hallo,
ich arbeite an der Darstellung einer Nonne. Meine praktischen Versuche haben gezeigt, daß es schwierig ist, den Schleier richtig zu befestigen. Er soll ja nicht rutschen, also habe ich ihn an der Haube festgenäht, und dann zog er durch sein Gewicht die ganze Kopfbedeckung nach hinten, obwohl ich die Haube schon festgebunden hatte.
Wer weiß, wie das damals funktionierte? Danke!

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Eintrag #28 vom 18. Apr. 2005 14:45 Uhr Karen Thöle  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Karen Thöle eine Nachricht zu schreiben.

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Vgl. zu der Farbe der Zisterzienserinnen-Tracht Beitrag 9 in diesem Thread hier.
Ich dachte doch, ich hätte sowas schon mal gelesen…
Ein schwarzes Skapulier habe ich bei den Bildern von ZisterzienserINNEN allerdings nicht bemerkt. Ich werde aber, wenn ich Zeit habe, mal etwas genauer schauen.
Bis denn
Karen Thöle

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Eintrag #27 vom 12. Apr. 2005 16:33 Uhr Karen Thöle  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Karen Thöle eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Kleidung von Zisterzienserinnen

Komisch, da gab es doch vor ein paar Tagen einen Thread zur Kleidung von Zisterzienserinnen, und ich finde ihn nicht wieder… setze ich meine Antwort halt hierhin, hier paßt es auch.
Im Katalog zu den Ausstellungen “Krone und Schleier” gibt es mehrere Abbildungen von Zisterzienserinnen. Bei den meisten ist das Kleid ein helles oder mittleres beige oder grau, bei manchen (eher spätmittelalterlichen Abbildungen) auch weiß. Wimpel und unteres Schleiertuch sind immer weiß, darüber liegt ein schwarzer zusätzlicher Schleier.
Die wechselnden Farben des Kleides machen auf mich den Eindruck, als könnte dahinter die Grundidee stehen, ungefärbte Wolle zu benutzen, und bei den früheren Bildern wäre dazu Wolle von nicht ganz weißen Schafen (oder weiße und dunkle Wolle gemischt versponnen) benutzt worden, und bei den späteren Bildern dann weiße Wolle. Sagt die Ordensregel da eigentlich was zu?
Bis denn
Karen Thöle
PS: Wahrscheinlich kann ich mir meine Frage nach Kleidung von Kanonissen selbst beantworten. Ich werde es dann hier posten.

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Eintrag #26 vom 11. Jul. 2004 19:01 Uhr Irmgard Schulte  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Irmgard Schulte eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Damenstift und Mitra von Äbtissinnen

Hallo!
Soweit ich weiß, hat das Tragen von Mitren keine allgemeine Zeit gehabt, sondern ist (von Bischöfen natürlich abgesehen) ein einem kirchlichen Würdenträger wie z. B. ßbten vom Papst verliehenes Privileg.
Das Stift Börstel gibt es noch, allerdings leben die meisten Stiftsdamen nicht ständig da. Zu ihrer offiziellen Tracht, die sie auch nicht immer tragen müssen, gehört eine blaue Schärpe und ein Brustkreuz.
Es lohnt sich auf jeden Fall, da nachzufragen oder, wenn man in der Nähe wohnt, mal hinzufahren, das Stift ist recht alt und hat u. a. einen wirklich eindrucksvollen Kreuzgang.
Soweit ich weiß, ist der Stiftsschatz noch im Besitz der Damen, daher dürften sogar noch Gewänder aus denm 18. Jahrhundert vorhanden sein.
Gruß Irmi

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Eintrag #24 vom 27. Sep. 2002 13:51 Uhr Wilhelm Kaltenstadler   Nachricht

nach oben / Zur Übersicht De rebus alsaticis

Informationen zu Kleidung und anderen interessanten Dingen des 13. Jahrhunderts im Elsass, vor allem zu Kap. VII von “De rebus Alsaticis” aus Colmarer Annalen, finden Sie in meiner Website:
www.kalten.de
Stichwort “Wissenschaft”
Grüsse, salue

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Eintrag #23 vom 28. Jun. 2002 20:36 Uhr Juliane Schunke   Nachricht

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Hallo!
Ich bin durch Zufall auf diese Seite gestossen, bei der Suche nach Literatur zu Bischofs- und Kardinalstrachten. Ich konnte den vorhergehenden Einträgen schon viel Material entnehmen, aber kann mir vielleicht jemand einen Tip geben, wo ich Literatur dazu finde, welcher Bischof wann was anhatte, was auf der Kleidung zu sehen ist und was in der Kleidung unterschiedlich zum Kardinal ist? Wie sehen Kardinäle im Mittelalter aus?
Ich schreibe gerade eine Magisterarbeit zu Sienesischer Tafelmalerei Anfang des 14. Jahrhundert.
Ich würde mich sehr über Hilfe freuen.
Juliane

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Eintrag #22 vom 25. Jun. 2002 04:12 Uhr Carsten Baumann   Nachricht

nach oben / Zur Übersicht Die Regular - Kanonissen

Nur mal so zur Information, zum Thema Chorfrauen/ Chorherren:
Augustiner Chorherren - Die Regular - Kanoniker im Mittelalter
1. Augustinus und die “Augustiner - Regel”
Zunächst war der Nordafrikaner Augustinus (554 Tagaste/ Numidien - 430 Hippo) Lehrer in Kathargo, lehrte ab 378 in Rom und später in Mailand.
Noch vor seiner Bekehrung zum Christentum, durch den Kirchenlehrer Ambrosius im Jahre 387, lebte er mit Freunden in einer “Gelehrtengemeinschaft” zusammen, gemäß der von ihm aufgenommenen Lehre des Neuplatonismus.
Danach kehrte er nach Afrika, zunächst nach Thagaste, zurück wurde 391 in Hippo zum Priester geweiht und im Jahre 396 zum Bischof von Hippo. Er starb im Jahre 430, im Alter von 66 Jahren, während der Belagerung seiner Bischofsstadt, durch die Vandalen.
Mit seinen Klerikern pflegte Augustinus ein Gemeinschaftsleben. Neben größeren Schriftwerken sind drei kleinere Texte von Augustinus überliefert, die zusammengenommen die “Augustiner - Regel” bilden.
Zusammengefaßt, lassen sich aus der Regel drei Grundaspekte herausarbeiten:
1. die Gemeinsamkeit
2. die manuelle Arbeit
3. der geregelte Tagesablauf
In der Theologie des Augustinus spielte die göttliche Gnadenwirkung eine entscheidende Rolle. Der freie menschliche Wille war nahezu “ausgeschaltet”. Anstelle der fast “selbsterlösenden” Askese des östlichen Mönchstum trat bei Augustinus die nahezu absolute Gnadenwahl Gottes.
Die Regel beinhaltete an erster Stelle die Aussage: Vor allem werde Gott geliebt und dann der Nächste. Es gab eine - im Vergleich zur differenzierteren Benediktiner - Regel eher grob beschriebene Gebetsordnung.: Vom Morgen bis zur Sext sollte gearbeitet, von der Sext bis zur Non die Bibel gelesen werden, danach sei bis zum Sonnenuntergang im Garten zu arbeiten.
In der Gehorsamsfrage bezieht er sich auf Essen und Trinken (beides Maßvoll), die Kommunikation (gesprochen werden soll nur das Notwendige).
Verstöße gegen die Forderungen können mit Schlägen geahndet werden.
Die Zentrale Rolle in der Gemeinschaft wird dem Probst zugeschrieben, er entscheidet in allen Fragen für die Konventmitglieder. Die Augustinische Regel betont zum Beispiel, daß der Probst darüber zu befinden habe, daß jeder nach seinem Bedarf aus dem Besitz des Klosters erhalte. Die Augustinische Regel lehnt Privateigentum ab, als Bestandteil der apostolischen Nachfolge.
2. Chorherrn/ Kanoniker
Ab dem Frühmittelalter entwickelte sich die Rolle des Chorherren, oder Kanonikers, in Bischofskirchen, aus der ursprünglich ausschließlichen Funktion des Chorsängers bei Gottesdiensten, insbesondere beim Stundengebet, hin zum Kleriker.
Bis zum 12. Jahrhundert hatte sich eine Entwicklung vollzogen und nahezu jeder Chorherr war Inhaber der Priesterwürde oder eines Diakonenamtes.
Im 9. Jahrhundert gab es bereits Versuche, die Chorherren einer Regel zu unterwerfen. Für den deutschen Sprachraum ist wohl die Aachener STATUTA CONICORUM, von 816, die sich zwar partiell an die Benediktiner - Regel anlehnte, dem Klerus aber große Freiheiten ließ. So wurde das Privateigentum des Klerus beibehalten.
Es gab Gemeinschaften, die sich den Reformen widersetzten und weiterhin nach diesen freien Regularien lebten.
Hier sprechen wir von den Chorherren oder Säkularkanonikern. Ein Beispiel dafür ist das Reichsstift Quedlinburg, das, bis es sich 1540 in eine evangelisches Stift umwandelte, der “liberalen” Aachener Regel anhing. “Man lebte bequem nach der für ihre Großzügigkeit bekannten Aachener Kanoniker - Regel von 816, die Fleischgenuß und lässige Kleidung erlaubte, und nahm weiter, um unter sich zu sein und den Besitzstand zu halten, nur Adlige auf.”. (ZITAT: FUHRMANN, HORST: “ßberall ist Mittelalter”. Verlag C.H. Beck, München, 1996; S. 113.).
Verbunden mit der “Gregorianischen Reform”, unter Papst Gregor VII., in der zweiten Hälfte des elften Jahrhunderts, entstand eine “Kanonikerbewegung”, die zur schnellen Bildung kleiner, klosterartiger Gemeinschaften und Verbände führte. Sie verbreitete sich schnell über ganz Europa hinweg und berief sich seit Beginn des 12. Jahrhunderts auf die AUGUSTINER - REGEL.
Diese werden Augustiner - Chorherren oder Regularkanoniker genannt. Bezogen auf die entsprechenden Frauenkongregationen wird von Regulierten Kanonissen gesprochen.
3. Die Augustiner Chorherren oder Regularkanoniker
Ziel dieser neuen Ordensbildungen war es, der Priesterschaft, unter einer deutlichen Regelgabe und unter starken morastigen Einflüssen, ein gemeinsames und nach monastischen (“mönchischen”) Idealen ausgerichtetes, Leben zu ermöglichen. Eine “Verweltlichung” sollte verhindert werden. “Die Augustiner waren ein Bollwerk gegen das Abgleiten der Priester in die reine Weltlichkeit.” (ZITAT: NIGG, WALTER: “Vom Geheimnis der Mönche”, Diogenes Verlag, Zürich, 1990; S. 148.).
Zwar unterlagen alle Augustiner - Chorherren - Kongregationen der “augustinischen” Regel,
jedoch wurde sie nicht in allen einzelnen Stiften oder Verbänden immer gleich ausgelegt und gelebt. Entscheidend für den Lebensalltag waren die “Consuetudines”, die Konstitutionen, zu denen sich einzelne Gemeinschaften oder Verbände, bekannten. Der zwar häufig verwendete Ordensbegriff ist - auf das Mittelalter bezogen, im Grunde deplaziert. Es gab keinen einheitlichen “Augustiner - Orden”, sondern viele Kongregationen und Verbände.
Aus den Gemeinschaften heraus, erfüllten die Augustiner - Chorherren ihre Aufgaben. Hierzu gehörten teilweise die Seelsorge (Beichte), Messe (zum Teil schon für die laikale ßffentlichkeit), Chorgebet.
Neue Kanonikergruppen fanden sich, unter der augustinischen Regel, zur Erfüllung besonderer Aufgaben zusammen, wie - unter anderem - zur Betreuung von Pilgern an gefahrvollen Stellen der Pilgerstraßen. Die Kanoniker - Gemeinschaft auf dem Großen St. Bernhard entstand zum Beispiel in diesem Zusammenhang.
Größere Kanoniker - Verbände entstanden um St. , St. Quentin in Beauvais, St. Maria Portuensis in Ravenna und Marbach im Elsaß. Im deutschsprachigen Raum z.B. in Rottenbuch in Bayern, Sankt Florian in ßsterreich, Dießen und Melk in der Schweiz, Klosterrath bei Aachen und in vielen anderen Bistümern.
Die regulierten Kanonissen - Kongregationen waren, in denen, meist adlige, Frauen,
zum Teil zeitlich begrenzt und häufig ohne Gelübde, zusammenlebten. Ihre Hauptaufgaben bestanden im gemeinsamen und persönlichen Gebet, standesgemäßen Handarbeiten und dem Schreib- und Leserwerb. Beispiele für Kanonissen - Kongregationen sind u.a. Lindau, Essen, Buchau und Regensburg.
Meines Erachtens können wir davon ausgehen, daß die Augustiner - Chorherren keine vollkommen einheitliche Kleider - Ordnung besaßen, sondern daß diese von den Consuetudines der jeweiligen Kongregation, bzw. des Verbandes, abhängig war.
Nach BßHLER, JOHANNES: “Klosterleben im Mittelalter.”, Insel Verlag, Frankfurt a.M., 1989, S. 316/317, läßt sich allerdings folgendes sagen: “Die Kleidung der Augustiner - Chorherren war ursprünglich der Talar, eine darüber befindliche Albe, ferner im Winter das Almutium, das ist ein Gewandstück von Pelz, welches den Kopf und die Schultern bis zu den Ellenbogen bedeckte, und im Sommer die ähnlich geformte Mozzetta von Wolle; endlich die Kappa, ein nach allen Seiten geschlossener Mantel, der nur ßffnungen hatte, um die um die Hände durchzustecken, und mit einer Kapuze versehen war.” .
Mit der Entwicklung der Augustiner - Chorherren - Kongregationen, gab es eine deutliche Annäherung vonseiten der Kanoniker, hin zum Mönchstum, was im Zusammenhang mit den kirchlichen Reformbestrebungen des elften und zwölften Jahrhunderts (zurück zu einem heiligmäßigen, wahrhaft christlichen Leben) zu sehen ist. Teil- und zeitweise verschwanden die Unterschiede beinahe ganz. Wie auch die Geschichte des Prämonstratenser - Ordens, bei dem es sich um die Weiterentwicklung der Regular - Kanoniker - Idee, zur Formung eines - mehr oder weniger - einheitlichen Ordens, handelt.
4. Weiterführende Literatur:
SIEGWART, J.: “Die Chorherren und Chor- Frauengemeinschaften in der

                              deutschsprachigen Schweiz, vom 6. Jahrhundert bis zum Jahr 1160.",        

                              Freiburg, 1962.

FRANK, ISNARD WILHELM: ”Kirchengeschichte des Mittelalters.“, Patmos - Verlag,

                             1984.

KUPISCH, KARL: ”Kirchengeschichte. Band 1 - 3.“, Kohlhammer Verlag, Berlin, Mainz,

                              Köln, 1973, 1983.

HOLTZ, LEONHARD: ”Geschichte des christlichen Ordenslebens.", Benziger Verlag,

                              Zürich, Einsiedeln, Köln, 1986.

Gruß von Carsten

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Eintrag #21 vom 24. Jun. 2002 15:16 Uhr Karen Thöle  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Karen Thöle eine Nachricht zu schreiben.

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Am letzten Freitag war ich in Gandersheim, einem der ältesten deutschen Kanonissenstiftern, und aufgrund seiner Königsnähe zumindest in ottonischer Zeit auch eines der Bedeutendsten. Dieses Stift wurde auch während der Reformation in ein evangelisches Damenstift umgewandelt. Aus dem 18. Jahrhundert hängen noch zahlreiche Bilder im ehemaligen Kapitelsaal:
Die Kanonissen (und ßbtissinnen) tragen ganz unterschiedliche weltliche, höfische barocke Kleidung, mit großem Dekolletee und Reifrock. Auch ihre Haare sind auf den Bildern nicht oder nicht auffällig bedeckt. Kennzeichnend für alle war allerdings eine blaue Schärpe von der rechten Schulter zur linken Hüfte. Kurz bevor die Schärpe um die Hüfte herum verschwand, war daran ein Kruzifix befestigt, bei einigen mit einem Totenschädel, dem sogenannten Adamsschädel, am unteren Ende. Ich glaube, diese Schärpe wurde so etwa 1700 eingeführt, an Genaues erinnere ich mich aber nicht mehr.
Ich erinnere mich daran, daß ich als Kind einmal Stiftsdamen aus dem Stift Börstel (in der Nähe von Osnabrück) gesehen habe. Es ist schon lange her, aber ich glaube, die trugen auch so eine blaue Schärpe, mit einem Kreuz oder Orden. Das Stift besteht meines Wissens noch, wer es genau wissen will, kann da ja nachfragen…
Bis denn
karen Thöle

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Eintrag #20 vom 20. Jun. 2002 19:29 Uhr Karen Thöle  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Karen Thöle eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Kanonissen im 18. Jahrhundert

Die Kleidung der Kanonissen im 18. Jahrhundert ist sehr unterschiedlich, so daß sich die Bekleidung von einzelnen Stiften nur durch Vergleich mit der Kleidung in anderen Stiften wahrscheinlich nicht mehr erschließen lassen wird (das gilt ungefähr auch für die frühere Zeit).
Bei meiner Suche nach der Kleidung von Kanonissen eigentlich älterer Zeit stieß ich auf ein Buch von 1716, das Abbildungen von Kanonissen enthält (ich weiß nicht mehr, in welchem Band):
“Histoire du Clergé seculier et regulier, des Congregations, de Chanoines et de Clercs, et des Ordres Religieux de l’un et de l’autre sexe, qui ont été établis jusques à present” / Filippo Buonanni. - A Amsterdam : Brunel, 1716
Ich hatte Glück, unsere Uni (Göttingen) hatte es am Ort. Zusammengefasst kann man sagen:
- Grundfarbe der Kleidung: weiß. Es gab aber auch schwarze Kleidung.
- Ein irgendwie geartetes Oberkleid (Rochette, Skapulier) war auch weiß. Ich glaube aber, auch da gab es Ausnahmen.
- Eine Haube (Rise, Wimpel), die Hals, Dekolletee und Kopf bedeckte, war weiß. Manche hatten aber so etwas nicht.
- Ein Schleier war meist schwarz. Ob es da Ausnahmen gab, weiß ich nicht mehr.
- Auch der Mantel, der über die Schultern gehängt wurde, war meistens schwarz.
Schwieriger sieht es mit dem Schnitt der Kleidung aus. Ein Teil der Kanonissen hatte Kleider mit eher mittelalterlichem Schnitt: Gegürtetes Kleid, darüber ein Skapulier, Haube und Schleier, wie man es von den ganz typischen Nonnenbildern kennt. Ein Bild hatte mehr die Optik der 15. Jahrhunderts: Pelzgefütterter Mantel, breiter Kragen und ein spitzer Hennin als Haube. Es gab sogar einige Bilder, auf denen die Kanonissen richtig typische Barockkleidung trugen, mit Rüschen an Saum und ßrmeln und engem Mieder. Eine Kanonisse hatte als Rochette etwas, was so aussieht wie das, was heute die Messdiener tragen.
Also, alles nicht so einfach, und wie das bei evangelischen Damenstiften aussah, da weiß ich auch nichts drüber.
Den Schleier trugen übrigens zumindest im Mittelalter alle Frauen, die sich in ein Kloster begaben. Für den Gottesdienst mußte sowieso das Haupt verhüllt werden, und die “velatio”, die “Verschleierung”, war Zeichen der Aufnahme in das Stift bzw. Kloster als Mitglied mit allen Rechten und Pflichten.
Ich hoffe, weitergeholfen zu haben.
Bis denn
Karen Thöle

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Eintrag #19 vom 17. Jun. 2002 17:59 Uhr Frieder Küppers   Nachricht

nach oben / Zur Übersicht Bekleidung von Stiftsdamen

Liebe Margit Salzinger,
wir von der ev.-luth. St. Marienkirchengemeinde in Minden suchen ebenfalls nach Angaben über die Bekleidung von Stiftsdamen. Neben unserer Kirche existierte bis 1810 ein freiweltliches Damenstift. Dieses bekam 1778 von Friedrich dem Großen einen Orden verliehen. Damit saßen die Stiftsdamen an einem Tisch mit anderen Größen aus Politik und Militär. Diese Geste der Aufwertung der Arbeit der Stiftsdamen wollen wir dokumentieren. Das einzige, was wir bisher gefunden haben, ist der Hinweis, dass im Stift Gernrode im Mittelalter einer Stiftsdame beim Eintritt in den Konvent vom Bischof ein Schleier umgelegt wurde.
Falls Sie schon fündig geworden sein sollten, würde ich Sie um Nachricht bitten.
Gruß, Frieder Küppers

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Eintrag #18 vom 22. Mrz. 2002 10:30 Uhr Margit Salzinger   Nachricht

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Bin auf der Suche nach Ordenskleidung von
Stiftsdamen im 18.Jhd.
Vielleicht kann mir jemand weiterhelfen.
Wäre sehr dankbar.
Margit
Liebe Grüße Margit

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Eintrag #14 vom 08. Nov. 2001 19:01 Uhr Nikolaj Thon  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Nikolaj Thon eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Quellennachweis

Hallo Karen,
Du hast recht, dass ich natürlich auch die Quellennachweise angeben sollte: Die Informationen stammen aus den gängigen theologischen Lexika (unter dem Stichwort “Kanonissen” bzw. im ersten Fall noch “Canonissen”), nämlich:
Wetzer & Weltes “Kirchenlexikon” (erschienen Ende 19. Jh., der fragliche Band Freiburg 1883) bzw.
dem “LThK” (= Lexikon für Theologie und Kirche), und zwar der letzten vollständigen (also der 2.) Auflage, erschienen in den 60er Jahren (eine Neuauflage ist gerade in Arbeit), der fragliche Band Freiburg 1960.
Dass gerade bei den Chorfrauen die ßbtissin auch weitergehende liturgische Rechte besaß, dürfte mit deren sozialer (= adeliger) Herkunft zusammenhänge, obwohl beim Stundengebet auch die Benediktineräbtissin das Schlussgebet spricht bzw. singt.
Beste Grüße Nikolaj

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Eintrag #13 vom 08. Nov. 2001 17:51 Uhr Karen Thöle  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Karen Thöle eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Danke!

Danke, Nikolai!
Ich hatte mich nicht eher gemeldet, weil ich selbst noch am Lesen war. Einiges hatte ich auch schon herausgefunden, aber gerade eben das mit der Kleidung hatte ich nicht gewußt.
Mein Interesse an Ordensfrauen rührt daher, daß ich in meine Darstellung die mittelalterliche Fertigkeit einbringen wollte, die ich beherrsche - das Singen des Gregorianischen Chorals. Da wir uns in unserer Schola an den Neumen orientieren, wäre optimal eine Lebensform, die es schon im 10. Jhd. gab - also Benediktinerinnen oder Kanonissen. Als Benediktinerin - allerdings gut 200 Jahre später - könnte ich dann auch noch Hildegard von Bingen singen.
Beide “Lebensformen” werden in der Literatur genannt, wenn es um Teilnahme von Frauen am liturgischen Gesang geht. Allerdings habe ich da Widersprüchliches gehört: Entweder nur Ausführung der Stundengebente oder auch Singen in der Messe; bei den Kanonissen soll einerseits sogar das normalerweise vom Priester gesprochene Schlußgebet durch die ßbtissin gelesen worden sein, andererseits sollten die Sanctimoniales weit entfernt vom Altarraum versteckt auf einer Empore oder hinter einem Vorhang sitzen. Wie Du schon schreibst, liegt die Wahrheit wohl irgendwo dazwischen:
Das Eine wird angstrebt, das Andere muß verboten werden, weil es anscheinend gängige Praxis darstellt.
Nun muß ich mich nur noch entscheiden: Schwarzes Kleid oder Goldkreuz? Und wo hast Du die Informationen des letzten Teiles Deines Textes her, das über Kleidung, Abzeichen, Heirat und so? Vielleicht finde ich da noch mehr, was ich brauchen kann. Und nochmal danke für die Anregungen!
Bis denn
Karen

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Eintrag #12 vom 06. Nov. 2001 21:24 Uhr Nikolaj Thon  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Nikolaj Thon eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Kanonissen

Hier erst mal ein paar Informationen zu den Kanonissen:
Bei den Kanonissen (manchmal auch als “Chorfrauen” oder “Stiftsdamen” bezeichnet) handelt es sich um eine geistliche Lebensform vor allem des FMA, die sich aus den in der griechischen Kirche seit dem 4., im Abendland aber erst seit dem 8. Jh. bekannten “Gottgeweihten” (so spricht das 2. Konzil von Chalons sur Saones 813 von “sanctimoniales, quae se canonicas vocant” und erlässt Regeln für sie) entwickelt.
Es handelt sich also um Frauen, die ohne einerseits Nonnen im eigentlichen Sinne zu sein und sein zu wollen (d.h. monastisch gemäß einer mit den drei Gelübden verbundenen Ordensregel zu leben), aber andererseits auch nicht - wie die Beginen - allein (bzw. in Kleingruppen) zu leben, sich in einer Gemeinschaft dem “gottgeweihten” Leben nach bestimmten Regeln (griech./lat. Kanones) weihten.
Anders ausgedrückt: Es handelt sich um weltliche Personen weiblichen Geschlechtes, die sich zwar einer bestimmten Lebensordnung (dazu gehörte die Einhaltung der “kanonischen” Tagzeiten, also der Gebetsordnung von Matutin, Vesper, Komplet usw, i.d.R. gemeinsames Essen)unterwerfen und “Gott weihen”, aber keine monastischen Gelübde ablegen.
Auf Grund dieser Unterschiede nennt man den Lebensbereich der K. auch nicht “Kloster”, sondern Stift, oft mit dem Zusatz “freiweltlich” (saeculares).
Diese “canonicae” sind als solche seit dem Concilium Germanicum von 742 in Deutschland nachweisbar und erhielten auch Regeln, z.B. in Deutschland die Aachener Regel der großen Reichtagssynode von 816 (im 2. Buch “de institutione sanctimonialium”).
Danach waren sie während ihres Aufenthaltes im Stift zwar grundsätzlich zur Beachtung von Gehorsam und Keuschheit verpflichtet (jedoch nicht in Form eines Gelübdes!), aber nicht zur monastischen Armut. Vielmehr durften sie eigenes Vermögen und eigene Kurien (Wohlräume bzw. Häuschen) in der Stiftsimmunität sowie Mägde zu ihrer Bedienung haben, mit Wissen der ßbtissin das Stift verlassen, um Besuche und Reisen zu machen, und - da sie ja kein Gelübde der Keuschheit abgelegt hatten - sogar ggf. auch nach Entlassung aus der Gemeinschaft heiraten.
Die Leitung der Kanonissenstifte oblag einer ßbtissin, worunter sich einige bekannte Persönlichkeiten des MA befanden (z.B. Hathumod von Gandersheim, Mathilde von Quedlinburg, Theophanu und Hadewig von Essen, Richlint und Herrad vom Odilienberg u.a.m.) .
Da die K. im Gegensatz zu den Nonnen eben nicht durch die Gelübde gebunden waren und Eigenbesitz haben konnten, war ihre Lebensform gerade auch für Angehörige des (höheren) Adels interessant. Nicht von ungefähr erlangten daher etliche Stifte die Reichsunmittelbarkeit und ihre ßbtissinnen die Reichsfürstenwürde (z.B. Säckingen, Essen/Ruhr; Herford, Gandersheim, Eschwege, Quedlinburg). Im allgemeinen lässt sich sagen, dass mehr und mehr nur Töchter adeliger Familien Aufnahme fanden - bei einer immer strengeren Adelsprobe (Nachweis einer bestimmten Anzahl adeliger Vorfahren in immer mehr Generationen).
Im dt. Sprachgebiet sind drei Phasen der Kanonissenstiftsgründungen zu beobachten:
1. die fränkische im 6.-9. Jh.
2. die westfälische im 9. Jh.
3. die sächsische im 9.-11. Jh.
Besonders die Erlaubnis des Privateigentums und die Herkunft der meisten Stiftsdamen aus dem (höheren) Adel führte allerdings rasch zu einer starken Verweltlichung und wurde daher von einer römischen Synode von 1059 eigentlich untersagt, aber wohl ohne generellen Erfolg: Jedenfalls verbieten erneut Londoner Synoden von 1127 und 1138 beispielsweise das Tragen kostbarer Kleidung, Synoden von Rheims 1148 und 1157 das Einzelwohnen in besonderen Villen und Landgütern und schließlich das II. Laterankonzil 1139 das Heiraten und das Abhalten des Chores in Gemeinsamkeit mit Chorherren oder Mönchen - ohne dass allerdings offensichtlich die Verbote fruchteten: Jedenfalls schildert Kardinal Jacobus de Vitry im 13. Jh. die Zustände bei den Kanonissen in Brabant und in den “Teutonicorum et Allemannicorum provinciae” sehr kritisch.
Doch trotz mancher päpstlicher und sonstiger kirchlicher Interventionen (etwa Bonifatius VIII. oder des Konzils von Trient) änderte sich offensichtlich nicht viel: Seit dem HMA und besonders dem SMA beschränkte sich i.d.R. die Gemeinsamkeit nur noch auf das Wohnen in einem Gebäude oder Gebäudekomplex bei ansonsten getrennter Haushaltung und einige wenige gemeinsame Gebetszeiten. Die geistliche Tracht wurde in sich immer kostbarer (Verzierungen, goldene Kreuze usw.) und dazu oft nur morgens beim Gottesdienst überhaupt angelegt; ansonsten kleidete man sich wie weltliche Frauen des gleichen Standes unter Beifügung eines Capitelabzeichens in Form einer Medaille oder eines Kreuzes o.ä. Zur Ehelosigkeit waren nur noch die ßbtissin und in etwa einige Dignitarinnen verpflichtet, welche entsprechende Versprechen abgelegt hatten; die übrigen K. konnten beliebig austreten und heiraten. Die dafür notwendige Entlassung war reine Formsache geworden. So kann man sagen, die Stifte waren seit dem HMA zunehmend zu Versorgungsanstalten für die (noch) unverheiratbaren Töchter des (höheren) Adels gfeworden.
Allerdings gab es auch seit dem 11. Jh. eine Reformbewegung, doch nennen sich seit dieser Zeit die strenger nach einer Regel (und zwar der Augustinus-R.) lebenden K. bald “regulierte K.” oder Augustiner-Chorfrauen.
Die meisten dt. Stifte endeten in der Reformation oder wurden in ev. Damenstifte umgewandet, von denen noch einige bis heute wirken (vor allem in Niedersachsen und Norddeutschland).
Die Tracht der K. war von der monastischen der Nonnen deutlich unterschieden, aber nicht einheitlich, wenngleich die Aachener Regel von einem schwarzen Kleid mit Schleier spricht.
Doch kamen, wie schon gesagt, hier immer wieder weltliche Einflüsse zum Tragen.
Langt das für’s Erste?
Beste Grüße Nikolaj

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Eintrag #11 vom 05. Nov. 2001 16:45 Uhr Nikolaj Thon  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Nikolaj Thon eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Zwischenantwort

Hallo Karen,
hier erst einmal eine kurze Zwischenantwort (für die detaillierte muss ich ein wenig recherchieren):
1. Hildegarddarstellungen gibt es auch, auf denen sie ein dunkelblaues Kleid trägt (wenn wir es nicht mit Farbverfärbungen des MS zu tun haben!).
2. Franziskaner und Kartäuser würde ich nun doch nicht mehr ins “weiß-graue” Farbschema einbeziehen; da ist schon eine braune Grundfarbe des Habits sinnvoll (obwohl die Minoriten in England natürlich auch als “grey friars” bezeichnet wurden!).
3. Da Du ja eine Frau bist und demzufolge eine Nonne darstellen willst, bitte aufpassen: Nicht alle weiblichen Orden sind zeitgleich mit den männlichen entstanden! Welche Zeit hast Du Dir ausgesucht?
ich werde mal sehen, ob ich Dir dann die Gründungsdaten sagen kann (und vielleicht auch etwas zu den Kanonissen!). Aber eben “in tempore opportuno” (alles zu seiner Zeit!).
Bis dahin:
Beste Grüße Nikolaj

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