bezüglich des "Zusammenflickens" aus zwei oder mehr Teilen von Gürteln meine ich mich erinnern zu können, das diese Methode bei (Geld-)Strafe von den Zünften untersagt war. Wo stand das nur ?
Eigene Frage: wie sieht es aus mit der Verbesserung der Schnittkanten von Ledergürteln durch Bestreichen mit z.B. Knochenleim. Hat da jemand einen Beleg ?
wenn es sich um wirklich gaaanz einfache Landsassen handeln soll, ist die einfachste Lösung: ein Seil.
Einfache Seile als Leibgürtel findet man bei Abbildungen von Hirten (Verkündigungsszenen sind zum Glück relativ häufig), aufgrund ihrer Armut und Bescheidenheit gerühmten Heiligen oder von Bettelbrüdern.
Was für Gürtel gab es um 1200 bei der einfachen Landbevölkerung?
Ich meine die einfachen Leibriemen um die Kleidung zusammenzuhalten.
Material Leder oder Stoff?
Zum Thema Gürtellänge hätte ich da eine Frage. Die Riemenlänge ist ja durch die Größe des Tieres beschränkt. Wie kann man nun den Gürtel auf die gewünschte Länge bekommen? Gibt es Nachweise über Gürtel, die aus zwei! Riemen bestanden? Das sollte dann in etwa so aussehen, dass die Riemenenden sozusagen eine Fase bekommen. Die Riemenenden werden dann übereinandergelegt und miteinander verbunden (geklebt/vernäht). Dieses Prinzip hat man noch zu Großmutterszeiten für Riementriebe benutzt.
Hat damit jemand Erfahrungen, bzw Quellen?
Ich habe 'Eccliastical Pomp....' von Nancy Spies. Bei den Beschreibungen der 69 Musteranleitung ist leider kein einziger Gürtel erwähnt. Im Anhang sind wohl über 200 weitere brettchengewebte Bänder aus 10 Jahrhunderten aufgelistet. Da ist bestimmt ein brettchengewebter bei.
'Gürtel des hohen und späten Mittelalters' von Ilse Fingerlin hat sehr viele detaillierte Beschreibungen von Gürtel. Reinschauen lohnt sich auf alle Fälle. Antiquarisch ist es leider nicht mehr erhältlich, aber durch die Bücherei deines Vertrauens kannst du es über die Fernleihe bestellen.
so weit ich mich erinnern kann, ist in dem Guertelbuch von Ilse Fingerlin ein Guertel aus einem spanischen Grab des 13. Jh. dabei. Ich glaube, der Mann war sogar ein Prinz, kann mich aber nicht mehr ganz genau erinnern.
Der Guertel jedenfalls war brettchengewebt (wohl broschiert), aber die metallenen Beschlaege waren ohne jede Ruecksicht auf das Textilmuster angebracht. Metall machte offenbar noch deutlich mehr her als kunstvolle Textilie.
Ein Prinzip, das mir auch an den wenigen noch erhaltenen Moebeln/Kaesten/Kaestchen aus dem HMA aufgefallen ist. Oft sind metallene Beschlaege oder Schloesser ruecksichtslos und unsymmetrisch ueber wunderschoene Schnitzarbeiten geknallt worden. Anfangs habe ich immer gedacht, das waeren die Suenden der Nachgeborenen, aber allmaehlich glaube ich, das haengt mit der Wertschaetzung von Metall und Metallarbeiten zusammen.
Kann jemand, der das Fingerlin-Buch selbst besitzt, bitte mal nachgucken, um meine Erinnerung zu verifizieren? (Wenn mir jemand einen Tip geben kann, wo man diese "Guertelbibel" preiswert erwerben kann, waere ich noch gluecklicher;-)
Vielleicht gibt auch das Buch von Nancy Spies "Ecclesiastical Pomp & Aristocratic Circumstance:
A Thousand Years of Brocaded Tabletwoven Bands" etwas Aufschluss? Ich kenne das Buch nicht selbst, denke aber, da muessten auch Guertel dabeisein.
Gruss, Claudia
Gürtel: Ich empfehle "Die Gründer von Laach und Sayn - Fürstenbildnisse des 13.Jahrhunderts" ISBN 3-926982-26-8 . Da sind einige gute Abbildungen und Auswertungen zum Thema Kleidung und Accessoires drin.
Ansonsten mal in Naumburg, im Braunschweiger Dom, in Bamberg usw. vorbeigucken.
Die Leibgürtel sind meist aus einem recht dicken Material, das nach punziertem Leder aussieht.
Euer Haduwolff
ich werde einfach mal versuchen, das hier wiederzubeleben.
Hier also meine Fragen:
aus welchem Material wurden Gürtel im Hochmittelalter (1230 - 1330) gefertigt?
Leder, klar, aber was für Farben?
Natur (also braun)?
Schwarz (so wir in der Manesse bei oft Gürteln und Schuhen sehen)?
Wenn es weißes Leder gab (für die Schwertgurte und Handschuhe der Manesse z.B.), gab es dann auch buntes Leder?
Stoff?
Brettchengewebte Borte?
"Normaler" Stoff (also Wolle oder Leinen z.B.)
Und wie ist das mit Gürtelbeschlägen?
Die länglichen (nach Gösta Ditmar-Trauth auch "Bortenstecker" genannt) sind vielleicht zur Stabilisierung bei Borten eben sinnvoll, aber andererseits: wie sinnvoll sind Gürtelbeschläge auf gemusterten Borten?
Gürtel, das interessiert mich auch.
Ich konkretisiere: 1250 - 1300, armer städtischer Handwerker, Mitteldeutschland.
Ich gehe davon aus, dass sowohl Leder, (brettchen-?)-gewebter Stoff oder zur Not auch ein einfacher Strick die Tunika zusammenhalten konnten. Die Frage ist, welcher soziale Stand konnte sich welche Verschluß-"Technik" leisten ?
Metallene Schnallen und Riemenzungen dürften im HMA nicht ganz billig gewesen sein ... ?!
es grüßt Ulrich (von der Spree)
Hallo!
Gürtel!
Wie sahen die aus, woraus wurden die gemacht und wie wurden die geschlossen, wenn man zu arm ist für eine Schnalle?
Gebt mir Texte, Bilder, Anleitungen, ich bin für alles dankbar. Nur möglichst auf Deutsch!
Vielen Dank schon mal! Katja