Thema als Feed (RSS 2.0) Thema als Feed (ATOM 1.0) Die Schlacht auf dem Peipussee 1242

Einträge 41 bis 42 (von insgesamt 42 Einträgen)

1 2 3

Eintrag #2 vom 09. Nov. 2001 08:47 UhrJoachim Meinicke Profil

nach oben / Zur Übersichtalsooooooooo

Oh, nur 29 Fragen in einem Eintrag, was ist los, bist Du zwischendurch festgefroren? *gr.

Also, es war auch schon in Brandenburg ÜBLICH Kriegszüge im Winter zu unternehmen. Ich darf doch mal mich selbst von der HP zitieren: So eroberte Heinrich I im Winter 928/29 Brennabor, den auf einer Insel gelegenen Fürstensitz der Heveller. Burg und Siedlung haben dem Land später den Namen (Brandenburg) gegeben." Und hier hast Du auch schon den Grund serviert bekommen. Die Gegend hier, weiter östlich sieht es nicht groß anders aus, ist reich an Gewässern, früher vor der Urbarmachung gab es unzählige Sümpfe. Höhenburgen sind naturbedingt selten, häufig erfolgte der Schutz der Wehranlagen durch Gewässer, ob nun künstlich oder Natur. Und die neigen nun mal dazu, zuzufrieren, wodurch ihre Schutzfunktion leidet. Auch konnten Sümpfe und Gewässer auf Feldzügen oft nur im zugefrorenen über/durchquert werden.

Achtung: damals anderes Klima als heute, deswegen sagen Temperaturerhebungen der Neuzeit über besagten See nichts über den damaligen Zustand aus!

Ein Punkt noch: Sumpfige Gebiete in warmen Jahreszeiten bedeuten für Truppen eine erhöhte Gefahr von Infektionskrankheiten, die z.B. durch dort häufig vorkommende Insekten verbreitet werden (siehe div. Romfeldzüge).

Der DO wußte all dies, viele seiner "Gastritter" nicht, die im Sommer anreisten und gegen den Rat des Ordens gleich mal kräftig zuschlagen wollten.

Joachim

BewertungHinweis:
Durchschnittlich 0 Sterne
Durchschnittlich 0 Sterne
Durchschnittlich 0 Sterne
Durchschnittlich 0 Sterne
Durchschnittlich 0 Sterne
Eintrag #1 vom 09. Nov. 2001 01:52 UhrThomas Butters Email

nach oben / Zur ÜbersichtIm Winter ist es meistens kalt.

Die englischen Quellen nennen sie "Battle of lake Peipus".
Frage 1°) Wer weiß, wie man sie in der russischen Geschichtsschreibung bezeichnet?

Es wird zwar immer wieder die These in den Raum gestellt, die Schlacht hätte gar nicht stattgefunden. Diese würde ich zunächst einmal völlig außen vor lassen, da sonst nicht sowohl in der russischen Geschichtsschreibung als auch der des Ordens davon die Rede wäre. Allem Anschein nach war sie auch nicht völlig ohne Bedeutung, da sie die Ostexpansion des Ordens in Richtung Rußland beendete. Daß vielleicht die Größenordnungen andere waren, als das manche Geschichtsbücher und bes. der Film von S. Eisenstein vermitteln, ist eine ganz andere Sache und für das, was mich interessiert zunächst völlig ohne Belangen. Mir geht es hauptsächlich um den Fakt, daß sie im Winter (eigentlich April) und bei zugefrorenem See stattgefunden haben soll. Eigentlich war es das ganze MA hindurch nicht üblich im Winter Krieg zu führen. Die Gründe dafür dürften ja hinlänglich bekannt sein.
Frage 2°) Wer kennt jedoch noch andere Schlachten, die im Winter geschlagen wurden?
Frage 3°) Was konnte Ritter des "DO" bewogen haben, bei so einem "Sauwetter" in voller Rüstung durch die Landschaft zu reiten?
Frage 4°) Was für Schuhwerk konnten denn die Ritter und besonders deren Kriegsknechte (Fußvolk) getragen haben, um sich nicht allein durch Nässe und Kälte den Tod zu holen?
Frage 5°) Wem ist etwas über die meteorologischen Bedingungen im Winter 1242 bekannt?
Frage 6°) War der See wirklich zugefroren?
Frage 7°) Friert der See eigentlich regelmäßig im Winter zu?
Frage 8°) Wie läuft man in ma. Winterschuhwerk auf Eis?
Frage 9°) Wie verhält sich ein eisenbeschlagenes Pferd auf dem Eis?
Frage 10°) Geht ein ausgebildetes Streitroß unter seinem Reiter eigentlich auf einen zugefrorenen See?
Frage 11°) Frieren dem Pferd nicht die Hufe, d.h. bes. die Hufeisen, am Eis fest?
Frage 12°) Kann es vielleicht sein, daß die Schlacht, wie auch behauptet, am Ufer des Sees stattgefunden hat und lediglich die geschlagenen Ordensritter sich auf das Eis des Sees als einzig offene (feindfreie) Fläche zurückzogen?
Frage 13°) Wenn es nur leicht gepanzerte Reiter gewesen wären, dann hätten sie doch nicht zwangsläufig durch ihr Gewicht im Eis versinken müssen?
Frage 14°) War vielleicht nur das Eis zu dünn, um überhaupt Mensch und Tier zu tragen?

Ein Ritter kleidet sich normalerweise erst vor Beginn einer Schlacht in seine Rüstung.
Frage 15°) Gab es irgendwo in der Nähe (max. eine Tagesreise) ein Lager oder eine Burg, wo dies hätte stattfinden können und die als Aufmarschbasis od. Sammellager hätte dienen können?
Hier ein paar mögliche Beispiele:
- Otepää (Odenpäh) b. Tartu
- Padise (Padis) b. Tallin
- Pärnu (Pernau)
- Pöide (Peude)
- Tallin (Reval)
- Maasilinn (Sonnenburg) b. Saarimaa (Ösel)
- Toolse (Tolsburg) b. Narva
- Järve (Türpsal) b. Narva
- Vao (Wack) b. Rakvere (Wesenberg)
- Uue-Kastre (Warbeck) b. Tartu
- Paide (Weißenstein) b. Järva (Jerwen)
- Virtsu (Werder) b. Visala (Wieck)
Für den Fall, daß es keine im damaligen Sinne übliche Kriegs(Kampf-)vorbereitungen gegeben hat, bleibt ja eigentlich nur der logische Schluß, daß die Ordensleute nur in normale Reisekleidung (d.h. eigentl. auch leicht gerüstet) gehüllt waren.
Frage 16°) Haben wir es hier mit einer Schlacht eines regulären Krieges (d.h. Kriegserklärung durch eine der beiden Seiten) zu tun oder nicht?
Frage 17°) Wenn ja, ist sie schriftlich überliefert?
Frage 18°) Gibt es in den Aufzeichnungen des Ordens oder Rußlands Einträge über die notwendigen Kriegsvorbereitung?
Wie z.B. Aufruf zu Heerfolge, Sammeln von Lebensmittelvorräten, evtl. Steuererhöhungen od. neue Steuern udgl. mehr.
Frage 19°) Sind beispielsweise Soldrechnungen o.ä. erhalten geblieben, die Rückschlüsse auf die Anzahl der beteiligten Ritter zulassen?

Frage 20°) Wieso wurde ausgerechnet der See (oder dessen Umgebung) als Schlachtfeld ausgewählt?
Frage 21°) Wurde der Kampf vielleicht von einer Seite der Gegenseite an diesem Ort aufgezwungen (Wie z.B. mit Grunwald-Tannenberg)?
Frage 22°) Hatten die Russen vielleicht Wind davon bekommen und dem dt. Rittern eine kleine (böse) Überraschung im Schnee bereitet?
Frage 23°) Wer kennt die topographischen und strategischen Gegebenheiten des Geländes?
Frage 24°) Welche Truppenbewegungen ließ es zu und welche Truppenstärke konnte dort überhaupt operieren?
Frage 25°) Wie tief ist eigentlich der See im entsprechenden Bereich?

Frage 26°) Gab es je archäologische Untersuchungen um den See und im See selber?
Frage 27°) Haben ortsansässige Fischer schon mal zufällig was mit ihren Netzen aus dem See gefischt?

Frage 28°) Aus welchen Quellen ist uns das Datum des historischen Ereignisses überliefert?

Da der Titel des Themas nicht allgemein Schlachten im Winter heißt, sondern Bezug auf ein konkretes historisches Ereignis nimmt, sind an dieser Stelle natürlich auch alle Wortmeldungen gern gesehen, die irgendwelche weiteren Einzelheiten über selbiges mitteilen. Z.B. wie folgende Frage suggeriert:
Frage 29°) Handelt es sich hierbei um ein Ereignis, daß noch auf das Wirken des "Schwertbrüderordens" (bereits 1237 im "DO" aufgegangen)
allein zurückgeht oder bereits um eins, welches ausschließlich eine Angelegenheit des "DO" ist?
mfG - Thomas

BewertungHinweis:
Durchschnittlich 0 Sterne
Durchschnittlich 0 Sterne
Durchschnittlich 0 Sterne
Durchschnittlich 0 Sterne
Durchschnittlich 0 Sterne

Arrow_upNeue Einträge oberhalb dieser MarkierungArrow_up

1 2 3