jetzt muss ich mich doch mal an die Fachleute richten. Ich möchte meiner holden Meid eine Kräutertasche schenken. Problem, ich hab zwar schon etliche Seiten des www’s durchgesucht bin aber noch nicht fündig geworden. Da sie gerne eine Kräuterkundige ( oder wie man das auch nennen kann… ) anno 1200 darstellen möchte, währe das meiner Ansicht nach eine hilfreiche Bereicherung. Die Tasche oder so was in die Richtung sollte mehrere zu verschließende Einzelbehältinsse haben. Jetzt die Frage, gibt oder gab es sowas überhaupt? Und wenn wie sieht so was aus und wo bekommt man es her? ßber eure Antworten bin ich jetzt schon dankbar.
in italienischen Fresken des 14. Jhdts tauchen solche Taschen auch wiederholt bei Schäferdarstellungen auf - ich bin bis dato davon ausgegangen dass es sich um Netztaschen handeln könnte - is wohl nicht ;-)
Ich war vor kurzem in Italien, und in Monza im Dommuseum habe ich etwas gesehen, das sich nach Auskunft der Führerin im 6. Jahrhundert im SchatzTheodelindes befand: die “sporti degli apostoli”.
Der Legende nach handelt es sich um die Taschen der Apostel; ob sie nun tatsächlich gut 2000 Jahre alt sein können, oder ob sie erst später zu Reliquien erklärt wurden, konnte uns auch nicht erklärt werden.
Ich habe mehrere Taschen gesehen, jeweils ca. 25 cm hoch, aber deutlich weniger breit, nach unten schmaler werdend, ohne Boden, wie eine “hochkant” gezeichnete, oben abgeschnittene Elipse. Sie waren aus einem Material geflochten, das ich nicht genau bestimmen konnte, vielleicht Weide, sah allerdings ein bißchen aus wie flache Strohhalme. Allerdings verliefen die “Halme” nicht, wie bei heutigen Weidenkörben, senkrecht und waagerecht zum “Boden”, sondern diagonal. Bei einigen Taschen waren einige Halme andersfarbig, so daß Muster entstanden.
Weiß jemand mehr darüber? Möchte jemand mehr darüber wissen? Konnte man meine Beschreibung überhaupt verstehen?
Ich habe mir einen rechteckigen Almosenbeutel genäht: Ein rechteckiges Stück Stoff, in der Mitte zusammengefaltet und an den Seiten zusammengenäht, oben ein paar Löcher gemacht und ein Band (besser zwei Bänder) zum Zusammenziehen durchgezogen, ein Band zum Aufhängen am Gürtel separat befestigt (es läßt sich viel leichter öffnen und schließen, als wenn das Band zum Zusammenziehen direkt am Gürtel befestigt wird). Durch das Zusammenziehen mit dem Band ergeben sich Falten von ganz allein.
Ich habe mich dabei grob an einem Lederbeutel aus den Londoner Funden orientiert (Dress accessories: c.1150 - c.1450; Hrsg: Geoff Egan and Francis Pritchard. London,1991, Reihe: Medieval finds from excavations in London 3). Der Fund zeigt auch die zwei Bänder zum Zusammenziehen, wie sie in der Manesse-Abbildung gut zu sehen sind.
Allerdings weiß ich nicht, wieso die Falten bei der Manesse-Abbildung bis ganz nach unten gehen, und wieso es oben nicht nach Löchern aussieht, durch die die Bänder gezogen werden.
Da passt dein Essgeschirr rein, oder dein Handy/Geldbeutel etc wenn du nur mal so auf einem Markt vorbeischaust. Eine Dose Cola oder eine kleine Flasche Wasser passt auch, aber du kannst dir auch eine Wasserflasche aus Leder bauen. Dazu hab ich auf die schnelle keine Abbildung bzw Anleitung gefunden. Aber wenn du bißchen suchst findest du bestimmt was.
Ja, ich habe mich endlich auf eine Zeit einigen können und von Schuhe über Kleid bis zur Kopfbedeckung ist alles in Arbeit (hat ja nun auch lange genug gedauert :-)…
Nur habe ich bisher noch nichts überzeugendes gefunden zum Thema Taschen/Beutel….
Gerade wenn ich anfangs zwar auf Märkte gehe, aber noch nicht am Lager an sich teilhabe… Wo etwa Getränke unterbringen. Oder gegenstände die nicht in kleine Lederbeutel passen??
Gab es sowas wie Umhängetaschen??
Irgendwelche andere Lösungen??
Achja - Darstellung einer Magd um 1265/1275
Hoffe mir kann hier geholfen werde…wüßte nicht wo ich in den gelben Seiten suchen sollte…
Also wer schon mal in Köln im Stadtmuseum war, weis woher der Begriff Geldkatze herkommt. Dort liegt nämlich so ein possierliches Tierchen, einfach auf links gedreht und an den überflüssigen ßffnungen zugenäht.
Es handelt sich dabei tatsächlich um ein Katzenfell halt nur auf links gedreht. Ist aber vermutlich eher für größere Mengen Geld und nicht um sie an den Gürtel zu hängen.
Zeitlich bin ich mir nicht so sicher, aber ich glaube mich an Spätmittelalter zu erinnern.
Zum Thema Geldkatze habe ich mich mal ein wenig umgehört. Ich weiß leider noch nicht, ab wann das Teil eingesetzt wurde und wie eine hergestellt wird (bin da noch am recherchieren). Die Geldkatze ist nichts weiter, als eine Art “Lederröhrchen”, das in der Mitte einen Einschnitt hat, um dort das Geld rein zu stecken. Die, die ich gesehen habe, hatte zum verschließen zwei aus Leder gefertigte Ringe, die um das Leder fassten und beweglich waren, so dass man dadurch die Geldkatze öffnen oder schließen konnte. Zum öffnen wurden die “Ringe” genau in die Mitte geschoben, sodass dadurch zwei ßffnungen entstanden, in die das Geld gesteckt wurde. Zum schließen zieht man die Lederringe einfach über die erst entstandenen Ränder der ßffnungen. In der Hoffnung, das es verständlich geschrieben ist
Du hast den Nagel auf den Kopf getroffen! Da ist der David tatsächlich dabei. Ich bin begeistert, wer macht sich nur die Arbeit, dass alles ins Netz zu stellen?!?!
ich weiß nicht genau, ob es das ist, was Du meinst, aber wenn Du unter www.manesse.de die Suchmaschine aufrufst und als Suchbegriff “Tasche” eingibst, bekommst Du eine Reihe von Treffern.
Daruter ist auch einer, bei dem auch das Stichwort “Glocke” gelistet ist, das müsste das von David sein.
Lass Dich von dem Kommentar “kein Bild” nicht abschrecken - einfach auf den unterstrichenen Link klicken und schon kommt das Bild (als Ausschnitt, wegen der Rechte und so).
dass es ein Tragevorschrift für Umhängetaschen gab, wage ich zu bezweifeln. Da die Leute damals auch nicht dumm waren, werden sie die Beutel so getragen haben, wie wir es auch tun würden: an der Seite, Träger über den Kopf (auf der gegenüberliebgenden Schulter ruhend). Einige Abb. zeigen dies.
Abb. von Frauen sind mir nur mit Almosenbeuteln (da allerdings auch die Umhängeform) in Erinnerung, allerdings keine Gewähr. Lasse mich gerne belehren…
wurde der Pilgerbeutel von Männern und Frauen gleichermaßen benutzt?
Gibt’s irgendwelche Hinweise, wie er getragen wurde? ßber die Schulter, oder zusätzlich über’n Kopf gestreift? Eher vorne am Körper (ist ja wohl sicherer) oder eher hinten?
Der Beutel kommt ja wohl einer “Handtasche” schon ziemlich nahe.
habe mich jetzt endlich dazu durchgerungen und mir so einen beutel gemacht, das ergebnis kann sich durch aus sehen lassen. habe aber die angaben eines männer-beutels genommen. besitze nämlich auch einige sachen, die ich immmer und überall hin mitschleppen muss :-)
danke auch an thomas, werde mich auch mal daran versuchen so eine pilger-tasche herzustellen. grüße