Recht hat der Ivain! Du ziehst Dir doch morgens auch erst mal die Unterwäsche an und dann erst den Rest. Und nichts ist schlimmer, als nackt unter der Platte rumzuhüpfen, ob nun mit oder ohne Topfhelm. Also geht es in Ruhe und gleich richtig an.
OK, in Burghausen werden sie euch nicht steinigen, egal, wie ihr kommt.
Aber ich würde euch einfach eins raten:
Laßt den Kämpfer erstmal weg aus mehreren Gründen.
Auf einem Markt (Stichwort Marktfrieden) läuft man eigentlich eh nicht gerüstet rum, und wenn ihr einsteigt, dann spart das Geld erstmal und bleibt bei eine Basisklamotte.
Dann sieht erstens besser aus, und vielleicht findet ihr ja Anschluß und orientiert euch zeitlich oder qualitativ neu, dann müßt ihr nicht soviel “Alteisen” loswerden.
Und als Letzter Tip:
Plattenrüstung und Topfhelm paßt zeilich nicht, und für Fußkämpfer ist der Topfhelm sowieso nicht zu empfehlen.
Unsere Gruppe besteht zur Zeit aus 3 Personen, wir haben das “erste Jahr” hinter uns und
ich wollte mal eure Meinung zu unserer Gewandung hören:
Nummer 1 im Bund ist Christian, als nordischer Kräuterkundiger immer um unser Wohl besorgt (wer´s glaubt…)
Sein Gewandung ist folgende:
-Leibbinde(Unterhose…) aus Leinen
-Baumwollhemd, naturfarben
-Ledersandalen (Caligae)
-Braune Kutte mit Strick als Gürtel
-Wanderstab
-Kräuterbeutel mit div.Kräutern, Gewürzen, Trockenobst Pfefferminz, etc…
Numero 2 ist meine Frau:
-grünes Samtkleid mit Ledergürtel
-Haarreif aus Samt mit Schleier aus Seide
-leichte Lederschuhe
-persöhnliches Gepäck ist in meinem Rucksack
(demnächst will meine Frau auf ein frühmittelalterliches Leinengewand umsteigen, damit sie zu uns passt)
Zuletzt meine Wenigkeit (Nordischer Krieger):
-Leinenhose und Hemd, naturharben
-brauner Wildlederwams mit k. Arm, ungefüttert
-Dickes Wollhemd für schlechte Tage
-Schnürschuhe mit Fusslappen als Sockenersatz
(im Winter Schuhe 2Nr. grösser und Karnickelfelle zur Isolation…)
-Grüner Wollumhang ohne Kapuze
-Langer Gugel aus grünem Wollstoff
-selbstgenähter Rucksack aus Segeltuch
-Ziegenfelldecke, Holzbesteck, Speisemesser
-Ledergürtel mit Leinentasche, Geldbeutel aus Leder
-S.Kampf-taugliches Kurzschwert in fellbeschlagener Rückenscheide aus Metall (Ja, ich weis, nicht authentisch, aber das war das einzige was mir 1 Tag vor dem Markt in Abenberg eingefallen ist…)
Handgeschmideter Buckler (ca 55cm), unlackiert
Ich weis da fehlt noch einiges, manches ist nicht Authentisch, aber wir sind noch im Anfangsstadium und bemüht nur taugliche Ausrüstung zu nutzen…
Wenn es hier Leute aus Mittelfranken (das ist in der Tundra, die man auch Bayern nennt…),
würden wir uns über die Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch freuen.
… schmeißt Du so schnell die Flinte, äh, Armbrust ins Korn ???
Du hast hier freimütig geschildert, was Du vorhast, und hast sehr freundliche und sehr ehrliche Antworten bekommen, dass und warum Du mit Deinen Vorstellungen “neben der Spur” liegst.
Hast Du nicht genau wegen dieses Feedbacks hier gepostet ?
Keiner wird als Insider geboren. Nimm die Anregungen auf, das spart Geld, Zeit und Frust und der Spaßeffekt tritt schneller ein, als Du denkst …
Was spricht denn dagegen, den Markt trotzdem erst mal in rezenten Klamotten zu besuchen, um sich das restliche Umfeld mal in Ruhe anzusehen?
Auch Märkte sind sehr unterschiedlich. Es ist schwer zu sagen, ob Du auf einem bestimmten in mittelalterlichen Klamotten willkommen bist, oder nicht.
Wenn Dir viel daran liegt, nicht geteer und gefedert zu werden, dann teste doch erst mal die Lage. (Die Saison ist ja noch lang…) Wenn Dir das In-Klamotten-Dabeisein wichtiger ist und Du Dich über eventuelle Kritik hinwegsetzen kannst, dann teste einfach die Praxiswirkung Deiner Ausrüstung…
Die Vorraussetzung ist natürlich, daß gewandete Besucher auf dieser Veranstaltung zugelassen sind…
Na ja, dass Du Dein musikalisches Handwerk beherrschst, hatte ich mal vorausgesetzt.
Ich hab’ halt die Nase voll von all den Fiedel-Xenas, Maennern mit Schnuerlederhosen und nackten Oberkoerpern etc. die immer so auf Maerkten rumrennen. Das tut schon manchmal richtig weh. Da freut man sich, wenn man jemanden findet, der versucht in Auffuehrungspraxis und Kleidung dem historischen Original nahezukommen.
…rennt meiner Erfahrung nach ein umherziehender Musiker auf größeren Lagern bei den meisten Gruppen (die gutes gutes Benehmen besitzen) ein.
Einfach am Lager anfragen, ob die Leute intressiert sind, meistens wird der Musiker dann für sein Spiel auf einen Umtrunk und evtl. einen Imbiß eingeladen.
Und wenn du auf normale Märkte gehst, dann macht die Datierung deines Instrumentes eh nichts aus…
Warum nicht einfach hinfahren? (Auch wenn ich dafür jetzt Haue von den anderen bekomme ;-) ). Da Du Dich schon durch diverse Threads und die Bibliothek gearbeitet hast und auch kräftig die Nähnadel geschwungen hast, dürfte an Deiner Erstausstattung nichts auszusetzen sein ;-). Auch Deine Einstellung zu Musik und Aufführungspraxis scheint die richtige zu sein ;-) - willkommen im Klub der “leisen” Musiker!
Du kannst natürlich im Vorfeld mal im Markt inserieren, daß Du vorhast hier- oder dorthin zu fahren und Dich gerne mit anderen (Hobby)musikern dort treffen möchtest.
Oder Du hast schon Bekannte in der Szene und fragst, ob sie nicht einen Lagerplatz für Dich hätten im Austausch gegen abendliche Musik.
Oder Du gehst den kommerziellen Weg, hast schon ein entsprechendes Repertoire und bewirbst Dich bei den Veranstaltern (siehe Calendarium).
Mach Dir keine Gedanken, Dein Dudey ist passend, meist findet man auf Märkten Nachbauten von Renaissanceinstrumenten, weil hier die Quellenlage einfach eine deutlich bessere ist als für’s MA.