Ich züchte meins ja auch schon ne weile, aber irgendwie ist bei cm 65 Länge etwas schiefgegangen, seither wachsen die Haare nicht mehr, dafür aber mein Bauchumfang……
Ich bin fast 27, blond und meine Haare haben eine Länge von 1,18 m erreicht, das ist zum Einklemmen unter den Armen fast schon zu lang, aber ich setzt mich machnmal drauf. Allerdings habe ich schon eine typische Handbewegung, mit der ich meine Haare nach hinten lege, bevor ich mich setzte.
Bei uns liegt langes Haupthaar in der Familie. Meine Mama hat fast so lange Haare wie ich und meine Uroma einen geflochtenen Zopf bis in die Kniekehlen, auch noch mit weißen Haaren!
Bei uns Friesen waren lange Haare für Frauen auch todschick, oft in Zöpfen und mit einem Schapel um den Kopf.
Leider haben wir nur einen Mann, der sich eine friesische Frisur (übrigends gleicher Wortstamm)zugelegt hat: Fast wie ein Punker die Seiten khalrasiert und oben einen Iro.
Aber zum Thema: Ich habe meine langen Haare, weil ich privat drauf stehe [Rapunzelkomplex :-)], und für’s Mittelalter ist es ein schöner Nebeneffekt!
zum Thema Splissverhütung mit ßl: so “Un-A” ist das gar nicht. Zumindest in Zeiten und Kulturen wo es üblich war, sein Haar zu zeigen, war/ist es üblich, ßl oder Fett ins Haar zu kämmen, damit es glänzt. Kann jetzt zwar spontan keine Quellenangabe machen, aber es ist mir immer mal wieder aufgefallen.
sorry, da muss ich wohl was verwechselt haben. Ja, ich habe mich auf deinen Eintrag bezogen, Thordis, und ja, ich habe ihn ernst genommen. Die im Mittelalter waren halt manchmal ein wenig anders als wir jetzt, was bestimmte Verhaltensweisen, besonders religiöse angeht.
Und ich muss mich bei dir entschuldigen. Ich wusste echt nicht, dass Thordis ein Frauenname ist. Sorry!
Ich habe mich nicht auf den Eintrag 47 bezogen (von wegen Haare irgendwo einklemmen), oder meinst du vielleicht eine andere Christina? Oder einen anderen Thread?
ich hätte wirklich nicht gedacht, daß jemand irgendetwas aus meinem Beitrag Nr. 47 ernstnehmen könnte!
Wir sind hier manchmal schrecklich albern…
Um aber auch mal etwas sinnvolles zum Thema Zopf züchten beizutragen, habe ich einen ernstgemeinten Tipp zur “Splissverhütung”: Die Haarspitzen wöchentlich mit etwas Olivenoel einreiben. Nicht historisch korrekt, aber wirksam.
Langes Haar gehört für mich zur glaubhaften Darstellung einer Frau aus dem MA. Stellt man eine Christin dar, kann man die fehlende Haarlänge bzw. moderne Frisuren und Farben evtl. noch unter der üblichen Kopfbedeckung verstecken, ansonsten würde ich mir ein Haarteil kaufen, wenn ich keine langen Haare hätte.
Ach und Uli!
Die Geister ließen sich damals natürlich nicht einfach wiederstandslos vertreiben, sondern polterten zurück! ;-)
Vielleicht sollten wir zum Thema Geisterglaube im MA mal einen eigenen (ernsthaften) Thread aufmachen oder gibt`s den schon? (Habe leider gerade keine Zeit zum stöbern)
Ich dachte, das Poltern rührt von den Geidstern her, die daher Poltergeister genannt werden. Aber warscheinlich sind wir so entgeistert, daß das heutzutage nicht mehr gebräuchlich ist.
Sehr richtig Uli! Bei einem Nachtpolter handelt es sich um ein überbodenlanges leinernes Schlafgewand, welches im MA allgemein gebräuchlich war. Wobei das zwangsläufig entstehende nächtliche Poltern der Vertreibung von bösen Geistern diente.
Vereinzelt findet man den Nachtpolter auch heute noch, allerdings nur in renommierten Modegeschäften wie z. Bp Karstadt oder Hertie.
Die Modelle der Neuzeit sind meistens aus Baumwolle und vorzugsweise mit rosa oder zartgelben Streublümchen bedruckt. Meine Nachforschungen zu diesem Thema haben ergeben, daß sie heutzutage wohl nicht mehr zur Vertreibung von Geistern benutzt werden, sondern eher ein natürliches Mittel zur Empfängnisverhütung darstellen.
Liebe Christina, ich hoffe, ich konnte Dir mit meinen Ausführungen etwas weiterhelfen ;-)
Könnte es sein, das dieses Kleidungsstück den Namen daher hat, das es, wenn man sich nächtens hineinbegibt und dann noch mal aus dem Bette muss ob der langen Form des Gewandes sich leicht verheddert und geräuschvoll zu Boden stürzt, was ein gewisses “Nachtpoltern” zur Folge hat?
Da bist Du in guter Gesellschaft! Ich weiß nicht mehr, in welchem Buch aus der Reihe “Medieval finds from excavations in London” das war, aber irgendwo haben die auch falsche Haarteile abgebildet. Irgendwann muß das “in” gewesen sein, unter einem Stirnband so links und rechts lange Locken runterhängen zu lassen. Und die haben da bei Ausgrabungen ein solches Stirnband gefunden, wo die langen Locken noch dranhingen…
Auch ich habe das Problem mit den kurzen Haaren (die ich im 21. Jh. nicht wirklich lang haben möchte, da mir eine Langhaarfrisur ums verrecken nicht steht). Als Frau im SMA habe ich aber nun mal lange Haare zu tragen (eigene Auflage, sonst komme ich mir albern vor). Ich greife daher zu einer simplen, doch sehr wirkungsvollen Methode: Ich setze ein Haarteil am Hinterkopf an, das meine Haarlänge sprunghaft mindestens 50 cm wachsen läßt ;-). Mit einer Haube oder einem Kopftuch kaschiere ich die Ansatzstelle und da Haarteil und eigene Mähne die gleiche Farbe haben fällt ein Schummeln nicht mehr auf (bin schon oft auf meine schönen Haare angesprochen worden, was mir immer ein Schmunzeln entlockt…). Du siehst, wenn Dich die Kriese packt und Du alles wieder abschneiden willst, wäre das ein möglicher Kompromiss (allerdings benötigst Du ein bisschen Länge, damit das Haarteil auch da bleibt, wo es hingehört: Am Kopf). Etwas Geld musst Du schon investieren, den die Dinger kosten so ab 50 Euro aufwärts. Ich habe diese Anschaffung allerdings noch nie bereut.
nur kurz zur Erklärung: die “Kelten mit dem komischen Knubbel” waren Sueben, der Knubbel war der “Suebenknoten”. Gibt sogar Leichenfunde mit dieser Frisur. Das waren aber keine Kelten sondern germanische Stämme, von denen wohl unter anderem die Schwaben (= Sueben) abstammen..
BTW das Wikis viel Wert auf Haar- un Bartpflege gelegt haben ist unbestritten, jedoch wird die lange “Matte” nicht mehr als typisch wikingermäßig angesehen. Es gibt z.B.einen interessanten Eintrag aus dem 10. Jhdt. eines ostenglischen Abtes, der seinen Untergebenen verbietet, die Haare nach Art der Wikinger zu tragen: vorne lang, hinten kurz. Eine logische Weiterentwicklung dieser Frisur wären die Normannenhaarschnitte mit ausrasiertem Nacken. Die Normannen haben übrigens die Angelsachsen für verweichlicht gehalten, weil sie die Haare nach “Art der Weiber” - nämlich lang - getragen haben ;-)
Nunden meinereiner hat jetzt auch eine weile gezüchtet, wobei ich das nicht Züchten nennen will sondern eher ständiges Ignoriern des Friseuers und der damit einhergehenden Einspparungen im Geldsäckel, eine 64 cm lange Matte herangezüchtet,
Probleme sind mir im MA Bereich damit fremd,
welche Frau mag kann mir gerne immer Zöpfe hineinpflechten, denn das Geheimniss wie Frauen das alleine Schaffen, ist bisher noch nicht über mich gekommen ;-)
Auserdem ist das dann auch ein auftackt zur Konversation frischgewaschenes Haar flechten zu lassen, und darauf möchte ich dann auch nicht verzichten…
Ja die Matte am Mann und der Bart im Gesicht passt zum MA aber im Arbeitsleben oder gar bei der Jobsuche kann es dann sehr Hinderlich sein, man hat lieber eine kurzhaarige oder eine Langhaarige, Frau als einen Mann mit Mähne und Gestrüpp im Gesicht.
ob man was will oder nicht ist jedem selbst überlassen, man muss sich selbst darin wohlfühlen, dann spielt es auch keine Rolle was andere denken.
zuden Beweisen vor der SMA Zeit,
Wikinger wurden als Langhaarige Bärtige Männer beschrieben, Funde belegen das in Wikingerstätten großen wert auf Haarpflege gelegt wurde, zumindest deutet man die vielen gefundenen Utensilien der Haarpflege so, dazu möchte ich daran erinnern das es eine Keltische Gruppe gab der Name ist mir entfallen Männer die das Haar lang trugen allerdings zu so einem komischen knubbel zusammengeflechtet, damits nicht im Weg rumhing…
achja das mit dem unter den Armen einklemmen kenn ich passiert mir aber nur beim Trainieren ;-)
desweiteren möchte ich nur sagen das Frauen mit langem Haupthaar auf mich erotischer wirken, sei es jetzt geflechtet zu einem schönen Zopf oder züchtig versteckt, als ein neumodischer praktischer Bubischnitt wo man nicht mehr so genau sieht ist das nun Mann oder Weib.
so viel spaß am weiterdiskutiern Mädels und Mannen ;-)
Die Länge der mittelalterlichen Betten ist mitnichten einer Allianz zwischen Barbieren und Zimmerleuten zu verdanken. Vielmehr wurde der schlafende Zustand als todesähnlich empfunden, da der Mensch schlafend/ träumend nicht mehr Herr seiner Vernunft war und somit anfällig gegen alle Arten von Angriffen es Bösen wie z. B. Dämonen u.ä. Aus diesem Grund wurde das Bett mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln geschützt. Eine aus dem Limousin bekannte Vorsichtsmaßnahme zum Schutz vor durchs Schlüsselloch kriechenden Dämonen: Mann hängte eine lange Unterhose an die Tür, der Dämon verfing sich darin, rutschte herab und ersoff im bereitgestellten Wassereimer.
Um den Schlaf nicht zu sehr in die Nähe des Todes zu rücken wurde eine sitzende Schlafhaltung eingenommen, die möglichst nicht an die Position des Toten auf der Bahre erinnern sollte. Wie es in der Position mit der Fortpflanzung klappte ist mir auch nicht ganz klar, da ja die einzige kirchlich akzeptierte zeugungsstellung sie nicht ohne Grund so genannte “Missionarsstellung” war.
Die Haare gehörten auf jeden Fall geflochten! Nicht nur aus Anstandsgründen, sondern auch um, durch nächtliche Wühl- und Drehbewegungen bedingten, Verhedderungen und Haarbruch vorzubeugen. Um seinen Haaren noch größeren Schutz zu bieten, schränkte man durch das Tragen von Nachthauben bzw. Schlafmützen und bodenlangen leinernen Nachtpoltern die Bewegungsfreiheit noch zusätzlich ein. Aus dem selben Grund wurden wohl auch häufig die Betten so kurz gebaut und eine halbsitzende Schlafstellung eingenommen…