Natürlich sind wir irgendwo Freaks, wenn auch nicht im Sinne von Mißgeburt. Aber das ist halt so in dieser Szene oder in diesen Szenen, denn wir konnten uns ja schon nicht einigen, ob es die Szene oder mehrere gibt. Aber da Joachim ja unbedingt kein Bestandteil sein will, muß ich wohl davon ausgehen, das er seine eigene Szene bildet und das ist gut so, oder nicht? Wichtig ist doch nicht, was andere über dieses Hobby denken, sondern was man selbst macht, und seis in seiner privaten Mikroszene. Denn- der Buddha ist in euch, sucht ihn nicht außerhalb, da werdet ihr ihn nicht finden.
Einen hab ich noch, zumal, wenn explizit danach verlangt wird…
Meiner bescheiden (Magd-)Meinung nach ist folgender Aspekt bisher fast sträflich vernachlässigt worden:
Für wen investiere ich dermaßen viel Geld und Zeit, Energie und Emotion? Für andere oder für mich?
Sicher gibt es Menschen, die sich in die Sache reinsteigern und nur immer mehr haben wollen, um andere zu übertreffen. Solche Menschen sind dann aber ungefähr mit jenen zu vergleichen, die 20kg abnehmen, nur um anderen zu gefallen. Ich attestiere hier ein unzureichendes Selbstbewusstsein, das auf die eine oder andere Weise kompensiert werden soll.
Ich persönlich freue mich, wenn ich ein schönes Knochendöschen selbst gemacht hab, mich erfüllt er mit tiefer Seligkeit, wenn ich meine mit der Knochennadel genähte Gugel oder meine Naalbindingsocken aus selbstgesponnener Wolle anziehe: MA, bzw. Frühmi ist einfach mein Hobby, und deshalb ist es mir auch schlichtweg EGAL, was andere darüber denken.
Wer einen so elementaren Teil von mir nicht akzeptiert, akzeptiert mich als Individuum nicht, ist also nicht mein Freund.
Vielleicht brachial, aber es ist so.
Und dass ich mich nicht selbst als FREAK sehe, versteht sich ja von selbst! Ich finde, die Rekonstruktion frühmittelalterlicher und mittelalterlicher Gegenstände ist im Gegenteil als äußerst seriös anzusehen!
Das war der Magdsenf, und meinem Vorredner fehlen jetzt nur noch 4 Einträge. Also, immer fleißig gepostet, Herzlichst
Bitte nicht zumachen. Ich brauche noch ein paar Einträge, um ein ganzes Buch zu füllen, daß auf dem Esoterikmarkt dann reißenden Absatz finden wird. Bitte, ich brauche nur noch 5 gelungene Einträge für das Schlußkapitel. Bitte!!!
Wenn ich mir hier die Rechtfertigungen ansehe, die abgegeben werden, um sein “Besonderssein durch Mittelalter” zu rechtfertigen fällt mir nur ein Zitat eines Bekannten ein:
“You are not special. You are not a beautiful or unique snowflake. You are the same decaying organic matter as everything else.”
Mehr habe ich zu diesem überflüssigen Thread nicht zu sagen …
Es geht wieder los von Freakseindiskussion zur A-Debatte, wurde aber auch mal wieder Zeit!
Ich kann damit Leben ein Freak zu sein und nicht dem allgemeinen Bevölkerungsquerschnitt zu entsprechen. Mir macht das sogar Spaß, das hat nicht zuletzt damit zu tun das ich immer schon überdurchschnittlich groß war und von den natürlichen Gegebenheiten schon als Alien angesehen werde. >;o)
In meiner aktiven Ted Zeit war ich auch ein Freak.
Ehrlich gesagt: “ Was juckt es die Eiche, wenn die Sau sich daran reibt!”
da der schöne und bezeichnende Satz von mir stammt, hier die offizielle Grundintention :0) :
“Nö. Hat damit nichts zu tun.” sagte mein geschätzter Vorredner ;0)
…. finde ich schon: Im folgenden sagst Du meiner Ansicht nach richtig, daß das Belächeln derer, die die Sache nicht Ersnt nehmen, durchaus gesund ist. Daß Ernstnehmen aber dazu gehört, habe auch ich geschrieben und als “normal” dargestellt….
So. Nun zur Extreme und zu “finde ich schon”: Wenn ich mich hinstelle und Leute als, ich verwende mit Absicht einen überspitzten Ausdruck, als minderwertige Personen behandle, weil sie Ihre Gewandung nicht nach dem neuesten Fund soundso ad hoc umstellen und alles, was sie sich bisher geschaffen haben ebenso ad hoc verbrennen, DANN finde ich das befremdlich.
Zusammenfassend: Wenn ich jemand belächele, weil er als Beinlinge die Leggins von der Mama in schreiendem neogrün mit dazu passendem Gummizug verwendet und sich Herzog von Nord-Gondor nennt, ist das für mich natürlich.
Wenn ich eine jemandin verachte, weil sie, ganz entgegen der historischen Realität (geschickt das “a” Wort umschifft *g*) im Winter unter ihre Gewandung noch eine lange Unterhose zieht, muß ich mich doch fragen, was mit mir los ist!
was läuft denn da ab…dieser schöne Satz ist doch wirklich bezeichnend…mal auseinandernehmen…
“Wer verbiestert und überehrgeizig ist …”
-das gibts überall, die Profilneurotiker und Karrieregeilen. Und die, die ihren privaten und beruflichen Tiefflug mit gewissen ßbereifrigkeiten wieder gutmachen wollen.
“…und Hobby nicht mehr von Alltagsleben trennen kann, wer rund um die Uhr glaubt, im Mittelalter zu leben,…”
-Massiver Realitätsverlust mit einem gefährlichen Hang zum Psychophatischen…ein Fall für den Therapeuten würd ich sagen.
“…wer andere mit Verachtung straft, die nicht so extrem sind, wie er,…”
-Religiöser Eifer und Profilneurose…naja, man kennts, sowas führt zu Hexenverbrennungen und Streckkrampf im rechten Arm. Gesundheitsschädlich auf Dauer. Alles Extreme ist mir etwas unheimlich. Klare Konzepte helfen da echt…!
“…DER ist für mich ein Freak.”
Nö. Hat damit nichts zu tun.
Das Bemühen, eine Zeitepoche liebevoll und detailliert darzustellen, hat mit alledem nichts zu tun. Nichts.
Das Recherchieren und mühevolle Basteln hat auch wenig mit Jahrmarktsattraktion zu tun.
Gewisse Kostümheinis, die in MA-Zeug rumlaufen, um sich zu profilieren und ihre Umwelt zu provozieren, na gut…kenn ich noch aus der Punk-ßra…ich denke, ein Fußballdress oder eine Rugbykluft ist da schon fast auffälliger heute…
Oder ist es der langsame Verlust des “freaky-seins”, der mit der immer breiteren Anerkennung des Hobbys in der ßffentlichkeit, der so fehlt…
Das Gefühl, “was besonderes zu sein”…zu einer durch äussere Verachtung zusammengeschweissten Minderheit zu gehören hat ja sehr nachgelassen.
Anderssein auf Anweisung ist irgendwie nicht echt.
Und wenn die Röckchenträger, Rückenschwertler und Hörnertrinker ausgegrenzt und belächelt werden, so ist das eine durchaus gesunde Entwicklung, die allerdings einen gewissen Konservativismus beinhaltet.
Ich denke, zum Freak macht einen Gesellschaft, die “normalen” Menschen.
Ist jemand anders, und zwar soviel anders als der Durchschnitt, daß einfache Bürger es nicht mehr nachvollziehen kann, dann wird er zum Spinner oder eben Freak deklariert.
Freakig zu sein, mag zwar hipp klingen, aber man kann sich nicht selbst zum Freak erklären. Das machen andere für einen.
Sich selbst als Freak zu erklären hat etwas von “Amtsanmaßung”, man versucht sich eine gewisse “Außergewöhnlichkeit” selbst zu attestieren. ;))
Und jeder zünftige MA-Markt ist eine Freakshow, ganz so wie auf alten Jahrmärkten. Hereinspaziert meine Damen und Herren und sie werden Dinge erspähen, die sie nie für möglich gehalten hätten…
Muß ich noch weiter schreiben und Beispiele bringen? Von Männern, denen Schwerter aus dem Rücken und Hörner aus dem Kopf wachsen z.B. Nö, muß ich nicht. Die nächste Saison kommt ja bald.
Ich bewundere ja die Leute, die behaupten, sie leben das MA ganz und gar - ich würde das ja auch gerne - aber das Rezept, was man dazu bräuchte hab ich noch nicht gefunden. Leider. Derjenige der das in der heutigen Gesellschaft zu Wege bringt -
der wäre in meinen Augen kein Freak sondern ein Glücklicher.
“Wer verbiestert und überehrgeizig ist und Hobby nicht mehr von Alltagsleben trennen kann, wer rund um die Uhr glaubt, im Mittelalter zu leben, wer andere mit Verachtung straft, die nicht so extrem sind, wie er, DER ist für mich ein Freak.”
Mache mer Mittelalter? Dann mache mer unser Zeug möglichst wie im Mittelalter. Die ware schließlich ned bleed damals!
Ist das extrem? Bin ich ein Freak?
Liegt mal wieder im Auge des Betrachters. Auf in die nächste Wiederholungsschleife, aber diesmal ohne mich. Viel Spaß.
Wer Mittelalter als Hobby betreibt und den nötigen Spaß, aber auch den nötigen Ernst entgegen bringt, gilt für mich nicht als Freak.
Wer verbiestert und überehrgeizig ist und Hobby nicht mehr von Alltagsleben trennen kann, wer rund um die Uhr glaubt, im Mittelalter zu leben, wer andere mit Verachtung straft, die nicht so extrem sind, wie er, DER ist für mich ein Freak.
Und fertig ist die Laube. Deshalb würde ich mir nie den Schuh anziehen, ein Freak zu sein.
Sicher, es ist freakig, sich in der Saison in absolut veralteten Klamotten durch den Schlamm zu quälen, warten, bis einem der Wind das Zelt über dem Kopf fortweht anstatt im Hotel zu schlafen. Sicher ist es irre, sich beim Kochen, Waschen und zubern von Wildfremden begaffen zu lassen und so.
Bin ich damit weniger bescheuert als die Leute, die sich die Birne wegkiffen oder ihr Leben nur noch im Fernsehen erleben…
Ich glaube nicht. Und im Gegentum zu vielen Mitbürgern habe ich eine kreative, geistig ansprchsvolle Freizeitbeschäftigung und brauch keinen Club Med gegen Langeweile.