Es ist widerlich, aber es passt doch ins Szenario.
RTL hätte die Bluttat wahrscheinlich auch live übertragen, wenn sie gekonnt hätten ...
Da findet ein Mediengipfel statt, an dem RTL teilnimmt, und gleichzeitig behalten sie ihre Berichterstattung auf BILD-Niveau bei. Aber seit dem Geiseldrama von Gladbeck oder dem Unfall der britischen Thronfolgers-Ex-Gattin wundert mich gar nichts mehr.
Die Verwendung des Begriffes Reenactment stört mich dabei weniger. Jede nachgespielte Schlacht war wesentlich grausamer, es gibt heute lediglich die Opfer und deren Angehörige nicht mehr, die seelisch verletzt werden könnten. Das ist aber keine Frage der Begriffswahl, sondern eine des Zeitpunktes.
Btw, das ist in der Tat gar nicht spaßig. Der Thread wäre imo besser in der Unterrubrik "Literatur & Fernsehen" aufgehoben.
Grüße von der Spree, Ulrich
gestern kam auf ARD der "Report aus Mainz", der über den Umgang der Medien mit Erfurth berichtete.
Da hat sich wohl RTL am Montag in "Extra" die Unverfrohrenheit erlaubt, mit Laiendarstellern den Amoklauf nachzuspielen, schön spektakulär mit maskiertem Bösewicht, wackeliger Kammera und schreienden Opfern.
Verständlicherweise gabe es daraufhin überall Empörung, was RTL nicht weiter gestört hat. In einer Stellungsnahme zum Report bezeichneten sie das Ganze als "Re-Enactment"...
Hier ein Zitat aus der Report-Sendung:
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Bei RTL hat man mit den nachgespielten Szenen auch nach interner Prüfung kein Problem. Auf nochmalige Anfrage von REPORT Mainz erhalten wir die Antwort, dass sogenannte Re-enactment, also das Nachspielen
eines Ereignisses sei medienethisch vertretbar.
RTL wörtlich:
Zitat:
» Ja, wir werden dieses Mittel des Re-enactment auch weiterhin einsetzen.«
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