nuur nicht bangemachen lassen. Zieh die Linie bei harten, aber klaren Massgaben, und lade nur Leute ein, die diese Massgaben auch rückhatlos erfüllen können und WOLLEN.
Ich teile Thorstens mehr oder weniger direkt geäußerte Bedenken voll. Claus, paß auf, das Dir die Sache nicht aus den Händen gleitet, merkwürdige events haben wir schon mehr als genug. Bei aller Freude über eine reine 13. Jh. Veranstaltung: die Qualität sollte halt auch stimmen. Und da fast alle 13. Jh machen (dies zumindest behaupten) ist die Gefahr groß, daß es wieder nur das übliche wird.
Ich will versuchen, nächstes Jahr in Sachen 13. Jh. was kleines, überschaubares auf die Beine zu stellen. Das soll klar in Sachen living-history gehen und im übrigen keine Schlacht beinhalten. Ein Wochenende mit Publikumsverkehr, danach die Option für eine Woche internes Lager. Ich werde dazu gezielt Gruppen einladen und zwar solche, die entweder gut sind oder solche, bei denen klare Tendenzen in die richtige Richtung erkennbar sind. Sollte das funktionieren, könnte man die Sache von Jahr zu Jahr langsam ausbauen. Dennoch erster Grundsatz: lieber Klasse statt Masse. Im Augenblick ist das alles noch nicht wirklich spruchreif, ich meld mich dann.
wie auch schon unten angesprochen ist intern und intern so ne Sache. Du kannst auch ein internes “Besäufnis in Klamotte” machen. Wenn Du was Anspruchsvolles machen willst, such Dir vorher die Leute genau aus und laß Dich nicht von klingenden Namen ablenken. Es gibt afaik noch nicht viele Leute, die wirklich gut sind. Vielleicht versuchst Du´s dann nicht gleich mit einer Schlacht sondern gegebenenfalls eine einfachere Sache auf der Wiese.
Möchtest Du dennoch etwas größeres aufziehen, so muß das gut vorher geplant werden, um zumindest einen Mindeststandard zu wahren. Ein Beispiel dafür wäre das altbekannte Hastings 2000. Die Dimension ist für die hiesige Szene zwar reichlich übertrieben, doch im Endeffekt sollte die Planung ähnlich sein :-)
Ich wünsche Dir alles Gute zu Deinen Plänen, bin aber im Augenblick eher pessimistisch eingestellt, was den Willen der HMA-Szene zu einer einigermaßen passablen Darstellung angeht.
Um wieder etwas Leben in diesen Thread zu bringen: Ich hatte gestern das Vergnügen, mit Steffi im Chat über HMA VA’s zu diskutieren und ich würde sagen: Fangen wir an!
Ich bin gerne bereit, mich um Gelände, Organisation bis hin zu den Dixies etc. zu kümmern, brauche aber wohl noch etwas Unterstützung von den “Profis” (d.h. all denen, die eine MA-VA schon ‘mal durchgezogen haben, also Hadu etc.)
Der Zeitraum, der mir vorschwebt, wäre 1220-1280 und vielleicht weiß jemand um ein historisches Ereignis (Belagerung, Schlacht, Scharmützel) an irgendeinem Ort in Deutschland zu dieser Zeit.
Bin auch gerne bereit, mich als “Buhmann” hinzustellen, wenn jemand motzt, daß er mit seiner FMA- oder Wiki-Garderobe nicht ‘rein dar. Keine Ausnahmen!
Das Ganze sollte als interne VA laufen, Hadu hat das weiter unten schon angesprochen, um erst ‘mal einen Kern zusammenzukriegen und um nicht wieder kommerzielle Einflüsse (Markt etc.) ‘reinzubringen.
ßber EMails zum möglichen Ort incl. historischem Hintergrund wäre ich dankbar. (Hatte an die Scharmützel von Lizon 1264 beim 7. Kreuzzug gedacht, aber leider ist das etwas weit weg :-)
…recht hat er, der Nikolaj. Es wäre sozusagen “…our last, best hope…” um eine intelligente SF-Serie zu zitieren. Ein Platz oder Plätze schaffen, wo es möglich ist, “seine” Zeit konsequent zudurchleben. Chronologisch und stimmig.
Und einmal im Jahr sich mit allen aus allen Zeiten treffen, um zu staunen, protzen und tierisch Spaß zu haben.
Warum, Nikolaj, glaubst Du, das Dich dafür hier jemand auseinandernimmt??? (außer den ewig gestrigen, die mal wieder zittern werden, da sie wieder einmal glauben, man wolle ihnen IHR Hobby kaputtmachen)
Im SMA (von späteren Epochen ganz zu schweigen) wird das doch so eh mehr oder weniger praktiziert. Im amerikanischen Bürgerkrieg soll es sogar soweit gehen, daß Darsteller damaliger Soldaten zur überlieferten Uhrzeit sterben. Dies nur am Rande.
Aber ausschlaggebend, lassen wir den Willen dazu mal außer acht, ist nun mal die Quellenlage. Und die schwankt je nach Epoche und Region gewaltig. Trotzdem sollten man aber wenigstens damit so verantwortungsvoll als möglich umgehen. Einige Beispiele hast Du ja geliefert (und einige Probleme damit gleich serviert bekommen :-) )
danke für die Korrektur: Natürlich meine ich nicht, dass man gerade im 14. Jahrhundert großzügig sein kann. Das sollte man nie sein, wenn es sich vermeiden lässt, also wirklich keine Belege eine Eingrenzung ermöglichen (und auch dann in engen Maßen). Du hast recht: Gerade für die modische Entwicklung im 14. Jh. gibt es hinreichend Belege und damit auch die Möglichkeit zu einer engeren Festlegung.
Noch eine Ergänzung: Was unbedingt auch noch erwähnt werden sollte, ist die Musik! Da wir bei vielen der (natürlich nicht allzu zahlreichen) Manuskripten auch eine engere Datierung vornehmen können, teilweise die Poeten kennen, lässt sich auch hier eine recht genaue zeitliche Bindung vornehmen - und entsprechend auch darstellen = spielen.
Dass diese ma-liche Musik natürlich auch Interpretationen nicht nur ermöglicht, sondern sogar voraussetzt (schließlich haben wir bestenfalls - ebenfalls interpretierbare - Notierungen, aber keine Originalaufnahmen!), versteht sich von selbst (man höre sich nur mal die unterschiedlichen Aufnahmen der Lieder Hildegards von Bingen durch seriöse Gruppen an), aber trotzdem ist es möglich, hier einen “originaleren” Klang zu erzielen als es zumeist geschieht - und dabei denke ich nicht einmal an solche Pseudo-“MA”-Musik, wie sie auf den Märkten in der Regel gespielt und in “Karfunkel” propagiert wird (also im Stile von “Extremo” usw.), die mit dem MA nun mal genau so viel zu tun hat wie eine Rüstung aus Plastik, die sich an den Jedi-Rittern orientiert …).
Alles Gute (und übrigens vielen Dank für die Zustimmung)
abseits davon, daß ich Deinen Ansatz voll unterstütze noch eine kleine OT-Randbemerkung. Du hattest als Mode ausgerechnet die Mode des 14. Jhdts. bemüht. Wie wir alle wissen, ist das ja eines meiner Lieblingsgebiete ;-)) Ich wollte nur darauf hinweisen, daß eine Vordatierung von ca. 30 Jahren in diesem Zeitraum sehr problematisch ist, da die Mode starken Wechseln unterworfen war. Da Deine Stimme nunmal ein gewisses Gewicht in der Szene hat, kommt es da schnell zu Verallgemeinerungen (“Nikolaj hat gesagt, daß man um 1350 eine Houppelande tragen kann …” oder in einem anderen Beispiel “Hadu hat gesagt, daß Baumwolle für HMA o.k. ist …” ;-))
Ich wollte damit nur noch einmal unterstreichen, daß wir bei der Auswahl der Zeitfenster wirklich die Zeiten genau betrachten müssen, daß FMA bietet z.B. einen größeren Toleranzzeitraum als das HMA oder im Extremfall die ACW-Leute, die Ihre Ausrüstung auf Jahr und Kampagne datieren können.
Ich habe mir ja lange überlegt, ob ich hier den folgenden Beitrag einbringen soll, der bestimmt einige Leute ärgern und mich etwas unbeliebt machen wird, aber sei-s drum.
Ich denke, es ist nicht nur sinnvoll und absolut notwendig, sondern auch ohne Weiteres machbar, nicht nur ein “Zeitfenster” zu wählen, sondern sogar noch wesentlich genauer zu sein, letztlich sogar in einem gewissen Sinn “tagesgenau” - vorausgesetzt, man investiert genügend Kraft in die Recherche.
Was ich damit meine, will ich an einem Beispiel erläutern: In Südwales gibt es ein Manor House aus dem 17. Jahrhundert, Llancaiach Fawr, in dem das Leben zur Zeit des englischen Bürgerkrieges des 17. Jahrhunderts dargestellt wird (von nur sehr wenigen Full-time-Mitarbeitern und einer ganzen Reihe enthusiastischer Freiwilliger), und zwar in Vorbereitung, Durchführung und Nachklang eines - historisch bezeugten - Besuches von König Charles I. (meiner Erinnerung nach 1642). Das Interessante daran ist, dass dies mit Hilfe einer in jahrelange Recherche entstandenen und gewachsenen Datei Tag für Tag über das ganze Jahr geschieht, d.h. es finden sowohl die historisch bezeugten “großen” politischen, militärischen und sonstigen Ereignisse Berücksichtigung wie auch z.B. Informationen zum Jahresablauf im Hinblick auf Wetter, Heiligenfeste, den landwirtschaftlichen Kalender u.a.m., über die dann die Bediensteten sich untereinander und mit dem Publikum unterhalten (etwa: “Haben Sie schon gehört, vor zwei Wochen fand da und da eine Schlacht statt, heute feiern wir das und das Fest usw.”).
So ergibt sich eine sehr lebendige - und historisch fundierte - Darstellung des Lebens eines (zuerst royalistischen, dann parlamentarischen) Landadeligen und seines Haushalts in der Zeit des Bürgerkrieges (wobei der alljährliche Besuch des Königs an dem historischen Datum den Höhepunkt darstellt).
Natürlich setzt eine solche “Living History” viel Arbeit und Bereitschaft zur (immer mehr zu vervollkommnenden = zu korrigierenden) Recherche voraus, aber sie ist möglich - und nicht nur für das 17. Jh., sondern auch schon für die ma-liche Zeit, denn auch dort haben wir wesentlich mehr an historischen Daten und Fakten zur Verfügung als im Allgemeinen angenommen wird; auch hierzu ein Beispiel aus diesem Raum: Paul Martin Remfry hat vor einigen Jahren auf über 180 engstbeschrieben Seiten eine “Political Chronology of Wales 1066 to 1282” zusammengestellt, die eine Fülle von Daten liefert (natürlich für ein Jahr weniger, vielleicht nur eine Viertelseite, für andere mehrere Seiten - aber man muss sich ja für das “Zeitfenster” nun nicht ausgerechnet ein “ereignisarmes” Jahr aussuchen). Und was für eine nun nicht unbedingt im Mittelpunkt ma-licher Geschichte stehende Region wie Wales möglich ist, sollte für den mitteleuropäischen Raum nicht gelingen?
Zudem - und das scheint mir eben zumindest genauso wichtig - gibt es die zahlreichen anderen Faktoren, die das ma-liche Leben (natürlich nicht nur dieses, sondern praktisch die ganze Zeit bis ins 19., ja 20. Jh. hinein) bestimmt haben: der kirchliche Kalender mit seinen Festen und Fastenzeiten, die - teilweise darauf basierenden - landwirtschaftlichen Regeln, regionale und überregionale ßberlieferungen und Brauchtümer, Wetterverhältnisse, regionale Sagen und ßberlieferungen etc. etc.
All dies würde schon einer an historischer Fundierung interessierten Darstellung einen Schuss “Authentizität” und vor allem Atmosphäre geben, an die aber die zumeist üblichen MA-Markt-Events in Deutschland nicht einmal einen Gedanken verschwenden - oder wie steht es z.B. um das natürlich unverändert “fleischliche” Nahrungsangebot zur adventlichen Zeit, die bekanntlich Fasten- und damit fleischlose Zeit war; und wenn dann noch - wie ich es vor einiger Zeit auf der Ronneburg sehen konnte - sich ein would-be-Zisterzienser-Abt (mit dickem Brustkreuz im Stil des Barock!) sein Steak munden lässt, kann man nur sagen: Gewandung ist nicht alles (und auch sie stimmte hinten und vorne nicht: Den “Mönchsstrick” sollte man bitte den Conversen und den Bettelorden überlassen, ebenso den einfachen Radmantel; ein “weißer” Mönch trägt Ledergürtel und Kukulle).
Und wie sieht es mit den Realien (Kleidung, Geräte etc.) aus? Eigentlich auch recht gut, wenn man sich an einige Regeln hält:
1. Natürlich kann keine Realie, deren genaues Entstehungsdatum bekannt ist, benutzt werden bevor sie eingeführt oder erfunden wurde; das trifft allerdings mehr auf die Erfindungen der neueren Zeit (z.B. Einführung bestimmter Waffensysteme u.ä.m.) als auf die ma-lichen Entsprechungen zu. Aber auch hier gilt beispielsweise: keine Zisterzienser, Franziskaner oder Dominikaner vor dem (genau datierbaren) Zeitpunkt der Gründung dieser Orden, keine hma-lichen Ritter mit heidnischen Amuletten etc.
2. Ist kein bestimmter Einführungszeitpunkt bekannt bzw. durch literarische Quellen wahrscheinlich, wird man bei datierten bildlichen Quellen davon ausgehen können, dass ein gewisser, aber nicht allzu langer Zeitraum vor der ersten Darstellung lag; eine etwa im späten 14. Jahrhundert (beispielsweise auf einem Grabmal) dargestellte Kleidung oder Rüstung dürfte im Allgemeinen auch für das mittlere 14. Jh. zu verantworten sein bzw. in ihr aufgekommen sein. Dabei sollte der Zeitraum aber so eng wie möglich gefasst werden, d.h. wenn beispielsweise alle (!) bekannten Abbildungen aus der Zeit um 1350 noch eine andere Mode zeigen und die uns interessierende erst auf einem Quelle von 1380 vorkommt, so wird man daraus schließen müssen, dass sie in der Tat erst in den dreißig Jahren dazwischen aufgekommen ist und Verbreitung gefunden hat.
3. In analoger Weise ist auch das Verschwinden bestimmter Realien zu werten: Gibt es ein nachweisbares Datum ihrer Abschaffung, so kann natürlich danach der Gegenstand usw. nicht mehr verwandt werden; solche exakten Daten sind aber im MA relativ selten. Ansonsten wird man davon ausgehen dürfen, dass ein - langsamer - Prozess des Verschwindens anzunehmen ist. Ein Beispiel: Noch im englischen Bürgerkrieg des 17. Jahrhunderts wurden (größtenteils allerdings leicht - etwa zum berühmten “Lobster-helmet” - umgeschmiedete) ma-(vor allem sma-liche) Helme verwandt.
Auch sind die literarischen Zeugnisse mit Vorsicht zu benutzen: Das Laterankonzil von 1215 hat beispielsweise eine Reihe von Gebräuchen verboten; wie nachfolgende allgemeine und vor allem regionale Synoden aber belegen, dauerte der Prozess ihrer Abschaffung teils recht lange, denn es wurde immer wieder ihr Verbot ausgesprochen, will sagen: Sie existierten trotz der höchstinstanzlichen Missbilligung erst einmal weiter. Ein schönes Beispiel hierfür ist die Einführung bzw. Durchsetzung des priesterlichen Zölibats in der westlichen Kirche, die sich über viele Jahrhunderte (!) hinzog. In Wales beispielsweise gab es bis zur englischen Eroberung im späten 13. Jahrhundert immer noch legal verheiratete Pfarrpriester!
4. Wie schon an anderer Stelle in diesem Thread völlig zu Recht gesagt, ist zudem die soziale Schicht des/der Dargestellten und damit auch ihrer Kleidung, Gebrauchsgegenstände etc. zu beachten: Bäuerliche Lebensformen änderten sich entschieden langsamer (blieben teilweise bis ins 19. Jahrhundert konstant!) als diejenigen des Adels und vor allem des städtischen Bürgertums. In den Städten, vor allem den größeren Handelszentren mit ihren “internationalen” Verbindungen ist wohl die rascheste ßnderung der Sachkultur anzunehmen. Aber auch hier, entschieden mehr jedoch für den Adel und vor allem die bäuerlichen Stände gilt, dass nur ein gewisser Teil der Bevölkerung es sich leisten konnte, von ihrem Materialwert her wertvolle Gegenstände rasch durch neue zu ersetzen, weil diese jetzt modisch waren. Ein gutes Schwert beispielsweise wirft man nicht einfach weg oder schmiedet es um, weil nun der Knauf “old-fashioned” war …
5. Was weiter beachtet werden muss, ist die regionale Anbindung: Es hat in einer Zeit wie der ma-lichen, die noch weit von einer modernen Globalisierung entfernt war, deutlichere regionale Unterschiedung in Kleidung, Brauchtum, Realien gegeben als wir es uns heute vorstellen können, da beispielsweise der nigerianische, japanische oder europäische Politiker oder Businessman sich im Hinblick auf Kleidung (Nadelstreifenanzug mit Binder) und Equipment (Mobiltelefon, Diplomatenköfferschen usw.) praktisch nicht mehr unterscheiden und ein weltweiter Handel entsprechende Einheitlichkeit garantiert (so habe ich beispielsweise hier in unserer nächsten walisischen Kleinstadt Trallwng jüngst an einem Tag - ohne speziell danach zu suchen, sondern weil sie alle im Sonderangebot waren - ein Hemd schweizerischer, ein Mobiltelefon schwedischer und einen Kugelschreiber deutscher Produktion gekauft - trotz aller Appelle: Buy British!).
Allerdings sollte man auch die Effektivität der Handelswege des MA nicht unterschätzen: Die meisten der ma-lichen Töpferwaren, die hier auf der (englischen) Burg Montgomery laut den Ergebnissen der Ausgrabungen Verwendung fanden, stammten aus … Siegburg!
Mein Beitrag ist schon wieder so lang geworden, dass ich jetzt mal abbreche und ein Fazit versuche:
Es ist m.E. durchaus möglich, ein Event genau zu datieren, sogar einen bestimmten Tag eines bestimmten Jahres anzusetzen und dann auch durchaus eine ziemliche historische Korrektheit zu erzielen, indem man einmal davon ausgeht, was an diesem Tag geschah (in der allgemeinen Geschichte wie auch der kalendarischen Anbindung), welche Kleidung, Rüstung, Gebrauchsgegenstände zu diesem Zeitraum (nach den oben erläuterten Kriterien) und an diesem Ort mit einiger Gewissheit gebraucht worden sind.
Selbst wenn wir von einer umfassenden Kenntnis weit entfernt sind, würde sich so ein Treffen organisieren lassen, dass einen stärkeren Hauch von “A” hätte als alles, was so im üblichen “Markt-MA” zu finden ist .
Allerdings setzt das zwei tiefe ßnderungen voraus:
Einmal die permanente (!) Bereitschaft zur - zeitkostenden - Recherche und zum Dazulernen (wie auch zur ßnderung in der eigenen Darstellung, wenn sich eine klare neue Erkenntnis ergeben hat!),
zweitens der Verzicht auf zeitlich oder räumlich anders einzuordnende Gruppen, mögen sie in sich auch noch so gut sein, wenn man ein Event auf eine bestimmte Zeit und einen bestimmten Ort datiert, denn auch die höchst-super-“a” Wikinger- oder SMA-Gruppe hat dann (in Gewandung) nichts auf einem HMA-Treffen von -beispielsweise - 1242 verloren (und, wenn es in Köln stattfindet, auch leider nicht der russische oder mongolische Krieger der gleichen Zeit).
Nun, die üblichen “Märkte”, auch wenn sie Freienfels oder Tannenberg heißen (um von den sog. “MA-Märkten” á la KZK oder Hiller ganz zu schweigen!), sind davon so weit entfernt, dass ich dort eine ßnderung gar nicht erwarte; nehmen wir sie als “social events”, als Möglichkeit, nette Menschen “aus der Szene” zu treffen, und “fun” zu haben, aber nicht als historische Darstellung, denn das sind sie in der jetzigen Form einfach nicht (wobei natürlich die Möglichkeit eines multi-period-events wie etwa in Kirby Hall auch seine nicht geringen Reize hat, aber voraussetzt, dass jede einzelne Gruppe in sich geschlossen und “a”-orientiert ist!).
Und was machen die “Touris” in dem Ganzen: Nun, dem normalen Marktbesucher, der lediglich einen schönen Sonntagnachmittag sucht, wird all das ziemlich egal sein. Für ihn ist “Ritter” = “Ritter”, ob es sich nun um einen Vikinger, einen hoch-ma-lichen Vasallen oder einen sma-lichen Söldner handelt (Landsknechte wären auch nicht schlecht dabei): Hauptsache, es klappern die Rüstungen und klirren die Schwerter …
Da etwas ändern zu wollen, wäre m.E. verlorene Zeit und Liebesmüh: Doch es gibt ja auch die historisch interessierten Besucher etwa eines einschlägigen Museums, es gibt Schulklassen und solche Leute, die wirklich “Lebendige Geschichte” (und nicht Jahrmarktsrummel mit Verkleideten) erleben wollen - und es gibt uns selbst!
Lassen wir also die Märkte Märkte sein: Schließlich erwarte ich von McDonalds ja auch kein Nouvelle-cuisine-Menü! Da kann man - mit oder ohne eigene Gewandung - hingehen, wenn-s einem Spaß macht - oder es lassen, wie ich es mehr und mehr tun werde; das ist jedermanns eigene Entscheidung. Doch: Ein- bis zweimal McDonalds Hamburger pro Jahr leiste ich mir ja auch …
Aber ich denke, die ernsthaft an Re-enactment und Living History Interessierten sollten sich zu eigenen Events zusammenfinden - mit zeitlicher und örtlicher Bindung und zur eigenen Freude und zum Gedanken- und Wissensaustausch. Und brauchen wir dazu wirklich ein uns bestaunendes Publikum? Ich denke nein, auch nicht in finanzieller Hinsicht, denn wenn man Hunderte, ja im Laufe der Zeit Tausende von - in Gewandung, Ausrüstung, Literatur (!) und Reisen zu Ausstellungen, Museen usw. steckt, kommt es dann noch darauf an, ob man ein paar davon wieder “reinholt”, indem man sich dafür auf Märkten zur Schau stellt?
Nein, für geistig unterbelichtet sollte man das Publikum nicht halten.
Gut, ich hab schon Veranstaltungen erlebt, wo mir beim Verhalten der Besucher eher der Gedanke an eine Horde Primaten gekommen ist … aber das waren (den Göttern sei Dank) eher Ausnahmen.
Die Regel ist eher die - durchaus interessierte - Frage : “Und welche Zeit stellen Sie dar ?”
Das schützt natürlich nicht vor den Leuten, die - wie kürzlich in Ratzeburg - Mann = Ritter, Frau = Burgfräulein assoziieren. Dabei ging ich einfach nur in Bruche zum abkühlen in den Ratzeburger See. Kommentar : “Guck mal, der Ritter geht schwimmen !”
Möge diese Generation ihr romantisches Bild von Robert Taylor in “Ivanhoe, der schwarze Ritter” beibehalten - DIE ändern WIR auch nicht mehr …
Wer reine 12. oder 13.Jhdt. Veranstaltungen auf die Beine stellen kann - Hut ab davor !
Das mit der Zeitstraße und dem getrennten Aufbau relativiert sich ohnehin spätestens dann, wenn der 13.Jhdt. Ministeriale mal während der ßffnungszeiten für zwei Stunden zum Plaudern bei einem befreundeten 12.Jhdt. Lager zu Gast ist. Schließlich wird wohl niemand von ihm verlangen, ein Schild mit der Aufschrift “Ich gehöre nicht in diese Zeit” zu tragen.
Mir werden aber auch weiterhin andere Veranstaltungen ungeheuer viel Spaß machen. Schließlich habe ich meine große Klappe nicht nur erhalten um den Körper mit Nahrung zu versorgen. Slao bekommt jeder der fragt auch die passende und RICHTIGE Antwort.
Gehen denn nach der Erfahrung dieses Veranstalters nur minderintelligente Menschen auf MA-Veranstaltungen ???
Meine Güte, der Durchschnitts-Homo-sapiens wird doch wohl begreifen, dass 12. Jhd. ungleich 13. Jhd. ist, wenn man es ihm erklärt. Für wie doof halten uns diese Leute eigentlich ?
Neulich mußte ich mir seitens eines Veranstalters anhören, daß es nicht nötig wäre, daß das 12. getrennt vom 13. Jh. aufbaut. Da wäre eh kein großer Unterschied zu sehen und das Publikum würde nicht verstehen, warum es 2 getrennte Lager gibt.
Natürlich werden die es NIE verstehen, wenn immer kreuz und quer durch die Jahrhunderte aufgebaut wird.
Und selbst wenn man das außer acht läßt, stören schließlich WIR uns dran.
Joachim,
der ja folglich seinen alten, verstaubten Tropfenschild wieder benutzen darf
Ivo und Thorsten haben mich verstanden! Nur diese kleine Treffen mit ausgewählten Leuten können etwas Anständiges in die Wege leiten. Daraus wird sich ein HMA Kern bilden, der wirklich Reenactment betreibt. Und dieser Kern wird sich durch gezielte Einladungen, durch gezielte Zeit- und Themenvorgaben nach und nach auf andere, die das WIRKLICH WOLLEN, ausbreiten.
Sich jetzt gleich mit dem jetzigen Standard auf der Wiese zu treffen, führt zu keinen wirklichen Verbesserungen. Warum, das hat Thorsten ja gerade sehr schön ausgeführt.
Udo, sei mir nicht bös, aber bei aller Liebe zu tempus-vivit, ich werde den Teufel tun und den Rahmen einer solchen Veranstaltung hier wirklich durchdiskutieren lassen. Ich neige dazu, aus den Fehlern anderer hier im Forum zu lernen (siehe KidGuide thread, der nu dicht ist). Wie Thorsten schon schreibt, es wird einfach passieren. Dafür muß es nicht hier totdiskutiert werden.
Meine Intention, warum ich das Thema überhaupt anschnitt ist folgende: Den Leuten, die sich dafür wirklich interessieren, denen aber noch der rechte Anreiz, der rechte Kontakt fehlt, zu zeigen, daß sich was tut, das es eine Alternative gibt.
Eintrag 29 von Karen z.B. bestätigt mich (und freut mich). Man muß den Leuten klarmachen, daß es eine Alternative zu dem jetzigen (Zeit)Mischmasch gibt. Sie müssen ein Ziel haben. Z.B.: Ein Freund von mir, jetzt in der Gruppe, konnte sich Alternativen zu Märkten gar nicht vorstellen und hatte DESWEGEN regelrecht Angst mit seinen alten Traditionen zu brechen. Also nahmen wir ihn zu einer solchen Alternative mit. Und nun kann er sich sein vorheriges Marktleben gar nicht mehr vorstellen. So funktioniert das. Bei mir war es mal ein Besuch zu einer Veranstaltung im Museumsdorf Düppel, der mich anregte, dem Fuzzie in mir Gute Nacht zu sagen.
Ganz bestimmt wollte ich hier nicht die Spielregeln zu Diskussion stellen. Die existieren nämlich seit Jahren und funktionieren bei unzähligen Gruppen anderer Epochen.
Und Udo, um auf Deine (provozierende ?) Frage im Eintrag 23 zu antworten: Ja, Du darfst mitspielen. Und wie wir beide wissen, warst Du ja auch mit drin. Und trotz Deines Rückziehers wirst Du die Möglichkeit wieder haben, aber nur, wenn Du es WIRKLICH willst und Dich den Regeln WIRKLICH unterordnest. Und das gilt für alle!
Für alles andere gibt es nämlich schon Spielfelder genug, wie wir wissen…
Thorsten hat recht, es fehlt ein Vorbild, oder überhaupt der Kick, was machen zu wollen.
Ist irgendwem aufgefallen, wie viele Leute plötzlich Wickie oder SMA machten, als das VS-Book “Wikinger” und “Söldnerleben…” eine weitere Verbreitung fanden?
Allerdings generierten diese Bücher zwei verschiedene Arten von Darstellern- die einen suchten das Buch mit der Lupe ab und kopierten minuziös jedes Detail (inclusive möglicher Fehler/Improvisationen/Kompromisse/überholter Erkenntnisse).
Die andere Fraktion kriegte den Kick nach dem Motto “Kuck mal, es geht doch!” und machte sich eigenfüßig zielgerichtet ans Werk mit Recherche und Umsetzen.
Fürs HMA fehlt so was, wo einem Fotos guter Darstellerqualität die schiere Machbarkeit demonstrieren und die Initialzündung zum “Machenwollen” liefern.
Im ßbrigen wäre es schön, wenn sich erst eine klare Linie bildet, an der ernsthaft gearbeitet wird, und erst dann (wenn überhaupt) der allumspannenwollende Darsteller-Dachverband;o)
Gruß
Ivo,
Fraktion “Kuck mal, es geht doch!” (still under construction)
ehrlich gesagt, weiß ich nicht, worüber Du Dich aufregst. Meiner Meinung nach gibt es zum Thema Evetnplanung nicht mehr zu sgen, als Hadu und ich zur Eventplanung gesagt haben. Da braucht´s keine virtuelle Planung, da macht man halt einfach. Das einzige “Problem”, was ich sehe ist die Vorauswahl der Gruppen. Und daß der Veranstalter schon Ahnung über die Zeit haben sollte.
Im Agenblick sehe ich da wenig Gruppen, die als “Leithammel” funktionieren könnten. Wie es mir in Daaden im SMA erschien, so war das Event ja auch Anlaß gute Gruppen und Gruppen in der Entwicklung zusammen zu bringen, um voneinander zu profitieren. Nach dem, was ich kenne ist halt im HMA noch ne Menge Mittelmaß vorhanden und die von mir beschriebenen Zeitfenster sind leider ziemlich ungleichmäßig abgedeckt. Vielleicht sollten deshalb die Events erstmal kleiner bleiben, um mehr Möglichkeiten zu bieten, sich untereinander zu bespprechen und gegenseitig “hochzuschaukeln”. Im Augenblick sehe ich bei größeren Treffen noch die Gefahr, daß man sich auf seiner Mittelmäßigkeit ausruht. Ich selber habe z.B. mehr Drang an meiner Ausrüstung etwas zu tun, wenn ich mit guten Leuten zusammenkomme, als wenn ich auf einem Treffen möglichst noch zu den gut recherchierten, vielleicht sogar zu den bestausgerüsteten Leuten gehöre.