Und wenn jetzt noch jemand einen Beleg für die Verwendung der einfachen Schleuder in Kriegseinsätzen für mich hat, würd ich das sogar glauben.
Bis dahin glaube ich weiter, daß in Kriegen bevorzugt das eingesetzt wurde, was man in den Quellen findet. Hieb- und Stichwaffen aller Art, z.T. an Spießen, dazu Bögen und Armbrüste.
Zum Thema Waffen stellen:
Doch, klar, wurde 'früher' auch so gemacht.
Definiere den Zeitraum, von dem du redest.
Gruß, Ivain
Es ist die frage nach der effektivität der schleuder als kriegswaffe aufgetaucht.
seid mir nicht böse wenn ich meinen senf dazugebe, aber ich halte ihn (den senf) für passend.
früher wars ja so, dass die leute (besonders die unfreien) in den kriegsdienst mussten. leider wars nicht so wie heut, dass die da waffen gestellt bekamen. jeder musste selbst für seine waffen sorgen.
die einfache schleuder war die waffe des armen mannes. dazu brauchte er nur ein breites stück leder und zwei schnüre oder schmale streifen leder.
hirten zum beispiel hatten auch genug zeit um mit dieser waffe zu über. munition lag auch haufenweise in der prairie herum.
bau dir einfach ne schleuder und geh raus aus der stadt (falls du in einer wohnst). das offene land bietet schleuder-munition im überfluss.
du kannst auch äpfel verwenden, die machen schöne effekte beim aufprall auf beton o. ä. :- )
wie bereits gesagt wurde spielt zielgenauigkeit keine sooo große rolle.
die standen sich in gruppen gegenüber, da musste einfach nur die gruppe treffen, irgenjemand wird schon netterweise umfallen. es gibt aber auch berichte über eine außerordendlich hohe zielgenauigkeit der schleuderschützen im altertum.
wers lernen will kann ja nach palästina fahren, in den nachrichten sieht man oft kids mit schleudern die auf israelische panzer schießen. also wer in die gegend mal kommt, nehmt mal n paar stunden training :- )
meister fallen nicht vom himmel, sie würden den aufschlag nicht überleben.
holzi
Hallo Florian,
ein Treffer mit dem Schleuderblei am Kopf kann durchaus tödlich sein und auch sonst kann es erhebliche Verletzungen verursachen. Sicherlich wird ein Bogen in der Regel gefährlicher sein, Du musst aber auch bedenken, dass damals nur Kurzbögen verwendet wurden, die von der Zugkraft schwächer waren als mittelalterliche Langbögen. Ferner ist die Schleuder viel billiger als ein Bogen, gleiches gilt für die Geschosse. Zur Not kann man sogar Kiesel nehmen. Auch ist keine erhebliche Körperkraft erforderlich wie beim Bogen. Die Waffe lässt sich leicht zusätzlich zu Nahkampfwaffen tragen, weil sie klein und handlich ist. Die sicherlich deutlich schlechtere Zielgenauigkeit im Vergleich zum Bogen relativiert sich beim Einsatz gegen große Menschengruppen. Es reicht ein Treffer irgendwo in die Menge.
Berthold
Solche "einfachen Schleudern" wurden ja bei den Römern auch als Kriegswaffen gebraucht...
Weiss jemand wie effektiv solche Schleudern waren? Es wurden in der Schweiz mal Schleudergewichte aus Blei gefunden die eine römische Prägung hatten - sie waren Olivensteinförmig und ~3cm lang. Irgendwie kann ich mir nich vorstellen das sowas als Kriegswaffe taugt. Gibt es denn irgendwelche Vorteile gegenüber dem Bogen? (Mal abgesehen davon, das es recht plaztsparen und billig ist...)
MfG Irion
Unser Ilja hat sich inzwischen schon 2 Stabschleudern gebaut, die wir z.B. während der Hemmersdorf-VA ausprobierten. Schon mit wenig Übung und wenig Kraftaufwand kann man handliche Steine über große Entfernungen schleudern. Hat von der Aktion eigentlich wer Bilder gemacht (ich nämlich leider nicht) und ins Netz gestellt?
Überreste einer Schleuder aus dem MA sind übrigens in Schleswig im Museum zu sehen.
ich hab mir schon vor monaten eine einfache schleuder (auch bandschleuder genannt) "gebaut".
ich bin so dankbar dass ich auf dem land lebe, zwecks viel platz wo kein mensch anzu- treffen ist.
meine ersten versuche habe ich mit einem gewöhnlichen gürtel gemacht, ist zwar umständlich weil die steine dazu neige abzuhauen, aber man bekommt schon einen guten einblick wie das ganze abläuft.
meine erste wirkliche schleuder war ein breiter lederstreifen mit zwei langen dünnen dran.
weil aber streifen bei der bewegung durch die luft zum flattern neigen, hab ich die streifen der länge nach gedrittelt und geflochen.
dadurch wurden sie schmäler, dicker und stabiler in der luft.
befestigt hab ich das geflochtene band durch annähen mit gleichzeitiger klebung (sicher ist sicher).
hab auch schon versucht das ganze einzuflechten, d.h.: ich verbinde die bänder ohne jegliches hilfsmittel, gefällt mir besser, muss aber noch dran arbeiten.
was das schleudern angeht:
nimm dir urlaub, fahr nach palästina und lass es dir von den kids beibringen.
spaß beiseite!
in den nachrichten sieht man immer wieder kids (aus genannter region) die wirbeln das ding herum und lassen dann los.
vergiss das. am anfang wirst du den richtigen zeitpunkt nie finden, und außerdem ist es wenn der stein senkrecht in die luft geht auch für dich gefährlich, glaubts mir ich habs schließlich gemacht. zwei meter neben mir ist das ding eingeschlagen. ich war knapp am herzstillstand.
nach langem probieren hab ich mittlerweile eine methode gefunden, bei der ich ungefär die richtung und die höhe der flugbahn bestimme.
ich stelle mich 90 grad zur beabsichtigten schussrichtung. d.h. schleuder in der rechten hand (rechtshänder), die linke ist in schussrichtung.
ich lege den stein (oder was auch immer) ein und pendle mal so, nur um das ding in bewegung zu haben.
also steh ich da und pendle ein wenig hin und her. wenn sich der stein wieder nach vor bewegt geb ich etwas mehr schwung und bewege das ding über meinen kopf hinweg, wenn der stein in schussrichtung ist dann gebe ich vollgas. d.h. der stein mach eine umdrehung in der schleuder. wenn der stein meine vorderseite passiert lasse ich ein band aus, die schlinge öffnet sich und der stein geht in die gewünschte richtung ab.
besser geht meine schilderung nicht.
wenn ihr genauere infos braucht schreibt mir, ich werd versuchen euch dienlich zu sein.
meister fallen nicht vom himmel, sie würden den aufprall nicht überleben!
holzi
Auf den Balearen gibts immer noch/wieder Leute die mit der Schleuder schießen. Wenn du mal dort im Urlaub bist, historisch ist es nirgends passender.
Mit besten Grüßen
leider alle auf Englisch, aber das sollte ja kein so großes Problem sein.
Wenn euch noch irgendwas zu den Seiten oder allgemein zu Schleuder einfällt dann sagt es, ich bin Wissensbegierig ;)
bye Basti
Wenn ich versuche, mit der Handschleuder zu schießen, bringe ich meine gesamte Umgebung in Gefahr; wenn ich mit der Stabschleuder schieße, schieße ich zumindest mal geradeaus nach vorne ;-)
Aber Spaß beiseite: mit der Stabschleuder hat man einen längeren Hebelarm, d.h. der zu beschleunigende Stein bewegt sich auf einer längeren Kreisbahn und bekommt dadurch mehr "Wums". Außerdem kann der Stein aus einer größeren Höhe geschossen werden (sagen wir mal: 1.70m Werfer + 1.30m Stab + 70cm Schlinge = 3.70m Abschußhöhe), was den Stein weiter bringt. Und zu guter Letzt kann man bei der Stabschleuder mit beiden Armen ausholen und schleudern, was nochmal mehr "Wums" gibt.
Und wenn einem die Steine ausgegangen sind und die Gegner langsam unangenehm nahe kommen, gibt es viele gemeine Sachen, die man mit einem Stab und Schnur anstellen kann, nur sind die warscheinlich nicht besonders mittelalterlich...
50..70cm bedeutet "50 bis 70cm"...
Irgendwann in ferner Zukunft, wenn ich mal ganz viel Zeit und mein Diplom fertig habe, versuche ich, die Kräfte einer Stabschleuder bzw. eines Tribocks auszurechnen; Stichwort: Doppelpendel; Hamilton-Lagrange-Formalismus, Drehimpuls...
Bernd Truckses
worin besteht der praktische Unterschied zwischen Stabschleuder und normaler Schleuder?
und was bedeutet 50..70cm, sorry wenn das ne dumme Frage ist aber ich komme nicht drauf ;)
übrigens habe ich jetzt auch im internationalen Netz gesucht, da kam viel mehr.
zuerst: als "Übungswurfgeschoß", welches auch nicht zu allzugroßen Diskussionen oder kaputten Fensterscheiben führt, kann ich sehr Wasserbomben aus dem Spielzeugladen empfehlen. Einziger Nachteil, es kann passieren, daß die losgelassene Schnur (auch bei der Stabschleuder) den Ballon sofort zum platzen bringt.
Meine Schleuder: ist eine Handschleuder, die der Schlinge der Stabschleuder ähnelt. Also eine rauten- oder ellipsenformige Tasche (für Wasserbomben, oder Tennisbälle sollte sie etwas größer sein, oder mit einigen Längsschlitzen etwas aufgefächert werden.) Die zwei Schnüre werden ebenfalls an die schmalen Enden gebunden. Die Länge dieser kann man varieren. In meinem Fall reicht die Schleuder, wenn ich meinen Arm rechtwinklich nach vorne halte bis etwa zur mitte meiner Wade. Am oberen Ende der Schnüre hat man einmal einen Knoten zum festhalten und einmal eine kleine Schlaufe die man über Ring- oder Mittelfinger zieht.
Das Festhalten: Die Handfläche der Schleuderhand nach oben halten, die Schlaufe wie bereits gesagt über Ring- oder Mittelfinger ziehen, die andere Schnur mit dem Knoten zwischen Daumen und Zeigefinger festhalten.
Das Schleudern: eigentlich sollte man das wohl über dem Kopf oder zumindest schräg darüber veranstalten, das hat bei mir bislang aber immer zu unvorhersehbaren Richtungen (auch in die eigenen Reihen geführt). Für mich ist es besser seitlich zu schleudern und zwar von hinten nach vorne. Kurz nach dem höchsten Punkt des Kreises läßt man die Schnur mit dem Knoten los und der Stein/Ball/Ballon fliegt davon.
Viel Spaß beim ausprobieren! Man wird übrigens richtig schnell gut, wenn man einen Gegner hat, der ebenfalls Wasserbomben verschleudert... =;o)
Gruß, Mohne von der Roten Hand
Der Stab muß nicht unbedingt 2m lang sein; das ist etwas unhandlich. Für den Anfang würde ich mit Stablängen von ca. 1m experimentieren; wenn das klappt, kannst Du einen längeren Stab nehmen.
Zur Schlinge: die sieht ungefähr so aus: für den Anfang ca. 50..70cm lange Schnur, dann ein Rauten/Ellipsenförmiges Stück Stoff/Leder - ausreichend dimensioniert, daß man einen Stein/Tennisball/wasauchimmer reinlegen kann, ohne daß erseitlich rausfliegt, dann wieder eine 500..70cm lange Schnur(die Schnüre werden selbstverständlich an die schmalen Enden des Lappens drangebunden).
Auch hier gilt: für den Anfang eine kleinere Schlinge, später kann sie länger sein...
Das Prinzip dieser Schleuder wird auch bei den großen Katapulten bzw. Triböcken angewandt.
Und da ein Bild mehr als tausendWorte sagt, hier noch 2 Links zur Grey-Company:
ich weiß ja nicht, wie groß Dein Garten ist, aber, wenn er nicht grad fürstliche Ausmasse hat- lass es! Die Schleuder ist ein Wekzeug, das dazu konzipiert wurde, Wurfgeschosse jenseits menschlicher Reichweite zu Schleudern. Kann zu unangenehmen Diskussionen mit den Nachbarn führen.
Zur Schleuder:
Die bekannte Lausbubenschleuder (Astgabel + Einweckgumis kommt in unsren Breiten erst an Ende 19. Jh. auf, wegen des Gummis.
Aus biblischen Zeiten bekannt ist die einfache Schleuder (Stoffetzen zur Aufnahme des Wurfgeschosses, 2 SEile dran). Extrem wirkungsvoll, aber sehr übungsintensiv.
Als Variation empfehle ich die Stabschleuder: Man binde das eine Ende einer simplen Schleuderschlinge an einem Stecken von ca 2m Länge fest und spitze diesen Stecken an. Über diese Spitze wird nun das zur Schlaufe gebundene Ende des anderen Seils gehängt. Lade die Schleuder, vollführe vor dem Schleudern etwas wippende Bewegungen mit dem ganzen Körper, so daß das Wurfgut in Schwingung kommt und wenn das Wurfgut am weitesten von Deinem Rücken entfernt ist vollführe die Schleuderbewegung mit dem Stecken. Am Höhepunkt löst sich die Schlaufe und gibt das Wurfgut frei. faustgroße Steine lassen sich auf diese Art problemlos und mit Wucht gezielt in einem relativ kleinen Bereich platzieren.
Zum Umgang mit LARPies und Schaukämpfern empfehle ich Vollgesichtsschutz und Tennisbälle...
gruß, uli
ich bin selbst LARPie und angehender Schaukämpfer :) und suche schon ewig nach einer anständigen Bauanleitung für Schleudern. Nur dummerweise finde ich nur Rollenspiele-, Kinder- und Bibelseitenlinks.
Also kennt einer von euch vielleicht eine gute Bastelanleitung (am besten mit Bildunterstützung) oder kann selbst eine geben?
Gibt es vielleicht noch einige Tipps, die ich im Ungang mit der Schleuder unbedingt beachten soll?
(Ich werde erst mal kräftig im Garten üben :) )
d.h. ich habe eigentlich auch keine Ahnung wie die Schleudertechnik funktioniert.