Hoi Leuts,
nur um auch mal meinen Senf dazu zu geben: mit meinen Trainingspartnern nenne ich es meist "kloppen" und wenn ich es zu erklären versuche, nenne ich es Vollkontaktfechten als möglichst genaue Beschreibung des Vorgangs, mit Schwertern zu kämpfen. Was die Sicherheit angeht und meinen Anspruch an die "Authentizität", so kann ich nur sagen, das ein vollkommen realistisch nachgestellter Kampf ja erstmal gar nicht möglich ist; wir wollen uns ja schliesslich nicht umbringen... Ich trage zu meiner eigenen Sicherheit Gambeson, Kette, Helm und gepanzerte Lederhandschuhe, um größeren Verletzungen Vorzubeugen, und wir benutzen auch keine Stiche, da diese das verletzungsrisiko stark erhöht. Zum Beispiel: in einer ungeplanten Reaktion deines Gegners rennt er dir in die Klinge, und das ist an der falschen Stelle gar sehr unangenehm. Ebenso gilt für uns der codex belli, der mir als recht sinnvoll erscheint. Na gut, zurück zum Thema. Aufgrund der vielen unterschiedlichen Arten und Weisen der Leute, sich zu kloppen oder zu dengeln kann ich persönlich einfach keinen Universalbegriff dafür finden.
Beste Grüße, Fabian
Sportfechter? Bin ich auch :-)
Aber auch historischer Fechter, Schwertfechter, habe Spaß am Schlägerfechten, praktiziere Szenisches Fechten, Heavy Weapon (Rattan), Kendo, Iaido. Macht alles Spaß, jedes auf seine eigene Weise.
Ach ja, zur Gewandung schleppe ich kein Schwert mit mir rum :-)
Giraut le Noir
--Sinn macht der Gebrauch dieses Wortes meines Erachtens nur, wenn zur Darstellung einer historischen
Schlacht Leute aufeinander eindreschen oder -schießen. Aber beim Begriff "Reenactment- Fechten krampft sich bei mir was zusammen.
Naja, glücklich ist die Formulierung vielleicht nicht, aber der Begriff
"Re-enactment Combat" ist im anglophonen Raum etabliert.
Man könnte das ganze ja auch "Ritter-Sport" nennen...
;-)
Jörg
"Re-enactment" ist das "Nachstellen einer historischen Begebenheit". Ich glaube also nicht, daß man beim Thema "Fechten" von Re-enactment sprechen kann, es sei denn, man stellt einen Kampf dar, der tatsächlich einmal stattgefunden hat.
Sinn macht der Gebrauch dieses Wortes meines Erachtens nur, wenn zur Darstellung einer historischen Schlacht Leute aufeinander eindreschen oder -schießen. Aber beim Begriff "Reenactment- Fechten" krampft sich bei mir was zusammen.
Dietrich
@Michael
Also, nach dem PLädoyer im Posting vor mir betreibe ich am ehesten "Re-enactment Fechten"
Das dürfte es noch am ehesten treffen. Ich besitze sowohl scharfe Replika als auch stumpfe, für das Training geeignete Waffen. Ich versuche, möglichst realitätsgetreu (historisches Fechten) dar- und nachzustellen und trainiere das auch allein bzw. mit Dummies etc. Im Partnertraining jedoch betreibe ich eher Re-enactment, möglichst reelles Fechten mit den entsprechenden Mitteln, aber Stiche und Hiebe gegen das Gesicht lassen wir aus Sicherheitsgründen sein.
Allgemein nennt sich diese Art des Fechtens
"Huscarl".
Tatsächlich, Stiche waren teilweise verboten.
Und zwar in manchen _Turnieren_ und _öffentlichen_Fechtveranstaltungen_
Gelernt und geübt hat man sie trotzdem,
in einem echten Kampf auf Leben und Tod auf eine hocheffiziente Angriffstechnik zu verzichten, wäre mehr als blödsinnig.
Jörg
da liest man eine Weile nicht mit und dann findet man solche Perlen wie diesen Thread. *g*
Naja, ich wäre nicht das Großmaul, das ich nunmal bin, wenn ich dazu nix zu sagen hätte:
Der Sammelbegriff für den (wie auch immer gearteten) Umgang mit Griff- und Stangenwaffen und den dazugehörenden
Schutzmitteln heißt FECHTEN, und wäre z.B. aufzuteilen in Untergruppen wie:
-"Sport-Fechten" (der Wettkampf-Sport mit Florett, Degen und Säbel, mit exakt definierten Regeln und genauen Ausrüstungsrichtlinien; im weiteren Sinne verstanden würde auch Kendo darunterfallen)
-"Szenisches Fechten"(voll choreographierte Scheingefechte mit allen möglichen Waffen für Theater und Film, hochreguliert, i.d.R. ohne oder mit wenig Schutzausrüstung)
-"Historisches Fechten" (möglichst exakte Rekonstruktion historischer Fechttechniken als Kampfkunst,aufgrund der meist letalen Natur der Techniken ist hier ohne Schutzausrüstung und spezielle Waffen meist kein 'freier Kampf' möglich, aber er ist auch nicht unbedingt nötig)
-"Studentisches Fechten" (Pauken und Mensurfechten mit dem Schläger, extrem regelementiert, mit spezieller Schutzaurüstung)
-"klassisches Fechten" (quasi der direkte Vorfahre des Sport-Fechtens, Ausrüstung und Waffen identisch mit dem heutigen Sport-Fechten, Regeln anders, Fechten wird als Vorbereitung auf ein Duell mit scharfen Waffen angesehen)
oder eben
-"Reenactment-Fechten" (im Prinzip eine Mischung aus Sport-Fechten, historischem Fechten, und szenischem Fechten, je nach Gruppe bzw. Einzelnem in verschiedenen
Gewichtsanteilen) Fechten mit pseudohistorischen Waffen unter Beachtung diverser Regelwerke und Schutzkleidungsbestimmungen, auch bekannt als "Freikampf",enthält manchmal eine choreographierte Komponente, die meist "Schaukampf" genannt wird.
Ich frage mich: Wo ist das Problem? Es gibt für alles einen ziemlich genau definierten Begriff, der wunderbar passt, warum also etwas neues erfinden?
Jörg
"The thrust was traditionally banned in 13th and 14th century tournaments as being too dangerous"
Das ist der Kernsatz, wenn ihn nicht ausdrücklich auf "The use of thrusts and cuts to the face and hands" beziehen will.
Insgesamt beinhalten unterschiedliche Epochen unterschiedliche Techniken, die man ebenfalls nicht in einen Topf werfen sollte.
Heisst, wenn man sich im 13. und 14. Jhdt schon entschlossen hat, bestimmte Techniken auszuschliessen, könnte es sein, dass es dafür Gründe gab und es geschah sicherlich vor dem Hintergrund von weit aus mehr empirischen Werten als heutzutage vorliegen.
Die entsprechenden Webpage ist, wie erwähnt, www.thehaca.com. Um Fehlinterpretationen etc vorzubeugen, ist die Passage direkt runterkopiert.
Wie Jan sagt: Warum soll ein Schaukämpfer nix über historisches Fechten erzählen? Man kann beides können. Wenn jemand Bockmist erzählt, liegt's an seiner Person und nicht an der Technik.
Was soll die Differenzierung nach "also erstens ist meiner Erfahrung nach ein Stich von einem trainierten Kämpfer weit ungefährlicher als Schläge von den vielen anderen aufm Schlachtfeld... " Kommt drauf an, wie weit der andere durchzieht. Bruch ist Bruch.
Ich mag die Stiche nicht, weil ich das Gefühl habe, nicht auschliessen zu können, dass mir irgendwann ein Gegenüber in's Schwert stolpert.
N.
Klar, hast Du völlig recht! Scharfe Schwerter gehören selbstverständlich dazu. Alles andere ist halber Kram!
Pfeile sind hingegen nicht meine Baustelle.
Jetzt weiß ich immer noch nicht, was Du so machst... ;-)
Irgendwie scheinen meine dezenten Hinweise bisher bei keinem der Betreffenden angekommen zu sein. Deshalb nochmal mit dem Holzhammer:
Mit "unseren Schwertern" kann man viele Dinge tun. Schaukampf, Historisches Fechten, Freie Schlachten, Posen, Freikampf, Lebendiger Kleiderständer spielen und vieles andere mehr.
Auch in diesem Fall gibt es nicht "die eine Szene", sondern haufenweise Gruppen mit ganz unterschiedlichen Zielen.
Deshalb sollte jeder in solchen Diskussionen den anderen klarmachen, was sein Spiel ist. Also etwa so:
>Ich mache mit "meinen Schwertern" blablabla. Das nennt man m.E. am besten "xy". Dabei ist "z" zu beachten
@Urs Ok, vielleicht war das ein wenig hart ausgedrückt...
Aber eine Frage trotzdem: Warum (so hört es sich jedenfalls an) passen deiner Meinung nach historische Kenntnisse nicht mit Schaukampf zusammen? Ich kenn einige Leute, die von beidem eine Menge Ahnung haben. Ausserdem: Ein Stich von einem geübten Kämpfer ist natürlich ungefährlich, aber von einem ungeübten Kämpfer ist er weitaus gefährlicher als ein Hieb, da ein Stich schon mal durch die Lamellen eines Harnisches gehen kann. Ein Hieb nicht.
@Joachim& Michael
Natürlich gehört Stechen eindeutig zu historischem Fechten dazu und entspricht der Realität, aber wenn ihr historisches Fechten möglichst realitätsgetreu darstellen wollt, müsstet ihr mit scharfen Waffen und spitzen Pfeilen kämpfen. Sprich: Der Sicherheit zuliebe müssen Opfer gebracht werden.
was möchtest du mit diesem zitat ausdrücken?
gib bitte den exakten URL an, damit ich das zitat im gesamtkontext nachlesen kann.
...JC hat in den letzten jahren einige thesen zu "papier" gebracht...! :-)
ich denke, es ist jedem klar, dass stiche eine gefährliche angelegenheit darstellen.
doch wie Urs schon mehrmals geschrieben hat, kommts bei der heutigen umsetzung doch immer darauf an, was der einzelne trainiert.
schaukämpfer/freikämpfer o.ä. sollten unter diesen umständen vielleicht besser auf stiche verzichten, als sog. historischer fechter ist es jedoch unabdingbar, die stiche in den techniken zu belassen.
The contention that ... may represent only a "martial sport" than earnest combat practice can be disputed on several grounds: 1. The use of thrusts and cuts to the face and hands. The thrust was traditionally banned in 13th and 14th century tournaments as being too dangerous and thus would surely seem out of place in casual exercise. As the fighters in ... are also unarmored, this threat would be even more dangerous. ..."
@Jan: also erstens ist meiner Erfahrung nach ein Stich von einem trainierten Kämpfer weit ungefährlicher als Schläge von den vielen anderen aufm Schlachtfeld...
und zweitens.... was habe ich den grad gesagt? Ich will keinen Schaukämpfer hören der meint was von hist. Fechtkunst zu verstehen (und umgekehrt)
Euer Hlorridi
@Jan:
Es betrübt mich zutiefst, daß wir nicht geduldet werden können... ;-)
Wir empfinden stechen nicht nur als gut, sondern als absolut notwendig! Wir beschäftigen uns übrigens mit historischem Fechten. Was machst Du?
...
Ach so, Jan, Und mit einem Hieb kann man keinen verletzen. Aha. Von mir aus laß das Stechen weg, aber mit der eigentlichen Fechtkunst hat das dann NICHTS mehr zu tun, das sollte Dir klar sein und das solltest Du dann auch anders bezeichnen.
@Michael:
ADFD: Akademie der Fechtkunst Deutschlands; das ist der ´offizielle` deutsche Fechtmeisterverband
AAI: Academie d´Armes International; das ist der internationale Fechtmeisterverband
Also, ehrlich gesagt finde ich, dass stechende Kämpfer einfach nicht zu dulden sind...Wenn ihr das als gut empfindet, dann mag euch das freigestellt sein, aber im Grunde genommen ist das einfach nur unverantwortlich und schlicht gefährlich, denn auch stumpf handelt es sich immer noch um Waffen, und ein Stich kann auch
bei so einer Waffe (ernsthaft) verletzen.