Von Aktiven auf einem öffentlichen HMA Event könnte man doch auch erwarten, falsch gewandete Besucher nicht als lästiges Problem zu sehen, sondern als anscheinend interessierte (ok, nicht alle) die man auf ihre Fehleinschätzung mal ansprechen könnte. Denn, wenn man die Leute mal anspricht kann man oft Fehleinschätzungen wie z.B. es gibt nur Ritter und Burgfräulein leichter korrigieren.
Ein offenes ZUgehen auf die Besucher wirkt da Wunder und man bekommt doch meist schnell Interesse für die Darstellung.
gruß, uli
Andererseits ist das schwieriger abzuhandeln als bspw bei Lagern, denn da weiß man ja, wer da ankommen will: "Soso, Ihr seid also die Gruppe xxx und stellt die Zeit um 793 dar. Dann seid Ihr für unser HMA Event leider nicht ganz passend. Tut uns vielmals leid..." Man kann es ja höflich ausdrücken.
Bei Besuchern in Gewandung wird das Ganze wie gesagt schwierig. Man weiß ja normalerweise nicht, wer als Besucher kommt (und wer davon gewandet erscheint).
Konsequent wäre es, die Betreffenden nicht einzulassen, aber das macht wohl niemand - und ich persönlich hätte als Veranstalter dabei auch kein gutes Gefühl...
Ebenso halte ich persönlich es nicht für praktikabel, von vornherein zu sagen: "Besucher nur in Zivil!" oder so ähnlich. Das kann keiner so weit public machen, daß es auch der letzte mitbekommt, bevor er bspw als Wiki auf dem Platz der HMA Veranstaltung steht. Und dann wird's wieder schwierig, weil man sagen müßte: "Du darfst hier nicht rein!" - siehe oben.
bitte ließ Dir meinen Text noch mal in Ruhe durch. (Danke!)
Meiner bescheidenen Meinung nach sollten (außer siehe Marktkritiken Velbert-Neviges, solche Veranstaltungen betreffen mich nicht) alle Besucher in normaler Alltagskleidung unserer Zeit erscheinen. Punkt!
Veranstaltungen wie Oerlinghausen haben dadurch zwar einen schlechten Ruf. Auch gut!
Mein persönlicher Hit sind kostümierte Besucher von Ausstellungen. Auf der Europa um 1000 geruhten sich einige Kostümritter lächerlich zu machen! Das darf doch nicht sein. In Xanten zum Römerfest liefen Wikinger auf. Was soll das?????
Sylvia
Projekt Folgari
PS. Zanke bitte per Privat-Mail bzw. an die Admins: Im Zweifelsfall diesen Eintrag bitte Löschen. (Danke im voraus!)
Georg, nun zitiere aber bitte richtig:
"Ein Problem sind immer Besucher in Gewandung/Klamotte etc. ..."
Der Schwerpunkt liegt auf Gewandung/Klamotte.
Ein Besucher, der auf einer Themen-Veranstaltung ein unpassendes Kostüm trägt, bildet ein Problem. Ja.
Und wer entsprechende Vorgaben eines Veranstalters nicht mag, soll der Veranstaltung fernbleiben, ganz einfach.
Ulli
Sylvia schrieb: "ein Problem sind Besucher in Gewandung/Klamotte", und das auch noch in dem Zusammenhang der Problematik eines uneinheitlichen Zeitbildes, wenn sich nämlich Darsteller und/oder Besucher in Trachten anderer Zeiten zur eigenen, zeiteinheitlichen Darstellung dazugesellen....
....Zusammenhang/Kontext ist manchmal wichtig... ;-)
Ich vrstehe das mit den Besuchern so das damit die unpassend Gewandeten gemeint sind,sprich Flokatie, BW Helme usw. Leute wo man halt fühlen kann das es denen nur um Günstigen Eintritt geht sowie diejenigen die nichts von Nettikette halten.
Viele Grüße Heiko
Soso,"Ein Problem sind immer Besucher..." Ist ja interessant.
Hallo, anybody out there??? Märkte (!) sind FÜR BESUCHER, N I C H T für die teilnehmenden Gruppen. Die Besucher sind der zentrale Punkt, die zahlen dafür sogar Geld, kaum mag man`s glauben.
Wer keine Märkte mag, soll diesen fern bleiben, ganz einfach.
Giraut le Noir
Klar Mathias, du hast eigentlich recht. Wenn Zeitschiene, dann sollte man sich auch während der Publikumzeiten daran halten. Das ist ein Vorteil von in sich geschlossenen Veranstaltungen. Hier kann man laufen wie man mag.
Ich gehe jetzt mal von einem Durchschnitt der Veranstaltungen aus, bei denen ich in diesem Jahr teilgenommen habe: von 11.oo bis 17.30 Publikumszeit. Klar geht man mal zu WC oder isst einen Happen, aber eigentlich ist vorher und nachher Zeit zum Klönen (?)Vorsicht! meine Meinung: Bei zeitübergreifenden Veranstaltungen sollte man Zeitbereiche einrichten (wie z.B. im Acheon) hier kann man sich tummeln wie man mag. Zusätzlich gibt es meist einen "neutralen" Bereich für Raucher, zum Ruhe haben etc. (wie in Oerlinghausen, da gibts einen abgetrennten, nicht einsehbaren Pausengarten hinter einem der Häuser) Klar muss man sich immer am Zipfel packen und zusehen sich an die eigenen Ideale zu halten, aber versuchen kann man das ja mal.
Ein Problem sind immer Besucher in Gewandung/Klamotte etc. Auch wenn ich persönlich immer weniger verstehe was das soll, könnte man als Besucher (auch wenn man selbst aktiv ist) akzeptieren, dass es auf einer Veranstaltung ein Konzept gibt. Mit welcher Klamotte auch immer könnte man entschieden stören. Das ganze schöne Zeitfenster bringt nichts wenn Besucher in Toga (als Beispiel) durch das Bild heppen! Es sollten mehr Orga-Teams (zu mindest bei Freilichtmuseen oder enggefassten Zeitrahmen) den Mut haben darauf hinzuweisen.
Auch wenn man sich unbeliebt macht ohne Ende (..........)
Möchte man irgendwo dabei sein, kann man sich bewerben. Eine einfache Klamotte mit Schuhen etc. ist, (zumindest für meine Bereiche) nicht so schwierig zu machen und auch nicht so teuer. Vielleicht nimmt man Kontakt zu einer Gruppe mit diesem Zeitbereich auf und wird als Gast eingeladen .........
Andererseits gewinnt man als normaler Besucher auch ungeahnte Einblicke und kann sich alles mal in Ruhe ansehen.
Also:
Vorn einer HMA-Veranstaltung erwarte ich: Männer mit Bruche, Beinlingen und Bundhaube und Siegburger Faststeinzeug und Frauen mit Gebende. Rundzelte aus Leinen, Bronzegrapen am Feuer, Stollentruhen, Tieraquamanile mit Bronzebecken, Helme mit Helmzier, Pferde mit Kuvertüre (?), Kleider in unpraktischer Länge, Fürspannfiebeln, Heiligenbilder, gestickte Banner, Gebetschnüre, Diptichen, Glasperlenstickereinen, Öllämpchen aus Ton, Tic-Trak Spiele, Almosenbeutel, Tasselmäntel mit Pelzfutter, ulkige Weideschweine, Stickereien auf Altartüchern, Einbeziehung von echten Geistlichen, gute Infobroschüren, leibeigene Slawen (halt, das vielleicht doch nicht.....) Fortsetzung folgt!
Vom Veranstalter :
- mehr Qualität.
- die Einsicht, daß Kultur mitunter auch Geld kostet.
- den Darsteller als Partner und nicht als notwendiges Mittel zum Zweck zu sehen.
- umfassenden Support vor und während der Veranstaltung.
Vom Teilnehmer :
- eine brauchbare und informative Darstellung.
- annehmbares Benehmen.
- die Bereitschaft, um Mittelalterkirmes und Hollywood-MA-Spektakel einen großen Bogen zu machen.
Vom Besucher :
- Höflichkeit gegenüber den Teilnehmern.
- Verständnis für ein bischen Privatsphäre wie beispielsweise geschlossene Zelte.
- die Erkenntnis, mit dem Eintritt nicht auch die Ausrüstungsgegenstände der Teilnehmer bezahlt zu haben.
Vom Beschicker :
- passendes Ambiente und Warenangebot.
- Kenntnis über das Warenangebot.
- annehmbare Preise.
Wenn ich jetzt Soll und Haben vergleiche, komme ich als Ergebnis auf den von mir in Posting Nr. 13 aufgezeigten letzten Abschnitt.
Ich wünsche mir außerdem, daß diejenigen, die behaupten, sie wollten "den Ausschnitt einer Epoche darstellen", mal ein Buch in die Hand nehmen und das dann auch noch lesen. Viele, die in den Threads hier schreiben und lesen, können sich ausgenommen sehen. Andere nicht ... .
Naja, es laufen eben immer noch "Normannen" mit Baretten herum, die ins Spätmittelalter und in die Renaissance gehören.
Aber ich finde es auch nicht gut, wenn sich gewisse "Authentiker" in origanalgetreuen Gewändern, in einwandfrei nachgefertigtem Kettenzeug, vorführen und letztendlich keine AHNUNG VOM LEBEN, DENKEN UND HANDELN in der von ihnen dargestellten Epoche haben "Ach, Ihr seid ein Geistlicher? Nee, mit der Kirche habe ich nichts am Hut!"
Dies gilt für mich ebenso für Marktanbieter, wie "Ritterwurstverkäufer", auch wenn sie sich z.B. - als Etikettenschwindel - auf die Staufer beziehen und für die weiteren Marktbeschicker, mit ihren Rosen von Jerichow, Holzspielzeug (das sonstwann erfunden wurde, nur nicht im Mittelalter), etc. pp!
Gruß von Carsten
Bei einer öffentlichen Veranstaltung würde ich mir wünschen:
als Schauhandwerker vom Veranstalter nicht als Ambiente-Vieh, sondern als Partner wahrgenommen zu werden. Das fängt mit einer kurzen Rückmeldung auf eine Bewerbung an und endet bei einer korrekten Abwicklung betreffs Gage, Platzvergabe etc. Dazwischen wäre jede Menge konstruktiven Gesprächs in Bezug auf detaillierte Vorstellungen des Veranstalters möglich. Ich sehe eine öffentliche Veranstaltung mit einem historischen Motto als Show an, da darf der Veranstalter ruhig eine gewisse choreographische Leistung bringen, wenn er einen höheren Anspruch als den eines verkleideten Jahrmarktes hat.
Hilfreich fände ich, wenn Standbetreibern und Besuchern z.B. durch ein Flugblatt Informationen zukommen würden darüber, wie wer wen korrekt anreden oder grüßen könnte, woran man einen Ritter vom Handwerker oder vom Kleriker unterscheiden könnte. Einfach eine Einladung dazu, ein gewisses Rollenverhalten auszuspielen. Ich bin überzeugt, daß mit ein wenig Anleitung das Publikum ein echter Stimmungsmotor sein kann. Ganz ohne in Marktsprech und andere Albernheiten zu verfallen.
Von den Aktiven würde ich erwarten, daß allen klar ist, daß sie an einem großen Schauspiel teilnehmen, der Tourist Kunde und Zielgruppe ist, nicht lästiges Übel, daß es wichtig ist, die Rolle zumindest während der Öffnungszeiten aufrechtzuerhalten, nur off-play zu gehen, um einem interessierten Besucher einen Sachverhalt zu erklären, aber nicht um über Digicams und Internetzugänge zu diskutieren.
Dann noch einladende statt abschreckende Eintrittspreise und eine Torwache, die falsche Zeiten und lächerliche Gewandungsfehlgriffe erst nach einer Umdekoration auf den Platz läßt.
Wenn jetzt noch die Marktbeschicker in der Hinterhand eine Mappe haben, in der ihre Ausstattung und ihre Waren anhand von Belegen und fundierten Wahrscheinlichkeiten eingeordnet werden können oder begründet ist, warum es nicht so ist, dann kann eine spektakuläre Mittelaltershow beginnen, bei der das Publikum nicht veralbert wird, ein Handwerker auf Fragen auch korrekte Antworten weiß, ein Ritter sich zu gut dafür ist, einen einfachen Mann zu beschimpfen, ein Kleriker ein paar lateinische Brocken beherrscht. Dann wird irgendwann tatsächlich Infotainment draus. :-) Sozusagen A-Level-Märkte.
Und wem das zu viel Aufwand ist: keine Angst, der normale MA-Markt stirbt deswegen noch lange nicht aus. Nur daß dem Stand mit Belegmappe mehr Türen Richtung Bildungsveranstaltung offenstehen würden.
Auf jedem Markt, auf dem ich bisher gelöandet bin, wurden Pommes und Co unter irgendwelchen Pseudo-MA-Namen verhöckert. Ich kann keine Pommes, Currywurst und Cola mehr sehen!!!!
Das einzuge an Verzehr was noch einen "Hauch" von MA hat, sind Fladenbrote. Und ansonsten? Ich will Eintöpfe, Käse, Eier, Gemüse, Getreide - irgendetwas anderes, nur KEINE POMMES!!!!
Dann passt das ja auf meine Band, wobei ich mich Frage ob eine Rock a Billy Band in einen Mittelalterlichen Rahmen passt! Aber unser Instrumente sind stets gestimmt und Ahnung haben wir auch!