Eintrag #3 vom 25. Okt. 2002 10:30 Uhr Bernd (Nachname für Gäste nicht sichtbar)
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Hallo Kornelius,
habe nochmal ein wenig herumgestöbert. In Gösta´s Buch habe ich folgendes gefunden: Eine Umhängetasche im Antiphonar von St. Peter zu Salzburg (ca. 1160), eine auf einer Wandmalerei im Münster von Graubünden (auch um 1160), eine auf einer spanischen Elfenbeintafel aus der 1. Hälfte des 12. Jhdts. Die beiden von 1160 haben eine fast quadratische Form mit einem halbkreis- bzw. zungenförmigen Deckel ohne Troddel. Die spanische Tasche ist reich verziert, hat eine rechteckige Form und einen rechteckigen Deckel mit zwei Troddelartigen Anhängseln. (1)
Dann habe ich noch einen elfenbeinernen Taschendeckel gesehen, von dem man annimmt, daß er zu einer Jagdtasche eines vornehmen Mannes gehört hat. Er ist reich verziert und wird ins 11. Jhdt., vermutlich byzantinisch, datiert. Die Form ist ,naja, wie soll ich sagen, "Klodeckelartig", 13 x 14 cm. Er ähnelt Funden von verzierten Silberdeckeln aus ungarischen und wikingischen Männergräbern des späten 9. und 10. Jhdts. (2)
Natürlich ist Byzanz sehr weit weg, aber die Form ähnelt auch sehr stark einer Tasche eines Krefelder Grabfundes (Grab 2268, 17 x 18 cm, 2. Hälfte 6. bis Anfang 7. Jhdt).(3)
Es ist also anzunehmen, daß diese Form auch hier existiert hat. Leider habe ich keine Fundberichte aus dem 11. Jhdt (ist eben nicht meine Zeit ...) aus diesem Raum, aber vielleicht findet sich ja noch jemand, der sich da auskennt. Die Abb. schicke ich Dir per Mail mal zu.
Grüße, Bernd
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Literatur:
(1) Rüstung, Gewandung, Sachkultur - Karfunkel Verlag 1999
(2) Das Reich der Salier, Katalog zur Ausstellung des Landes Rheinl.-Pf. - Thorbecke Verlag 1992
(3) Die Franken - Wegbereiter Europas - P.v.Zabern Verlag 1996


