Er würde auch gerne Kurse geben, wenn sich genug Interessenten finden... und weil sich die nicht finden, krieg ich auch keinen Kurs.
Bei Interesse: Mail an mich, ich hab die Adresse.
Ich habe dieses Jahr in FF eine Drehbank mit Ast als
als Antriebshilfe in Aktion gesehen und war erstaunt was für sauber gearbeitete Produkte dabei heraus gekommen sind.
Leider weiß ich den Namen des Handwerkers nicht aber ich meine er wäre auf mehreren Bildern unter den im TV geposteten Links zu sehen.
Gruß Mario
Ich kenne noch nicht mal einen Beleg für eine Schnitzbank für das SMA.
Ich vermute dass eine Schnitzbank als bäuerliches Werkzeug einfach zu banal war, als dass es Eingang in bildliche Darstellungen gefunden hätte...
Dass es sie gab, halte ich trotz fehlender Belege für sehr sicher, denn es ist ein so einfaches und wirkungsvolles Werkzeug das wenig Erfindungsreichtum zur Herstellung braucht und universell einsetzbar ist!
Falls doch jemand einen Bildbeleg für eine Schnitzbank in MA findet, so wäre auch ich daran interessiert ;O)
Lutz
Meines Wissens nach war diese Art der Drechselbank bis ins 18.Jh die gängige Methode Holz zu drechseln.
Selbst die Korkenzieherartigen Säulen im Barock wurden auf solchen Teilen gefertigt.
Feldflaschen aus Holz mit beim Drechseln ausgesparten Füßchen und Ausguß, oder Kannen bei denen der Ausguß beim Drechseln stehen gelassen wurden sind _nur_ auf einer solchen Vorrichtung zu machen. Das Arbeiten mit einer solchen Drechselbank kann man nicht mit den Masstäben einer modernen kontinuierlich drehenden Maschine vergleichen; Drehzahlen sind relativ unwichtig bei dieser Art Drechseln, Anzahl der Umdrehungen pro Schnitt sind eher das Maß dabei, es ist nämlich möglich nur 3/4 Drehungen o.ä. zu machen, wodurch eben solche Objekte wie die erwähnten Feldflaschen oder Doppelköpfe überhaupt erst machbar sind. Auf der Runneburg (Thüringen) liegt eine Kanne die in dieser Technik erstellt ist, im Windsheimer Fundkomplex (um 1500) findet sich eine Holzfeldflasche, ebenso existiert eine Weitere die im Katalog der Speyerer Mittelalterausstellung zu finden ist.
Die W. wurde in England bis ins letzte Jh. von den sog. 'Chairbodgern' verwendet, da sie leicht selbst zu bauen ist wenig Kosten verursacht und ohne 'Fremdenergie' auskommt; also ohne Strom etc. , nur Muskelkraft....
Lit.:
Vergessene Künste, Bilder vom alten Handwerk; John Seymour; ISBN 3-332-00707-6; s. 33
Zum Thema Effektivität kann ich mich nur Dietrich und Uli anschließen: schau dir Kai mal in Aktion oder zumindest auf unserer HP an!
Zu orientalischen Vorlagen kann ich dir nichts sagen, weiß ich nix drüber, vermute aber die gleiche Sachlage wie in Europa...
Lutz
Wenn ich mich nicht irre, habe ich die Drehbank, von der Dietrich spricht, in Quedlinburg "in action" gesehen. Es war beeindruckend. Es geht. Du solltest nur keinen Quader einspannen, sondern das Werkstück schon etwas vorbearbeiten. Und spiegelglatt wird es ohne Nachbearbeitung vielleicht auch nicht. Aber es wird rund. Und darauf kommt es an.
Ich "forsche" auch schon eine Weile nach Quellen für holzbearbeitendes Werkzeug. Aber für Drehbänke mit Schwungrad kenne ich keinen Beleg.
Ulli
der einen Beleg für eine Schnitzbank (shave horse) im 13. Jhd. sucht ...
ich kann Dir leider gar nichts über den Orient und nicht viel mehr über Früh- und Hochmittelalter sagen; aber das mit der abgeblichen "Uneffektivität" weiß ich besser.
Einer von unseren Leuten hat sich anhand von Abbildungen, primär aus der Mendel´schen Zwölfbrüderstiftung, eine spätmittelalterliche Drehbank nachgebaut (www.raffel-web.de/anno1476/handwerk_frame.html). Auf dieser hat er schon Dutzende von Eßschüsseln und verschiedene andere Sachen gefertigt, und wer ihn mal dabei beobachtet hat, weiß, daß diese Art der Bank alles andere als uneffektiv ist.
Dietrich
ich suche Informationen über (FMA-HMA)mittelalterliche Drehbänke. Genauer gesagt: gab es zu obiger Zeit bereits Drehbänke mit einem Antrieb bestehend aus Pedal und Schwungscheibe?
Die bisher gefundenen Quellen beschreiben alle ein Drehbank mit einem an einem Galgen befestigten, elastischen Ast, der für den Rückschlag sorgte. Nach Beschreibungen aus dem Museumsdorf Düppel sind diese "Maschinen" aber leider sehr "uneffektiv", da nur niedrige Drehzahlen des Werkstücks erreicht werden...
Mac und Manesse waren nicht / gar nicht ergiebig. Habe noch diverse Links gefunden, z.B. www.his.com/~tom/sca/lathes.html
Die Beschreibungen waren ganz interessant, aber die Drehbänke mit Schwungrad werden ins 18.Jh. datiert...
Wer kann helfen? Wie sah es im Orient aus?
Viele Grüße, Ar Raqib