Ich habe gerade erst wieder mal mit Walnuss kalt gefärbt.
2kg Schalen in Stücken für 1kg Wolle, lauwarm einfüllen, ne Woche kalt stehen lassen. Da ich aber nicht weiss, was für ein “hellbraun” du willst, kann ich dir wenig raten, ausser ausprobieren, nachgucken, und rausnehmen, wenn braun genug.
Ich habe auch gelesen, daß man für eine Kaltfärbung mehr Walnußschalen braucht, als wenn man den Sud erhitzt. Es kommt natürlich auch noch darauf an, was man unter “Hellbraun” versteht - eher ein helles Beige, oder ein sanftes Teddy-Braun? Was genau willst Du haben? Aber dazu können die Färbe-Experten hier mehr schreiben.
Was mich wundert, ist Deine Formulierung “und es waren ganze Nüsse”. Hast Du gemahlene Schalen, oder gemahlene Nüsse? Das, was zum Färben verwendet wird, ist die grüne “Haut”, die um die Nuß herum wächst, und die dann, nachdem die Nuß herunterfällt, abplatzt und braun wird. Nicht die harte Schale der Nuß, und schon gar nicht das essbare Innere.
Zum Thema Färben mit gemahlenen Walnußschalen (falls Du wirklich die richtigen Schalen hast) habe ich im Thread “Wolle färben”, hier unter “Handwerk & Handarbeit / Textiles” auch schon mal meine Erfahrungen beschrieben, und zwar im Beitrag 51. Wahrscheinlich gibt es in dem Thread auch noch anderes Wissenswertes.
ähm, gerade die braunschwarze Färbung der Schalen ist doch das, was färbt! Wenn man getrocknete Schalen verwendet, sind die eh fast schwarz.
Man weicht die Schalen ein, tut die Wolle dazu und rührt täglich ein- bis zweimal um. Wenn der gewünschte Farbton erreicht ist, nimmt man die Wolle raus. Feddich.
Es wird etwa die selbe Menge (gewichtsmäßig) an getrockneten Schalen benötigt, wie man Wolle hat. Wenn sie noch frisch (oder fast frisch) sind, lieber das Doppelte nehmen.
Verwendet wird die Hülle, die sich um die holzige Nußschale außen herum befindet. Die fällt ab, wenn die Nüsse reif sind und muß normalerweise vom Gartenbesitzer entsorgt werden, wobei man sich ruckzuck schwarze Hände einhandelt. Jeder Gartenbesitzer ist froh, wenn man ihm diese Arbeit abnimmt (die Schalen sind auch meist schon recht matschig, was aber fürs Färben gar nichts ausmacht).
Wenn die Färbung etwas schneller gehen soll, kann man die Schalen auch in einem großen Topf in Wasser auskochen, das Wasser in eine Plastikwanne o.ä. abgießen, neues Wasser auf die Schalen usw.
Wenn man dann die vorher feuchte Wolle in das heiße Farbbad gibt, geht die Färbung etwas schneller. Man muß dann aber häufig rühren, sonst könnte es Flecken geben. Erneute Wärmezufuhr ist nicht unbedingt nötig, man färbt dann sozusagen mit absteigender Temperatur. Funktioniert gut und geht recht schnell.
mich würde interessieren, wie ich Schafwolle kalt färben kann. Hat mir jemand einen Tipp. Leider kommt eine Färbung mit Walnuss nicht mehr in Betracht, da die Schale inzwischen brau ist. ßber alle Anregungen wäre ich sehr dankbar.
Leinen zu färben ist auch nicht so sehr das Problem, sondern die Färbung dauerhaft ansehnlich zu halten gibt die Probleme.
Ein Alaunbeize hat übrigens bei meinen Versuchen überhaupt keine Wirkung gezeigt…
Wenn das so einfach ist, frage ich mich, warum es so ein kompliziertes Verfahren wie das “Türkischrot” zur Leinen- (und Baumwoll-) Färbung gab und immer noch gibt?
Für Blau würde ich übrigens zur Indigoverküpung raten, das hält nämlich erstklassig auf Leinen und hat lange Tradition (Blaudruck, Bauernleinen, etc.).
Tannin als Beize ist nachvollziehbar, aber alaun dürfte zum Färbeergebnis nichts beitragen, das dürfte an anderer Stelle bereits erklärt worden sein, warum. Kurkuma, Henna und co. ist schön, dürfte aber für das meurop. MA schwer nachweissbar sein.
Für welche der von dir genannten Färbemethoden hast Du denn explizite Nachweise?
1. Leinen lässt sich problemlos färben, wenn er mit mehrern Vorbeizen (unbedingt eine Tanninbeize sowie Alaunbeizen, jeweils Stoff feucht lagern) vorbereitet wird.Insbesondere dunkle Farben wie Blau, Violett, Grau und schwarz sind leicht färbbar.
Gelb, da nehm ich Kurkuma, ist ein sehr schönes helles klares Gelb. Verzichte jedoch selbst auf gelbe Gewänder, die ziehen Mücken magisch an!
Blau und Violett erhalte ich durch Blauholz, Eisensulfat dazu macht ein sehr dunkles Blau.
Violett färb ich am liebsten mit Malven, Stockrosen, Heidelbeer oder schwarzer Holdundersaft. Auch hier sind dunklere Farben mit Eisensulfat erreichbar
Für Rot nahm ich rotes Sandelholz, man kann aber auch Henna nehmen.
Ich würde empfehlen, jeweils mit Eisen - und Kupersulfat zu experimantieren, extrem welche Farben da teils raus kommen
das Gelb war ein bisschen wolkig, das sah aber nicht so tragisch aus. Vermutlich hätte ich nicht den zweiten Zug als Grundlage für die Grünfärbungs nehmen sollen, sondern besser den ersten…
Der Stoff ist jetzt schon zeimlich Petrolfarbig, da ich ja bereits 2x mit Indigo drüber bin.
Naja, vermutlich werde ich mir halt eine bessere Schlunzcotta draus machen (da muss man sich wenigstens keine Gedanke machen, wenn man sich doch mal zum Kochen ans Feuer stellt) und das Ganze mit neuem Stoff nochmal probieren *seufz*.
ob die gelbe Färbung fleckig war, musst du ja vorher gesehen haben…
Ansonsten denke, daß du auch mit einer erneuten Gelbfärbung (die ja eine hellere Farbe gibt als das Tuch jetzt hat) die Flecken nicht rausbekommst.
Falls du es dennoch machen willst, würde ich nochmals beizen.
Ich schätze aber, du wirst dich mit den Flecken abfinden müssen. Einzige Möglichkeit wäre vielleicht eine sehr hochkonzentrierte Indigoküpe, mit der du ein sehr dunkles Blau auf das Tuch bringst. Wird dann im Endeffekt wohl eher ein Dunkelblau mit leichtem Petroleinschlag.
ich habe einen Wollstoff erst mit Reseda gefärbt und dann 2x mit Indigo überfärbt.
Nun ist er allerdings fleckig…
Da ich beim Indigofärben die Erfahrung gemacht habe, dass die Farbe mit jeder weiteren Färbung nicht nur dunkler sondern auch gleichmäßiger wird und die Flecken auf dem Stoff eher auf eine ungleichmäßige gelbe Färbung zu deuten scheinen, ist jetzt die Frage, ob ich den grünen Stoff noch einmal mit Reseda überfärben kann…
Speziell frage ich mich, ob ich noch einmal beizen muss, oder ob da noch genug “freie Ankerstellen” für eine erneute Färbung übrig sind…
Wie versprochen die Doku. Leider wurden es nicht so viele Bilder wie geplant da ich alles mit normalem Film aufnehmen musste. Ein zweiter Färbeversuch mit Krapp bei etwas geringerer Temperatur hat ein noch schöneres Rot ergeben. Danke für den Tip.
natürlich färbt Krapp auch noch rot, wenn es auf 70C erhitzt wird. Allerdings geht Dir dann ein wertvoller Farbstoff verloren: Das Pseudopurpurin. Natürlich nur, wenn es sich um “echten Krapp” handelt, denn manchmal wird hierzulande auch die pakistanische Rubia cordifolia als “Krapp” gehandelt.
Das Pseudopurpurin wird bei einer Temperatur von über 55°C zerstört.
kleines Zwischenergebnis (kompl. Handgenäht, Stoffe von naturtuche.de) allerdings dann zum ersten mal auf einem Larp zum Einsatz gekommen (leicht overdressed *g*)
- Naturfarben auf Wolle und Seide - Färben ohne giftige Zusätze (Gebundene Ausgabe)
von Dorothea Fischer
bestellt. Und noch 5kg Walnußschale nachgeordert (kenne leider keine Nußbauern in der Nähe) damit ich genügend für die Kaltfärbung (4:1 ca.) habe.
Ich werde das Färben photographisch festhalten und dann als eigene Färbedoku reinstellen, wenn’s soweit ist (ca 1 Monat) dann kommt der Link drauf hier rein und ihr könnt sehen was eure Tips gebracht haben :o)
ßbrigens habe ich gestern ein sehr schönes Lindgrün gesehen, das mit Rainfarn und Eisenoxyd gefärbt wurde. Wunderbar. Leider ist der Rainfarn mittlerweile schon verblüht. Aber sonst wuchert er überall Anfang August. Kann ich nur empfehlen.