Hat jemand einen Tipp, welches große ! Gefäss am besten zum Färben von Stoffen geeignet ist? Ich habe auf einigen Bildern eine große Metallwanne erkannt, habe da aber etwas Bedenken: reagiert das Metall nicht mit der Beize oder der Farbe?
Bevor ich mir also so eine Wanne besorge, wäre ich für einen Erfahrungsbericht dankbar!
nochmal ein Ausflug nach Lettland: dort wuchs Waid wie Unkraut und die Wollkleidung, die in dickster Pampe gefärbt wurde, erreicht fast die Stufe 1 auf der genannten Skala, Stufe 2 ist “normal”.
Ein Import von Färbepflanzen aus dem asiatischen Raum wird von den lettischen Wissenschaftlern ausgeschlossen (chemische Analysen etc.)
Man hat textile Fragmente aus Gräbern des 8.-12. Jhdts. analysiert und landete immer wieder bei diesem wunderschönen Dunkelblau, das mit den eingewebten Bronzeringen einfach umwerfend aussieht.
Ivain, Du kennst mein neues Tuch, gelle? *g*
Bilder von den Rekonstruktionen schicke ich gerne auf Anfrage zu.
Quellen: historisches Museum Riga, diverse Grabungsberichte und Bücher über einzelne Volksgruppen, Bücher und Aufsätze von Anna Zarina.
war die Färbung tatsächlich mit Waid (Isatis tinctoria), oder vielleicht doch mit der “echten” Indigopflanze (Indigofera tinctoria)?
Was ich bisher mit Waid gesehen habe war eher so zwischen 6-10 auf der unten verlinkten Scala. Und um die dunkleren Töne (also 6-8) zu erreichen muß sicherlich mehrmals gefärbt werden. Echter Indigo enthält mehr Indigofarbstoff (bis 32%)als der Waid (bis 24%).
Literatur:
Handbuch der Naturfarbstoffe, H. Schweppe. Landsberg, 1993
Ich habe mal eine Vorführung zur Leinenverarbeitung gesehn, die dort mit Waid nach historischen Methoden* gefärbten Tücher waren von einem sehr intensiven Blau.
Insofern würde ich deine komplette Farbpalette als möglich erachten.
*)
Die Austellung drehte sich um Leinenverarbeitung von den Römern bis zur Renaissance. Von wann genau das Färberezept war oder Details dazu sind mir leider nicht bekannt.
Jörke, Renate (Hrsg.): Färben mit Pflanzen: Textilien selbst gefärbt; Historisches und Rezepte für heute. Stuttgart: Freies Geistesleben, 1995. 3-7725-0373-x
Jentschura, Eva: Pflanzenfärben ohne Gift: neue rezpte zum Färben von Wolle und Seide. Stuttgart: Freies Geistesleben, 1990. 3-7725-1096-5
So, die beiden meinte ich. Preis hab ich nicht mehr parat…war aber üppig.
Korrekt heißt der Verlag “Verlag freies Geisteswesen” und sitzt in Stuttgart. Ich hab’ irgendwo das aktuelle Verlagsprogramm rumliegen, ich schau mal, ob ich die korrekte Bibliographie finde …
Dorothea Fischer. Wolle und Seide mit Naturstoffen färben. At-Verlag. 1999. ISBN 3855026424
Das Buch ist toll, leider aber Seidenlastig (da kommen die Farben so toll rüber).
Die zwei Bände vom Verlag für Geisteswesen (Waldorf-Pädagogik) übers Färben mit Pflanzen sind nicht schlecht, bei ebay zuweilen günstig zu bekommen, bringen einen guten ßberblick über gängige und nicht mehr gängige Färbedrogen und deren Herkunft.
Helmut Schweppe. Handbuch der Naturfarbstoffe. Nikol Verlagsgesellschaft. 2001. ISBN 3933203465
Fischer und Nussbaumer-Bächi sind sehr Praxis orientierte Bücher mit vielen Farbrezepten und Anleitungen. Schweppe ist ein Nachschlagewerk von der historischen Verwendung von Farben (auch nach Regionen gegliedert) bis hin zu den chemischen Analysemöglichkeiten und Spektralanalysen einzelner Farbstoffe.
hat jemand von Euch Erfahrungen mit den WEJA-Färbebeuteln von der Firma Traub, die auch schon oben erwähnt wurde?
Ich möchte damit ein 4 x 1,60m gosses Stück Woll-Leinwand krapp-rot färben, bin mir aber nicht sicher, ob ich mit diesem Färbemittel das gewünschte Ergebnis erziele.
Ebenfalls grau bzw. schwarz färben läßt sich Wolle mit der Rinde der Schwarzerle.
Eine Vorbehandlung der Wolle mit Alaun erzeugt ein helles Braun, bei Nachbehandlung dieser Färbung mit Eisen-II-Sulfat erhält man ein tiefes Schwarz, bei Nachbehandlung mit Kupfersulfat ein Schwarzbraun.
Zur Geschichte:
Schwarzerlenrinde gehört zu den ältesten Färbemitteln in grauen, schwarzen und braunen Farbtönen. In einigen mittelalterlichen Handschriften wird Erlenrinde als Farbstoff genannt, wie z.B. im “Nürnburger Kunstbuch” aus dem Dominikanerinnenkloster St. Katharina und im Oberdeutschen Färbebuch (beide 15. Jhd.) sowie im “Plictho”, dem ersten gedruckten Färbebuch aus dem Jahr 1548.
wie ich Dir schon im chat sagte, würde ich auch darauf tippen, daß mit “grau” vermutlich “grâbe”, also ungefärbte Wolle gemeint ist. Das beinhaltet alle Farböne zwischen weiß, grau, braun und schwarz. Die verschiedenen Partien der Schafwolle kann man zu einem relativ homogenen Farbton mischen, es kamen wohl aber auch melierte Gewebe vor (vergl. das Büßergewand der Hl. Elisabeth).
Schwarze Wolle ist eher dunkelgraue bzw. hat einen Braunstich. Klares Schwarz wurde mit Färben erreicht, wobei eben auch dieses blau überfärbt wurde, um ein tiefes Schwarz zu erreichen. Das machte die Färbung aufwendig und teuer.
Grau färben geht allerdings auch und zwar mit Eichen- und Weidenrinde mit Eisenbeize. Je nach Intensität grau bis schwarz. Ich hab´s selbst noch nicht ausprobiert. Weiß da jemand mehr?
darf ich ‘mal so ganz ketzerisch fragen, warum Du, Jens, etwas grau färben möchtest?
Wenn Du Dich darauf beziehst, dass Bauern nur grau tragen sollten, dann liegst Du mit ungefärbt am besten.
Im MA hatten die noch nicht unsere augefeilte Farb-Nomenklatur. Da war grau eben alles, was ungefärbt war; irgendetwas zwischen hellbeige (sprich wollweis oder leinenfarbig) und dunkelbraun (siehe Schaf ;-)).
Ich kann mir eigentlich nicht vorstellen, dass jemand freiwillig seine Klamottage grau gefärbt hat. Zumindest nicht für’s HMA…
Bin aber immer gerne bereit, etwas dazu zu lernen… ;-)
Nachdem ich diesen Threat jetzt aufmerksam gelesen habe kam mir die Frage wenn man schon graue Wolle von grauen Schafen bekommt und sich so das Färben spart ist das für mich logisch nachvollziebar.
Die Frage die sich mir nun stellt ist, es gab ja durchaus auch schwarze Schafe, daraus müssten sich doch auch einigermaßen scharze Stoffe herstellen lassen und man würde sich aufwändige Färbevorgänge sparen.
für graue Wolle ist Heidschnucke zu empfehlen. Aber Claudia hat recht es ist fies stachelig. Aber so einheitlich grau (wie wir es uns das modern vorstellen) wird das wohl auch nicht.
@ Ingo: wie färbt man im FMA schwarz? Und wie schwächst du das gezielt ab? Also Walnuss färbt braun, nicht schwarz. Und wenn du es niedriger dosierst ( oder die 2. Partie verwendest) wird es eher hellbraun bis Orangegelb. Anschauen kannst du dir es beispielsweise auf unserer HP unter
Fuer Grau ist die beste Methode - gar nicht faerben!
Das ist kein Scherz, es gibt viele Arten, die graue oder farbige Schafe hervorbringen und gerade im Fruehmittelalter waren die noch verbreiteter als die weisswolligen Schafe. Weisse Wolle war begehrt, eben weil nicht jedes Schaf sie hatte und man sie halt besser faerben konnte.
Heidschnucke z.B., eine der aeltesten Rassen (soweit ich weiss) hat graue Wolle. Uebrigens ziemlich piekig.