Wie hier ja schon erwähnt wurde: Gutes Werkzeug ist sehr wichtig!!!!
Horn ist ein sehr schlecht zu bearbeitendes Material (zäh, faserig), das Ihr mit schlechtem oder stumpfen Werkzeug unmöglich verarbeiten könnt. Die paar Mark mehr auszugeben (bitte auch das NICHT im Baumarkt, denn dort ist "Profiqualität" das, was ein Profi nur im Notfall kauft) lohnt sich auf jeden Fall, zumal der Einkauf im Fachgeschäft nichtmal so viel teurer sein MUß!
Polieren:
- Üblicherweise wird beim Polieren zunächst so fein und so sauber wie möglich vorgeschliffen. Bei Horn habe ich gute Erfahrungen mit naßschleifpapier für Metall gemacht. Mit Korn 120 vorschleifen, alle Kratzer mit Korn 240 entfernen und am besten noch mit Korn 400 oder höher nachschleifen.
- Dann brauchen wir schon wieder Spezielwerkzeug:
1. Eine sogenannte "Schwabbelscheibe", das sind aus Stoff gestanzete, runde Scheiden mit einem Loch in der Mitte zu einem "Paket" zusammengefasst und mit einem Dorn zum einspannen z.B. in die Bohrmaschine versehen. Gibt´s, wie viele andere gute Werkzeuge auch, bei www.fische-pforzheim.de
Kauft die Scheibe für die Bohrmaschine nicht viel Größer als 125 mm. Ich empfehle für Horn und Metall Best. Nr. 6546 G oder R.
- Dann braucht man "Polierpaste". Das ist ein in Fettartiger oder Wachsartiger Masse eingeschmolzenes, ganz ganz feines Schleifkorn (ab ca. Korn 8000), das in Blockform auch bei "Fischer" zu bekommen ist. Gibt es für unterschiedliche Materialien. Für Horn schlägt Fischer Nr. 6044 zum vorpolieren und Nr. 6047 zum Feinschliff vor. Meist kann man sich aber das Vorpolieren sparen.
- Man spannt zunächst die Bohrmaschine am besten auf den Tisch oder in den Schraubstock (Halterung besorgen! Von mir aus im Baumarkt), so daß die Scheibe parallel zur Tischkante Steht, spannt die Scheibe gut fest, lässt sie auf vollen Touren laufen und drückt vorsichtig die Polierpaste an die laufende Scheibe. Dabei schmilzt das Bindemittel durch die Reibung und die Paste haftet an der Scheibe. Nun drückt man ganz vorsichtig (gut festhalten!!!!) das Werkstück an die scheibe und freut sich über den fast sofort eintretenden Poliereffekt.
Aber Vorsicht! Erstens wird auch das Horn dabei gut warm, was zum Verbrennen führen kann (auch bei versehentlich an die Scheibe gehanltenen Fingern!). dann weniger stark andrücken und / oder langsamer laufen lassen. Lässt man das Werkstück versehentlich locker, wird es einem aus der hand gerissen und durch den Raum geschleudert. Schutzbrille tragen und auf andere Leute / Fensterscheiben aufpassen!!!!
Man kann die Paste auch mit einem Tuch von Hand verwenden, so wie unsere Vorfahren. So schnell wie unsere Schwabbelscheibe kan aber kein Mensch rubbeln...
Nach demselben Schema, aber mit unterschiedlichen Pasten und Scheiben kann man nahezu alles auf Hochglanz bringen, die Anschaffung einer Grundausrüstung lohnt sich also auch für Bastler allemal.
Euer Arno
ich denke, am besten wärst Du mit einem Heißluftgerät (so eine Art Fön, der allerdings VIEL heißer arbeitet) bedient.
Das Problem bei Horn ist nämlich, das es weder Öl noch Wasser besonders gut verträgt.
Ich habe auch schon einen Satz Pfeile mit eingespleißten Hornnocken gemacht.Damals hatte ich noch kein Heißluftgerät (ist übrigens ganz allgemein sehr praktisch zum Pfeilbau!) und habe mich mit einem Feuerzeug und einer Kerze ans Ziel gehangelt:
- Zuerst Hornstücke sägen (Eisensäge, Holzsägen sind meist zu grob. sehr gut geeignet sind auch japanische Zugsägen www.dick-gmbh.de ). Die Stücke brauchen nicht größer sein, als unbedingt notwendig. Größere Streifen ist man zwar heute von modernen Materialien her gewöhnt, die sind aber schwieriger zu machen und da wir nur kleine Stücke brauchen, genügen uns auch kleine Stücke. Das senkt den Aufwand erheblich! dabei übrigens unbedingt auf die Hornmaserung achten und LÄNGS zur Faser schneiden.
- Ein Stück in eine Zange (Kombizange) nehmen (ganz am Rand) und über der Kerze oder dem Heißluftgerät ganz langsam und ohne es zu verbrennen erwärmen (so etwa eine Minute reicht aber völlig aus). Horn verhält sich technisch betrachtet wie ein Thermoplast. Wenns wieder Kalt wird, wird´s auch wieder hart). Da Horn nicht sehr gut die wärme leitet, müssen wir es langsam erwärmen.
- Das Stück sofort kräftig zwischen die Backen eines Schraubstockes zwingen und dort etwa eine Minute abkühlen lassen.
- Das Stück ist nun gerade. Leicht angeschmorte Ecken und besonders Flächen werden mit einer groben Feile entfernt. Verbranntes Horn ist porös und weich, das können wir, besonders auf den Leimflächen, nicht brauchen.
- Fertig!
Also: Ganz einfach und geht relativ schnell!
Zum einleimen kommen Knochenleim, Hasenleim, Ponal oder Epoxidharz in Frage. Ich habe Ponal super 3 genommen, der ist wasserfest und in einer viertestunde trocken.
Euer Arno
Hallo Oliver,
versuche das ganze in Öl zu kochen wird wärmer (Achtung Brandgefahr!!), ich denke 2 Stunden sind recht lange ein paar Minuten müssten reichen.
Zum Sägen und bearbeiten; im allgemeinen klappt es per Hand am besten und das Werkzeug ist dasselbe wie beim Holz.
Dabei lohnt sich gutes Werkzeug, allzu billiges aus dem Baumarkt kannste vergessen!
Beim pressen gilt um so mehr Druck, umso besser das Ergebnis! Also ruhig mehr Zwingen nehmen und eine gute Form haben (Hartholz).
Allerdings umso größer die Stücke sind, umso eher verziehen sich diese in ihre ursprüngliche Form, also gleich weiterverarbeiten oder fixieren.
Am besten ist natürlich schon Formen aus dem Horn zu sägen die wenig verändert werden müssen!
Was willst Du denn machen einen Helm, einen Panzer oder nur Löffel
Der mir bekannte Helm aus Horn hat recht schmale (vielleicht 2cm breite) aber lange Hornstücke. sascha.klauss.bei.t-online.de
Wie presst ihr Horn wenn ihr Platten braucht. ich mache kleine Stücke und koche das Horn für ca 2 Stunden und klemme es in Holz zwischen 2 Leimzwingen. So bekommen ich aber nur recht kleine Stücke und das ist recht mühsam. Versuche ich einfach von einem Horn Scheiben abzugsegen scheitert meine Elektrosäge und von Hand wird es krumm und schief. ich bin schon in versuchung das Horn mit dem Bandschleifer auf die gewünschte Stärke runter zu schleifen
Dann habe ich noch eine Frage zum schnitzen. welches Werkzeug benutzt Ihr zum Schnitzen von Horn und Geweih ? Das Zeug ist doch recht hart und spröde. Und wie poliert Ihr das fertige Produkt auf Hochglanz ?
Wenn ihr mir einige Tips geben könnt das wäre toll
Oliver