@ Stefan: Wär mal interessant, mit welchem Mindest-CO2-Gehalt man rechnen muss. Ein bisschen was muss ja drin bleiben, damit das Bier nicht gleich verdirbt, oder?
und dort unter “Sättigungsdruck”. Diese Tabelle geht von 0,4-0,76% CO2, da hab ich ohnehin schon einen niedrigeren Wert ausgesucht. Die Tabelle ist aber natürlich für moderne Biere gemacht, vielleicht gabs ja im MA noch welche mit viel weniger Kohlensäure.
@ Claudia: Na schau! Sag ichs doch. Allerdings spielt die Fassgröße auch eine entscheidende Rolle. Ein Fass mit doppeltem Durchmesser und doppelter Länge braucht auch schon 16 Reifen gleicher Stärke, um nur den gleichen Druck wie das halb so große auszuhalten.
Ich habe jetzt keine Details zum Druck parat, aber beim Brauvorgang wird erst ab dem 19. Jhd Hefe hinzugegeben, früher war man auf Luftkeime, die in einer Brauerei-Umgebung natürlich gehäuft vorkamen, angewiesen; Dadurch war der Brauvorgang länger und in einem offenen (halbgeschlossenen) System, was natürlich einen CO2 Verlust mit sich führt. Man darf glaube ich nicht ähnliche Drucke wie in modernen Fäßern annehmen. Zumal ja auch mit CO2 (Guiness mit N2) gezapft wird, d.h. das Bier wird mit gemindertem Flaschendruck ausgeblasen.
Ich bin nun kein Spezialist für mittelalterlihe Bierherstellung, aber…
Ich kenne eine große Reihe von Bieren, die - zum Teil nach sehr altem Rezept (auch wenn das kein Beleg ist) - gebraut nur sehr wenig (div. Klosterbiere) bis garkeine (Z.B. Guiness) Kohlensäure aufweisen.
Manche Biersorten werden meines Wissens nach heutzutage künstlich mit Kohlensäure versetzt, um den frischen Geschmack zu fördern.
Evtl könnte man das als Hinweis darauf sehen, daß sich das berechnete Druckproblem im Mittelalter garnicht stellt ? Oder zumindest nicht bei allen Sorten ?
ich hab keinerlei Erfahrungen mit Bierfässern überhaupt und mit holzgebundenen im Speziellen. Aber ich kann noch ein bisschen rechnen: Wir nehmen ein Fass mit einer Länge von 60 cm und einem mittleren Durchmesser von 40 cm. Wir binden es mit 4 Weidenreifen. Die liegen zwar doppelt, aber an der Verbindungsstelle sind sie stark geschwächt, deshalb rechnen wir nur einfache Querschnittsfläche. Bei einem halbkreisförmigen Querschnitt mit 2,5 cm Durchmesser und einer Zugfestigkeit des Weidenholzes von 60 N/mm2 hält ein Reifen ca. 14700 N aus, 4 Reifen ca. 59000 N. Damit keine größere Kraft auftritt, darf der Druck bei der Mantelfläche des Fasses (0,75 m2) nicht über 0,79 bar ßberdruck steigen.
Das wird bei Bier aber sehr schnell überschritten. Ein Pils mit 0,5 %CO2 hat z.B. schon bei 5°C 0,88 bar, bei 18°C sogar 1,87 bar.
Holzgebundene Bierfässer müssten entweder kleiner sein, stärkere oder mehr Reifen haben, oder das Bier müsste sehr wenig Kohlensäure haben. Sonst dehnen sich entweder die Reifen, bis Flüssigkeit oder Gas austritt und der Druck sich abbaut, oder sie reißen, und das Fass wird überhaupt zerstört.
Hat jemand eine Ahnung, ob die Dauben für diese Daubenschalen tatsächlich nachträglich gebogen wurden, und nicht gleich gekrümmt herausgespalten (wie man es ja auch noch bis vor 100 Jahren bei kleinen gebundenen Gefäßen gemacht hat)? Gibt es da noch weitere Untersuchungen, außer die interessante Zusammenstellung von Fabian Peise aus Düppel, wo sich aber möglicherweise ein kleiner Fehler eingeschlichen hat?
Für alle die hier so davon klagen, dass sie noch keine Daubenschale haben, und sich nur die vielen Lobe und Schwärmereien von stolzen besitzern anhören können, sei hiermit etwas verkündet. Ich bin ein guter Bekannter von dem, der diese exorbitant schönen Daubenschalen (aus dem Osten) herstellt. Und eigentlich wartet er nur darauf einige davon machen zu können. Die Quelle ist also genau so sprudelnd, wie ihr sie haben möchtet.
Er macht auch noch viele andere tolle Sachen, Holzlöffel- repliken usw.
Wer also interesse daran hat kann sich bei mir melden. Da er selber kein Internet hat.
naja, ich werd mal sehen. am wochenende war’s ja auch locker 30°… vielleicht war’s auch einfach zu doll durchgetrocknet. aber ich glaube schon, dass die schale an einer stelle nie ganz dicht werden wird.
dort werd ich dann mit harz nachdichten. Das ist am Boden. Die Dauben werden dicht.
Bei Interesse könnte ich eine Telefonnummer weitergeben. Er baut die dinger aber nur in dieser einen Größe.
Sie ist nicht verleimt und mit einer weidenrute als Ring “geschlossen”. Ich denke, ich muss den Boden noch mit Harz abdichten, selbst nach mehrstündigem wässern war dieser noch nicht 100%ig dicht. Er hat auch verleimte im Angebot, allerdings mit Ponal.
komme gerade von meinem Böttcher, dem ich vor 1,5 Jahren mal einen Eimer in Auftrag gegeben habe und stehe nun auch vor dem Problem, Weidenreifen drauf zu ziehen - aber da helfen mir ja die unten aufgeführen Einträge gut weiter.
Nun habe ich aber noch eine andere Sorge: Wir wollten auch ein Bierfaß mit Weidenreifen versehen. Und da hat der Böttcher so seine Bedenken gemeldet: Das Bier würde einen solchen Druck haben, daß es uns die Reifen sprengen würde. Was sagt Ihr dazu? Hat da jemand Erfahrung?
Wegen Daubenbecher und -Schalen habe ich ihn auch mal angesprochen. Er wollte die Dauben ziemlich dick machen, damit er den Boden noch einziehen kann und dann nach oben hin ausdrechseln - so macht man das wohl heute. Doch diese “Idee” fand ich nicht so toll. Es ist doch schon so, daß die Dauben flach aneinandergereiht sind, oder? Und die Stärke liegt etwa bei 3 mm - kann das sein? Und wie ist dann der Boden befestigt?
Vielleicht sollte ich lieber die Becher von jemanden machen lassen, der damit Erfahrung hat…
… oder das Märchen von “Im Winter wenn ich Zeit hab”
Hallo zusammen!
Also, wenn mir jemand mailen würde, was er/sie denn an Daubenschalen, -bechern braucht, Größe, Holzart usw. Und mir am liebsten Scans von entsprechenden Funden oder Abbildungen mit dazu hängt. Oder mit einschlägigen Titeln um sich wirft, also am besten alles drei zusammen.
Dann, ja dann würde ich mich diesen “Winter, wenn ich Zeit hab” mal daran wagen, welche herzustellen. So.
körperliche Gewalt? Hhm, da brauchts schon zwei, drei kräftige Leute. Ich glaube aber darunter würde die Qualität seiner Arbeit leiden ;0)
Wir sind seit Ostern 04 Besitzer einer solchen Schale aus Sachsen. Wirklich sehr sehr nah am Original. Wir mussten ihn zuvor überreden uns das in seinen Augen unfertige Teil zu verkaufen. In weiteren Arbeitsschritten wurde verleimt, oberflächenversiegelt,…
Damals waren die Dinger auch noch recht günstig, mittlerweile hat er den Preis gewaltig angezogen.
Kann man ihn vielleicht mit der Androhung körperlicher Gewalt motivieren….?
Es gibt irgendwo in Deutschland´s Osten jemanden, der exorbitant schöne Daubenschälchen herstellt; gelegentlich taucht eine solche mal auf, eifersüchtig gehütet vom Besitzer. Wahrscheinlich wird die Adresse diesesHelden an der Spaltbank nur versteckt und nur an gute Freunde weitergegeben.
Und ich weiß von mehreren Leuten, die sich mal an der Herstellung von Daubenschalen versucht haben. Die meisten gaben dem Vernehmen nach laut gackernd, mit den Flügeln schlagend und im Kreis laufend auf, einige sitzen angeblich immer noch ein.
unser “Holzwurm” Christian trägt sich seit langem mit dem Gedanken Daubenschalen zu rekonstruieren. Theoretisch beschäftigt er sich schon seit längerem damit, hmm. Ich denke als gelernter Holzhandwerker hat er tatsächlich eine Chance das hinzubekommen, aber er müßte eben erst mal anfangen … :o)
Na super, also weiss ich, dass ich welche haben sollte, kann aber keine beschaffen. Mein Gewerke liegt mehr im textilen Bereich. Hat denn keiner Lust, sich da ran zu wagen und das ganze professionell aufzuziehen??? Damit könnte man reich werden… *g*
Gebräuchlich ist gar kein Ausdruck; wir gehen davon aus, daß Daubenware die Tupperware (nicht nur) des 15ten Jhd. und somit weit verbreitet war. Jedenfalls findet man Reste davon in jedem mir bekannten Ausgrabungsort, und das, obwohl das Verbrennen beschädigter oder unbrauchbarer Gefäße soviel einfacher gewesen wäre.
Aber eine gute Quelle für Nachbauten- nö. Gelegentlich tauchen mal einzelne Stücke auf, aber ich wüßte von keiner gleichmäßig und reichlich sprudelnden Quelle. Wer mir eine solche nennen könnte, den würde ich an Kindes Statt annehmen und in meinem Testament bedenken……