Hej, bau dir den Webrahmen doch einfach selbst (oder lass ihn bauen). Ist nicht schwer und zudem billiger. Ich schicke dir auf Wunsch gerne Bilder meines Webrahmens zu. Schick mir einfach eine E-Mail.
Es ist so, dass von dem broschierten nicht mehr viel übrig geblieben ist, die meisten Fäden sind zerstört, deswegen kann man ja auch das Muster darunter sehen.
Und ja, ich habe die ganze Zeit, die wir in diesem scheißkalten Raum verbringen durften über dem Altartuch gehangen.
Ich habe am Wochenende gehört, dass die so häufig benutzten Brettchenwebborten in Schnurbindung wohl eine Erfindung der Neuzeit sind und man im (Hoch-)Mittelalter wohl immer broschiert hat (oder aber noch aufwendigere Techniken genutzt hat).
Gibt es tatsächlich keine Belege für Schmuckborten/Gürtel o.ä. in reiner Schnurbindung?
Du hast alle Brettchen in eine Richtung aufgezogen, das ist der Fehler.
Es hängt mit der Zwirnung der Fäden zusammen. Wenn du alle Brettchen in einer Richtung aufziehst und sie dann auch noch über einen längeren Zeitraum in ein und dieselbe Richtung drehst, dann wird es wellig.
Wenn du noch nicht fertig bist, dann klappst du einfach jedes zweite Brettchen, dass du SZSZSZSZSZ Aufzug hast und dann passiert es nicht mehr.
Ansonsten mach das Leinen nass und bügel es. Das mildert den Effekt.
Im neuen Archäologie in Deutschland ist ein netter Artikel :D
“Vor 25 Jahren sorgte der Straubinger Ortsteil Alburg erstmals für Schlagzeilen in der Mittelalterforschung, als man hier auf einen Friedhof aus der bairischen Frühzeit stieß. Nun steht der Fundplatz erneut im Mittelpunkt des Interesses. Am Rande eines weiteren Gräberfeldes kam in der Mehrfachbestattung von vier Männern und einer Frau einer der umfangreichsten Goldtextilbefunde des Merowingerreiches zutage.
Der Befund deutet darauf hin, dass ein hochgestelltes (Ehe-?) Paar zusammen mit drei Begleitern bestattet wurde. Denn obwohl die Oberkörperbereiche aller fünf Individuen von Grabräubern völlig durchwühlt waren, fanden sich bei dem in der Mitte liegenden Mann und der Frau an seiner rechten Seite noch Hinweise auf prachtvolle, goldverzierte Kleidung. Neben goldenen ßrmelborten bei beiden Toten erregten dabei besonders Funde vom Unterschenkelbereich des etwa 40-jährigen, nicht allzu groß gewachsenen Mannes Aufmerksamkeit. Aufgrund der erkennbaren Komplexität sowie guten Erhaltung wurde der Befund mit der gesamten Unterschenkelpartie im Block geborgen und zur Untersuchungen in die Spezialwerkstatt für archäologische Textilrestaurierung des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege gebracht. Die Ergebnisse zeigten, dass man auf einen der größten Goldtextilbefunde des gesamten Merowingerreichs gestoßen war. Dieser konnte weit gehend gesichert rekonstruiert werden.
Der verarbeitete Goldfaden gehört zur Kategorie der gesponnenen Lahne. So werden feine, hauchdünn von einem Goldblech geschnittene Streifen bezeichnet, die anschließend spiralig zu einem haarfeinen Röhrchen um einen Seidenfaden gewunden wurden. Diese Lahne hat man so gelegt, dass sie einen etwa 5 mm breiten Streifen bildeten. Die enge Anordnung von bis zu 26 Fäden auf einen Zentimeter bewirkt dabei den Eindruck einer nahezu geschlossenen goldenen Oberfläche.
Rechts und links außen unterhalb der Knie lagen jeweils zwei Bommel, die aufgrund der gesicherten Bandzuläufe den oberen Riemenabschluss bildeten. Die Materialbestimmung ergab vergoldetes Silber. Im Röntgenbild ist deutlich der zweiteilige Aufbau der Abschlusskugel zu erkennen, die mittels einer eingesteckten Blechlasche von außen unsichtbar mit dem Schaft verbunden ist. Bislang sind Entsprechungen zu diesen Stücken nicht bekannt.
Im Bereich beider Fußgelenke fand sich je ein Paar kleiner vergoldeter Silberschnallen mit Laschenbeschläg. Dem Befund nach dienten sie zur Befestigung der Riemen an den Schuhen. Vermutlich handelt es sich um jene Schuhriemen (lat. corrigiae), die - wenn auch erst mehrere Generationen später - beispielsweise für Karl den Großen überliefert sind. Als Leitform der ausgehenden Merowingerzeit in Süddeutschland ermöglichen diese Schnallen die Datierung des Alburger Grabfundes in die Zeit um 700 oder das frühe 8. Jh.”
Den ausführlichen Originalbeitrag finden ihr in Heft 3/05
Ja, das Glasfenster aus St. Dionys könnte auch ein Kammgewebe darstellen. Aber leider sind die Abbildungen, die ich habe zu ungenau, um eins von beiden zu bestätigen.
Und ich gehe davon aus, dass die wenigsten Zeichner Ahnung von der Handarbeit hatten, die sie da gerade zeichnteten. Dewegen werden auch die ganzen Fehler aufgetreten sein.
Zumindest bei dem Bils aus St. Dionys würde ich eher eine Darstellung des Kammwebens annehmen, da ich keine Brettchen sondern nur ein dünnes Objekt, das eher ein Kamm sein könnte, erkenne ?
Zu Deiner Frage wie der Webstuhl wohl die zunehmende Spannung ausgehalten hat fällt mir nur ein dass der Maler auf dieses Detail wohl keinen Wert gelegt hat.