Thema als Feed (RSS 2.0) Thema als Feed (ATOM 1.0) Umsteigen statt Aussteigen

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Eintrag #61 vom 09. Mrz. 2008 20:59 Uhr Anke Podschwadek   Nachricht

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Hallo!
Naja, gleich aufgeben wäre wahrscheinlich der falsche Weg, zumindest wenn einem das Hobby wirklich sehr am Herzen liegt…
Also wir hatten letztes Jahr mehr oder weniger ‘ne Zwangs-Saisonpause. Die tat uns wirklich gut, finanziell, körperlich, wie darstellerisch.
Wäre das vielleicht ne Alternative? Einfach mal ne Saison pausieren und sich nur mal umschauen, beobachten ohne wild etwas in Bewegung setzen zu wollen. Man geht dann viel entspannter in die nächste Saison, wie ich finde.
Ein Ende setzten kann man dann ja immer noch.

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Eintrag #60 vom 09. Mrz. 2008 19:11 Uhr Alexander Klenner  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Alexander Klenner eine Nachricht zu schreiben.

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Ganz ehrlich?
Jedem anderen würde ich raten, sich von Rückschlägen nicht unterkriegen zu lassen.
Dir würde ich, ob der schieren Menge an postulierten (!) Austiegsgedanken im letzten Jahr einfach raten, es zu tun.
So oft, wie du das Thema aufbringst, scheint es dich ja wirklich stark zu beschäftigen.
Wenn du so unglücklich bist, dann tus.
Vielleicht gehts dir danach besser.
Andernfalls, falls du nichts ändern willst, wirkt die dermaßen häufige Wiederholung einfach wie Jammern oder Mitleid heischen, und letzteres bekommst du auf diese Art eher nicht.
Deswegen:
Tu, was du willst, viel Erfolg dabei, aber sei konsequent.

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Eintrag #59 vom 09. Mrz. 2008 14:03 Uhr Thorsten Seifert   Nachricht

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Hallo
Ich habe das letzte Jahr mal mit den Bewerbungsergebnissen durchgehen lassen und mir ist aufgefallen das ich zum Beispiel von einer bekannten Frühmi VA noch nicht mal eine Antwort auf meine Bewerbung bekommen habe.
Ich frage mich deshalb ob es nicht besser ist die meisten bei mir laufenden Projekte aufzugeben und sich neu zu Orientieren.
Oder sich nur noch auf Märkte und Stamm VA zu gehen.
Meinungen?

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Eintrag #58 vom 07. Jan. 2005 10:49 Uhr Martin (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Martin eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo Alexandra,
klasse Beitrag, da steckt sehr viel wahres drin!
Solche “Inseln” gibt es für jede Epoche. Manche habe glück und finden die auf anhieb, manche müssen lange Umwege machen, was viel Durchhaltevermögen erfordert bis sie, sie finden, und andere erschaffen ihre eigenen “Inseln”. In diesem Hobby ist “Gleiche Wellenlänge” was sehr wichtiges, und wird leider oft unterschätzt. Man kann nur den gefrusteten wünschen, die nach sowas ausschau halten, durch halten!
Schmierfink

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Eintrag #57 vom 07. Jan. 2005 07:51 Uhr Joachim Meinicke  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Joachim Meinicke eine Nachricht zu schreiben.

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Meist rege ich mich hier in tv nur noch auf, weil alles auf der Stelle tritt oder sich zum x-ten mal wiederholt. Aber wenn ich den letzten Eintrag lese, macht mir das doch mal wieder Hoffnung. Weil es bei mir vor langer Zeit nämlich genau so ablief. Denke, es kommt immer darauf an, dass - um einen legendären Ausspruch zu gebrauchen - wenn man das Licht sieht, man es auch als solches erkennen wollen muß. Der Wille zählt, der Rest ergibt sich dann schon.
Wie gesagt, ein schöner Eintrag für die kommende Saison!
Joachim

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Eintrag #56 vom 27. Dez. 2004 17:40 Uhr Alexandra Krug  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Alexandra Krug eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo Ihr Lieben,
habe nach langer Zeit mal wieder in dieses Thema geschaut, welches ich ja angefangen habe und war echt erstaunt, welche Diskussionen da zustande kamen (bin - wie Ihr seht - nicht so oft im TV.)
Nun, Lena hat es ja in einer der letzten Postings echt gut herübergebracht und auch in meinem Sinne gesprochen.
Es sollte ja nicht die 127. Diskussion über “A-Darstellung auf Märkten sein” - sondern es ging mir um die innere Einstellung eines Menschen, der der sich gerne in seiner Freizeit mit der Darstellung eines Menschen aus dem Mittelalter auseinandersetzt.
Das kann man mehr oder weniger ernsthaft betreiben. Da ich es ernsthaft betreiben will und gerne wissenschaftlich Arbeite, macht mir diese Ernsthaftigkeit halt auch Spaß.
Bei mir ist es so, daß ich aus meinem ganz persönlichen Antrieb heraus Lust habe, meine Kleider mit der Hand zu nähen und dabei Schnittmuster nach Originalen verwenden mag. Oder mit Kugeltöpfen kochen. Oder eine Replik von werweißwas zu besitzen.
Die Leute aus meinem Umfeld, mit denen ich schon seit Jahren auf Märkte wie z.B. Herzberg, gefahren bin, haben sich auch im Laufe der Zeit “verbessert” - leider aber nicht in dem Maße, das mir das gemeinsame Lagern noch groß Spaß gemacht hat.
Ja. Es sind die mitleidigen Blicke, wenn man seine Klamotte mit der Hand näht. Oder den Kugeltopf auspackt und darin sein Süppchen kocht. Oder wenn man eine Kopfbedeckung aufsetzt. Oder wenn man gar auf die Idee kommt, mit Feuerstein und Zunder sein Feuer anzuzünden. Und wenn man auf einem Strohsack schläft (jetzt, wo doch mittlerweise alle ihre Luftmatratze in ein richtiges Bett legen.)
Ich spreche also von dem, was in einem vorgeht, wenn man mal ursprünglich gleich angefangen hatte, gemeinsam auf Märkte fuhr und seinen Spaß hatte, dann aber im Laufe der Zeit seinen Anspruch ändert und dieser dann aber anders als der von den meisten anderen Leuten in der Truppe ist (in diesem Fall waren wir damit nur noch zu zweit..)
Ich denke da nur an alle, die einst vor mehr als 12 Jahren in der Räuberhöhle zu Kaltenberg mit Kostümsaufen angefangen hatten und nun in renommierten Living-History-Gruppen wieder anzutreffen sind…
… Wenn sich also der persönliche Anspruch im Gegensatz zu dem der restlichen Mittelalterfreunde und -bekannten wesentlich erhöht …
Dann geht ein ganz anderer Frust los. Soll ich nun den Rest “bekehren” damit ich mich auf den Veranstaltungen wohl fühle? - Nicht nur, daß man sich damit erregte Gemüter verschafft (wir haben das ja selbst hier im Beitrag gesehen) - Nein! Es stößt auch auf Fruchtlosigkeit. Oder die mühselig erteilten Tipps werden gar grausig umgesetzt. Ich habe das komplett aufgegeben.
Und genau hier ist man an folgendem Punkt: Soll ich aussteigen oder habe ich die Möglichkeit, auf andere Veranstaltungen umzusteigen.
Ich teile mir zwar mein Hobby mit Freunden und Bekannten - bleibe deshalb trotzdem Individualist mit eigenen Vorstellungen. Bei Freunden bleibt die Freundschaft erhalten - auch wenn sie dann vielleicht eher weniger im Umfeld “Mittelalter” ausgelebt werden kann. Leute, die man nur von Märkten her kennt - kommen und gehen im Leben. Ich gehe nicht auf Mittelalterveranstaltungen, um neue Freunde kennenzulernen, sodern weil ich halt ein gewisses Umfeld brauche, um motiviert mein Hobby betreiben zu können.
Nun, glücklicherweise hatte ich dieses Jahr die Möglichkeit, nach Torgelow zu fahren. Und das hat Spaß gemacht. Vor allem gab es mir den Ansporn, noch mehr per Hand zu nähen und ich habe seitdem einfach große Lust, viele Dinge, die mir im Kopf herumschweben, nun auch in die Tat umzusetzen. Mein bisheriges Umfeld hatte mich dazu nicht so sehr motiviert.
Man kann das Glück haben und gleich als motivierter Mensch auf die entsprechenden Leute zu stoßen, sich dort anzuschließen und sich von ihrem Wissen inspirieren zu lassen.
Man kann aber auch das Hobby in einem anderen Umfeld betreiben (dem des “Marktmittelalters”)und dennoch von sich aus was anderes wollen - und dann wird der Umstieg schon schwerer, weil man halt auch erst die entsprechenden Leute kennenlernen muß. Vorallem will man ja nicht unbedingt gleich Gruppenanschluss. Also, wie fange ich an?
So ein bischen war ich erstaunt, daß echt viele, die hier in der TV schreiben, auch in Torgelow anzutreffen waren (hätte ich mir zwar denken können - daber dafür bin ich nicht oft genug hier). Ist also alles ein bisschen “Szene in der Szene”. Was sich seitdem bei mir getan hat: Schon eine einzige Veranstaltung macht in meiner unruhigen Seele wieder frieden und ich kann jetzt auch sagen: “Na, dann gehe ich vielleicht auf einen Markt zum Spaßhaben - was mich aber richtig anmacht, sind diese kleinen, internen VA´s”
Doch die haben es in sich, denn plötzlich kommen ungeahnte Wünche zum Vorschein wie zum Beispiel Leinenkegel mit der Hand nähen,… Und natürlch erstmal anfangen, die Grundgewandung auf den “richten” Stand zu bringen. Mann oh mann, da ist noch richtig was zu tun…
Ich ahne nur … das ist ein Weg, der kein Zurück mehr kennt … dieser Umstieg!
Hoffentlich erfolgreich um Umstieg … Grüße aus Franken von Alexandra

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Eintrag #55 vom 13. Feb. 2004 08:18 Uhr Joachim Meinicke  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Joachim Meinicke eine Nachricht zu schreiben.

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Torgelow, nicht Terglow :-) Aber näher wird es deswegen leider auch nicht, Lena. :-) Und wann im Leben ist es verkehrt, die richtigen Leute zu kennen, um sich einen Vorteil zu verschaffen, sei es nun im Privaten oder im Beruflichen. :-) Aber glaube mir bitte, Beziehungen sind bestimmt nicht die einzige Eintrittskarte. Aber viel läuft halt tatsächlich über Mundpropaganda.
Um das mit dem gerade erwähnten Publikum aber noch mal aufzugreifen. Genauso wenig, wie es DIE MA-Szene gibt, gibt es DAS Publikum. Das sollte doch eigentlich klar sein, oder?
Selbst auf kommerziellen VA´s, sprich den üblichen Märkten, hat man durchaus sehr unterschiedliches Publikum, die mehr oder halt weniger an der Materie interessiert sind. Selbst die möchte ich nicht über einen Kamm scheren.
Trotzdem muß ich dennoch klar sagen, daß nach meinem “Umsteigen” und den damit einhergehenden VA-Wechsel, das Publikum eindeutig angenehmer geworden ist. Schon von daher hat es sich gelohnt.
Selbst nach den massiven Fahrpreiserhöhungen der Berliner Verkehrs Betriebe hat man sogar beim billigsten Fahrschein noch immer die Option, zum gleichen Preis beliebig oft umzusteigen…Nur die Fahrzeit ist begrenzt… Und man kann mit dem gleichen Ticket nicht mehr zurückfahren… :-)
Grüße
Joachim

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Eintrag #54 vom 13. Feb. 2004 07:31 Uhr Heiko Marquardt  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Heiko Marquardt eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo Sylvia,
im Prinzip haben wir das selbe gemeint nur jeweils anders ausgedrückt!
Im Prinzip kann ich Dein letztes posting mit unterschreiben!

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Eintrag #53 vom 12. Feb. 2004 19:02 Uhr Alexander Klenner  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Alexander Klenner eine Nachricht zu schreiben.

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Lena:
Schönes Posting.
Lang, ja, aber kurz kriegt man die Aussage eh nicht rüber, ohne daß sie wieder verbogen wird. Stimme dir insgesamt zu.
Sylvia und Heiko und all die anderen:
Ich möchte nochmal das Thema “Ehrlichkeit” aufgreifen.
Zu Sylvia direkt: Ich denke immer noch, daß hier eigentlich keiner direkt auf jemandem rumhackt, dessen Klamotte weniger historisch ist als die jeweils eigene, sondern daß dies erst dann passiert, wenn der mit der historisch deutlich (!) weniger genauen Klamotte von sich behauptet, genauso “mittelalterliche”, “historisch korrekt” (usww…) zu sein wie der andere.
Es geht eigentlich immer um das Thema, “Das was man draufklebt, muß drin sein”
Achso, ja, um auf deine Frage mit dem ßberdenken zurückzukommen:
Je näher man an der Vorlage ist, um so ehrlicher sollte man zu den Fehlern und Lücken stehen.
Weil die richtig groben Schnitzer erkennen die meisten, die (ich sage extra nicht “kleiner”) unauffälligeren Fehler der “guten” Leute werden oftmals übersehn und von Einsteigern gerne kopiert.
Ich denke mal, es ist auch wichtig im Kopf zu behalten, wie unterschiedlich die Aufnahme von Informationen läuft.
Weil eben an dieser Stelle trennt sich persönlicher Spaß von - hart ausgedrückt - Lüge.
Kleines Beispiel:
Wenn zwei Typen sich jeweil ein Schwert schnappen und irgendwo neben den Zelten aufeinander eindreschen ist der erste Eindruck den die meisten Zuschauer bekommen: “Da trainieren zwei Schwertkampf” Der weitere Schritt “So wurde damals also gekämpft” findet bei den wenigsten statt.
Die beiden haben also ihren Spaß und evtl unterhält es ein paar Zuschauer.
Stell die beiden aber auf eine Bühne oder eine ähnlich optisch hervortgehobene Fläche, laß sie - oder besser einen Kommentator - noch ein zwei Worte an das Volk richten, und die Leute meinen plötzlich von zwei Fachleuten historische Kampfkunst vorgeführt zu bekommen und merken sich das als solche.
Und schwubbs, wieder etliche auf der Liste der Wissenden “ein Schwert wog 20 Kilo”…
Das ganze läßt sich auf viele Bereiche übertragen.
Je mehr man - aus welchen Gründen auch immer - in den Augen anderer Kompetenz erlangt, umsomehr muß man drauf achten, was man rüberbringt.
Insofern ist die eigentliche Ausführung der Klamotte schon eher zweitrangig unde steht in meinen Augen in der Prioritätenliste für Leute, die ich zur “Oberliga” zähle, erst hinter dem Punkt Ehrlichkeit.
Gruß, Ivain

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Eintrag #52 vom 12. Feb. 2004 18:05 Uhr Magdalena Wohlgemuth  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Magdalena Wohlgemuth eine Nachricht zu schreiben.

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Also…
@ Ivo:
Die Geschichtsverfälschung hat doch schon viel früher angefangen. Z.B. hab ich grad ein Proseminar über romantische Dichtung; ich mag die Gedichte, aber bei den historische-Weltsicht und was-haben-die-armen-für-ein-schönes-Leben Anteilen der Theorie-Aufsätze dieser Schreiberlinge stellen sich mir immer wieder die Haare auf… mit einem von denen hätte ich gerne mal diskutiert.
Man muß neutral die Wurzeln sehen und sich freuen, wenn sich etwas weiterentwickelt.
Und ich glaube durchaus, daß es ein Publikum für ernsthafte historische Darstellung gibt und die Leute mehr davon sehen wollen, aber ich glaube nicht, daß man das Fantasy-Element völlig ausrotten kann, weil es viele Menschen gibt, die so etwas haben wollen. Daß den Leuten die Märkte langsam langweilig werden liegt vielleicht eher daran, daß es wirklich immer dasselbe ist. Sie sollten mal ein paar neue Dudelsackhits ausgraben und einen Ersatz für den schwarzen Ritter finden.
Authentikerszene. Hm. Natürlich ist es im Endeffekt eine rein subjektive Meinungsäußerung von mir.
Es ist einfach so, daß ich persönlich meine Mittelalteraktivitäten inzwischen in zwei Felder aufgeteilt habe. Ich muß dabei zugeben, daß ich selbst noch auf keinem einzigen Museumsevent war und das meiste von meinen Eindrücken von dem Forum hier stammt und den wenigen Leuten, die ich persönlich kenne.
“Authentikerszene” bedeutet für mich die Gruppe von den Leuten, die ernsthaft versuchen, nach allem was sie wissen eine historische Ausstattung zusammenzustellen und sich hauptsächlich für Events interessieren, für die sie kein Geld bekommen oder sogar etwas dafür zahlen müssen, die dafür aber nur für eine eingschränkte Gruppe zugänglich sind und auf denen es gewisse Marktelemente nicht gibt.
Natürlich heißt das nicht, daß dann alle das mit dem Anspruch auch wirklich 100% umsetzen, es geht mir um die Einstellung und um die Denkweise.
Nach meinen Erfahrungen ist das einfach ein bestimmter Kreis von Leuten, in dem so ziemlich jeder jeden kennt. Ist es nicht so, daß 80% aller Postings hier von den immer gleichen Leuten kommen? Und auch wenn ich dann auf anderem Wege irgend jemand kennengelernt habe, der sein Hobby so macht, kannte der dann wieder die anderen Leute. Und erzähl mir nicht daß man nach Terglow (oder wie das hieß) kommt wenn man nicht die richtigen Leute kennt.
Marktszeneleute sind für mich die, deren Ziel es primär ist, auf Märkte zu kommen und dort am besten für ihre Aktionen Geld zu bekommen. Ok, das zweite Ziel muß nicht unbedingt sein, aber an erster Stelle steht jedenfalls das aktiv am Markt dabei sein wollen so wie die Märkte jetzt sind. Die meisten von diesen Leuten bekommen beim Wort authentisch einen Schreikrampf und schauen dich mitleidig an, wenn du erzählst, daß dein Kleid handgenäht ist. Und finden dieses Kleid überhaupt ziemlich langweilig für den Aufwand, der dafür betrieben wurde. (ichs gebs zu… ab und zu bin ich auch beleidigt mangels der Anerkennung)
Orientierung am Publikum in dem Sinn von “was spektakuläres bieten wollen” ist meistens auch sehr wichtig.
Natürlich gibt es viele Leute, wo sich beides überschneidet. Ich behaupte auch überhaupt nicht, daß die eine Szene besser wäre als die andere. Ich kann mich aber des Eindrucks nicht erwehren, daß sich hier etwas definitiv abgespalten hat und etwas eigenes bildet. Und ich finde es deshalb gut, weil nur auf diese Weise interessante living-history-Veranstaltungen (ja, über die Bezeichnung kann man jetzt sicher streiten, aber mir fällt keine prägnante passendere Bezeichnung ein) entstehen werden und sich das ganze mit weniger überflüssigen Debatten entwickeln kann.
Natürlich nur wenn die Leute zusammenarbeiten und nicht wie die Hühner aufeinander rumhacken, aber bis jetzt sind ja trotz Streitereien schon ein paar schöne Sachen entstanden.
Jaaa, ihr seid trotzdem alle ganz individuell, aber ich_mag_Authentikerveranstaltungen und die kommen eben nur zustande wenn ein paar Leute mit ähnlicher Gesinnung zusammenarbeiten.
Profilierungssucht: ich bin der Meinung, daß es einige Leute gibt, die einfach immer besser sein wollen als andere. Und da die Masche “mein Schwert ist größer als deins” halt doch bißchen primitiv ist, bildet den Ersatz - meinem Gefühl nach - halt “ich bin authentischer als du”, und das ist dann der eigentliche Hauptgrund für diese Ambitionen. Ich muß an dieser Stelle auch mal sagen, daß ich diesen Satz “wir verbringen unsere gesaaaamte Freizeit mit dem müühevollen Recherchieren in Bibliotheken” auch für ein bißchen selbsternannt-märtyrerhaft finde.
Man kann immer was meckern. Hey, ich bin im wissenschaftlichen Betrieb, wenn man mal sieht wie´s bei den Profis zugeht: nichts ist perfekt!
Nochmal auf den Punkt gebracht: mir geht es nicht darum, mich oder sonst jemand aus irgendeinem Sumpf zu ziehen oder als sonstwas einzustufen, sondern mal positiv zu sagen, daß sich was gebildet hat, das in der Lage ist, schöne Veranstaltungen zu organisieren, die ein Flair haben, das ich auf Märkten einfach nicht bekomme.
Ja, für mich ist definitiv ein Unterschied zu spüren.
Deshalb gehe ich trotzdem noch gern auf Märkte und genieße das dortige kunterbunt, aber weitaus beeindruckender war für mich die Wallfahrt mit Claus und Steffi (AG Hochmittelalter) (und ich würde soo gerne mal nach Terglow, was aber mal wieder verdammt weit weg ist).
Oh mein Gott ist das lang geworden. Sorry.

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Eintrag #51 vom 12. Feb. 2004 12:53 Uhr Sylvia Crumbach  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Sylvia Crumbach eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo Heiko,
vielleicht drücke ich mich schwammig aus, aber ich sehr keine Rechtfertigung für eine bessere und schlechtere Erbsensortierung für Aktive in welcher Art lebendige Geschichte auch immer.
Zugegeben:
Billig-Römergruppen mit Autodecken und Indien-Gladii, die sich als Archäologische Rekonstruktion anpreisen, erregen mein schwerentflammbares holsteiner Gemüt. Ein anderes Beispiel, aber wenn ich richtig bin, für den gleichen Tatbestand wie Dein Beispiel.
So diese Gruppe tritt auf einen Fest für ein renomiertes Museum auf. Fragt man nach, erhält man sicher eine Eigendefinition. Und natürlich eine Abgrenzung zu Feindbild “Mittelaltermarkt und Fantasyfest”.
Und da wäre früher der Dachs in mir zu Hochform aufgelaufen, weil ich ja weiß, daß karierte Autodecken erst in Fundkomplexen der 2.Hälfte des 20.Jahrhunderts auftreten. Die Feindatierung ist sicher nach Materialanalyse und Bestimmung des Kunstfasergehaltes möglich.
Aber nach fast 2 Jahre langer selbstverordneter A-Diskussionsenzug (Mit permanater Rückfallgefärdung und risikoreichen Entzugerscheinungen) bin zu dem persönlichen Ergebnis gekommen, daß es mir nicht ansteht mich so wie früher aus dem Fenster zu lehnen (wobei Fenster schon sehr früh durch zeitgenössische Abbildungen und Befunde belegt sind).
Ich habe auch mit viel Angagement und Begeisterung angefangen, aber daß was mich früher an Standard mit Freude erfüllt hat, ist heute schon lange aussortiert.
Soviel zum persönlichen.
Wenn ich kritisch zu mir selbst bin, ist mein Stand der einer interessierten Anfängerin und alles was ich mir auf die Home-Page schreiben mag ist: Wir bemühen uns. Aber eine Rechtfertigung mich damit zu einen erlauchten Kreis zählen zu dürfen gibt mir das definiv nicht.
Wie schon früher geschrieben:
Wer frei von Sünde ist, werfe den ersten Turnschuh….
Sylvia
Projekte zur lebendigen Geschichte e.V. (i.G.)

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Eintrag #50 vom 12. Feb. 2004 12:26 Uhr Heiko Marquardt  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Heiko Marquardt eine Nachricht zu schreiben.

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ich bin niemals erfolgreich umgestiegen, weil ich niemals versucht habe mir Karnevalskostüme zu nähen, sondern von Anfang an mit belegbaren und recherchierten Sachen Angefangen habe.
Aber darum ging es mir nicht in dem Posting.
Ich verstehe immer noch nicht was ich nun falsches gesagt habe.

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Eintrag #49 vom 12. Feb. 2004 11:10 Uhr Jens (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Jens eine Nachricht zu schreiben.

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Ich habe hier jetzt zum x-ten Mal das Klischee vernommen, der Zuschauer will den Blödsinn genau _so_ haben. Das halte ich, vorsichtig formuliert, für Unfug.
Der Zuschauer möchte entspannt, unterhaltsam etwas sehen, was er sonst nicht sieht. That’s it.
Möglichst famlien-und kindtauglich.
Wenn schon ersthafte Darsteller so etwas glauben, wudnert mich nicht, dass die Marktszene inklsuive der Veranstalter das erst recht propagiert.
Für das Kind isses egal, ob das da wirklich nen Ritter ist oder nicht- “Ritter” ist für es einfach Synonym für “Kerl in glitzernder Rüstung”. Ebenso brauch ein Kind nicht unbedingt Feuershows und wasnichtnochalles zum Markt gehört. Meine explizite Erfahrung ist sogar, dass sich Erwachsene zunehmend auf “Märkten” langweilen und nur wegen der Kiddies hingehen, da inzwischen Veranstalter nur noch Kind sehen.
Kommt mal Interaktion zustande, sind die “Touries” oft sehr interessiert und froh, wenn sie was lernen können, und fragen auch nach. Ansonsten landen sie frustirert schnelklstmöglich am nächsten Futterstand, denn für den Normalsterblichen sind “keltische Tücher” und so nen Schwachfug ziemlich uninteressant.
Und Kaltenberg ist Show. Das zählt. Mittelalter schreiben nur die Veranstalter drauf. Bliebe is so -sagen wir mal: unterhaltsam- wie bislang, und stünde “Fantasiewelt/-park/-festival” drauf, würden die Leute auch kommen.
Und den Punkt mal zu treffen: Die Leute wissen nicht viel über das Thema, aber dumm sind sie nicht.
ßbrigens weiss ich nicht, von welcher “Authentikerszene” hier geredet wird, ich kenne keine.
Gruss, Esca

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Eintrag #48 vom 12. Feb. 2004 09:53 Uhr Sylvia Crumbach  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Sylvia Crumbach eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo Heiko,
klar, gegen Dein Fallbeispiel ist nicht einzuwenden.
Aber womit begründest Du das zu (wahrscheinlich erfolgreich) umgestiegen bist und jetzt etwas “richtiges” machst?
Sylvia
Projekte zur lebendigen Geschichte e.V. (i.G.)
PS. Das soll bitte nicht heißen, daß ich alles richtig mache…..

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Eintrag #47 vom 12. Feb. 2004 07:02 Uhr Heiko Marquardt  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Heiko Marquardt eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Oh Mann Sylvia...

…wo habe ich mich als Maß aller Dinge beschrieben.
Ivain hat mich richtig verstanden und auch gut erklärt was ich meinte…wo ist also das Problem?
Ich habe ein Beispiel angeführt und sehe beim besten Willen nicht wo dieses Beispiel daneben ist!!
*seufz*
Was mache ich nur falsch!

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Eintrag #46 vom 12. Feb. 2004 02:47 Uhr Ivo Malz (IMMS)  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Ivo Malz (IMMS) eine Nachricht zu schreiben.

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Moin, Lena.
>noch mal zum “warum sind die Märkte wie sie >sind”-Thema: ich glaube, so einfach, daß man es >einfach auf den Kommerz schieben kann, ist es >nicht. Bzw, irgendwie schon *g*, nämlich nach >dem Prinzip “Angebot und Nachfrage”. Mich >interessiert aber: warum will das Publikum das?
Das ist letztlich die Frage nach Huhn und Ei.
Das Publikum pauschal will unterhalten werden.
Es fühlt sich gut und befriedigend unterhalten mit dem, was seit Jahren als Mittelalter verkauft wird. Der Erfolg gibt der Sache doch auf ganzer Linie recht.
Und warum funktionert das Ganze so gut und schon so lange, statt wie jeder Trend nach spätestens 5 Jahren zu versacken? Weil weite Kundenkreise angesprochen werden. Im “Mittelalter” findet jeder seine Nische. Der Freizeitbelustigung suchende Tourie Vulgaris, für den nach Riddäshow, Met aus urigem Gefäß und ein Bißchen Feuerschlucken und Jonglage nebst kostümierten Verrückten zum Ankucken der Tag schon völlig gelungen ausklingt.
Für die Papis und Mamis, die ihren Kindern mal was tolles bieten wollen und eventuell sogar glauben, die Kurzen lernen noch was Wertvolles über die Ritterzeit hat sich der Tag auch gelohnt.
LARPies und Verkleidungsbegeisterte schmeißen sich in Klamotte gehen in dieser urigen Athmosphäre voll auf, und diverse Acessoires, die zwar nicht mittelalterlich, aber ambientetauglich sind gehen wie geschnitten Brot.
Für die Neuheyden und Esoteriker gibts mystisches Räucherwerk und Runensteine und Thorshämmer meist billiger als beim Gruftifachversand, und alle sind glücklich.
All das ist Mittelalter, und weils gefällt (un- a. heißt ja nicht, daß es eklig und abstoßend ist. Ist ja meist malerisch, urig, dekorativ), wirds verlangt. Und weil sichs verkauft, wirds nicht geändert. Marktwirtschaft.
Und weils als Mittelalter verkauft wird, ist es Mittelalter.
Bei all den eloquenten Hobbyhistorikern der Darstellerlager, die “in Archiven und Bibliotheken recherchieren und ihre Ausrüstung rekonstruieren” dasselbe: Wir sagens so, also isses so, prüft eh keiner nach. Und wird von Veranstalterseite ja auch nicht verlangt, warum also vom Bewährten abweichen?
>Weil wir aber halt deutsch sind, können wir hier >ja nicht das ganze Jahr Fasching betreiben, also >müssen wir dem ganzen irgendwie einen >wissenschaftlichen/Bildungs/wieauchimmer→seriösen Anstrich verleihen.
Das ist eher ein Problem der “zweiten Generation”, der diese Sorte “Darstellung von Geschichte” mit Einstieg ins Hobby quasi “in die Wiege gelegt” wurde.
Karneval ist für dumme Spießer, die nicht ohne Fanfarensignal lachen können.
“DIE MITTELALTERSZENE”, das sind ganz andere Leute. Die sind nicht so verbissen spießig.
ßbrigens auch so n Grund, warum Fakten sekundär sind, denn wer will sich denn sein Spasshobby ausgerechnet durch Vorschriften reglementieren lassen?
Fazit: Das Konzept geht auf, und “Mittelalter” mit wenig Mittelalter drinne verkauft sich wie geschnitten Brot.
In der Lebensmittelbranche muß Fruchtsaft Fruchtsaft sein, alles andere heißt Nektar, Fruchtsaftgetränk o.ä., im Showgeschäft wird das nicht so eng gesehen.
Das “Wissenschaftliche” Getue ist da auch nur ne schicke Banderole mehr auf dem Etikett, denn da muß das Design stimmen und stetig upgegradet werden.
Was drinne ist, ist egal, solange keiner fragt.
Der gemeine Darsteller, mal lösgelöst von merkantilen Faktoren betrachtet, ist ein Fall von Schizophrenie… er betreibt ein Individualistenhobby, indem er nur nachäfft, was andere vormachen. Der Spaßfaktor liegt darin, neben Lagerfeuerstimmung und archaischem Ambiente mit minimalem eigenem Aufwand ein Maximum an Aufmerksamkeit zu erzielen.
“Kuck ma, Papi…die Ritter kämpfen. Sind die Schwerter echt?”
An dieser Stelle holt der gemeine Darsteller tief Luft und tut seine traditionellen Marktweisheiten mit Kennermiene kund, und die Kinder haben äkschen gehabt, Athmosphäre getankt und dabei wieder was gelernt…Bildungsauftrag erfüllt, mit dem Bidenhänder zu Hochmittelalterkutte und Plattenhandschuhen.
Für die Güte der darstellerischen Qualität wird verzweifelt nach Formeln gesucht (und das ist letztlich der Pol, um den die A-Debatten kreiseln), nach welchem Schlüssel, welchen Gesichtspunkten und der Abarbeitung welcher Mindestanforderungenliste man denn “kein Fuzzy mehr ist”.
Im ßbrigen braucht man diese Erkennungsmerkmale unbedingt, denn während man neidgrün nach oben schielt (statt zu erkennen, daß es nach “da oben” gar nicht mal so weit ist, aber eben ein Weniges an Eigenleistung erfordert), kann man anhand der Checkliste zumindest mal nach unten treten und so sein Selbstbewußtsein etwas pushen. Und wenn es nur in Richtung von Hörnerhelmen, Gummipompfen und Elfenohren von Leuten geht, die nie behauptet haben, Mittelalter darstellen zu wollen.
Das ist so im Groben die Branche “Mittelalter”.
Und daß sie sich als Geschichtsvermittlerin geriert, ist PR.
Traurig ist nur, daß, wie auch aus diversen Mittelalterforen ersichtlich, so ein Geschichtsbild tradiert wird, das mit dem Mittelalter außer Schwertergeklirr herzlich wenig zu tun hat, was aber anscheinend dem Gros der Mittelalterbegeisterten egal ist, solange es Spaß bringt.
Unhistorische “historische Kampfkunst”.
Unmittelalterliche “Mittelalterliche Musik”.
“Repliken” ohne historische Vorbilder.
Indischer Andenkenkitsch als “Historische Handelswaren”
Vollsynthetische Klamotten als “Rekonstruktion historische Bekleidung”.
Ehrlichkeit zahlt sich nicht aus, das ist ein Markt, der davon lebt, Leute zu behumsen, die behumst werden wollen.
Von den oben genannten “Geschichtsdarstellern” würde keine ein historisierendes Fantasykostüm nebst Fantasyschwert kaufen, das Hobby is ja Mittelalter. Schreiben wir “Mittelalter” aufs Etikett, kaufen die Vögel alles. Man kucke nur mal unter “Mittelalter” ins Ebay.
Womit hat unsere Geschichte das bloß verdient, erst als Propaganda für zwei Weltkriege verwurstet zu werden, im Giftschrank zu landen und jetzt als Ersatzkarneval unter der Flagge der Traditionsbewahrung verwurstet zu werden?
Gruß
Ivo

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Eintrag #45 vom 11. Feb. 2004 22:57 Uhr Sylvia Crumbach  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Sylvia Crumbach eine Nachricht zu schreiben.

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Sorry, ßberschrift vergessen:
Wir sind alle kleine Sünderlein…..

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Eintrag #44 vom 11. Feb. 2004 22:55 Uhr Sylvia Crumbach  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Sylvia Crumbach eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo Magdalena,
meine Idealvorstellung tut dabei eigentlich wenig zur Sache.
Aber mal nachgefragt: Was meinst Du in diesem Zusammenhang mit “Profilierungssucht” Das dringende Bedürfnis sich einem Profil anzupassen? Oder ein Profil zu schaffen, so wie manch einer sein eigenes Mittelalter macht?
Ich habe bei selbsternannten “Museumslevelldarstellern” Dinge gesehen, die jedem Marktambiente bei Gisbert Hiller alle Ehre gemacht hätten. Und trotzdem ist es mir wieder gelungen das Hobby nicht hinzuschmeißen. Habe ich jetzt damit ein bestimmtes “Leidenprofils” erfüllt?
Mal ernsthaft gefragt: Wie schafft sich denn eine Authentiker-Scene, die Du ja erstrebenswert findest? Wie Münchhausen, der sich am eigenen Zopf aus dem Sumpf zieht? (könnte auch der Schweif seines Pferdes gewesen sein…)
Sylvia
Projekte zur lebendigen Geschichte e.V. (i.G.)

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Eintrag #43 vom 11. Feb. 2004 22:11 Uhr Magdalena Wohlgemuth  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Magdalena Wohlgemuth eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo Ivo,
noch mal zum “warum sind die Märkte wie sie sind”-Thema: ich glaube, so einfach, daß man es einfach auf den Kommerz schieben kann, ist es nicht. Bzw, irgendwie schon *g*, nämlich nach dem Prinzip “Angebot und Nachfrage”. Mich interessiert aber: warum will das Publikum das?
Und ich sehe da eine typisch deutsche (?) schizophrene Denkweise rausschimmern. Die Leute haben immer noch ein Bild vom Mittelalter, das Mystik (Hexen, Magie, unbekanntes), Heldentum (Ritter, Ladies, gerettete Prinzessinnen) und ein gewisses Maß an märchenhaftem Geheimnis hat; und sie wollen es nicht hergeben. Weil wir aber halt deutsch sind, können wir hier ja nicht das ganze Jahr Fasching betreiben, also müssen wir dem ganzen irgendwie einen wissenschaftlichen/Bildungs/wieauchimmer-seriösen Anstrich verleihen.
Ich mein… jeder müßte eigentlich schreien, wenn alle Jahre wieder in Kaltenberg der schwarze Ritter zu Star-Wars-Musik auftritt, mit grünem Nebel, aber das wollen die Leute doch! Und Hexen, und Krimskrams, und fröhliche freie Burgfräuleins. Sie können es bloß nicht ertragen, es als das zu betiteln, was es wirklich ist: Grimms Märchen + Hollywood.
Ansonsten…
@ Sylvia: ich glaub schon, daß ich verstanden hab, was du meinst…
aber was wäre denn deine Idealvorstellung? Glaubst du wirklich, daß man das Profilierungssuchtelement ausschalten kann? Und ja, ich finde, TV und Authentiker-Szene sind eine eigene Welt geworden. Und das finde ich persönlich gut so.

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Eintrag #42 vom 10. Feb. 2004 17:39 Uhr Kai W. Körber  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Kai W. Körber eine Nachricht zu schreiben.

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Moin.
Das meiste hier geschriebene ist in sich halbwegs schlüssig. Letztlich läufts aber darauf hinaus, daß jeder seine *Einstellung* zu einem eigentlich klaren Sachverhalt ausdrückt.
Aufreiben tun wir uns doch hier meist nur noch an Tonfall und Metaphern.
Und die Einstellungen werden sich auch hier nicht ändern. Wer erwartet, daß hier ein Konsens rauskommt, hebe bitte die Hand.
Kann mir durchaus vorstellen, daß man mit ausreichend Veranstaltungserfahrung an etliche faktenresistente Leute gerät.
Was die Toleranz dem Grobmittelalter gegenüber gegen null drückt, und die Praktizierenden zur Projektionsfläche für alles Schlechte im Menschen macht, übertrieben ausgedrückt.
Wie gesagt, absolut nachvollziehbar, und im Rahmen dieses Forums legitim.
Gehe ohnehin von einem etwas mäßigeren Tonfall IRL aus.
An sich ist die Sache damit für mich erledigt
Gruß
Kai W. Körber

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