erst dachte ich “wie bitte?” , 40,- Euro für Bekleidung, das wird ja bös eng.
Dann habe ich mir deine Seite angesehen und da fiel dann bei mir der Groschen…….
Klar eine einfache LARP-Bekleidung ohne Anspruch gibts für das Geld schon.
Deshalb sollte man schon zwischen “billigem” LARP und MA-Hobby differenzieren, damit kein Einsteiger in das Mittelalterhobby meint er
bekomme für 40,- Euro eine “Mittelalterklamotte”.
Fakt ist, mit etwas Engagement, handwerklichem Geschick und Geduld kann sich Jeder für “schmales Geld” einen Einstieg verschaffen, wenn er dann voher mal etwas recherchiert und rumfragt.
Nur hier “Rechnungen” aufzustellen gibt einfach auch ein falsches Bild wieder, das dann wiederum wieder zu “ach-das-passt-schon-klamotten” führt.
Das Hobby, wenn man es dann ernstnimmt ist NICHT
billig, DAS sollte man lieber vermitteln um Entäuschungen zu vermeiden.
* Wer es selbst machen will, hat einiges an Arbeit (Stangen, Nähen, Instandhaltung usw…..)
ist billiger, als selbst machen, für die preise kommt man nich ans material
*ist nur mein bogen, alle schwerter unserer gruppe fertigt unser schlosser selbst
siehe punkt *
* es machen zwar viele leute selbst, mag auch schöner sein, allerdings sind einige durch arbeit doch ein wenig zu sehr eingespannt, als dass sie dies bewerkstelligen könnten, daher eine personenpauschale
Der ßrger in der Gruppe ist eigentlich unausweichbar vorprogrammiert, es sei denn, alle sind sich einig, und das ist selten…
Habt Ihr keinen Bus, muß ne Anhängerkupplung her, doch wer bezahlt die und an welches Auto eine Zugehörigen wird diese montiert???????
Ein guter Tip: Macht diese Punkte und noch wesentlich mehr vorher klar, und Ihr habt die halbe Miete. Reibereien wird es immer geben, egal wo und weswegen. Allerdings lassen sich finanzielle Dinge sehr schlecht klären…
achso, nochmals zur Erinnerung…vieles innerhalb und ausserhalb von den etablierten Gruppen wird auch günstig gebraucht verkauft…
Z.B. Die Schuhe, die einem halt nicht richtig passen, das überzählige Zelt, die zuvielgekauften Stoffe, das Geschirr, das zur neuen Rolle nicht mehr passt.. usw…
Hierbei natürlich auf “A” achten, aber das ist auch eine günstige Quelle…
aber selbermachen hin oder her: Grundlage ist - so möglich - ein Befund (oder wo es daran mangelt auch eine Abbildung).
Untersucht man Originale gewissenhaft, (am besten in Museum oder mit Hilfe guter Abbildungen) weiß man (eventuell) nicht nur wie ein Werkstück aussieht, sondern auch wie es entstanden ist.
Klar, wenn ich etwas Neues beginne, zahle ich Lehrgeld. Das ist einzurechnen.
Beispiel: ich weiß nicht wieviel Borsten, Ahlen und Lederabfälle (von ganzen Zuschnitten mal zu schweigen) mein Mann auf dem Gewissen hat bevor ich ein Paar Schuhe anziehen wollte.
Da gleiche gilt für das Nähen von Hand: Ich habe als Kind von Hand nähen gelehrt und seitdem einige Dinge gemacht. Jetzt fürchte ich bei Nähten keine Lupe mehr, ober den ersten Stücken sieht man die magelnde ßbung noch an.
Oder die ersten Sprangnetze: meine Freundin Chris hat 5 Stück einem verschwiegenen Mülleimer in Hannover anvertraut bevor eins davon in die ßffentlichkeit gekommen ist.
Dagegen halte ich:
Römische Schuhe sind hochkomplizierte Dinge, ein spezialisiertes Handwerk steht dahinter. Brauche ich solche Schuhe, wird es sehr teuer.
Zeitgleich diesseits der Grenze gibt es Schuhe die sich (befriedigend) befundgetreu mit etwas ßbung nacharbeiten lassen.
Das ist billiger.
Und damit bin ich schnell bei dem was Sascha schreibt.
Mein größter Geldfresser ist das Bücherregal. (Trotz ausgewachsenen und zeitübergreifendem Schmuckfimmel)
Auch Kopien sind reichlich teuer und viele Unterlagen nicht leicht zu beschaffen.
Viele Vereine haben interne Kit-guides und Leihzirkel, die Zeit und Geldsparen helfen können. Es exsitieren auch Listen mit verläßlichen und günstigen (nicht billigen) Bezugsquellen.
Mein Ratschlag am Anfang ist, sich gut zu informieren und mit einem passenden bestehendem Verein (oder IG) in Kontakt zu treten. Gewarnt sollte man nur sein, daß man, weil die Quellenlage immer dürftig ist (besonders für Kleidung) leicht nach einer Interpretation von Frau X oder Herrn Y gerät.
Sucht man den dornigen Weg, schafft aber eigenes, muß man sich darüber im klaren sein auch teure Fehlgriffe zu tun.
Mal im ernst, ich hätte ja auch nicht gedacht das ich die fähigkeit des Nähens an mir entdecke. Auch wenn die Nähte was schief sind und ein wenig krumm die Stiche und die Finger kaputt gepieckst werden, das gesparte Geld und die befriedung etwas fast Authentisches gemacht zu haben ist schon eintolles Gefühl!
ja, das mit dem Psalter stimmt, wobei im Harleianuspsalter aus dem 11. Jhdt. diese Bilder wohl auch aufzufinden sind.
Beim Kegelzelt stellt sich die Frage, obs für eine Magd angemessen ist, es ist wohl eher eine “Einzelunterkunft”, das Dachzelt ist eher ein Massenquartier…
ßbrigens ist ein Kegel auch mit Erfolg aus lauter Dreiecken zusammenzunähen…
so manch ein Bastler entdeckt seine Fähigkeiten und mit wiederholen einer Technik und dem Einwachsen in die Szene wird er zum Spezi in seinem eigenen Bereich und kann dann mit mittelalterlichen naturalwirtschaftlichen Geschäften, sprich Tauschen, irgendwie dem Mittelalter nahe sein.
Dennoch klar das man nie alles selber machen kann und nie die Qualität hin bekommt, wie einer der sein ganzes Leben nichts anderes machte..
Fand man das hochspezialisierte Handwerk (jedenfalls im HoMi) nicht eher im städtischen Milieu ?
All die Landleute werden jedenfalls im Bekleidungsbereich auch selbst Hand angelegt haben (so jedenfalls wird in der allg. Literatur der Winterzeitvertreib der Menschen beschrieben). Insoweit ist die self-made-Herstellung der Bekleidung imho nicht unbedingt un-“A”.
Es geht ja in dem Thread auch nur um die Grundausstattung.
Metallenes und Geschnitztes würde ich auch von jemandem machen lassen der es kann. Wenn ich allerdings einen Handwerker darstelle, sollte ich irgendwann mein Handwerk auch hobbymäßig ganz passabel beherrschen …
@Hadu:
Nele gab in ihrem Eröffnungsthread die Zeit 1265/1275 an. Das Utrecht-Psalter ist deutlich älter (ca. 830 ?). Wenn es diese Bauart im 13. Jhd. auch noch gab, dann wäre eine zeitnahe Quelle vielleicht hilfreicher.
Nele, ein Kegelzelt hat den Vorteil, dass es nur einen Mast braucht und ruckzuck aufgebaut ist.
Auf der von Hadu verlinkten HP findest Du eines unter dem Stichwort “Rolandslied”.
Grüße von der Spree
Ulli, der noch überlegt, wie er die Loveparade umgehen kann
Andreas, im Grunde hast du mit deiner Aussage ja recht.
Aber die hier angeführten Beispiele zielten auf die Ausrüstung zu einer einfachen Rolle für den Einstieg ab.
Und da reicht das Bastelvermögen eines handwerklich geschickten Menschen meiner Meinung nach in vielen (sicher nicht allen) Bereichen oftmals aus, um einen passablen _Einstieg_ hinzukriegen.
Dazu kommt: Ich denke nicht, daß z.B. ein Schuster im HMA so viel genauer nähen konnte als das ein Bastler heute könnte.
Aber durch seine lange ßbung konnte der Schuster damals diese Qualität im Bruchteil der Zeit, , die wir heute brauchen, mit weniger Verschnitt usw. bewerkstelligen.
Das gilt für viele andere Berufe auch.
Das soll jetzt beleibe kein Freibrief für Frickelarbeit sein, aber das hochspezalisierte Handwerkertum kommt imho erst dann richtig zum Tragen, wenn man die vielen Details der Darstellung füllen will. Das ist dann aber später.
ßhm… soweit ich weiss wurde bei den Bauern das textile von den im Haushalt befindlichen Frauen erledigt. und die waren auch multitalente (spinnen, weben, nähen, sticken, brettchenweben, fingerloopbreeding etc.)
Gut als laie der gelegentlich mäl näht werden wir nicht die Qualität erreichen die die damaligen frauen fertigten aber dennoch ist man damit näher dran als mit irgend welchen maschinengenähten GroMi-Tuniken die man so im allgemeinen käuflich erwerben kann.
Und ein etwas stümperisch gefertigter Wendeschuh ist immer noch mehr A als Bundschuhe oder gar Springerstiefel und Bikerboots.
Ausserdem lassen sich durchaus auch belege für handwerklich nicht sooo perfekte schuhe finden (siehe Pohens erklärung zu “günstige schuhe”)
Es geht hier um anfänger, das sollte man nicht vergessen. aller anfang ist schwer und je länger man dabei ist desdo besser werden die handwerklichen fähigkeiten. die nähte werden ordenlicher, die QUalität der selbergemachten stücke besser. jeder hat schliesslich mal klein angefangen.
AUssderdem hängt die qualität die die sachen haben ,müssen auch von der angestrebten darstellung ab.
Wer sich als anfänger gleich als adliger einkleiden will,… gut der muss auch ganz anderen ansprüchen gerecht werden wie ein Bauer oder Handwerker.
ich jedenfalls für meinen teil bleibe beim “hohen lied des selbermachens” *g*
wenns unbedingt ein Zelt sein soll, guck mal auf die Seite www.viatores-temporis.de unter Info bei Zelte die Bilder des Utrecht-Psalters an.
Relativ schlichte Dachzelte, und Leinenstoff gibts zwischen 11 - 18 Euro den Meter bei 1,50 Breite. Frag die Viatores z.B.
Ca. 10-15 Meter Plane und etwas Näharbeit - fertig! Bei Bedarf schick ich Dir ein Foto von den Dingern. (Unsere an der Haushaltsmaschine selbstgenähten Leinen- und BW-Zelte halten seit Jahren.)
Ansonsten Magd…naja, wie gesagt, frag Deinen Herrn…
… läßt doch arge Mißtöne erkennen. Denn für die meisten Sachen des hohen uns späten Mittelalters gilt*: Sie wurden von spezialisierten Handwerkern hergestellt, ihre Produkte bewegten sich deshalb gewöhnlich auf einer anderer Ebene als das, was so manches “Mulit-Talent” als günstige Alternative zusammenbastelt.
Ich wage deshalb die These, dass sich die meisten Hobby-Bastler mit der “AbisZ-Selbsgemachten” Ausrüstung eher weiter von allgemein so angestrebten Authentitzitätsgrad entfernen, als ihm näher zu kommen.
also von den Schuhen von C. Pohen habe ich bisher auch nur gutes gehört, aber leider sind sie recht hochpreisig (gut wenn man bedenkt was da an arbeit drinsteckt wohl auch gerechtfertigt).
Wenn du also nur 80,- für schuhe eingeplant hast wirst du wahrscheinlich ums selbernähen nicht rumkommen. ist sooo schwer auch nicht (bis auf den wendevorgang, das ist ne arbeit für einen der mutter und vater erschlagen hat *lol*)
da meine Mutter und auch die meines Freundes früher der Fraktion Schneiderin angehörten und so jedemenge Stoff gehortet hatten, haben wir da jedemenge abgestaubt. *g* Danke Mamas!
bei der Klamotte ist also nur die Zeit zu berechnen… ok das Leder für die Schuhe ist gekauft.
Aber ich habe noch ein Faible für Schmuckherstellung aller Art und das ist richtig teuer, weil man das Werkzeug leider nicht bei OBI bekommt :o(
Ansonsten minimieren sich die Kosten enorm wenn man alles selber macht, oder wie schon gesagt tauscht.
ich mach mittlerweile fast alles selber, Schuhe,Kleidung, Schmuck, Zelt (gnumpf so schnell nicht nochmal *g*), weils einfach ne schöne Sache ist und man stolz sagen kann: selbstgemacht.
Da ist dann auch mehr Persönlichkeit in den Klammotten
und das ist mehr als,hab ich Selbstgekauft.
Aber nicht verzweifeln, das braucht einfach seine Zeit
Tja die Kosten für Klamotten und Ausrüstung sinken drastisch, wenn man viel selber macht.
Oft bleiben nur die reinen Materialkosten und Arbeitszeit darf man nicht rechnen. Und wie teuer das Material ist, wird wohl von Stand und Darstellung abhängig sein.
Mit einem Wollstoff, Garn und sehr viel arbeit bekommt man schon sehr beeindruckende Sachen zustande.
Das Problem bei vielen Leuten sind nicht die Klamotten, sondern wie finanziere ich das nächste Buch!
;-)
Gruß
Sascha (dessen Auto weniger wert ist als seine Büchersammlung)
Also da ich auch noch ganz am anfang stehe hat sich diese Fage für mich auch gestellt. mein Kostenkonto setzt sich wie folgt zusammen:
44,- für 4 alte Armeedecken 1,80 x 2m aus reiner wolle für 2 Tuniken (1 dünnere eine dicke) beinlinge, Gugel, und eine umhängetasche.
90,- Euro für 5m reines Leinen Handgewebt für Leibhemd, Bruche, Bundhaube und es ist noch ein guter rest über.
60,- Euro für Lodenwollstoff für meinen Radmantel mit Tasselverschluss
70,- für Leder (schuhe,gürtel, messerscheide und Gürteltasche )
15,- für ein Ess-/ Gebrauchsmesser
und zuletzt noch etwa 20,- Euro für leinengarn und Zwirn.
Zusammen rund 300,- Eurofür meine komplette Erstlingsausrüstung.
Das geld was ich für Werkzeug (Ahle, Nadeln, Ledermesser etc.) ausgegeben habe habe ich nicht mitgerechnet da diese noch viele jahre treue dienste leisten werden)
Was der grössere Faktor ist, ist die zeit die man beim recherchieren, Nähen und “Basteln” verbringt. Da geht so mancher arbeiterfüllter abend ins land. Aber dafür macht es superviel spass und es ist ein umso schöneres gefühl etwas anzuziehen was man selber genäht und geschustert hat.
P.S. ich bin ein Büromensch und hatte vor dieser sache mit handwerken etc. nichts am hut was beweisst: kann ich nicht gibts nicht. man muss es nur versuchen. learning by doing ist die devise.
nicht das Geld ist die Frage, sondern, was man selber machen kann, und wo man mit der Darstellung hinwill.
Also…Daubenbecher oder Tonbecher > Selbermachen oder kaufen?
Esslöffel > selbermachen oder kaufen?
Zelt -falls nötig- selber nähen oder kaufen?
Oder jemand finden, der gegen was von Dir gemachtes tauscht.
Wenn Du Dich an eine intakte Gruppe ranhängst, erledigen sich diese Probleme sehr schnell, erstens gibts viele Leute, die alte Sachen abgeben, und die Gruppen haben funktionierende Händlernetzwerke.
Zelt? Als Magd? Naja, wenn Dein Herr Dich nicht unterkriegt…tststs…