Thema als Feed (RSS 2.0) Thema als Feed (ATOM 1.0) 1. Living-History-Veranstaltung Castrum Turglowe 2003

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Eintrag #7 vom 12. Aug. 2003 14:03 UhrClaudia Gross Profil

nach oben / Zur ÜbersichtIch glaub ich traeume...

Es war einfach wunderbar!
Die schoenste HMA-Veranstaltung, die ich bis jetzt erlebt habe.
Alle Leute ordentlich gekleidet, auch die sonstigen Realien stimmten, gute Handwerksvorfuehrungen, gemeinsame Aktionen waehrend der besucherfreien Zeit, interessierte Besucher, gute Stimmung, nette Gespraeche, Informationsaustausch, zufriedene Museumsmitarbeiter, was will man mehr.
Und ich habe waehrend der gesamten Veranstaltung nicht _einen_ Raucher gesehen!


Danke an Joachim und Ruth dafuer, dass sie sich die Orga ans Bein gebunden haben und fuer die Einladung.

Danke an die Torgelower, die uns so freundlich aufgenommen und uns selbst mit den ungewoehnlichsten Rohstoffen versorgt haben (Rohmilch, Lehm und Pferdeaeppel...).
Super war auch das lange Bettstroh, endlich mal ein schoen elastischer Strohsack! Ich habe geschlafen wie ein Murmeltier.

Danke an unsere Nachbarn Katrin und Thorsten fuer die nette Aufnahme an Tisch und Kochstelle.

Danke an Ilja fuer das Seil! Ich werde jetzt fleissig Spleissen ueben.

Danke an alle, die mir beim Zeltauf- und -abbau geholfen haben, ohne Euch haette ich ganz schoen im Regen gestanden!

Danke an Karen fuer die schoene Musik.

Danke an alle anderen fuer die schoene Stimmung, die netten Gespraeche und ueberhaupt!
Es war sehr schoen, Euch wiederzusehen (Nicole & Michael, Ulli, Tom & Nicole, Silvia) oder kennenzulernen.


Was faellt mir an Minuspunkten ein? Eigentlich nur dies:
Es war VIEL ZU KURZ!
Und ich konnte leider nicht viel von den Vorfuehrungen der anderen sehen, weil ich selbst fast staendig "in Action" war. Hat nicht mal einer ne Zeitschleife, damit man nichts verpassen muss?

Sonst nur noch, dass die bloede Milch nicht vernuenftig eindicken wollte, so dass es keinen Kaese geben konnte. Beim naechsten Mal...

Ich freue mich schon auf's naechste Jahr mit einem weitergewachsenen Mittelalterdorf, einer (fast?) fertigen Kogge und wieder vielen netten und fleissigen Leuten!
Gruss, Claudia

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Eintrag #6 vom 11. Aug. 2003 17:39 UhrJoachim Meinicke Profil

nach oben / Zur ÜbersichtErfüllung eines Traumes

Tja, was soll ich dazu sagen? Viel...

Ich hatte schon seit langem diese Vision. Und mein Traum von einer qualitätvollen (reinen) hochmittelalterliche Veranstaltung hat sich am vergangenen Wochenende endlich erfüllt. Zu 100%. Ich bin - und wer mich kennt weiß, daß das bei mir schwer zu erreichen ist - voll und ganz zufrieden und glücklich. Die letzten Wochen waren sehr nervenaufreibend gewesen. Aber es hat sich gelohnt.

Das SMA mit ihren genialen Pfingstveranstaltungen haben es uns vorgemacht. Und ich habe nie verstanden, warum dies fürs HMA nicht auch möglich sein sollte. Irgendwann wurde mir klar, daß, wenn ich für Gleichgesinnte HMAler etwas gleichartiges wie die SMA-Pfingsttreffen erreichen wollte, ich es wohl selbst in die Hand nehmen muß. Wozu ich eigentlich gar keine Lust hatte. Also sprach ich ausführlich mit Leuten wie Lutz und Dietrich (warum soll man das Rad neu erfinden?) und allmählich entstand das Konzept. Danke für alle Ratschläge von Euch!

Dadurch das MB1260 beratende Haus- und Hofgruppe des Castrum Turglowe ist, erhielten wir einen passenden 13. Jh. Spielplatz. Das Castrum Turglowe ließ uns bei der Gestaltung der Veranstaltung völlig freie Hand.

Wir setzten bewußt nicht auf Masse. Uns war bewußt, daß man nur durch entsprechende Filterung etwas Gescheites auf die Beine stellen kann. Das heißt jetzt nicht, das lediglich high-end Gruppen eingeladen wurden, ganz im Gegenteil. Es kamen durchaus auch Einsteiger. Aber uns war wichtig, daß die Eingeladenen wirklich MA wollten, und nicht sonst einen anscheinend leider üblichen Ego-Trip voller Kompromisse. So vermieden wir dann auch lästige Grundsatzdiskussionen, Streit und Ärger.

Das wichtigste Ziel war uns der Austausch. Man sollte voneinander lernen, Quellen, Erfahrungen austauschen.

Der Samstag war bewußt publikumsfrei gehalten. Da ich keine große Meinung zum Thema Rollenspiel mehr habe, sorgte ich lieber dafür, daß wir einige gemeinsame Aktionen durchführten. Da war z.B. der gemeinsame Marsch durch das Naturschutzgebiet, die Fahrt auf dem Nachbau eines hist. Flußschiffes oder die gemeinsame Mahlzeit am Abend. Alles ohne Zwang und dazwischen genügend Zeit, die jeder individuell verbringen konnte.

Am Sonntag dann war zwischen 10 - 17 Uhr Publikumsverkehr. Wir hatten entsprechendes Werbematerial vorbereitet, so daß auch wirklich nur Leute erschienen, die sich fürs MA und nicht für dumpfe Ritterschlachtsackpfeifenmarktbudenveranstaltungen begeisterten können. Und wirklich auch jeder der Beteiligten machte vorbildliche Publikumsarbeit. Niemand verschanzte sich in seinem Lager. Und was noch wichtiger war, niemand erzählte den Leuten Mist.

Wer wollte, konnte anschließend weiter auf der Anlage verweilen, was auch viele taten. Wir mußten leider heim.

Ohne diese genialen Teilnehmer wäre das ganze ein ziemliches Desaster geworden und so möchte ich mich bei Euch allen ganz lieb bedanken.

Lotharinger Purgare, die wohl die weiteste Anreise einmal quer durch die Republik hatten. Tom, Deine Handwerkdarstellung war genial!

Das Projekt Folgari. Sylvia hatte sich extra für die VA ein 13. Jahrhundert Slawenkleid genäht.

Claudia und Thorsten mit ihren wirklich spannenden Vorführungen/Experimenten.

Suse und David mit ihren Mannen, die unter anderem eine gelungene Modenschau vorführten.

Ulli samt Familie, unermüdlich in der Schuhherstellung

Anno 1265, die leckeres Brot backten, das zusammen mit der von Claudia hergestellten Butter eifrig von den Besuchern verzehrt wurde.

Den Perschaus, die eigentlich terminbedingt schon abgesagt hatten, sich aber dennoch überreden ließen anzureisen. So perfekt sollten alle Einsteiger rumlaufen (ganz zu schweigen von so manch altem Hasen...).

Den Jakubowskis, die den Termin noch ganz kurzfristig einschoben und so nett waren, die Perschaus in ihr Lager aufzunehmen.

Und natürlich Karen, die für eine stilvolle musikalische Untermalung sorgte. Manchmal ist weniger halt mehr.

Olaf, Ilja, Stephie und Ruth: was ich von Euch halte, wißt Ihr ja :-)

Kurzfristig mußten leider Ludger, Lutz, Dietrich und Helga absagen, was alle sehr bedauerten, die 4 wohl am meisten. Hoffentlich klappt es wieder nächstes Jahr. Und vielleicht kommen nächstes Jahr auch Historia vivens und die I.G. Wolf, die schon längerfristig absagen mußten.

Heute schaffe ich es nicht mehr, aber morgen versuche ich die ersten Bilder hochzuladen, damit man sich ein Bild machen kann. Denn das Maul können viele aufreißen, nicht nur ich :-) Also laß ich lieber die Bilder sprechen.

Vielen Dank an alle Teilnehmenden und liebe Grüße an alle Gleichgesinnten (hättet ihr nicht auch Lust 2004)

Joachim (Froschkönig und Markgraf a.D.)
Von und für
Marca brandenburgensis AD 1260
Märkisches Leben zu Zeit der Askanier
www.brandenburg1260.de

PS
Das war die erste dieser Veranstaltungen, für die hier ganz bewußt nicht geworben wurde. Aber Fortsetzung folgt. In etwas größerem Kreis. Gerne auch mit Dir, lieber Leser, wenn Du es ernst meinst. Weitere Infos dann diesmal hier.

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Eintrag #5 vom 11. Aug. 2003 14:43 UhrOlaf Kirchert Profil

nach oben / Zur ÜbersichtMehr davon!

Was soll ich noch hinzufügen? Es war einfach genial.
Noch vor 3 Wochen war dort ein typischer MA-Markt mit allem was man kennt und "liebt" (trötende Säcke, Herold und Ritterwurst). Und dann dieser Kontrast. Es war schön ruhig. Überall wurde irgendwas gearbeitet. Das Publikum war interessiert / neugierig. Dann und wann hört man leisen Gesang. Schwärm. Ach, hätte ich mir doch Urlaub genommen um länger zu bleiben...

Solche Veranstaltungen sollte es viel mehr geben. Aber da bin ich inzwischen seeehr optimistisch.

P.S.: Den Anblick von 25 erwachsenen Menschen die wie kleine Kinder neugierig in den Teertopf kucken werde ich sicher nicht so bald vergessen.
Tschüss, Olaf

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Eintrag #4 vom 11. Aug. 2003 13:43 UhrDavid Seidlitz Profil

nach oben / Zur Übersichtund es geht doch...

eine veranstaltung durchzuführen auf der es keine Radausäcke, mummenschanz und tanderey, schwein vom spiess, bratwurst und rahmpilzpfanne,sitzritter und schreihälse, etc. gibt und dennoch interessierte Menschen zu locken! ich möchte mich noch einmal für dieses einmalige wochenende im castrum turglowe bedanken, man hatte die gelegenheit noch einiges zu lernen und zu bestaunen (teerschwele, butterei und vieles mehr).die veranstaltung hatte eine super atmosphäre und dies übertrug sich auch auf das publikum. das zusammenspiel aller gruppen, welche ausnahmslos eine klasse darstellung lieferten funktionierte toll. man brauchte sich über keine gummisohlen oder marktfuzzis zu ärgern.
einfach super! wir freuen uns auf das nächste jahr im castrum

ps.: lediglich das kurze auftauchen der rattenkönigin und des froschkönigs sorgte für allgemeines entsetzen ;o)
gruss
david aventiure e.V.

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Eintrag #3 vom 11. Aug. 2003 12:41 UhrUlrich Busse Profil

nach oben / Zur ÜbersichtSeilerei

Ilja, wie konnte ich Deine Seilerei vergessen !

Bei Ilja konnte das Publikum auch selbst an der Kurbel drehen und bei der Seilherstellung mitarbeiten.

Grüße
Ulli

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Eintrag #2 vom 11. Aug. 2003 12:02 UhrIlja Ausner Profil

nach oben / Zur ÜbersichtGelungen!

Auch wir haben das Lager in Torgelow sehr genossen. Alle Teilnehmer waren große Klasse und die Vorführungen so vielfältig wie nie zuvor. Großes Lob gebührt hier auch dem Publikum, dass sich von seiner interessiertesten Seite gezeigt hat. So machen Veranstaltungen richtig Spaß.

Beste Grüße aus der Mark
Ilja

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Eintrag #1 vom 11. Aug. 2003 10:30 UhrUlrich Busse Profil

nach oben / Zur ÜbersichtCastrum Turglowe 2003

Marca Brandenburgensis 1260 hatte für das WE 8. bis 10. August zur 1. living-history-Veranstaltung im Castrum Turglowe eingeladen.

Castrum Turglowe ist ein Museumsprojekt, das eine Stadt im Einflussbereich der brandenburgisch-askanischen Markgrafen im Jahre 1281 "vor dem Spiegel archäologischer und historischer Quellen" (so die Initiatoren) darstellen möchte. Die Anlage befindet sich noch im Aufbau, erste Gebäude stehen jedoch schon.

Diese Anlage stand erstmals für eine living-history-Veranstaltung zur Verfügung. Voller Erwartung und in der Hoffnung, eine anspruchsvolle Veranstaltung erleben zu dürfen, sind wir Freitag Mittag losgefahren und kamen gestern abend befriedigt und etwas traurig, dass es schon vorbei war, nach Hause.

Wir sind nicht enttäuscht worden. Es war klasse. Alle Gruppen und Einzelteilnehmer verband ein Hob-by, nämlich eine hochmittelalterliche Darstellung, so eng wie möglich an den o.g. Quellen orientiert. Und das sah man auch. Ohne dass die Veranstalter darauf hingewiesen oder dies gefordert hätten, erfüllten alle Teilnehmer (soweit ich das übersehen und beurteilen konnte) die essentiellen Voraussetzungen, die man an eine glaubwürdige Darstellung stellen kann. Und so war es fast folgerichtig, dass auch die zwischenmenschliche "Chemie" stimmte. Wir haben bekannte Gesichter wiedergesehen (Tom und Nicole, schön, dass Ihr auch da gewesen seid !), und neue sehr sympathische Menschen kennengelernt.

Am Sonntag war das Gelände für interessierte Besucher geöffnet. Und siehe da, auch ohne Schlachtgetümmel und Sackpfeifengetröte kamen trotz großer Hitze zahlreiche Menschen aus der näheren und weiteren Umgebung, um etwas über das Alltagsleben im 13. Jahrhundert zu erfahren. Und die Resonanz von Seiten der Besucher, soweit sie schon vorlag, war so positiv, dass auch die zunächst skeptischen Museumsleute vom Sinn einer solchen Veranstaltung überzeugt wurden.

Die Besucher bekamen einiges geboten. Holzhandwerk, eine Teerschwele, Butterherstellung, Schuhmacherei, die Vorstellung von Kleidung und Rüstung am lebenden Subjekt, Bogenschiessen, von den alltäglichen Verrichtungen wie Kochen in Kugeltöpfen, Spinnen, Brettchenweben, Nähen u.v.m. ganz zu schweigen. Und nicht zu vergessen der wunderschöne Gesang von Karen. Wenn sie ihre Stimme erhob, kam bei mir für kurze Momente wirklich ein Mittelalter-Eintauch-Gefühl auf: ich verrichtete mein Tagwerk und aus dem nahen Benediktinerinnen-Kloster drang der Gesang der Nonnen herüber ... *tief_durchatmend*.

Nun, ich will den anderen auch noch etwas übrig lassen, darum schließe ich hier erst mal mit einem herzlichen Dank an Ruth und Joachim für die Organisation und für die Einladung. Wir freuen uns auf’s nächste Mal.

Eines noch:
Trotz großer Hitze ging zu keiner Zeit eine Brandgefahr von Kochfeuern (und Strohsäcken) aus, weil alle Teilnehmer angepasst an die äußeren Bedingungen umsichtig mit ihren Feuerstellen umgegangen sind.


Grüße von der Spree
Ulli

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