Thema als Feed (RSS 2.0) Thema als Feed (ATOM 1.0) Dunkelhäutige im Mittelalter

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Eintrag #9 vom 06. Okt. 2003 22:05 UhrAmeli Ganz Profil

nach oben / Zur ÜbersichtKorrektur zum Schwarzhäupterhaus !

Hallo Nele,

ganz so kann ich das nicht stehen lassen. Schwarzhäupter nannten sich die unverheirateten Kaufleute der Städte Riga und Reval (Tallinn). Der Name stammt von ihrem Schutzpatron, dem Heiligen Mauritius (siehe Hadus Eintrag weiter oben). Der Zusammenschluß diente vor allem geselligen Zwecken, hatte aber auch politische Funktion, beispielsweise traten die Schwarzhäupter gemeinsam zur Verteidigung der Stadt an. Sobald sie verheiratet waren, traten die Kaufleute der Großen Gilde bei.

Seit 1477 mietete die Rigaer Kaufmanns-Bruderschaft ein Haus für ihre Festivitäten und Zusammenkünfte, das 1334 zunächst als Ausweichquartier für die Gilden gebaut worden war, weil deren Häuser der Livländische Orden beschlagnahmt hatte.
Das spätere "Schwarzhäupterhaus" wurde auch "Artushof" genannt, denn in jenen Zeiten war es modern die Ritterlichkeit der Artussage nachzuahmen.

Der schlichte gotische Stufengiebel wurde 1619-1625 standesgemäß ausgebaut und nach niederländischen und belgischen Vorbildern verziert und geschmückt. Das zunächst an die lettischen Bruderschaften der Bier- und Salzträger vermietete Haus ging zu Beginn des 18. Jhdts. endgültig in den Besitz der Schwarzhäupter über. Wegen seiner hervorragenden Akustik befanden sich hier im 19.Jhdt. die beliebtesten Konzertsäle der Stadt.

1941 wurde das Schwarzhäupterhaus schwer beschädigt, jedoch blieb die Fassade erhalten. Die sowjetische Stadtverwaltung beschloß 1948, das Haus endgültig abzureißen, wohl in erster Linie, um den Teil der Vergangenheit aus dem öffentlichen Bewußtsein zu tilgen, der nicht in die sowjetische Propaganda paßte.

Seit der Unabhängigkeit sammelten die Letten Geld, um das Schwarzhäupterhaus originalgetreu wieder aufzubauen. Seit 1999 (2 Jahre vor der 800-Jahr-Feier Rigas) erstrahlt es wieder im alten Glanz mit der Figur des Mauritius im Eingangsportal.

Hallo Bernd,

laß Dich nicht irre machen, als dunkelhäutiger, südländischer Kaufmann und Reisender im Auftrag der Kalifen (wie ein Al-Tartuschi oder Ibn-Fadlan) bist Du im Norden herzlich willkommen ;-)

Sorry, ist doch etwas länger geworden, Lettland kenne ich seit 1991 und bin auch beruflich mehrmals im Jahr dort ;-) Also, wer Infos braucht.....

Gruß
Ameli aka Madara die Latgalin

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Eintrag #8 vom 06. Okt. 2003 20:33 UhrNele Bübl Profil

nach oben / Zur ÜbersichtLettland - Riga

Ich erinner mich da an meinen Besuch in Lettland. Wir hatten eine Stadtführung in Riga, die uns natürlich auch zum Schwarzhäupterhaus führte. Das Haus wie es jetzt steht wurde in den 90ern des 20.Jahrhunderts rekonstruiert. Aber ursprünglich im 14. Jahrhundert erbaut und im 15. Jahrhundert diente es dann der Riege der Schwarzhäupter. Die hießen wohl eher nicht wegen ihrer Hauptfarbe, sondern wegen der schwarzen Kopfbedeckung so, aber von jeher war ihr Zeichen der "Mohrenkopf". Und die Führerin erzählte auch, dass einflussreiche Händler dunkler Hautfarbe in der Riege ein und ausgingen (nicht als Sklaven - angesehen, so betonte sie). Es gibt auch 1, 2 Bilder innerhalb des Häupterhauses, auf denen man unter andrem äußerst dunkelhäutige Menschen sieht.
Allerdings sind das nur Angaben für das 14./15. Jhdt.

Tschuldigung, wenn ich hier nur so grobe Angaben machen kann. Bei Interesse sollte man da aber mal weiter nachforschen.

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Eintrag #7 vom 06. Okt. 2003 19:30 UhrCarsten Scheffer Profil

nach oben / Zur ÜbersichtSch...was drauf!

Lass dich von deiner Hautfarbe nicht in eine Ecke drängen.
Als dunkelhäutig fällt mir noch der herrlich heilige Mauritius ein.Dürfte sehr Promi sein.
Hadus Idee war auch schon recht klasse.
Wie wäre es mit Rus-Darstellung?Wäre es nicht möglich dort zu agieren?
Hagen von Scutemere,Igalma Abteilung Ravensberg

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Eintrag #6 vom 03. Okt. 2003 13:09 UhrWolf Zerkowski Profil

nach oben / Zur ÜbersichtHautfarben...

Es hilft dir vieleicht nicht bei der Suche nach einer Darstellung aber vieleicht beim Verständnis
des Mittelalters...
Hier ein Link zum Thema " Haben Hautfarben eine Geschichte? Personenbeschreibungen und ihre Kategorien zwischen dem 13. und 16. Jahrhundert"
www.hist.net/groebner/preprints/HautfarbenZHF.pdf
Gruß Wolf
Gott zum Gruß und allzeit sichere Wege

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Eintrag #5 vom 03. Okt. 2003 12:20 UhrBernd Lappe Email

nach oben / Zur Übersichtverbrannt

Geht nicht, bis man so braun ist wie ich, ist man bereits verbrannt. :-)
Ne, im ernst, Sonnenbräune sieht ganz anders aus als dunkle Haut; aber dennoch Danke für die Idee.
Grüße
Bernd Lappé

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Eintrag #4 vom 03. Okt. 2003 09:10 UhrMatthias Böhm Profil

nach oben / Zur ÜbersichtHeimkehrer ?

Hallo.
Ginge nicht auch ein braungebrannter
heimkehrender Kreuzfahrer der über Jahre im heiligen Land war ?
Müste doch gehen wenn man es richtig rüberbringt.
Mfg
Malachias von Ronove

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Eintrag #3 vom 02. Okt. 2003 23:20 UhrRanes Haduwolff Profil

nach oben / Zur ÜbersichtFarbige...?

Grüß Euch,

Bernd, da bist Du auf einen sehr schwierigen Punkt gekommen.
Dunkelhäutige Menschen gabs hier in Mitteleuropa definitiv nicht im Alltagsleben.
Auch als Sklaven nicht(man berichtige mich, wenns anders ist).
Die einzigen "Schwarzen" waren Leute im Gefolge des Kaiser Friedrich II. von Hohenstaufen, die er mitbrachte, als er seine sehr aufsehenerregenden Besuche hier machte.
Ansonsten waren diese Leute echte Sensationen und eher Jahrmarktsattraktionen.
Wenn ich an den "Parzifal" denke, wo der berühmte Feirefiz mit der Haut einer Elster bekleidet, also schwarz-weiss gefleckt auftaucht, weil er eine Mohrin als Mutter hat...das spricht nicht für die Häufigkeit des Farbigen.
Ich sprach jetzt vom richtigen schokobraun bis schwarzen Menschen.
Als Inder bist Du doch eher als südländischer Typ, also als "Sarazene" oder Mittelmeerraum-Bewohner einzufügen. Und so kannst Du durchaus als Byzantiner oder moslemischer Diener, Arzt oder Söldner im Gefolge des Herren Kaisers auftreten oder als Söldner des schäbbigen Löwenherz (der hatte Mauren in seinen Reihen).

Andererseits...kennst Du den Robin aus Berlin? Der ist auch Inder, und ist als "Werner Schelm von Bergen" ein prachtvoller christlicher Ritter...

Nun gut, solange kein Bild von Dir zu sehen ist, fällt das alles unter Theorie.

Achso, ja, und es gab nachweislich einen moslemischen Ritter...Friedrich II. machts möglich.
miles roma ! miles imperatore ! Euer Haduwolff

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Eintrag #2 vom 02. Okt. 2003 20:59 UhrBernd Lappe Email

nach oben / Zur Übersichtkleiner Nachtrag

Natürlich weiß ich, dass die Sklaverei in Amerika erst ab 1492 einsetzen konnte. Mich interessiert hier aber eigentlich eher für die Zeit von 800 bis 1300.
Bernd Lappé

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Eintrag #1 vom 02. Okt. 2003 20:56 UhrBernd Lappe Email

nach oben / Zur ÜbersichtWelche Charactere passen zu Dunkelhäutigen?

Hallo zusammen,
ich habe ja geschaut, aber fand nichts zum Thema "Ausländer", "Farbige" o.ä. im Mittelalter.
Daher will ich mal dieses Thema beginnen:
Ich selbst bin gebürtiger Inder und somit drängte sich mir natürlich die Frage auf, welche Charaktere ich glaubwürdig darstellen könnte. Zwar würde ich gerne auch einen Bauern, Handwerker, Pilger oder Bürger o.ä. darstellen, aber irgendwie glaube ich nicht, dass es im Mittelalter schon Einwanderer gab, die sich dann hierzulande niederließen, oder? Vielleicht kann ich ja mein Aussehen sogar zu meinem Vorteil nutzen. Also:
Was für "Ausländer" liefen im Mittelalter durch die Gegend. Waren es "nur" Gewürzhändler, Juden und Tuchhändler, gab es vielleicht vereinzelt sogar schwarze Sklaven wie in Amerika?
Welche Charaktere (egal welcher Stellung) gibt es, die ich - oder dunkelhäutige allgemein - darstellen könnte, um dabei 100-Prozent authentisch wirken zu können (wenigstens theoretisch :-) ) Gab es vielleicht auch Reisende aus dem fernen Osten? Sollte ich Händler werden?
Vielleicht fällt Euch da etwas ein!

Vielen Dank
Bernd Lappé

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