Wen wunderts? Viele Städte machten Händlern und Bauern, die den Markt beschickten, die Auflage, auf dem Rückweg in den dann leeren Karren Mist, Steine oder anderes Material aus der Stadt mitzunehmen und unterwegs in die Löcher der "Straßen" zu füllen. Die Ergebnisse dieser "Bauarbeiten" kann sich jeder selbst ausmalen...
Viele Grüße, René
Vor kurzem habe ich gelesen, dass es als unmnnlich galt, in einer Kutsche oder einem Wagen zu reisen. Das tat man nur, wenn man krank war. Auch die Kirchenmitglieder vermieden es nach Mglichkeit, im Wagen zu reisen, sondern ritten. Auch Snften sind sehr selten. Die meisten Leute liefen ohnehin. Es war ja so, dass ein Pferd sehr teuer war, gleichsam in seiner Anschaffung wie in seiner Haltung. Nur so als kleine Anmerkung, denn das steht leider nicht im "Reisen im MA". Ich kanns aber nur empfehlen! brigens versuchte Karl der Gro§e 793, einen Graben zwischen Altmhl und Rezat zu graben, den Fossa Carolina, um ber den Flussweg schneller zu gelangen als ber die Wege, was ber den Zustand derselbigen einiges schlie§en lsst. Doch der Versuch, der einzige, im FrhMA eine knstliche Wasserstra§e zu bauen, scheiterte. Die berreste gibt es aber noch, bei Graben in der Nhe von Treuchtlingen.
Hedwig Swende von Weinheim, Freie Ritterschaft Odenwald
Hallo, wer in der Nähe von Germersheim wohnt (zwischen Speyer und Karlsruhe gelegen), sollte mal das dortige Straßenbaumuseum besichtigen. Das Hauptgewicht der Ausstellung liegt zwar auf Straßenbaumaschien, aber sie haben dort wunderschöne Modelle zu Straßen aus verschiedenen Jahrhunderten. Reste echter mittelalterlicher Straßen wird man kaum noch welche finden. Einfach deshalb, weil so gut wie keine gebaut wurden. Das waren Feldwege, die irgendwann mal ausgefahren wurden, und die wurden entweder später überbaut oder sind einfach wieder zugewachsen. Was man als Reste häufiger findet, sind Hohlwege, alte Trassen, die sich tief ins Gelände eingefressen haben. Und, eigentlich erstaunlich, alte Passstraßen. In den Alpenländern haben sich viele Reste alter Saumpfade erhalten. Wohl auch deshalb, weil man dort gezwungen war, Kunstbauten anzulegen, was man sonst nach Möglichkeit unterließ.
Viele Grüße, René
Vielen Dank fuer die Buchtitel - sie werden hoffentlich auch mir weiterhelfen (Diplomarbeit Gueterverkehr). Falls jemand noch konkret Wissen oder Quellen zu besagtem Thema "Gueterverkehr" im Mittelalter hat, waere ich sehr interessiert! Gruesse, Eydis
Hallo Martin, noch ein Buchtip: F. Seibt, U. Borsdorf, H. Th. Grütter (Hrsg.) B1, Transit Brügge-Novgorod, Eine Straße durch die Europäische Geschichte Verlag Peter Pomp, Essen/Bottrop 1997 War mal eine Ausstellung des Ruhrlandmuseums, den Katalog gibts wohl nicht (mehr) im Buchhandel, habe gerade mal im Netz nach suchen lassen:-( aber in Bibliotheken könntest Du Glück haben. Beschäftigt sich im Mittelalterteil mit einer wichtigen Handelsstraße der Hanse, von Flandern, durchs Rheinland (ja so grob Deine Gegend;-) über Westfalen, dann Richtung Ostsee, bis Rußland. Die noch heute sichtbaren römischen Straßenteile werden auch behandelt. Herzlichen Gruß Alexander van Dorpmunde
Hallo Martin! Nicht zum Thema: Könnte man sich zum Schwertkampftraining treffen? Ist da Interesse bei Dir vorhanden? Der auch aus Bonn kommende v. Arlen
Besten Dank für die Buchtips !! Kann man im Rheinland noch Reste von mittelalterlichen Fernstraßen besichtigen ? Kennt jemand ein Ausstellung, die sich mit dem Thema beschäftigt ? Gruß Martin
Moin Martin. Und noch ein Buch zum Thema: "Reisen im Mittelalter" von Norbert Ohler DTV 1991 ISBN 3760819133 Preis damals DM 19,80 Erzählt was über alle von Dir erfragten Bereiche plus über die Leute, die damals so unterwegs waren. Dietrich
Tach Martin, Es gibt ein Buch zu diesem Thema: "Die Geschichte der Strasse" von Maxwell G. Lay ISBN 3593351323 DM 78,- leider etwas zu teuer, aber viellecht findet es sich in der Bonner Uni. In einem Artikel im "Jahrbuch für den Kreis Wesel 1998" findet sich ein Artikel über die B8 bei Dinslaken: -Strasse wird 1397 vorgeschrieben als Handelsweg -...schwere Ochsenkarren und Esel als Packtiere.. das kastrierte Rind war in Zentraleuropa bis zum späten Mittelalter, bevor das Pferd es ersetzte, das häufigste Zugtier. -...Pflüge wurden immer häufiger von Pferden statt von Ochsen gezogen. Es führte dazu, daß immer kräftigere Pferde gezüchtet wurden. Auch das Geschirr wird verbessert und trägt widerum dazu bei, das Pferde verstärkt vor Karren uund Wagen gespannt werden. das hat widerrum verheerende Folgen für viele Straßen, die den eisenbeschlagenen Hufen nicht standhalten (nach Lay) Frank
Hallo Martin! Was das Straßennetz anbelangt, so existierten im Mittelalter noch Reste des alten römischen Straßensystems, die zwar verfallen waren, aber dennoch genutzt wurden.