Also wenn er vor dem Herstellen poliert ist, warum sollte man das bewußt zerstören?
Eine einmal sauber polierte Oberfläche bleibt bei normaler Pflege (also reinigen, ölen/fetten, Feuchtigkeit alsbald abwischen etc.) auch ohne härteren Einsatz von Schleifmitteln blank.
Und wie bereits erwähnt, sie ist weitaus unanfälliger als eine raue Oberfläche.
Wo soll also der Sinn liegen, ob der Befürchtung der Haltbarkeit den haltbarsten Zustand zu zerstören ?
Gruß, Ivain
Wie stand es mit dem 13. Jhdt? Gibt es für diesen Zeitraum auch Belege für hochglanzpolierte Rüstungen bzw. Helme, de es Plattenrüstungen so ja noch nicht gab?
Wie hielt man diesen Glanz aufrecht, da wenn die Rüstung/Helm mal vernietet ist, ist´s mit dem Polieren an rotierenden Scheiben ja nicht mehr so einfach bzw. unmöglich?
Grund meiner Fragen: ich stehe gerade vor dem Vernieten eines Helms (früher Topfhelm, ca. 1220) und überlege, ob ich ihn so poliert lasse oder ihm besser jetzt schon einen "Matt-Glanz" gebe...
Vielen Dank erstmal für die Informationen,
Du sagtest,dass man heute noch Bimsmehl und ähmliches zum Hochglanzpolieren verwendet.Weißt Du wo man sowas herbekommt???
Vielen Dank
Grüße Manuel
Söldner Manuel
Es Stimmt: Sowohl Rüstungen als auch Waffen wurden meistens (erstere aus Kostengründen nicht immer) auf Hochglanz poliert.
Wie?
Ganz einfach: Vorgeschliffen wurde mit verschiedenen, Wasserrad- oder Handgetriebenen Steinen (oft Sandstein). Der Feinschliff wurde auf ebenfalls rotierenden Scheiben aus Holz, Leder oder Tuch bzw. Filz vorgenommen, die jeweils mit immer feineren Schleifmitteln benetzt wurden. Die schleifmittel wurden schon immer teuer gehandelt und oft von weither eingeführt. Für den Feinschliff eignen sich z.B. Bimssteinmehl, "Schmirgel" (ein Mineral)o.ä. Für die Hochglanzpolitur sind z.B. Kieselgur, Kreide, Kohle, Eisenoxydmehl (brauner Rost) o.ä. verwendet worden. Es ließ sich derart eine äußerst feine Politur erzeugen, die einer modernen in nichts nachsteht. Besonders Eisenoxyd wird übrigens noch heute als Poliermittel verwendet, Bimsmehl ebenso.
Für die Verwendung von Rotierneden Schleifsteinen gibt es diverse bildliche Quellen, Die Poliermittel waren seit jeher bekannt und sind eigentlich leicht zu finden bzw. herzustellen. Schon im Frühmittelalter lobte König Theoderich in einem Brief den hellen, spiegelden Glanz von ihm als Geschenk dargebrachten Schwertklingen
"So glänzend ist ihre polierte Klarheit, daß sie mit genauer Deutlichkeit die Gesichter derjenigen wiederspiegeln, die auf sie schauen."
Euer Traumschmied
Stellen von Originalen, an denen übereinanderliegende Teile die Oberfläche geschützt hat, weisen laut G. Embelton einen nahezu spiegelpolierten Glanz auf; allerdings dürfte das nicht auf einfache Rüstungen unbedingt zureffen, Rüstungen guter Qualität,gar des Adels, die ja immens wertvoll waren, wurden auch laut Textpassage gut gepflegt in in Öltüchern transportiert. Auch Oberflächenuntersuchungen v. Rüstungen aus dem späten 14ten haben laut dem Tecniques of Medieval Armour Reproduction das ergeben. Es gibt dazu auch einige Textpassage, z.B. die der "White Company" in Italien den Namen einbrachten.
Hängt aber wohl vom Stand, Zeit udn Art der Rüstung ab..
Gruss, Esca
Ich habe mir eine hochglanzpolierte Rüstung gekauft(Stahl,kein Edelstahl!!)und die sieht aus wie ein Spiegel.Ich würde gern mal wissen,ob es damals(15.Jhd.)auch schon hochglanzpolierte Rüstungen gab und wenn ja wie man das damals geschafft hat?Weiß da jemand Bescheid über das Thema?
Danke schon mal im voraus!!
Grüße
Söldner Manuel