nicht gerade eine Truhe, aber ich erinnere mich an eine Wachstafel, die mittels Lederscharnieren geöffnet und geschlossen werden konnte.
Die genaue Quelle wuche ich nochmal.
ich weis nicht, in wie weit sind Lederscharniere "a"? Aber wenn Du weisst, wie Eisenbeschläge in der von Dir genannten Zeit aussahen, vielleicht wirst Du im www.frehe-shop.de fündig ;-)
Liebe Grüsse, Sanni
es gibt zumindest sicher römisch, ich meine aber auch bis in FMA Nachweise für Schaniere aus Knochenmaterial.
Vielleicht auch für spätere Zeitstellungen ein Ansatz?
Viele Stücke werden nicht sehr genau ausgewertet und beschrieben - vielleicht einfachmal diverse "nicht definierte Stücke" und Halbfabrikate in diesem Zusammenhang sichten ?
Sylvia
Projekte zur lebendigen Geschichte e.V. (i.G)
Wenn die Truhe auf Lager mitsoll, nimm lieber keine Buche. Buche vertraegt Feuchtigkeit schlecht und neigt nach Aussage eines bekannten "Holzwurms" nach Jahren noch zu fiesen Rissen.
Gruss, Claudia
Achso, ich glaube das die Truhen weniger genagelt waren. In erster Linie waren sie mit Holzverbindungen gearbeitet.
Für den Nachbau einer Truhe kann ich das von Uli in Eintrag 2 erwähnte Buch von Stülpnagel nur wärmstens Empfehlen. Dort werden sämtliche Aspekte der Rekonstruktion erläutert, von den Werkzeugen bis hin zur Schloßkonstruktion. Ein Mitglied unserer Gruppe beschäftigt sich mit der Rekonstruktion von Frontstollentruhen und schwört auf den Stülpnagel.
Grüße
David
Nägel bekommst du beispielsweise hier: www.agil-online.de
Ansonsten kommt, wenn ich mich recht erinnere, als Material Eiche und selten Kiefer in Betracht.
Buche ist weniger geeignet, und ich (was nichts heissen soll!) kenne kein historisches Beispiel.
mit den Eisenbeschlägen wäre ich in deiner Zeitstellung ebenfalls vorsichtig.
Grüße,
David
aber eine problem habe ich noch, wo bekomme ich handgeschmiedete nägel günstig her ? nicht die für 4 euro das stück).
maschinelle bekommt man ja über all wie zb diese gebläuten hellernägel.
und dann kommt noch die frage auf, die auch leider keine der lesenswerten schriften mir verraten hat..welche nagel form hatten- gab es 1100- 1200?
habe gelesen, das es viele gab rosenhopfnägel, blattnägel, usw usw ..also da liegt mein problem..ich will metallbeschläge- schaniere nehmen und die kann ich ja nicht mit holznäglen festmachen.
im Katalog "Die Franken - Wegbereiter Europas" ist ein ausführlicher Bericht über einen Sattelfund aus dem fränkischen Gräberfeld bei Wesel-Bislich. Bei genauerer Untersuchung zeigte sich, daß Vorder- und Hinterzwiesel aus mehreren Lagen verleimten Holzes gearbeitet waren. Die Forscher waren beeindruckt von der handwerklichen Fähigkeit der damaligen Sattler, weil man die Leimholzkonstruktion erst auf den zweiten Blick erkannte (am abgeplatzten Rand konnte man erst die darunterliegenden Schichten erkennen).
Allerdings wurde hier nicht quer zur Oberfläche verleimt, sondern ähnlich der Furniertechnik: das Werkstück war aus mehreren Lagen übereinander gearbeitet.
Albrecht, Thorsten: Truhen, Kisten, Laden: vom Mittelalter bis zur Gegenwart, am Beispiel der Lüneburger Heide. Mit einem Beitr. von Axel Lindloff über Zunft- und Innungsladen im ehemaligen Fürstentum Lüneburg. Petersberg 1997.
Ich hab das Buch nicht bei mir, aber wenn ich mich richtig erinnere, stand da drin, daß bei den von ihm untersuchten Truhen Laubhölzer öfter verwendet wurden als Nadelhölzer; insofern liegst Du mit Buche sicher nicht falsch.
Der Link, den Du gebracht hast, zeigt bei den Konstruktionszeichnungen etwas, das Albrecht eine "Standseitentruhe" nennt. Ich glaube, da gibt es auch schon recht frühe Beispiele für, aber unter den älteren Beispielen des Buches ist die sogenannte "Stollentruhe" häufiger.
Bevor ich jetzt umständlich die Konstruktion beschreibe, bringe ich lieber ein paar Links zu (späteren) Stollentruhen; das oben genannte Buch hat auch Abbildungen von hochmittelalterlichen Stollentruhen und sogenannte Explosionszeichnungen, bei denen die Konstruktion wirklich deutlich wird.
Zur Verwendung von Holzsorten gibts lesenswertes beim Museumsdorf Düppl, Bärlin. www.dueppl.de
Zum Truhenbau:
Quellen und Studien zur Regionalgeschichte Niedersachsens, Band 6
Karl Heinrich von Stülpnagel
Die gotischen Truhen der Lüneburger Heideklöster
Museumsdorf Cloppenburg
ISBN: 3-923675-81-X
Von Werkzeugen über Maße, Hölzer, Bearbeitung... steht da alles drin.
Meine Meinung:
Je nach Verwendungszweck Hölzer wählen. Ich denke eine simple Transportkiste kann man problemlos aus Fichtenbrettern herstellen. Leicht, leicht zu bearbeiten und billig. Das Konstruktionsprinzip könnte sich an die bekannten Armee Munitionskisten anlehnen.
Das heißt: An 4 senkrechten Kanthölzern und den Bodenbretternwerden die Seitenbretter befestigt, mit Dübeln oder Nägeln, wers solider will benutzt noch eiserne Beschläge und nagelt die gleich mit fest.
Der Deckel wird mittels eisernen Scharnieren oder im simpelsten Fall mit simplen Lederriemen befestigt, noch ein Lederstreifen und eine Krampe mit Stift als Verschluss, fertig ist die Transportkiste.
Vorsicht: Simpel aber meines Wissens nicht durch Funde belegt. Solche Kisten dürften ähnliche Lebensdauer gehabt haben wie heutzutage Paletten...
Aufwendigere Truhen waren eher aus soliderem Holz, z.B. aus Eiche.
Gruß, Uli
wollte nochmal das thema truhen ansprechen.
habe mich durch viele threads gelesen und auch viele antworten gefunden, nur keine die mir weiterhilft und anderen evt auch nicht.
mein darstellungszeitraum liegt im jahre 1120 und ich brauche nunmal eine truhe, die nicht zu prunkvoll ist, da ich sie mir nicht leisten kann.
alle bilder und zeichnung und bücher die ich mir angesehn habe zeigen meist erst truhe ab 1190.
anzunehmen, dass sie eigendlich kaum anders aussehen als die ein paar jahrzehnte zuvor.
(weiss ich nicht habe nie welche gesehn)
also dachte ich mir fein, bau ich mir eine sechs brett truhe selbst.
gesagt getan..fahren wir mal zum baumarkt und schauen uns um.
beim schlendern durch die gänge vielen mir viele fragen ein:
welches holz (eiche , buche, birke, fichte)?
- nicht zu tuer aber gut soll es sein.
-massivholz!!--sicher das muss sein--
hatten die damals auch leinholz?--muss ja massivbretter sagen wir mit 60x60 cm und 2 cm stärke gibt es nicht--fast unmöglich klärte man mich auch.
das gleiche durfte ich mir in 3 weiteren holzfachhandlungen anhören.
maximal 20 cm bohlen --mussen sie halt dann verbinden bis sie eine fläche haben die groß genug ist.
ok.----aber wie haben die die bretter verbunden?
soll ja nicht wie modernens leimholz aussehen.
mit holzdübeln? sieht ja keiner und hält die bretter längs zusammen.
finderverzapfungen an den seiten (evt besser ohne- hab es an wenigen original truhen gesehn...erst in späteren epochen)
also wie ihr seht viele fragen:
holz- verbindungstechnik
achja und konservierung des holzes -wachs oderleinöl?
soll etwas dunkler werden und ein leichtes antik finisch aufweisen (wenn möglich ohne auch gut ist ja neu dir truhe)
also habe keine antworten gefunden (ausser holzsorte such dir aus!)
wer wass weiss bitte antworten und infos austauschen.