"Notre Dame" Musik als Gotik zu bezeichnen stimmt zumindest zeitlich.
"Notre Dame" ist gotische Musik, aber Gotische Musik ist nicht gleich "Notre Dame" ...
Die Epocheneinteilung, die Karen gemacht hat ist zwar soweit korrekt, aber nicht umfassend, eher werden hierbei nur die wesentlichen Stil-Neuerungen klassifiziert, welche eine art "Bewegung" dokumentieren. Ähnlich wie "NDW" für eine Stilrichtung der 70er/80er.
Bei den gelisteten Gruppen würde ich dringends "Estampie" raus nehmen.
"Wünnespiel" machen auch eher Marktmusik - das dafür aber sehr gut und relativ "historisch"
einfügen möchte ich die weitgehend unbekannten Leipziger "Ioculatores", die wohl in einigen Teilen die Ost-Mittelalter-Szene mitbestimmt haben.
"Alla Francesca" aus Frankreich wären zu erwähnen, "Sequentia" mit Abstrichen die "Freiburger Spielleyt" - die Gruppe hatte mal eine unschöne "Experimentierphase". ;)
Kennt jemand vielleicht neben diesen Profi-Ensembles einge Laienensembles, die sich in ähnlicher Richtung bewegen?
Ich selbst kenne nur "nimmersêlich" aus Leipzig.
Bevor ich jetzt nach Hause fahre und den Inhalt meines CD-Ständers katalogisiere: Hast Du zeitliche Vorlieben? Der Unterschied zwischen "Mittelaltermusik" und "Romantik" ist, daß man den Begriff "Romantik" als musikalischen Epochenbegriff auf ein einziges Jahrhundert anwendet, nämlich das 19., und das Mittelalter 10 Jahrhunderte lang war. Du mußt bei _wirklicher_ mittelalterlicher Musik genauso Epochengrenzen ziehen. Ich will aus dem Kopf nur mal ein paar nennen:
- Notre-dame-Periode von ca. 1150-1250: Erster Höhepunkt der Mehrstimmigkeit.
- Ca. zeitgleich: erst die Musik der Troubadours, dann die der Trouveres, dann der Minnesänger (von letzteren leider schändlich wenig Melodien überliefert).
- ca. 1320-1420: sog. Ars nova, gegen Ende mit Sonderstil Ars subtilior.
- ca. 1420-1600: Renaissance-Musik, wobei sich drei Generationen unterscheiden lassen.
- ...
Das musikalische Äquivalent zu dem "Szene"-Begriff "authentisch" ist "Historische Aufführungspraxis"; wenn man das in einer CD-Besprechung liest, ist das ein guter Hinweis darauf, daß es sich um _wirkliche_ Mittelalter-Musik handelt.
Auch das Booklet kann darüber Auskunft geben: Die wirklich guten Interpreten aus dem Bereich Historischer Aufführungspraxis geben häufig sogar die Quelle mit Bibliothekskürzel an, aus denen sie das Stück haben. In CD-Booklets von Pseudo-Mittelalter-CDs steht dagegen häufiger wenig bis gar nichts über die Herkunft der Stücke, oder es wird als Herkunft "Traditional" angegeben, oder beim Abgleich mit der Besetzungsliste stellt sich heraus, daß der Komponist auch gleichzeitig der Sänger der Gruppe ist.
Generell empfehlenswert sind IMHO auch CDs, die als Produzenten oder Reihentitel "Schola Cantorum Basiliensis" auf dem Deckblatt stehen haben. Die Schola Cantorum Basiliensis ist _ das_ Ausbildungsinstitut für Historische Aufführungspraxis (das hindert die Absolventen allerdings nicht immer daran, eigene Wege zu gehen; das Ensemble Estampie ist ein gutes Beispiel: Einige Mitglieder kommen von der Schola Cantorum, die Arrangements von ihnen, soweit ich sie kenne, sind aber doch eher, nun ja, "zeitgemäß").
aber kann mir den irgentjemand sagen wer den heute noch richtigen mittelalterkram macht
weil irgetnwie hat jeder wohl an jeder band was auszusetzen oder irre ich mich ??
*winke*
Also "die" Musik des Mittelalters gibts genausowenig wie es "die" Musik der Neuzeit gibt, über 1000 Jahre musikalische Entwicklung, Stilrichtungen und regionale Präferenzen lassen sich nunmal nicht zusammennehmen. Wenn Du aber vom späten Mittelalter einen klanglichen Eindruck gewinnen möchtest, was dt./franz./engl. Klänge angeht, empfehle ich einen Besuch bei www.capella-antiqua.de bzw. bei ihnen in Schloss Wernsdorf, die können dir einiges darüber erzählen.
Nur Corvus Corax hat mit Mittelaltermusik wenig bis garnix zu tun, ihre frühen Werke orientieren sich lose an mittelalterlichen Melodien und Texten, aber alle neueren Alben sind nur noch nen Techno-Folk-Rock-Stilmix mit Dudelsäcken und Trommeln. Wem's gefällt, bitte, ich mag "Viator" auch ganz gern, aber es eben nicht Mittelalter.
Gruss, Jens
ich meine schon romantik aber es war nur ein beispiel
meine frage ist eher wie man das bei mittelaltermusik beschreibt, corvus corax als ein beispiel
bei den sachen die ich meinte waren keine rechtschreibfehler drinne
also es gib doch so die stilepoche romantik und was das alles so ausmacht und wer da so komponist war, aber was ist denn mit der heutigen mittelalter mukke ???? was macht die denn aus und alles sowas????
wollte halt fragen ob mir irgentjemand helfen könnte diese frage zu beantworten oder mir irgrntwie ne seite geben könnte was die mittelatlermusik in heutigen sinne so ist!!!?