Interssanterweise gehört "Judentum" (und alles, was damit zu tun hat, zu den Tabuthemen. Dabei kann doch ein wenig Infotainment nicht schaden. Vielleicht sollten diejenigen, die etwas in diese Richtung planen, diesbezüglich mit den "Betroffenen" Kontakt aufnehmen? In Internet gibt es dazu und davon jede Menge Sites und somit auch sicherlich Ansprechpartner.
Rüdiger
Grüß Euch, im Zuge der Suche nach guten Figuren für A-Märkte suchen wir einen Juden, und zwar einen glaubwürdigen, der keinen Anlass zu irgendwelchen komischen Auswüchsen liefert. Seine Rolle: Geldwechsler und evtl. Fernhändler. Wir versuchen, ein eigenes Münzsystem auf den Markt zu bringen, und da ist der Wechslertisch, die "Bank" ein muß. Weiterhin wäre auch ein Medicus jüdischer Herkunft doch ganz nett. Also, bitte keine Klischee-Juden, sondern Leute, die es ernstmeinen und auch entsprechende Klamotten und Äusseres haben. Wenn es ein echter Jude wäre, hätte das den Vorteil, daß ein Vertreter dieses Volkes da wäre, um bei Fragen auch kompetenter ANsprechpartner für den Besucher und uns zu sein.
Euer Haduwolff
Hallo Christoph, also wenn es wirklich nur an meinem - zumindest in diesem Fall - mangelnden Sinn für eine spezielle Art von Humor gelegen hat, bin ich beruhigt (zumindest weitgehend, denn manche Themen sind m.E. "nur für Spass" etwas zu heikel).
Arglwydd Rhisiart
Hallo Nikolaij! Das war ein SPASS-Thread! Schließe mich Alexander voll an. Weder den Moische Schachert, noch den Horle v. Saarbrigge, gibt es tatsächlich in der MA-Darstellung. Das dies Spaß war, hast anscheinend nur Du nicht verstanden. In Deinen Augen habe ich dann anscheinend Saarländer rassistisch runtergeputzt, oder wie soll ich das jetzt verstehen? Schade, daß Kai sich nicht melden kann. Gruß v. Arlen
Nikolaj: Oha, oha. Ich hab den Thread auch als Unbeteiligter gelesen und habe Moische eigentlich nicht als Karikatur zur Verarschung der Juden gesehen. Vielmehr wurde hier miener Meinung nach erstmal nur genereller Blödsinn gemacht. Das einzige was hier durch den Kakao gezogen wurde, war ein Klischee, und das recht gründlich. Moische war schon so übertrieben dargestellt, daß wohl jedem klar sein dürfte, daß es keine Bezug zu richtigen Juden gibt und geben soll. Kennst du z.B. "Der Kaufmann von Venedig" ? Siehs als Satire auf solche Darstellungen.
Ivain der Wanderer
Habe mir - angeregt durch diese Diskussion - den Moische der anderen Gruppe mal angesehen und war leicht entsetzt. Das ist ja schon kaum mehr latenter, sondern offener Antisemitismus, selbst wenn´s nur witzig gemeint sein soll. Aber ich will beim Thema "Darstellung" bleiben, auch wenn Moische ein gutes Beispiel für all die Fallstricke ist, die gerade hier - wie auch bei Darstellung von Klerikern - bestehen, vielleicht bei Juden noch mehr, denn auch hier ist sicher erste Voraussetzungen, sich mit einer heute vielen unbekannten und auch fremden religiösen Welt auseinandersetzen. Moische illustriert das gut mit all den sachlichen Fehlern. Erst einmal: Im MA (bis ins 18. Jahrhundert übrigens) hatten Juden keine Nachnamen (erst recht keinen so eindeutigen wie "SCHACHERT"!). Sodann: Wieso Moische und nicht Moses oder Mosche? Moische ist die Form des osteuropäischen Jiddisch; die hat aber ein rheinischer Jude des MA sicher nicht gesprochen - und erst recht nicht jenen hier mehr oder minder gelungen nachgeahmten pseudo-jiddischen Dialekt, in dem Moische redet und der von den alten Kabarettisten als "jüdelnd" bezeichnet wurde (Fritz Muliar kann das recht gut, aber eben nicht antijüdisch). Weiter: Ein Jude der im MA mit christlichen Reliquien geschachert hätte (wieso muss ein Jude eigentlich immer ein Schacherer = Kleinkrämer sein?), hätte sich vermutlich nicht lange seiner Freiheit, eventuell gar seines Lebens erfreut! Alles alles unhistorisch und so dargestellt, dass auch das NS-Rasseamt daran seine Freude hätte haben können. NEIN! So bitte nicht: Wer einen Juden darstellen will, der hat allerdings gar keine schlechte Ausgangsbasis, denn es gibt eine reiche Literatur zum Judentum (auch im MA); nur, wenn man einen halbwegs authentischen Mosche ben Jehoschua (so hätte er vielleicht heißen können) darstellen will und nicht die Karikatur von einem Moische Sch., dann heißt es viel studieren, sonst steht beim nächsten Markt womöglich unser Moische an der Ecke und futtert ein Schinkenbutterbrot - und das noch ohne Broche (= Segen). Andererseits wäre es natürlich reizvoll durch die Verkörperung eines Juden auch Marktbesuchern etwas nahezubringen über eine Minderheit, die immerhin fast 2000 Jahre in Deutschland lebt (in Köln gab es Juden, bevor Christen dort eine Gemeinde bildeten!).
Arglwydd Rhisiart
Hallo Lovis, ja, der Kerl ist schon sehr penetrant! Letztes Wochenende hatten wir ein kleines eigenes Lager, so zum Saisoneinstieg, da kam er auch zutage, beinahe hätte er´s nicht überlebt! Aber ernsthaft, ich kenne mich zu wenig mit der Geschichte der Juden im Mittelalter aus, um sowas darstellen zu können, und man muß, glaube ich, sehr gut informiert sein, um eventuellen Disputen gewachsen zu sein. In "Devotionalien und Wunder" weiß jeder, wie es gemeint ist (hoffe ich), doch auf Veranstaltungen ... Pax, Kai.
Hallo Kai, schade, daß du keinen Juden darstellst, Moische Schachert aus "Devotionalien und Wunder" ist mir schon richtig ans Herz gewachsen... Gruß, Lovis
Hallo Herbert, es stimmt nicht, daß niemand einen Juden darstellt, Tannenberg, ich glaube 1996, habe ich gleich zwei davon gesehen! Auch auf einem Turnier (`94?) in Steinfurt war solch ein Gewandeter zu sehen, der - meines bescheidenen Eindruckes nach - das Bild bereicherte. Pax, Kai.
Hallo Herbert! Hab ich mir auch mal überlegt... Doch man könnte es leider als Diskriminierung ansehen, daher hab ich die Idee nicht weiter verfolgt. Gruß v. Arlen
Hallo! Auf vielen Maerkten sieht man wikis, aber durch die Missionierung ist das im Hochmittelmittelalter kein Thema. Die Sarazenen bekam man auch nur kurz zu Gesicht, naemlich als Leibwache Friedrich II. in dieser Zeit gab es auch eine Mongolengefahr, doch die zogen dann in Richtung Balkan. Da als nichtchristliche Gruppe nur die Juden blieben, wundert es mich warum auf den Maerkten, zumal viele in historischen Staedten stattfinden niemand einen Juden darstellt. gruss Herbert