Also mein Lieblingsroman aus diesem Bereich ist "Das zweite Königreich".
Es spielt in England zur Zeit der Eroberung durch Wilhelm.
Wirklich sehr unterhaltsam und auch recht gut recherchiert, auch wenn die Hauptpersonen (egal ob Reale oder erfundenen) doch teilweise recht "moderne" Ansichten vertreten!
Viele Grüße
Also "Die Wanderhure" verschlinge ich auch gerade - ein wirklich klasse Buch, welches man nicht mehr aus der Hand legen mag! Außerdem kann ich da noch "Die Herrin der Burg" empfehlen (sofern es hier noch nicht gemacht wurde). "Die Hexe und die Heilige" dagegen finde ich etwas langweilig, werde mich aber auch da noch durchbeissen, schließlich will man ja wissen wie es ausgeht :-D
Auch meine Schwester konnte ich schließlich für diese Art Romane begeißtern!
Hat hier schon jemand "Das Lächeln der Fortuna" gelobt :-))
Ich habe mich gerade an "Der Tuchhändler" versucht, ein Buch dass um 1475 zur Landshuter Hochzeit spielt...
...Oder es zumindest versucht. Nicht nur, dass die Story mies ist, die Ausarbeitung ist es auch und der Stil ist schlapp. Als Schmankerl werden in der an sich schon arg konstruierten Geschichte um eine ermordete Gräfin geschichtliche Faux-pas serviert, die mit ein bisschen Recherche echt zu vermeiden gewesen wären.
Mir kommt das Buch auch als Roman nicht mal als guter Versuch vor.
Hallo!
Ich weiss, dass ich mich erst recht spät in euer gespräch einmische, aber leier habe ich dieses geniale (*g*) Forum erst gestern entdeckt.
Also ich persöhnlich verschlinge diese Mittelalterromane zur Zeit. Da du ja nach Büchern suchst, welche im süden deutschland spielen, kann ich dir nur die Autorin Ulrike scheikert empfehlen. Ihre Bücher spielen alle im stuttgarter Raum, sind spannen geschrieben, und so weit ich das nachvollziehen kann ziemlich an der Wahrheit orientiert.
Welches Buch ich ausserdem total lesenswet finde ist die Wnderhure von Iny Lorentz. Inwieweit diese Geschichte real ist weiss ich nicht, aber auch wenn es in wirklichkeit nicht so stattgefunden hat ist das Buch einfach spitze!
Ich hoffe, dass ich euch ein klein wenig weiterhelfen konnte
Lese gerade "Der Bastard von Berg" von Edgar Noske. Handelt von der Ermordung von Engelbert II von Berg Erzbischof von Köln und spielt ca 1225
Bisher recht gut von der Handlung her, wenn er auch ein paar Schnitzer bei den Klamotten macht.
gruß: Daniel
Hallo Manuela, auch wenn der Thread schon etwas älter ist, hier eine Empfehlung von mir, spielt jedoch nur wenig in Deutschland, bringt jedoch viel an Feeling rüber. Ob und inwieweit er authentisch ist, mag sich streiten wer will, für mich ist es bislang das beeindruckende MA-Buch:
Waltraud Lewin: Federico (nur einen kleinen Fehler gefunden :-))
Es ist schwer zu lesen und man muß sich sehr auf Litratur einstellen. Meiner erfahrung nach bevorzugen Frauen dieses Buch, während Männer es total ablehnen.
Mit vielen Grüßen, Sina
zwei Beispiele für meiner Meinung nach gelungene Romane zum Thema Heimatgeschichte mit gut recherchiertem historischem Hintergrund: 'Der letzte Askanier' von Horst Bosetzky und 'Der Blutvogt' von Rainer Castor.
Bosetzky erläutert im Anhang, was an seinem Roman um den letzten Askanier Woldemar belegt und was fiction ist, wobei er als Soziologe auch wissenschaftliche Grundlagen für seine historical fiction in diesem Roman angibt - das hat mir gut gefallen.
Rainer Castor liefert in seinem Roman aus dem mittelalterlichen Berlin-Cölln einen umfangreichen Anhang mit vielen Quellenverweisen.
also ich muß ehrlich sagen das mir die Sinnigkeit des Vorhabens verschlossen bleibt. Euer Wunsch nach größtmöglicher Korrektheit in allen Ehren, aber ist der Aufwand gerechtfertigt? Versucht doch den Roman/Geschichte so "authentisch" zu erzählen wie es möglich ist. Das wird vielen auffallen. Ein Roman wird immer mit "Spekulationen" einhergehen, denn dies ist sein eigentliches Wesen. Was man machen kann, ist die Geschichte um ein tatsächliches historisches Ereignis spinnen, sozusagen auf ein authentisches Gerüst aufbauen, und im Detail (Beschreibungen von Häusern, Kleidung, Handwerk etc.) auf Korrektheit achten.
Aber, mit Verlaub, das mit den Fußnoten halte ich für Quatsch. Wieviele sollen das denn werden? Ausserdem schränkt das den Schreiber unheimlich ein. Ich habe einen Roman noch nie an seiner historischen Korrektheit gemessen, mir sind da ganz andere Parameter wichtig. Wenn es mir um Fachwissen geht nehm ich halt ein Fachbuch zur Hand. Ihr versucht einen Spagat zwischen beiden Genres. Wenn ihr es versuchen wollt, wünsche ich euch trotzdem gutes Gelingen.
Gruß,
David
Grundsätzlich eine lobenswerte, weil sehr ehrliche Sache, alles Ergänzte mit einer Fußnote zu markieren.
Problem: Wenn Ihr das verlegen lassen wollt, kann es sein, daß Euch der Verleger die Fußnoten wegstreicht. Das kann sogar mehr oder weniger wissenschaftlichen Büchern passieren, wenn der Herausgeber sie für einen breiteren Markt vorsieht (habe mich vor ein paar Jahren einmal sehr über eine Clara-Schumann-Biographie geärgert, in der anscheinend genau das passiert war).
Besser wäre es wohl, sich von Anfang an zu überlegen, wie man auch ohne Fußnote auskommt. Vorbilder für Euch könnten sein: "Ich, Wolkenstein" von Dieter Kühn, der es schafft, auf Fußnoten zu verzichten und dennoch eigene Spekulation zu kennzeichnen, indem er die Oswald-von-Wolkenstein-Biographie als seine eigene Entdeckungsreise mit Hilfe der Quellen beschreibt.
Oder Ihr macht einen auf Umberto Eco: Der hat ja im "Namen der Rose" dieses Vorwort, wo er von einem ziemlich unwahrscheinlichen Quellenfund schreibt - und auch beschreibt, was daran untypisch für die angebliche Entstehungszeit ist. Ich könnte mir was Ähnliches vorstellen - Dachbodenfund eines Manuskripts aus dem 19. Jahrhundert, kriminalistische Arbeit, um abzugrenzen: Ist es ein historischer Roman oder eine Abschrift einer Quelle? Da könnte man dann auch aufzählen, was man heute über die Leute damals wissen kann und was nicht.
Also ich finde die Idee sehr gut, wenn - wie Anna schon schrieb - man die Lücken so klein wie eben möglich hält.
Ich kenne ein paar wenige Romane, in denen das im Ansatz so gemacht wurde und zusätzlich noch zu den wichtigsten Personen die komplette bekannte Vita im Anhang kurz wiedergegeben wurde.
Ich fände es ein schönes Goodie, wenn jemand so ehrlich wäre und die notwendigen Spekulationen/Interpretationen auch als solche klar von den Fakten abtrennt.
Gruß, Ivain
Oh, da habe ich mich mißverständlich ausgedrückt! Die Details fehlen nun nicht, weil wir nicht bereit wären, richtig zu recherchieren, nein, sondern weil es über manche Dinge einfach keine Quellen gibt. Oder erst welche aus späteren Zeiten.
Zum Beispiel die Herrscherfolge in Wagrien. Es gibt zwar Namen und ungefähre (!) Daten dazu, aber viel mehr leider auch nicht, will sagen, über die Personen ist kaum etwas bekannt.
Liebe Grüße, Anna
Grundsätzlich finde ich es immer gut und lobenswert, wenn jemand mutig genug ist, zur Feder zu greifen, zumal wenn es sich um das sehr schwierige Feld der Historie handelt.
Allerdings würde ich von Halbheiten abraten. Ohne Details wird euer Werk kaum das Prädikat "historisch" verdienen, sondern sich höchstens einreihen in die endlose Liste von Kommerzmaterial, das zu dem Thema Geschichte ausgestoßen wird. Das mag hart klingen, aber ihr müsst euch entscheiden: Wollt ihr einfach nur ein lesbares Buch schreiben, dann lasst die Finger von geschichtlichem Hintergrund (Fantasy ist für viele eine - wie ich finde brauchbare - Alternative, um wenigstens die Richtung einzuschlagen). Wollt ihr aber einen richtigen Historienroman schreiben, müsst ihr eine Menge Arbeit hinein investieren.
Ein paar Beispiele: Wie beschreibt ihr die Handlungsweisen eines Protagonisten, wenn ihr euch nicht klar macht, von welchen Einflüssen (v.a. Religion, soziale und gesellschaftliche Abhängigkeiten etc.) die Menschen damals geprägt wurden? Wieviel Freiheit im modernen Sinn hatte bspw. ein Mensch des Jahres 1000? Kann man das überhaupt messen? Und wenn ja, wie bringt man es in einem Roman unter, ohne sich detailliert darüber auszulassen?
Oder mit welchem Geld wurde damals bezahlt? In welchem Umfang hatte man überhaupt Geld? Womit verbrachte man seine Freizeit? Gab es sowas überhaupt? Und das Wichtigste: Bleibt die Geschichte trotz dieser Details noch lesenswert und verständlich für das heutige Publikum?
Das alles nur, um exemplarisch zu zeigen, um welche Dinge man sich Gedanken machen muss (und das sind beileibe nie zuviele), wenn man ein wirklich gutes Buch über diese Zeit schreiben will. Der künstlerischen Freiheit alle Ehre, aber ihr würdet mit eurem Konzept nur die doppelte Arbeit haben, ohne ein doppelt gutes Ergebnis zu erhalten.
Die Diskussion hier zeigt, dass es wenn überhaupt nur wenige empfehlenswerte Historienromane gibt.
Hart aber wahr - ich hoffe, ihr lasst euch nicht entmutigen, zumal ich gestehe, selbst so verrückt zu sein und ein solches Mammutprojekt angefangen habe. ;)
Der Stolzenberger
Mein Freund ist Autor und wir haben eine kleine Geschichte zur Zeit der ersten Jahrtausendwende in unserem Heimatort Hamburg (und Umgebung) geplant.
Weil eben häufig Detailwissen fehlt, habe ich vorgeschlagen, das was man sich aufgrund fehlender Quellenlage ausdenken mußte oder die sogenannten "künstlerischen Freiheiten" mit einer Note zu markieren und hinten in einem Anhang zu korrigieren oder zu kommentieren.
Was haltet ihr davon, ist das sinnvoll?
Liebe Grüße, Anna
Wenn man sich mit Fachliterautr befasst, und sich dann auch mal hsitorischen Romanen zuwendet, fällt einem so mancher fehler auf. andererseits kommen Fragen auf: War das wirklich so? Hätte der Held/Bösewicht/namenlose Statist wirklich so verhalten? Macht man sich daran, selber einen - fachlich fundierten - Roman zu schreiben, tauchen unendlich viele Details auf, über die man sich bei seiner eigenen "normalen" MA-Darstellung gewöhnlich kaum Gedanken macht - sofern man z. B. nur Dengeln und Lagerfeuerromantik im Sinne hat. Nur mal ein Spektrum: Wie sahen die Wege aus? Wie reiste man? Wie wurde mit der Natur umgegangen, wie sah der Mensch des Mittelalters sie? Reisegeschwindigkeiten? Transportmöglichkeiten usw. usw. plötzlich öffnet sich ein Raum mit vielen ungelösten und faszinierenden Fragen. Ob man nun nur einen Roman liest oder selber schreibt. Dcoh, Mittelalterromane sind ein kleines Fenster ins Miettelalter, das hilft, in diese Welt einzutauchen - man sollte nur kritisch sein und hinterfragen, aber auch genießen können.
Achim v. Hohenberg gen. de Clavis, bekennender Bücherwurm
Die Probleme wurden ja schon angesprochen. Auf der einen Seite gibt es unterhaltende Romane, die zwar leicht zu lesen sind, aber von "historical correctness" nicht viel wissen wollen, zum anderen gibt es einige wenige Versuche, die historische Wahrheit als Grundlage zu nehmen für eine Geschichte. Bei letzterem kam dann allerdings so etwas wie "Der Name der Rose" heraus - ich denke, die wenigsten Leute haben das Buch gelesen, denn es ist weitaus komplexer und anstrengender als der (wirklich eindrucksvolle) Film es vermuten lässt.
Gerade bei einem Projekt wie dem euren, das ja mit Vorurteilen, Klischees etc. aufräumen soll, halte ich es für unsinnig, den Massengeschmack auf Teufel komm raus weiterhin bedienen zu wollen, indem man leicht verdauliche, aber leider auch ebenso fehlerhafte Romane empfiehlt.
Bevor man also dem Publikum (das SO dumm gar nicht ist!) aber einen Eco-Roman (der manchmal wie eine Sammlung des kompletten philosophisch-theologischen Wissens des Autors über das MA wirkt)in die Hand drückt, den man aufgrund fehlenden Basiswissens nur halb genießen kann, plädiere ich für ein Angebot an einführenden Fachbüchern. Die hier genannten sind allesamt auch für interessierte Laien verständlich und lesbar geschrieben. Ich möchte nur noch die Reihe von Dieter Breuers ergänzen (glaube, die wurde noch nicht genannt) - dort finden sich sogar romanhafte Ansätze in Form von "Augenzeugenberichten".
Eine Alternative, die mir sehr gut gefällt, aber einiges an Arbeit voraussetzt, ist die Anwerbung eines heimatgeschichtlich interessierten Autors. Bei uns in der Gegend gibt es ein paar von dieser Sorte und die meisten schreiben auf einem sehr passablen Niveau (keine Weltliteratur, versteht sich). Die entsprechenden Romane sind gut recherchiert und liegen deshalb in den hiesigen Museen aus. Ich selbst plane auch mal was zu Papier zu bringen, das sich mit der Historie "meiner" Heimatburg befasst...
Aber wie gesagt, das braucht natürlich einige Vorlaufzeit.
PS: Was mir gerade noch einfällt - die Thematik ist eigentlich eher auf das mittlere 14.Jh. ausgelegt,aber sowas ginge voll in eure Richtung:
E.W. Heine, Toppler. Ein Mordfall im Mittelalter, Zürich 1992 (Diogenes-Verlag). Behandelt Aufstieg und Fall eines Rothenburger (o.d.T.) Bürgermeisters und beschreibt ganz nebenbei die allgemeinen Lebensumstände der Zeit (quasi die komprimierte Fassung des "Fernen Spiegels" von B. Tuchmann ;)). Top-Buch!
Der Stolzenberger
Hallo an alle, vielen Dank erst mal für die Tipps. Es gefällt mir gut, dass es hier offenbar verschiedene Herangehensweisen an das Thema Mittelalter gibt.
Ich persönlich finde die Diskussion mitnichten hohl (*klar*), da es mir -auch- darum geht, unseren Besuchern ein Bild davon zu vermitteln, wie das Leben im HMA zT vermutlich, zT belegbar war. Und da muss ich miteinrechnen, welche Bilder diese Menschen mitbringen, die eben auch durch die entsprechenden Romane vermittelt werden. Und wenn ich nun annehmen kann, dass es eine Reihe Bücher aus diesem Genre gibt, die dem realen Bild ganz gut nahekommen, ist das doch ok zu sagen, lies mal das, oder? Aber wie gesagt, mir gefallen auch die anderen Ideen.
(Unser Projekt ist übrigens keine Ausstellung, sondern eine richtige nachgebaute 1:1 Holz-Turmburg mit Vorburg. Das ganze wird noch dieses Frühjahr eröffnet).
Gruß mela
... ist ja nicht schlecht, aber wer hat danach noch Lust diesen Roman zu lesen? Ausserdem finden sich Klischee´s zur Genüge in den Köpfen der Menschen. Romane dürfen BILDER vermitteln! Es ist keine Fachliteratur, und darum ist diese Diskussion eigentlich recht hohl.