Thema als Feed (RSS 2.0) Thema als Feed (ATOM 1.0) Kampf aus der Sicht eines Touris

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Eintrag #14 vom 25. Mrz. 2004 10:42 UhrJörg Bellinghausen Profil

nach oben / Zur ÜbersichtTja Saskia...

Du siehst das IMO absolut richtig.

Was auf 99% aller MA-Veranstaltungen an wie auch immer gearteten Kampf-Vorführungen geboten wird, ist bestensfalls unfreiwillig komisch und meistens ganz einfach grottenschlecht.

Auch wenn mir das jetzt einige übelnehmen werden, die meisten der MA-Schwertschwinger haben sowohl vom Schaukampf i.e.S. (sprich: szenischen Fechten) als auch vom historisch korrekten Fechten so viel Ahnung, wie ein Analphabet vom Lesen und Schreiben.

Und Leute, die von der Handhabung anderer Waffen (z.B. FMA, modernes Fechten) Ahnung haben, sehen das.

Mann 'kann' eine Fechtvorführung auch so aufbauen, dass sie historisch korrekt, lehrreich und trotzdem unterhaltsam ist, einige wenige tun das auch, aber den meisten ist es wohl zu mühsam, bzw. sie wollen genau das tun, was sie eben tun, der blöde Touri stört ja eh' nur und hat sowieso keine Ahnung. ;-)

Du wirst diese Leute nicht ändern. Überzeugen wirst Du sie auch nicht, vergebliche Liebesmüh.

Ach ja, [schamloseeigenwerbung] wenn Du Dich für das Training historischer europäischer Fecht- und Ringtechniken als Kampfkunst interessierst, kannst Du Dich gerne bei mir melden.
Ich bin gerade dabei, hier bei mir im Ort eine Trainingsgruppe aufzubauen, und ein paar Interessenten kommen auch aus Kerpen...*g* [/schamloseeigenwerbung]
Jörg - www.schwertkampf-ochs.de

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Eintrag #13 vom 25. Mrz. 2004 07:28 UhrJoachim Meinicke Profil

nach oben / Zur ÜbersichtEinspruch

Wieso macht das nicht viel her, Harald? Ich erinnere mich an genau solche Vorführungen in Quedlinburg 2002. Die Aktion wird in Echtzeit durchgeführt, klar in 2 Sekunden wars vorüber. Danach aber das Ganze noch mal in Zeitlupe, Schritt für Schritt und vor allem erklärt, darauf noch mal in Echtzeit durchgeführt. Das Publikum war begeistert.

Abgesehen davon, was bitte passiert denn beim modernen Sportfechten? Dauert das länger? Und das wird sogar live im Fernsehen übertragen…

Umdenken ist angesagt oder halt weiter auf Märkten Märkte kopieren :-)

Gruß aus der Mark

Joachim

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Eintrag #12 vom 24. Mrz. 2004 10:51 UhrHarald Sill Profil

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Gabriele.

Meine Erfahrungen mit dem Ausklopper besagen dass dessen Führung auf Grund des hohen Luftwiederstandes der Schlagfläche nur mit mindestens normal starken Handgelenken zu empfehlen ist.

Europäischer oder überhaupt realistischer Kampf als Schaukampf:
Mit dem was ich bisher an realistischem Kampf gesehen und darüber gehört habe kann ich mir keine Schaukampfvorführung vorstellen, die den Zweck hat in einem Schauspiel einen "echten" Kampf publikumswirksam zu simulieren.
Ein Kampf der nach zwei Hieben vorbei ist (ich beziehe mich hier aufs Schwert) macht da nicht viel her. Wie das mit anderen Waffengattungen des europäischen Mittelalters aussehnen könnte weiß ich nicht.

Gute Tage
Harwalt von Biberach

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Eintrag #11 vom 24. Mrz. 2004 10:22 UhrRegina Schiebel Profil

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Mein Gatte hat mir einen Kochlöffel aus gespaltener Eiche gemacht. So für die diversen Gelgenheiten, die da wären große mengen färben oder Unholden den Allerwertesten pollieren. *g* Er ist etwas länger im Stiel(ca 80cmlang) aber noch recht handlich. Dabei soliede und nicht soleicht kaputt zu kriegen. :o) Publikumswirksam ist es auch wenn man Kochlöffelschwingend hinter jemanden herjagdt.
viele Grüße, Ragna

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Eintrag #10 vom 24. Mrz. 2004 09:54 UhrGabriele Klostermann Profil

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Wo wir uns hier schon so frauenorientiert austauschen:

Ich persönlich bevorzuge den Ausklopper. Der ist leicht einhändig zu führen, so dass man immer noch eine Hand frei hat, um elegant das Kleid zu raffen (besonders, wenn man dem Opfer hinterher rennen muss). Außerdem hat es eine größere Reichweite als ein Nudelholz.
Ein weiterer Vorteil ist die Tatsache, dass man diese Waffe so richtig schön durchziehen kann (ist also auch für Anfänger geeignet, die ihre Bewegungen noch nicht so 100%ig unter Kontrolle haben), ohne dass der Gegner direkt beim ersten Treffer völlig unbrauchbar wird (man weiß ja nie, wofür man die Jungs noch 'mal braucht [schwere Sachen schleppen, Reste aufessen, Müll runterbringen...]).

Und das kann richtig gut tun, nach so einem anstrengenden Tag hinter dem Stickrahmen... ;-)

Viele friedvolle Grüße

Gabriele

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Eintrag #9 vom 24. Mrz. 2004 09:25 UhrAmeli Ganz Profil

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Hallo Saskia,

vergiß das Nudelholz nicht!
Absolut schaukampftauglich, Schlagkante größer 5 mm, keine Scharten...

Gruß
Ameli

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Eintrag #8 vom 23. Mrz. 2004 20:48 UhrSaskia Becker Profil

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@Steffen

Okok, also kein Schwert bin ja schon unterwegs....also was hätten wir hier
Einen Besen, einen Spieß, heiße Suppe mit Kelle drin, mein Küchenmesser, meine Küchenbeil, eine gezackte Tonscherbe....

Wer wollte an den Honigkuchen?

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Eintrag #7 vom 23. Mrz. 2004 20:05 UhrSteffen Zimmermann Profil

nach oben / Zur ÜbersichtKurz wenige Cent...

Also Frauen...

gehören in die Küche nicht an die Waffe ;-))))

Sag ich meiner auch immer, aber die haut dann so furchtbar......

Also, Schaukrampf, was soll man dazu sagen, die meisten Gruppen führen irgend etwas vor, das man sich wiederum irgendwo abgeschaut hat.
Hier sieht auch der Laie, dass das nicht mit Kämpfen zu tun. Sollte er zumindest. Aber diese Form der Vorführung nährt eben, das Vorurteil, dass beim "Ritter" die Kraft gezählt hat und nicht die Technik.

Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass die Bücher die da sind und die ich selbst gelesen habe, nicht nur davon ausgehen lassen, dass hier eine ernstzunehmende Kampfkunst existierte, sondern es definitiv erwiesen ist.

Aber seis drum, es wird ein falsches Bild vermittelt und das ist leider so....

Was zur Hölle wollte ich eigentlich sagen ???

Servus
Steffen

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Eintrag #6 vom 23. Mrz. 2004 17:49 UhrSaskia Becker Profil

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Klar gibt es die, aber diejenigen die eine andere Kampfkunst oder einen anderen Kampfsport betreiben, werden sich natürlich ansehen wie in Europa gekämpft wurde, für die ist es eine gut Show, die auch Spaß macht anzuschauen, aber ich möchte dann von keinem hören, das es so war in einem ernsten Kampf hätten sie sich grade selber ins Schwert schmeißen können.
Und den prozentualen Anteil dieser Art von Besuchern würde ich nicht unterschätzen.

Es gibt auch andere Schaukampfgruppen und da kann ich nur sagen: Warum habe ich mich so lange mit den asiatischen Sachen rumgeplagt?

Sakia

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Eintrag #5 vom 23. Mrz. 2004 17:40 UhrSaskia Becker Profil

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Und ich habe schon gedacht ich bekomme sie jetzt um die Ohren ;-)

Sagen wir mal so, wäre es vor Jahren auf den Märkten in den Kämpfen realistischer zugegangen, wären viele nicht in den FMA (in diesem Fall: Filipino Martial Arts), im Kendo, Kung-Fu etc. sondern im klassischen Schwertkampf hängen geblieben.
Nach Jahren Waffenkampftraining , der Begegnung mit der Website der Freifechter und ein wenig Studium der klassischen Schriften habe ich endlich gelernt dass es sich bei den europäischen Kampfkünsten durchaus um ein ernstzunehmendes Konzepte handelt an dem ich deutlich mehr Interesse habe als an den asiatischen, da mir ehrlich gesagt die asiatische Philosophie überhaupt nicht liegt.
Viele Personen die asiatischen Waffenkampf betreiben, wären in den europäischen Stielen geblieben, wenn es entsprechende Möglichkeiten gegeben hätte und wenn es nur annähernd ernstzunehmend ausgesehen hätte.

Meine Verärgerung ergab sich aus dem größten Teil um die Diskussion der Frau an der Waffe, frei nach dem Motto: ?Is doch eigentlich egal, Hauptsache der Kampf wird endlich glaubwürdig dargestellt.?
Die Vorschläge von Jens Börner fand ich sehr gut, den eindeutigen Unterhaltungskampf finde ich auch immer wieder erfischend und klasse, aber wenn historisch draufsteht sollte kein wildes Draufgekloppe drin sein, es vermittelt einfach ein falsches Bild.

Saskia

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Eintrag #4 vom 23. Mrz. 2004 17:11 UhrDavid Seidlitz Profil

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Hallo,
leider gibts genug "Touri´s" die es tatsächlich sehen wollen, und denen historical correctness einfach mal Wurst ist.

Gruß,
David

www.familia-ministerialis.de

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Eintrag #3 vom 23. Mrz. 2004 16:44 UhrAlexander Klenner Profil

nach oben / Zur ÜbersichtDanke, Saskia...

Aber leider ist das Wasser auf Gebetsmühlen...

Von einigen (leider noch zu wenigen) Aktiven wird das schon seit längerem heruntergebetet, hören wills (von der Marktkampffraktion) keiner.
Das Lieblingsargument ist da meist:
"Aber der Tourie wills doch sehen."

Schön, daß mal einer der "Touries" Einspruch einlegt.
Gruß, Ivain

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Eintrag #2 vom 23. Mrz. 2004 16:42 UhrJens Börner Profil

nach oben / Zur ÜbersichtD'Accord...

... bis auf die Sache mit den Frauen, wobei hier halt die Frage ist: was, wann und warum ;)

Wer sich hinstellt, und Unterhaltungskampf, wie geartet auch immer, als historisch verkauft, der disqualifiziert sich imho selber.
Was bleibt, ist der Anspruch, eine Unterhaltung zu bieten, und hierbei versagen wiederrum viele, das sie nur ihre Vorstellung vom "Kampf" zum Besten geben.

Leider wird halt von Veranstaltern gern billig "Schaukampf" eingekauft, ohne Prüfung, was dann am Ende gezeigt wird, daher bietet das inzwischen alles und jeder an, zu sehen ist oft nur rumgefuchtel.

Meiner Meinung nach muss es in 3 Richtungen gehen:

1. Fechten, eben nur als solches, historisch, gern auch zur Demonstration. Hier _können_ imho auch Frauen vor Publikum mitmachen, wenn dabei erklärt wird. Es darf halt kein falscher Eindruck entstehen.

2. Unterhaltungskampf, der auch als unhistorisch bezeichnet wird, aber dessen einzige Prämisse eine gute Unterhaltung ist, und das schliesst Slowmotion und miese Technik halt auch aus. Gut ist er, wenn er sich weitestgehend an historische Techniken halten kann, und nicht nur total hanebüchend aussieht.
Frauen...nunja, eigentlich isses ja eh unhistorisch, wenn man es also dazusagt.. da allerdings (guter) Schaukampf, also quasi Improvisationstheater mit Stage Combat, oder wie auch immer, sich dadurch auszeichnet, dass die Darbietung eine, meisst ironisierte, pseudohistorische Situation nachstellt, die an Material, Kleidung, Ausrüstung und Geschehen sich möglichst weitestgehend an historischen Realitäten orientiert, rate ich ab.
Meine persönlicher Idealzusdtand ist hier ein (komödiantisches) Theaterstück, das auch die Soziologie der dargestellten Zeit richtig zeigt, eben mit einem Kampfanteil, der (wie angekündigt) unhistorisch ist.

3. Prügeln wie man's mag. Aber das tut man für sich selber, das muss jeder selber wissen wie er's tut, der weibliche Anteild er Bevölkerung auch. Nur das kann man nirgends "anbieten".

Am Ende is es alles ne Sache der Ehrlichkeit und die ist nunmal indirekt Propotional zum Kommerz...
Gruss, Jens, IG MiM e.V.

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Eintrag #1 vom 23. Mrz. 2004 14:55 UhrSaskia Becker Profil

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Hallo,

als nicht Mittelalterdarsteller aber als fleisiger Marktbesucher, Kampfsportlerin und Mittelalterinteressierte habe ich mich mal durch die Seiten durchgelesen, sehr viel Informatives und wahnsinnig viel Interessantes.
Ich möchte aber jetzt doch noch mal etwas dazu sagen, was die Touris hier relativ subjektiv, meine Freunde und ich zu den Darstellern denken bzw. was Spaß macht und was nicht, vielleicht interessiert es ja jemanden.

Gestern Abend bin ich dann durch die Threads mit den kämpfenden Frauen gestöbert, da wurde es für mich dann ein wenig wild und hierzu würde ich mich auch gerne äußern. Kämpfende Frauen auch in Vollrüstung sind in Ordnung, das es keine Ritterinnen gab ist Allgemeinwissen und wissen auch die meisten Zusschauer, Bart ankleben und tiefe Stimme simulieren ginge mir hier zu weit.
Was mir mehr Aufstößt ist das Gefuchtel welches häufig als Kampf verkauft wird und die Fixierung auf Metallschwerter, Äxte etc..
Ich habe keine Ahnung wie der historische Schwertkampf trainiert wird, aber vieles was auf den Märkten gezeigt wird ist vom Kampfsportlichen oder Kampfkünstlerichen Aspekt her purer Nonsens und so weit von einem realistischem Kampf entfernt, das sich die Frage nach den Ritterinnen schon fast erübrigt. Und das ist etwas was einigen Besuchern auffällt, da in Deutschland sich relativ viele Menschen mit den Kampfkünsten beschäftigen und ihre Waffen und Kampfkenntnisse nicht nur aus Hollywoodproduktionen beziehen. Ist es klar das es eine Showdarbietung ist, ist es für mich ok, wird Anspruch auf authentischen Kampf erhoben dreht sich uns zuweilen der Magen um.
Leider macht das einige Truppen dann auch mit anderen Dingen unglaubwürdig.
Und ja, ich habe versucht mit den Darstellern zu sprechen, ich bin als Idiotin und mit den Kommentaren, das es hier um das europäische Mittelalter und nicht um das asiatische Mittelalter geht abgekanzelt worden, ich habe ihnen auch völlig Recht gegeben, trotzdem eine Blöße ist eine Blöße.
Auf die Füße treten möchte ich hiermit keinem, aber ganz so dumm sind die Touris auch nicht, auch wenn es hier häufig schon mal so dargestellt wird

My 2Cent
Saskia

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