Sei mir nicht böse, aber wenn deine Recherche nicht mal weit genug langt, hier in der Suchfunktion die zahlreichen Ringpanzerthreads durchzugehen, und mal zu schauen, was es an Literatur zum Thema gibt (die dort erwähnt wird), dann ist das von vorneherein zum scheitern verurteilt.
Es fehlt ja schonmal eben die nicht ganz unwichtige Angabe der Zeit- das Mittelalter is ja nun lang, und dreht es sich überhaupt um dieses?
Nicht zuletzt beisst sich “authentisch” (was ohnehin das völlig falsche Wort in dem Zusammenhang ist) mit “Markt”.
Das sage ich nicht, um dich zu entmutigen, aber schon ob einer gewissen Genervtheit ob der Arschnachtragementalität, die mir in deinem Betrag so zuwinkt. Vlt. meinst du es nicht so- aber dann wirf mal die Forensuche an.
Ich wage auch zu vermuten, dass ob dieses Herangehens schonmal es an den Grundzügen-wirklich quellenkonforme Klamotten, für welche Zeit auch immer du planst, mangelt- denn für diese wäre ja auch ein Wissen ob des Vorgehens notwendig.
ich habe eine Frage, da Sawürkerhandwerk Autentisch auf den Märkten darstellen möchte- vielleicht kann mir da von euch jemand helfen der nicht nur einen Händler kennt, sondern auch aussagen zu dem Draht machen kann- da ihr dort schon bestellt habt. Wäre sehr nett von euch-zudem weiss jemand wo ich infos zum Material der Nieten und die Art und Weise wie die Ringe damals vernietet wurden finden kann?
In letzter Zeit ging es zwar eher um Kettenringe mit dreieckigen Nieten aber vielleicht kann sich der ein oder andere trotzdem eine kleine Anregung holen unter:
Hallo Gerald.. Super Bilder, hätte nicht gedacht das man solche Nieten mit nem Seitenschneider hinkriegt… Werde ich ausprobieren. Das mit den geglühten Ringen klingt logisch. Wird ebefalls getestet.
Der stempel Sieht etwas professioneller aus wie der meine… Aber das Prinzip ist wohl gleich… Stempelts du in ein Loch?
Habe heute mit 6er ID experimentiert, sieht ganz gut aus. Ich denke ich werd in dieser Richtung gehen.
Ist ID 6 (nach dem flachschlagen eher ID 6,5 - 7) als “A” HMA und SMA zu sehen oder eher nicht?
Ich habe heute mal geglühte und ungeglühte Ringe flach geschlagen. Ungeglühte Ringe weiten sich beim Plätten auf, vor allem rutscht die ßberlappung auseinander. Ich habe ein Vergleichsbild in die Wappenrolle “User: Gerald Luck” gestellt, zusammen mit Bildern meines Stempels (geöffnet und geschlossen). Dieses Eigenleben der Ringe führe ich auf die Eigenspannungen zurück, die beim Kaltverformen während des Drehens über den Dorn aufgebaut werden und sich während der erneuten Deformation beim Plätten wieder freisetzen. Beim Glühen werden diese Eigenspannungen abgebaut. Ausserdem wird die Oberfläche durch das Glühen rauer und hemmt das Verrutschen noch mehr. Dass das Werkzeug geschont wird, ist ein weiterer Vorteil vom Weichglühen zwischendurch.
Ausserdem habe ich noch ein Bild angehängt, das meine Methode zur Gewinnung von Dreiecksnieten zeigt: Mit der Schlagschere trenne ich 2.5 mm breite Streifen von einem 0.8mm Blech ab und schneide die Dreiecke anschliessend mit einem Seitenschneider im entsprechenden Winkel ab. (Die dabei entstehenden Grate haben sogar noch den Vorteil, dass sie sich beim Setzen der Nieten verkrallen und so das Auffedern der ßberlappung verhindern, die vom Einhängen in die Nachbarringe noch leicht geöffnet ist). Wenn Du den Blechstreifen nach jedem Schnitt umdrehst (upside-down), bleibt der Winkel zwischen Blechstreifen und Seitenschneider immer gleich - Du musst den Seiteschneider dann nicht hin und her bewegen, was die Nieten gleichmässiger werden lässt. Die Nieten fliegen zum Teil recht zackig davon, am besten fängst Du sie mit einem geeigneten Gefäss auf, dass Du in ihre Flugbahn stellst. Nach kurzer Zeit hast Du den Bogen sicher raus und kannst die Nieten im Akkord herstellen.
Bisher nehme ich einen kleinen Meissel zum Durchschlagen des Nietloches, aber die Löcher kommen mir zu verschieden heraus. Ich werde deshalb als nächstes eine Lochzange bauen. Anregungen gibt es ja genug.
Gibts zu diesem Hemd eine Publikation mit eingehender Untersuchung? Worauf basiert die Attributisierung “verschweisst”, auf Augeneinschätzung oder eine metallurgische Untersuchung?
Es gibt ein komplettes Kettenhemd aus verschweissten Ringen. Das wurde auch ausgestellt in der Ausstellung “Saladin und die Kreuzfahrer”. Datiert war dieses Kettenhemd auf das 12. Jh. Kreuzfahrerstaat.
Nach dem Flachschlagen haben meine Ringe folgenden Maße:
Innendurchmesser: 8,5 mm
Aussendurchmesser ca. 11,8 mm
Materialdicke 0,9 mm
Breite der ßberlappung: 3mm
Länge der ßberlappung: von 6 bis ca. 7 mm
Zurzeit habe ich einen Flecken von 16,5 x 15 cm mit einem Gewicht von ca. 125 gr.
Welches Gesamtgewicht bei einem kompletten Ringelpanzerhemd heraus kommt, kann sich jeder mal selbst ausrechnen. Das richtet sich stark nach der Größe die ihr haben wollt/braucht. Ich bau mir da ja was viiiel kleineres ;-)
Leider kann ich mich dahingehend nur an Aussagen aus zweiter Hand halten und nehme sie auch gerne wieder zurück falls ich da auf dem Holzweg sein sollte. Gibt ja immer mal was neues ;-) Und das zeigt wieder, dass es an zusammenhängenden Infos, schön aufbereitet mit vielen, vielen Beispielen und auf die Jahrhunderte übersichtlich gestalltet einfach fehlt…
Mir fällt grad eine andere Frage ein, wie wurden die Ringe (bei flachgeschlagenen Ringen) eigentlich verschweißt? ßberlappend geschnitten, geglueht und dann mit Hammerschlägen geflacht und verschweißt?
Zu Gerald: Ich stelle fest das die ID meiner 8er ringe nach dem Flachschlagen sich auf ID 9 bis 9.5 erweitert, ich experemetiere gerade mir einer 2cm dicken Stahlplatte in die ich verschiedene Löcher 9,10,11mm gebohrt habe (mit passenden Stempeln) um diesen effekt zu verringern. Also quasi erst ein, zwei Schläge in dem Loch, dann mit dem “großen” Stempel flachschlagen.
Schlägst Du die 1,2er Ringe flach? Und wenn ja, welche Dimensionen (Dicke und Breite) hat der Drahtquerschnitt danach? Mit welchem Gesamtgewicht rechnest beim fertigen Hemd?
Ja der Threat passt hier besser hin, währe im Leben nicht darauf gekommen den unter “Bekleidung” ??? zu suchen, aber egal.
Hier meine Fortschritte von Heute. Habe mir von unseren “Metallern” zwei 2mm Durchschläger anschleifen lassen so ca. 0.5 x 1,5 mm, dann leicht gelb/rotglühend erhitzt und in ßl abgekühlt.
Das Ergebnis: die gehen durch wie Butter…. allerdings werd ich morgen versuche Sie etwas mehr anzuspitzen, da sie momentan zwar einen Schlitz erzeugen, dabei aber den Ring zersprengen… also muss ich noch weiter experimentieren. Ich geb morgen dann ein Update.
tschuldigung Herr Wollenberg, aber ich glaube, dass das jetzt der x-Thread zu dem Thema ist. Schau sie mal unter “Ausrüstung” und dann “Eisendraht für vernietetes Kettenhemd”. In den ca. letzen 15 Einträgen finden sie schon ein paar Antworten zu ihren Fragen. Hatte mal das gleich Problem und mir von einem Belgier eine Zange für 125 Euro schicken lassen (siehe Thread in Bereich Ausrüstung). Sie funktioniert, mehr aber auch nicht, will sagen, dass sie ein bisschen ungenau ist (der Lochbolzen sitzt schief, und habe damit natürlich mehr Ausschuss) und ich finde sie einfach zu teuer. Ein Freund von mir ist jetzt momentan dran ein genaueres Gerät zu bauen (hätte ich das vorher gewusst…).
Die Dreiecksnieten stellt er aus Blechstreifen mittels einer Schlagschere her. Eine andere Möglichkeit wäre den Draht flach zuklopfen und davon mittels Blechschere abzuzwicken.
Den Rest können sie wie gesagt dem anderen Thread entnehmen.
ich habe es mir in den Kopf gesetzt ein Vernietetes Kettenhemd anzufertigen. Ich benutze 1,4mm Eisendraht geglüht (laut hersteller, nicht von mir geglüht) mit ID 8mm.
Ich habe einen recht guten Stempel mit wenig spiel, und mit ein bisschen ßbung (wichtig ist das der Stempel nicht springt) kriege ich auch recht gute Ringe zustande.
ABER ich breche mir einen ab ein Werkzeug für Dreiecksnieten herzustellen. Hat/Kennt jemand eine Verständliche detailierte Anleitung für ein Tool?
(Gerne auch per Mail / Tel. etc.)
Ach ja gebt mir doch bitte einen Tipp die man die Dreiecksnieten am einfachsten herstellt. Ich hab mit diversen Zangen probiert (sogar mit ner Schere!) Aber ich habe arge Probleme die im richtigen Maß herszustellen.
Respekt, Respekt. Wieder so ein “Wahnsinniger”, der sich ein paar Ringe drehen will ;-) Ich habe mich eigentlich auf das 15 Jhr. spezialisiert und sehr lange über das Thema recherchiert und daher zwangsläufig ein bisschen mehr in Erfahrung gebracht. Momentan kann ich sagen, dass die flachen Ringe und die Dreiecksnieten erst im 14/15 Jhr. in Mode kamen. Leider stützt sich mein Wissen auch “nur” auf Infos aus Sekundärquellen und ein paar wenigen Originalen, die ich auf Fotos und in Museen betrachten konnte. Siehe dazu z.B. den ersten Link im Eintrag Nr. 89 (Posts von Erik D. Schmid mal genauer ansehen) und unter dem Link www.reenactment.de/reenactment_start/[ ]/kitguide.[ ]
Ganz flache Ringe im Querschnitt scheinen im 13 Jhr. noch nicht üblich gewesen zu sein (eher rund, oval oder quadratisch) Nur die überlappende Stelle wurde abgeflacht und diese wurden mit einer runden Niete geschlossen, wobei es auch Ringe gab, die aus dem vollen gestanzt wurden oder deren Enden feuerverschweißt waren.
Auch die Form des Ringes war nicht immer Rund, sondern konnte auch mal D-förmig sein.
Ich selbst arbeite derzeit mit 1,2 mm Eisendraht und lasse den über eine Eisenstange von d=8 mm wurmen. Hatte auch schon mit 1,4 mm und d=10 mm experimentiert, aber das waren mir zu “große” Löcher. Mit größerem Durchmesser kann man natürlich etwas Zeit sparen. Oder man hat, so wie ich, einen guten Freund, der einem das Wurmen und Flachschlagen abnimmt. Trotzdem dauert es wirklich noch eine kleine Ewigkeit, bis mal ein größeres Ringelpanzergeflecht fertiggestellt ist…
Das war jetzt nur ein kurzer Abriss von diesem doch sehr umfangreichen Thema.
Hoffe, ich konnte ein klein wenig helfen.
Und falls jemand ein gutes Buch dazu weiß, oder eine vollständige Abhandlung…ich wäre über jeden Tipp hoch erfreut (wenn-s nichts gibt, wär dass doch mal eine interessante Aufgabe).
Habe die Ehre,
Christoph
PS: wer mehr oder es besser weiß, soll es reinschreiben ;-)
Ich habe auf igendeiner homepage gelesen, dass die flachen Kettenringe erst zu Begin des 14. Jhd. aufkamen. Ich bin dabei, ein vernietetes Kettenhamd für ca. 1250 zu machen. der Draht ist 1,4 mm und ich wollte ihn auf 1,0 mm flach schlagen. die ergibt allerdings keine wirklich “flachen” Ring. Deshalb meine Frage: Welcher Ringquerschnitt war damals üblich? Gibt es Quellen dazu?
entstanden sind jetzt doch mitlereweile recht gut geworden. Es gibt da ein paar Sachen, die man unbedingt beachten muß, vom sauberen wurmen angefangen, das im richtigen Winkel abzwicken des Ringens mit ßberlappung, bis zu einem 100% gearbeiteten Stempel (meiner hatte zu viel Spiel, deswegen diese katastrophalen Ergebnisse). Die Lochzange, die ich mir bei De Liebaart bestellt hatte ist meines erachtens zu teuer, wenn man die Machart und Genauigkeit näher betrachtet. Aber das vernieten der Ringe funktoniert gut und sie reißen wenn dann nicht an der Nietstelle ;-)
Das mit dem Ring auf den Ambos legen und einfach mit dem Hammer draufhauen habe ich, um meinen Billigambos und mein Hämmerchen nicht komplett zu zerstören, nach ein paar Versuchen unterlassen.
Was mich aber noch so interessiert, welcher Herstellungsvorgang liegt eigentlich diesen D-förmigen Ringen zugrunde, wo die gegenüberliegende Seite der zu vernietenden Stelle mehr abgeflacht ist, als der Rest?!
Wenn ich meinem Stempel laut einem Forum was unterlege, dann komme ich ein bischen an diese “Originale” ran. Aber das ist für mich ein Fake…