Also ich beue meine Sehnen ausschließlich aus flämisch gespleistem Leinengarn, das mit einem speziellen Wachs behandelt wird und dann auch durchaus flexibel ist. Ich habe Sehnen, die bereits seit zwei Jahren im Einsatz sind und keine Macken haben. Klar ist die eine oder Andere auch schon sehr viel schneller gerissen - einen Bogen hat mich das zum Glück noch nicht gekostet :-)
Für einen historischen Bogen kommt IMHO definitiv kein modernes Material beim Sehnenbau in Frage.
Fastflyt: Zu starkes Garn für eine sehne. Durch den zu kleinen Reckfaktor beim schießen der tod für jeden langbogen. Halt modernes material nur für moderne Bögen zu gebrauchen z.b. Compound
Dacron: Modernes Gegenstück zu alten Sehnenmaterialien. Gute reckeigenschaften beim schuß und somit für Langbögen geeignet. Langlebig
Leinen/flachs: Historisches material. Begrenzte Reckeigenschafften. Standzeiten der Sehne nur um die 100(?)schuß. Dann gefahr des reisens.
Kommt das hin oder liege ich da falsch?? speziell die 100schuß.
Hintergrund: warum sollte gerade Leinengarn als Sehne zum bruch eines Bogens führen???
Das macht mich nämlich gerade stutzig. Ich denke es liegt eher am bogen.
Naja vieleicht lag es ja auch an dem Bogen, dass er gebrochen ist. Hab nämlich vorher auch nen Bogen mit einer Leinensehne geschossen, dem nichts passiert ist. Hab aber trotzdem Angst um meine Bögen:-).
Also ich nehme nur gewachsetes Leinengarn für meine Sehnen und mir ist noch nie ein Bogen zerbrochen. Vom Rohhautbacking halte ich (persönliche Meinung) nicht viel, da das Material mir für diesen Zweck zu unflexibel erscheint, ich favorisiere (wenn überhaupt, dann nur zur Reparatur von angebrochenen oder zu schwachen Bögen) eher das Sehnenbacking - allerdings sind hier Kosten-Nutzen-Rechung m.E. eher zugunsten eines Bogenneubaus.
Moin, ich hab da noch mal ne Frage. Was benutzt du eigentlich als Bogensehne ? Ich hab mit Leinen einen meiner Bögen kaputt bekommen ( sihe Eintrag 32). Hast du ne A Lösung für dieses Problem? Ich komm mir mit dem Paketband von Kloppi ziemlich bescheuert vor ( find es allerdings besser als nen zerbrochenen Bogen:-).
Und weißt du was über die Verwendung von Rohaut, bei Bögen aus unserem Breitengrad, um sie damit zu belegen oder Schwachstellen auszubessern?
PS: Ich weiß der Satzbau ist nich so das Meisterstück:-)
Achso und wie das genau mit dem Biegen geht, da frage mal den Jürgen Junkmanns (aus dem zweiten link den ich unten angegeben habe), vielleicht kann er Dir da Rat geben.
gut, dann hast Du ja schon die nötige Erfahrung. Ich habe den Haithabu-Bogen (oder andere Bögen aus dieser Zeit) noch nicht selbst nachgebaut (nur spätere Modelle), gelesen habe ich, dass die Enden durchaus durch Biegen über Wasserdampf oder vorsichtig über durchgeglühte Kohlen (keine offene Flammen, dann aber das Holz vorher durchfeuchten) im erforderlichen Maße biegen kann. Die Sehnenkerbe ist bei den Bögen dieser Zeit zumeist nur einseitig angelegt (habe da auch so meine Bedenken, aber es soll funktionieren und gut halten).
Ach ja und noch was. Kannst du mir sagen wie ich die Bogenenden so Deflex bekommen kann. Gut wahrscheinlich mit Feuer unter der Hitze biegen. aber wie funktioniert dass genau?
danke erstmal für deine Antwort. Ja ich habe schon Bögen gebaut und alle aus Eibenholz. Hab im Moment 2 Langbögen die ich mein eigen nennen kann. Bis jetzt habe ich alle Bögen aus geraden ßsten bzw. Stämmen gebaut.
Dabei habe ich von der einen Seite so viel Holz weggenommen bis das Kernholz zum vorschein kommt und dann dem Bogen seine Form gegeben. Außerdem hab ich auch schon geschwungne ßste bearbeit. Hier hab ich dann die Form des gewachsenen Holzes ausgenutzt um in den Bogen nen schönen Deflex oder Reflex reinzukriegen.
Ich meine den normannischen Bogen um 1066. Da es aber für diese Zeit keine Funde gibt und die Tapete ja auch nicht sonderlich aufschlussreich ist schließ ich mich der Meinung des Franco Flämischen Contingentes an die Quellenlage auf das 10.Jhrd. auszudehnen (siehe www.hastings1066.de/front_content.php?idcat=76 unter dem kitguide Bogenschützen)
Das problem ist, dass ich nicht weiß wie dick die Enden des Bogens sein müssen ( nach dem Haithabubogen ), so dass es historisch korekt ist.
Und dann hätte ich noch eine Frage: Wie befestigt man genau die Sehne am Bogen. Ich stell mir das nicht so sicher vor die Sehne an einem Bogenende zu verknoten (muss allerdings sagen, dass ich das noch nicht ausprobiert habe).
zuerst die wichtigste Frage: hast Du schon mal einen Bogen gebaut (der auch länger als drei Schuß gehalten hat)? - wenn nein, dann solltest Du Dir ein gutes Buch über Holzbogenbau besorgen (Literatuttips gibts dazu viele im Forum, darin sind auch die Bögen in ihren Maßen genau becshrieben) und nicht gleich mit Eibe anfangen (es wäre schade drum) - Ulme, Esche oder Robinie (nicht A) sind gute und günstige Hölzer für Anfänger.
Einen guten Bogen baut man nicht aus einem dünnen Stämmchen, sondern aus einem (im Querschnitt gesehen) tortenstückartigen Teil eines großen Stammes, möglichst gerade und astfrei, wobei der spätere Bogenbauch (zeigt zum Schützen) einen Kernholzanteil und der Bogenrücken (zeigt zum Ziel) aus Splintholz sein sollte (Verhältnis hängt aber von der Holzart ab).
Für eine Normannendarstellung einen Haithabu-Bogen? Da werden zwei Dinge verknüpft, die zeitlich nicht gesichert zueinander passen. M.E. gibt es keine brauchbare Beschrebung oder genau bildliche Darstellung eines “normannischen” Bogens. Wenn Du einen “englischen” Langbogen meinst, der kam erst lange nach der “Normannenzeit” von den Walisern übernommen auf, da gab es keine “Normannen” mehr. Man sprach da von Engländern. Wenn Du einen Wikingerbogen meinst (was zeitlich zu Haithabu passen würde), dann orientiere Dich an diesen Rekonstruktionen:
ich möchte mir für meine Normannendarstellung den Haithabu Bogen nachbauen ( hab nen schönen Eibenstamm freu :-).
Weiß jemand von euch wie Dick bzw. welchen Durchmesser der Bogen an den Wurfarmenden hatte? Im Kitguide vom FFc stand nur das der Bogen aus einem dünnen Eibenstamm angefertigt wurde.
wenn Du Dich für Punkt 2 entscheiden solltest. Dann sprich mich doch mal an.
Ich stelle einen englischen Bogenschützen um 1350 dar und komme aus Duisburg. Sollte Dich das historische wirklich ernsthaft interessieren, finden wir sicherlich einen Termin,wo Du Dir 2 oder 3 Dinge mal anschauen kannst
Eine neue Runde des Spiels, “Wenn Papa nein sagt, frag ich Mama” ?
Das hab ich gaaanz früher einmal gemacht, den Einlauf kassiert und es mir seitdem gespart.
Du, Dirk, hast deine Antworten doch bereits bekommen.
Deine Waffen sind in sowohl in ihrer Ausführung, als auch der geplanten Zusammenstellung nicht historisch.
Der Bogen ist ein moderner Sportbogen, ein Bogenschütze mit 4 (!) Seitenwaffen im Gürtel, plus Pfeilen sieht einfach nur affig aus.
Desweiteren hast du bereits eine Reihe von Tips bekommen, was ist damit ?
Wars nicht recht ?
Fragst du jetzt so lange neue Leute, bis irgendjemand “ja, das geht” sagt ?
Mittelalterlich wird es davon nicht.
Vor allem nicht, wenn du die Hilfen, die man dir bis dahin gibt, einfach ignorierst.
Es wird immer lamentiert, daß Anfängern angeblich nicht geholfen wird.
Hier ist mal wieder der beste Fall eines solchen, der sich offensichtlich nicht wirklich helfen lassen will, trotz mannigfaltiger Versuche.
Dirk, du hast drei Möglichkeiten.
1. Du machst irgendwas fantasylastiges und stehst dazu. Da passen alle deine Waffen. Keine weiteren Fragen nötig.
2. Du willst etwas mittelalterliches machen. Dann nimm die Infos an, die du bekommen hast, oder bilde dich selbst.
3. Du willst weiter so lange neue Leute fragen, bis jemand dir dein Zeug abnickt und die fromme Lüge “könnte so gewesen sein” erzählt.
Im Falle ein brauchst du garkein Forum, im Falle zwei bist du hier richtig, im Falle drei.. Nun dann kannst dus gleich in anderne Foren versuchen. Gib in google einfach “Spectaculum” oder ähnliches ein.
ich bin mir nicht recht sicher, wie Deine Anfrage einzuordnen ist, denn einerseits fragst Du: “mich würde interessieren ob man als normannischer oder englischer bogenschütze nicht auch andere waffen führen kann bzw darf….”
Um dann aber im nächsten Beitrag zu sagen: “…da ich auf keine dieser waffen verzichten möchte….”
Na, willst Du jetzt eine Auskunft (die da wohl lauten würde, dass Du mit dem Waffenarsenal Bogen, Schwert, Wurfaxt, Wurfmesser, Dolch arg “christbaum-mäßig” ‘rüberkommst) oder nicht?
Zumal Dein letzter Beitrag dann vollends verwirrt, denn allerdings spielt die Gewandung eine recht bedeutsame Rolle. Obwohl natürlich bei einer unrealistisch hohen Zahl von Waffen am Leib auch eine an sich vielleicht stimmige Kleidung - für welche Zeit übrigens? - dann auch nicht mehr allzu viel rettet….
nicht kurzdolch sondern nur dolch.da ich auf keine dieser waffen verzichten möchte, frage ich mich ob dann die darstellung eines söldners infrage kommt?
oder englischer bogenschütze nicht auch andere waffen führen kann bzw darf.bei mir z.b. ist es so ,das ich ausser einem 50 pfund bogen ein schwert, eine wurfaxt,wurfmesser und einen kurzdolch mit mir führen möchte
Leinensehen sind auf Dauer ein Bogenkiller. Ich persönlich nehme, wenn ich wirklich schieße, eine ganz normale aus Dacron. Und zum zeigen hab ich dann immer 1 oder 2 aus Leinen dabei.
Hallo, ich habe da ein paar Probleme bezüglich der Bogensehne. Ich habe nämlich für die Sehne Leinen genommen. Dieses Zeug war aber so hart, dass es meinen Eibenbogen zerbrochen hat. Da ich nicht unbegrenzte Mengen an Eibenholz habe um mir meine Bögen zu bauen habe ich als Sehne jetzt einfach Paketband benutzt. Dies ist zwar Unauthentisch aber bis jetzt gab es keine Probleme. Hat jemand von euch eine bessere Idee oder sollte ich den Kompromiss aufgrund des wertvollen Eibenholzes eingehen? (Nur so am Rande :Natürlich kläre ich die Leute darüber auf, dass die Sehne bzw. was an meiner Ausrüstung nicht historisch korekt ist um kein falsches Bild des Ma zu erzeugen)
Gibt es eigentlich Belege für das 11. Jh. den Bogen mit Rohaut zu belegen um etwaige Schwachstellen auszubessern?
Wie sah es eigentlich mit Trinkwasser auf dem Marsch aus gab es zur Zeit um 1066 schon so etwas wie Feldflaschen oder wurde man vom Troß versorgt und hatte dann nur ein Trinkgefäß.