Hallo Claudia, kannst Du mir mitteilen, wo diese Betten ausgestellt sind, bzw. wo ich Abbildungen finde, falls Du Dich mit "es gibt" nur unglücklich ausgedrückt hast? Wir suchen noch dringend Material, und die meisten (wenigen) mittelalterlichen Darstellungen von Betten sind perspektivisch derartig falsch gezeichnet, daß sich kaum Rückschlüsse auf die Funktion schließen lassen. Es gibt wohl ein Relief von einem Bett auf den Außenwänden von der Kathedrale von Chartres, aber das ist halt nur eines, und ich habe immer gerne möglichst viele Quellen. Ach ja, in Deinem vorherigen Beitrag schreibst Du, es sei nicht schwierig, Bier im Holzfaß zu kaufen. Dazu eine ganz einfache Frage: Wo? Hallo Ingo, auch mich nervt der 20. Jhd. Kram in meinem Zelt, und ich habe vor, den gesamten Plastikschrott langfristig loszuwerden. Du hast im Grunde Recht, wenn Du sagst, daß man nichts mitnehmen soll, was gekühlt werden muß. Jedoch mit einer Einschränkung: Wenn ich im Mittelalter ein Tier geschlachtet habe, war das OK, und ich durfte das Fleisch essen. Wenn ich heutzutage auf einem MA-Markt ein Tier schlachten würde, bekäme ich mächtig Ärger vom Veranstalter, diversen Touris, deren Kinder nicht begeistert waren, und noch viel mehr Ärger mit dem Gesetzgeber, der mir schlichtweg verbietet, mein eigenes Vieh für den eigenen Gebrauch zu schlachten. Milch muß auch gekühlt werden, denn leider findet sich auf den wenigsten MA-Märkten ausreichend Milchvieh nebst Bauern, um die gesamte Bagage zu versorgen. Fleich und Milch sind nun aber vollständig A., und ich möchte nicht schlechter leben, als der Reisende im MA. Auch haben nicht alle Gruppen genügend Holzfässer und Tierhäute, um sämtliche Getränke über mehrere Tage zu lagern. Da muß man halt doch mal in der hintersten Ecke des Zeltes ein bis zwei Getränkekästen lagern, natürlich nur, bis der Mißstand behoben ist. Ein Problem ist auch die Toilette: Ein Zahnputzbecher ist tatsächlich das geringste Problem, den lasse ich einfach zu Hause. Ich brauche keinen Becher; um nach dem Putzen zu spülen. Seife ist schon schwieriger, die lasse ich aus Rücksicht auf meine Mitmenschen ungern weg. Ein Rasiermesser habe ich mir geschmiedet. Nach ein paar Wochen Übung ging es sogar halbwegs unblutig, trotzdem möchte ich das nicht jedem zumuten! Ich denke, all diese Überlegungen sind müßig, solange die Darstellung als Gesamtes noch lückenhaft ist. Was bringt es, wenn im Zelt (voll A.) kein Bett steht, aber draußen auf der Tafel Mutter´s 50er Jahre Schmiedeeisen-Kerzenständer steht? Was soll ich auf Moos und Heu schlafen, wenn meine Speckröllchen mit "Schiesser" beschriftet sind? Neej neej neej, soo viiiel Sand... Philipp "Oh ist das Lamm lieb! Darf ich das mal streicheln?" "Du kannst Nacher das Fell streicheln, wenn es zu trocknen hängt! Har har har!" ;-)
Hallo Ingo! Ich stimme dir voll und ganz zu: Man muss nichts Modernes mitnehemn und kann Lebensmittel z.B. entsprechend ihrer Haltbarkeit auswaehlen (Kaese, Getreide, ...). Tarnen tue ich eigentlich nur so Sachen wie Zahnputzbecher oder aehnliches. Zum Bett: Ich bin mit der Sache (Es handelt sich uebrigends nicht um Europaletten, sondern das Prinzip ist in die Idee eingeflossen) auch nicht ganz zufrieden und bevorzuge ebenfalls Stroh. Allerdings bin ich sehr oft auf privaten Veranstaltungen, wo ein Freund Organisator ist, und da ist es zumeist schlecht, Stroh zu bekommen. Das Klappbett lasse ich auch lieber daheim, da es trotz aller Klappbarkeit immer noch Platz wegnimmt, relativ schwer ist und selbstverstaendlich nicht authnetisch ist. Es gibt uebrigends aus der Fruehmittelalterzeit mehr als genug Betten - in dieser Epoche ist gegen ein Bett also im Prinzip nichts einzuwenden! Gruesse, Eydis
Viele der Probleme ließen sich lösen bzw. wären erst gar nicht existent, wenn man sich nur an den folgenden Gedanken halten würde: macht das, was man in der von euch dargestellten Zeit gemacht hätte (oder hat) mit den damals zur Verfügung stehenden Mitteln. Will sagen: Man braucht keine Truhe als Kühlkiste zu tarnen, wenn man nichts mitnimmt, das gekühlt werden muß. Man muß keine Elefantenhaut für Laternen nehmen, wenn es echte Rohhaut gibt. Man muß keine Isomatten und Schlafsäcke nehmen, wenn man auf Stroh oder Heu (auch Laub) (ohne Plane, ohne Teppich) mit ein paar Wolldecken viel besser und wärmer schläft (Erfahrungen in Portchester 1998, ENGLAND, Anfang Mai: nass, kühl, feucht!). Wenn Stroh oder Heu Mangelware sind, dann solltet ihr dem Organisator Beine machen. Und nicht irgendwelche wilden Konstruktionen aus Europaletten herstellen. Wieviele Abbildungen kennt ihr, wo ein Bett im Zelt steht? (Nun gut, jetzt kommt das wieder mit dem: "Aber ich bin doch der Ritter von...". OK, Herr Ritter, dann aber auch das PASSENDE Zelt mit dem PASSENDEN BETT. Ansonsten KEIN Bett, wenn es denn Zelt sein muß. Zu den anderen Dingen: In meinem Zelt befindet sich NICHTS modernes, nicht mal was getarntes. Und ich lebe nach wie vor und ich lebe gut. Das soll jetzt nicht überheblich sein (was mir manche wieder vorwerfen werden!), sondern soll lediglich zeigen, daß es geht, wenn man denn WILL. Man kann nicht immer alles selber herstellen und manche Dinge sind teuer. Gut. Aber man muß nicht auf Teufel komm raus eine Laterne zusammenzimmern oder die 1900-Replik nehmen. Auch Talglichter tun es. Man kann auch Öllampen nehmen, kosten beim guten Töpfer nach Vorlage gerade mal 40 Mark und brennen mit wirklich jedem Öl. Resumé: Nicht alles, was korrekt ist, muß teuer sein. Aber vieleicht muß man etwas mehr überlegen und suchen.... Ingo Ratsdorf
Moin Stephanie, für´s 13. Jhdt wären vielleicht noch Lampen, ähnlich den beliebten Holzwindlichtern mit Glas, die anstelle des Glases dünnes Pergament eingebaut haben - kann man gegebenenfalls ja umbauen und anstelle echten Pergaments "Elefantenhaut" (im Graphik-Bedarf zu bekommen) nehmen. Ansonsten für´s 14. Jhdt. gibt´s noch Windlichter aus Metall mit Löchern (kann das im Augenblick nicht anders beschreiben). Ist ´n Nachbau von ´nem Altarbild, dessen Namen ich mal wieder vergessen habe. Günstig bei mir zu erwerben ;-) Bis dann Thorsten
Hallo zusammen, Zur Beleuchtung würde ich Öllampen vorschlagen. Ich habe eine kleine (handtellergroß) einflammige aus Bronze mit byzantinischen Mustern (Beute aus dem 3. Kreuzzug ) um im Dunkeln meinen Weg zu finden sowie eine große, dreiflammige aus Ton. Beide Befestigungsmöglichkeiten um sie an Schnüren von Zeltbalken ´baumeln´ zu lassen. Das Licht der großen Lampe reicht leicht aus um in der Nacht z.B. zu lesen. Dietrik de Aggstyn Wolf von Kuenring Ritter der Eisenfaust
Moin Claudia, vielen Dank für die guten Tips; das meiste läßt sich ja relativ leicht realisieren. Interessant finde ich die von Dir geschilderten Betten. Könntest Du mir da mal ´ne Skizze o.ä. zukommen lassen? Momentan habe ich meine Lumis als Strohsack getarnt (Lumi mit Überzug), aber Betten wären halt viel netter :) Moin Phillip, ist meine mail angekommen? An Alle, es handelt sich um ein ca. 5,5 x 3,5 m großes Past-Tense Zelt, dargestellte Zeit: 13. Jhd./ Westfalen, Stand: eher niederer Adel (steht noch nicht ganz fest) Noch ein Tip von mir (falls ihr noch Platz für eine Kiste habt): Wir haben eine alte Holztruhe als Kühlbox umfunktioniert. Einfach die Truhe mit 3 cm dickem Styropur auskleiden (Boden und Deckel nicht vergessen), Kühlakkus rein, fertig. Die Kühlung reicht, wenn´s nicht allzu warm ist, für ein ganzes Wochenende. Weiß noch jemand was über authentische Beleuchtung? Bis dann Steffi
Hallo Phillip, Hallo Steffi! Es ist ueberhaupt nicht schwiedrig 20stes Jahrhundert-Krempel aus dem Zelt oder ueberhaupt aus dem Lager zu verbannen: Es faengt zunaechst damit an, dass man sich ueberlegt, was man braucht und dies dann soweit modifiziert, dass die Sachen in authentischer oder zumindest getarnter Weise mitgenommen werden koennen: Z.B. Butter schon daheim in eine Butterdose aus Holz oder Ton geben, Marmelade, Honig oder aehnliches ebenfalls. Kaese (z.B Edamer, der fliesst bei Waerme nicht davon) schon von Plastikrinde befreien und in eine Leinentuch wickeln (genauso Salami, Schinken, usw.). Das Ganze kommt dann entweder in einen Eimer (zum Wasserholen) oder in einem Korb. Weitere Sachen wie Mehl, Getreide, Brot oder aehnliches kann man in kleine Saeckchen aus Leinen umfuellen. Mit ein bischen Phantasie kann man so schon mal den gesamten Muell daheim lassen. Verzichtete man nun noch auf Tetrapacks, indem man Milch oder Apfelsaft schon in Flaschen oder mit Korb umflochtene Ballons abfuellt (Flohmarkt) und bei Bedarf versucht eine Holzfass Bier zu kaufen statt der Bierkaesten, dann ist schon ein grosser Schritt getan. Wir trinken auch einfach viel Tee, der in einem Leinensaeckchen immer dabei ist. Zur Zelteinrichtung: Ich habe ebenfalls nur ein kleines Auto und behelfe mir folgendermassen: Als Bett habe ich eine Art Europalettensystem gebaut (natuerlich nicht alleine), das aus drei Teilen besteht, die zum Transport gerade ineinander passen, sodass ein Teil von ca. 0,60 mal 0,70 Meter Groesse und ca 15 bis 20 cm Hoehe entsteht. Die drei Teile werden dann einfach auf dem Boden hintereinander gelegt und ich bin ca. 15 cm vom Boden weg. Als Auflage dienen mir eine Art Isomatte aus duennerem Filz, Felle und schliesslich meine drei Wolldecken (eine davon ist mein Umhang) zum zudecken (die meiner Ansicht nach wesentlich waermer halten als ein Schlafsack!). Einige Leute aus meiner Gruppe habe sich auch Betten im Stecksystem gebaut, die aber wegen ihrer Laenge schwieriger zu transportieren sind - dafuer aber hundertpro authentisch. Meine Kleidung ist immer in einem Seesack aus Leinen, den ich entweder im Zelt auf ein paar Scheite Holz lege oder wenn vorhanden auf eine Lage Stroh. Als Laterne habe ich bisher leider nur eine Holzlaterne (es fehlt mir fuer meine Zeit noch eine authentische Abbildung). Weiterhin reise ich meistens gleich in Gewandung an (nur ein paar normale Schuhe zum Autofahren), sodass keine 20stes Jahrhundert Kleidung versteckt werden muss. Meine Waschsachen sind in einem selbstgenaehten Waschbeutel aus Leder (den ich auch so benutze) und ich habe ein naturfarbenens Badetuch bzw Handtuecher aus Leinen (Flohmarkt) zum Waschen. Mehr faellt mir im Moment nicht ein, aber ich stehe gerne zur Verfuegung, noch weitere Ideen einzubringen! Gruesse, Eydis PS: Ich finde einfach, dass alles noch vielmehr Spass macht, wenn wirklich kein 20stes-Jahrhundert-Zeug herumfliegt.
Hallo Steffi, Eine gute Isolierschicht ist ein (oder mehrere) Teppich(e). Wir haben uns einige vom Flohmarkt besogt, und legen damit unsere Zelte aus. Das hält schön warm. Gerade wenn Du mit Kind unterwegs bist, würde ich empfehlen, unter die Teppiche eine feste Plane zu legen, um die Feuchtigkeit draußen zu halten. Das mit den Betten ist ein Transportproblem. Wenn Du schon zu wenig Platz für Strohsäcke hast, wirst Du ein Bett kaum unterbringen können. als Betten sind bei uns in Benutzung: Non-A: Isomatten Schlafsäcke und Eine Klappliege A: mehrere Stohballen, eine Decke aus Schafsfellen und Tierfelle. Meine Freundin hat demnächst ein richtiges Bett. Wir haben ein paar Darstellungen zusammengetragen, und ein Freund baut dann ein Bett nach Vorlage. Ich habe gerade mal einen Blick in die Wappenrolle geworfen. Du reitest und bist Bogenschütze. Du hast ein Wappen. Dein Rollenname ist ohne "von", etwas wiedersprüchlich also. Ich weiß daher jetzt nicht, wie luxoriös Dein Gemach sein darf, um noch A. zu sein. Ich denke auch, es ist sehr schwierig, 20.Jhd.-Krempel aus dem Zelt zu verbannen, aber in jedem Fall ein lobenswertes Vorhaben. ;-) Ach ja, was für ein Zelt ist es überhaupt? Und wie groß? Warte auf Antwort, Philipp
Ich weiß, daß ich etwas spät dran bin, da die Saison gerade begonnen hat. Trotzdem würde mich mal interessieren, wie ihr eure Zelte so eingerichtet habt (Beleuchtung, worauf ihr z.B. schlaft, usw.) Das Problem ist, daß ich sehr gerne auf Luftmatratze und Schlafsack verzichten würde, aber Stroh ist auf vielen Veranstaltungen Mangelware und ein gefüllter Strohsack ist einfach zu sperrig zum Mitschleppen (oder mein Auto zu voll :) Dazu kommt, daß es am Anfang und Ende der Saison oft noch Bodenfrost gibt und ich ungern möchte, daß sich mein Kind eine Lungenentzündung holt (wäre wahrscheinlich ziemlich authentisch, kann ich aber in dem Fall sehr gut drauf verzichten). Für Infos wäre ich sehr dankbar, da ich gerne den 20.Jhd.-Krempel aus meinem Zelt entsorgen würde. Bis dann Steffi