Nun, recht überwiegend wird einem hier der Strohsack als Schlafstätte nahegelegt. Soweit kann ich damit ja leben, doch frage ich mich, aus was mache ich den Sack, in den ich dann später das Stroh stopfe???
Doch wohl keinen ordinären Jutesack, oder?! Ich meine gelesen zu haben, dass Jute eine später eingeführte Faser sei… Zudem ist das Zeug kratzig und stinkt -.- Da könnte das Stroh auch nichts mehr anstellen.
Fütter doch einfach mal die Suchfunktion mit dem Begriff “Bett”- diese Diskussion gab es bereits. Jenseits dessen wäre meine Empfehlung, nicht bei einer Darstellung Halt zu machen, und einfach mal ein paar mehr anzugucken, sowie auch davor und danach, und Textquellen ob der Lebenswirklichkeit zu wälzen. In der Hinsicht sind Bildquellen nicht unbedingt das Gelbe vom Ei.
Meine Matraze ist in Quaderform gearbeitet, so in der Art habe ich das auch bei alten (19tes) Strohsäcken beobachten können, und ca. 20cm hoch; die stopfe ich immer ziemlich voll, damit es sich glattliegt.
Meine persönliche Empfehlung zu Strohsäcken ist:
a.) nicht zu schmal machen
b.) keine einfachen “Säcke”, sondern schon Matrazenform, sonst kommt nur ne dicke Wurst raus, darauf kann kein Mensch gescheit liegen
c.) dick stopfen, liegt sich, wie Claus sagt, zusammen
d.) Besonders wenn kein Bett mit Unterbett vorhanden, eher dicker machen
e.) Für Nestellungen kenne ich keine Belege, ich näh meinen jedesmal zu. *Aber* das ist extrem blöd, da man tendentiell abends ankommt, und dann im dunkeln vor der VA seinen Strohsack zunähen darf. Ich bin selbst damit nicht glücklich, sträube mich aber immer noch, eine Nestellung anzubringen, die man bei einem stationären Strohsack nicht gebraucht hätte: da langte es, jeden Tag das Stroh aufzuschütteln (was ich dringend empfehle, auch auf VAs) und einmal alle paar Wochen zu wechseln.
f.) legt was zwischen euch und den Strohsack, llegt euch nicht direkt darauf
g.) legt was zwischen Boden und Strohsack, z.B. etwas reisig, weiteres Stroh, oder ein paar Scheite des Feuerholzes- das verhindert, dass der Strohsack Bodenfeuchtigkeit zieht. Natürlich nur wenn kein Bett vorhanden.
Bei all dem ist das Ganze sogar mit Allergie machbar, jedenfalls habe ich x Leute kennengelernt, bei denen das klappt-mit hat mit dem Stroh ja kaum Kontakt. Bittet halt vlt. jemanden, ihn für euch zu füllen, damit ihr euch den Strohstaub spart- der lässt sogar Nichtallergiker husten.
Ansonsten danke an Claus für seinen schönen Beitrag.
Als jemand, der Stroh in relativ großen Mengen verwendet (für den Stall und die Matratzen) ein paar Anmerkungen:
- Schimmel ist ein Problem, allerdings hauptsächlich für Allergiker. Am sinnvollsten sind (wie Alex schon erwähnt hat) Rundballen, die kleinen Rechteckballen schimmeln viel schneller und sind stärker gepreßt. Wenn der Ballen außen sichtbar und mehr als zwei Lagen tief verschimmelt ist, sollte man das Stroh allerdings nur noch zum Heizen verwenden.
- Man sollte, wenn vor Ort Stroh in Rundballen gestellt wird, versuchen, Stroh aus einer mittleren Lage zu bekommen. Außen ist das Stroh u.U. geschimmelt und stark gepreßt, innen sind die Halme durch den kleinen Radius stark geknickt. Ideal wären Rechteck-Großballen, die Maschinen dafür hat aber fast kein Landwirt.
- Stellt der Veranstalter kein Stroh oder nur schlechtes, dann sollte man einfach beim nächsten Bauern fragen. Ich glaube nicht, daß einem die Matratzenfüllung verweigert wird. Problematisch wird das natürlich, wenn 500 Leute beim nächsten Bauern nachfragen. In einem solchen Fall kann man aber u.U. gemeinsam ein paar Rundballen organisieren, gegen kleines Entgelt transportiert der Agrarökonom des Vertrauens diese dann auch zur Veranstaltung.
- Spritzmittelrückstände im Stroh sind mehr als unwahrscheinlich. Zum einen werden die Spritzmittel ja nicht nur auf die Halme, sondern vor allem zwischen den Saatreihen und auf die ßhren aufgebracht, müßten sich also dann im Korn und im Mehl wiederfinden. Zum anderen zersetzen sich heutige Spritzmittel nach relativ kurzer Zeit, zur Ernte sind praktisch keine Rückstände mehr nachweisbar. Stroh ist daher auch als Zusatzfutter für Pferde, Esel etc. geeignet. Für problematischer halte ich Stroh aus Biohöfen, da hier - wegen des Verbotes chemisch-synthetischer Herbizide - große Mengen kupfer-, schwefel- und eisenbasierter Spritzmittel verwendet wird, deren Wirkung (Schwermetallanreicherung) noch nicht endgültig geklärt ist. Für eine Matratzenfüllung sollte es aber taugen, das Schimmelproblem besteht jedoch auch beim Biostroh.
- Eine Strohmatratze mit 10 cm Dicke, wie Susanne schreibt, kann kaum vernünftig polstern. Frisch gefüllt haben unsere Strohsäcke ca. 40 cm Dicke, die sich dann nach ein paar Tagen auf 15-20 cm zusammenliegen. Zwei einzelne Matratzen sind auch praktischer als eine große.
Ansonsten stimme ich Alex und Jens zu. Eine Veranstaltung ohne Stroh und Feuerholz ist für mich kein Platz, wo ich eine oder mehrere Nächte verbringen würde.
Ich möchte hier nur darauf hinweisen, dass ein Strohsack durchaus ein Gesundheitliches Problem darstellen KANN, und zwar sowohl wenn das Stroh mit schimmelsporen ‘infiziert’ ist - wenn der ballen weiter innen schimmel hat, dann muss man das nicht mal direkt shehen - als auch für allergiker…
und wenn ich mir dann noch überlege (wenn man auf dem Land wohnt, dann sieht man das im sommer auf ihr Getreide Sprühen, dann mag ich da nicht wirklich nachts stundenlang drauf liegen und den kram mit Schweiß und Körperwärme wieder ‘anfeuchten’.
Wir haben die Felle nur dann mit, wenn es vorhersehbar kalte Nächte gibt. Und unsere Strohmatratze ist gefüllt an die 10 cm dick und so breit, dass 2 Personen gerade so draufpassen.
Wir haben letztes Jahr für Tannenberg die Info bekommen, es gäbe kein Stroh, ich glaub aber nicht dran. Es ist wohl tatsächlich das Beste, sich selbst vor Ort eine Quelle zu suchen. Oder wäre es unpraktikabel, dass eine Orga einen Rundballen irgendwo hinstellt, von dem man sich die Stroh-Schläfer was abspulen können?
Ich keine keine Quelle, jedenfalls für nach 1200, dafür, dass auf “Fellen” geschlafen wurde, überhaupt würde ich deren Verwendung eher wenn dann dem Füttern von Kleidung oder Decken, oder vlt. im höheren Bereich als Bettvorleger zuschreiben. Ich stelle mir das auch nicht grad gemütlich vor, Felle polstern ja wenig bis garnicht, und auf dem Boden belegt, ohne Unterlage, isolieren die auch nicht besonders.
Für nen blanken Strohsack (eher:Matraze) würde ich auch mehr Dicke rechnen, als für einen, der mit Unterbett und Laken in einem Bett lagt/liegt, aber genauere Quellen ob der Dicke kenne ich keine.
Und ich bin nach wie vor der Meinung, dass es keinerlei Ausrede für nen ordentlichen Vernanstalter gibt, Stroh zu besorgen. Anstatt das mitzuschleppen, und dessen Unfähigkeit oder Faulheit zu unterstützen, wäre wohl ein kräftiger verbaler Tritt in den Hintern angebrsachter ;)
Ich habe nur nicht die Möglichkeit einen Strohgefüllten Sack bei mir zu lagern.
Der Keller ist zu klamm für sowas. Und in meiner Schlafstube mag und kann ich den auch nicht haben.
Auch beim Transport bin ich skeptisch…Felle und Decken kann ich einzeln in Zwischenräume und Lücken stopfen…nen Strohsack nicht.
Also?
Dabei stellt sich mir gerade die Frage: wie dick ist so ein “normaler” Strohsack?
Wenn ich meinen gestopft habe, dann lässt dieser sich nicht auf die Maße von 3 Fellen und 2 Decken zusammenlegen. Und meiner ist ca. 6-8 cm dick.
Wie gesagt, wenn man die Möglichkeiten der Aufbewahrung und des Transports hat, jeder Zeit würd ichs auch gern so machen.
Es gibt aber Dinge die nicht immer und bei jedem gehen…und dafür suche ich gern Alternativen.
Wie schaut es eigentlich mit Fellen aus? Welche Aussagen gibts dazu?
PS: ;) nur so als kleine Info zwischendurch..ich besitze keine einzige Isomatte, ich sagte nur sie würden passen…
PPS: wobei ich auch schon überlegt habe, ob ich nen Bauern hier finde der diese kl. rechteckigen Strohballen hat, und davon einen als Reserve (man weis ja nich immer was vor Ort ist) mitnehme. Aber auch da wäre wieder die Kapazität meines Fiestas arg an der Grenze.
Isomatte, Felle oder Sofakissen raus aus dem Auto, dafür den fertig mit Stroh gefüllten Sack ins Auto rein und gut iss’.
Packmaß bleibt gleich, ist aber HK. Sonst können wir auch drüber diskutieren, ob man den Sack besser mit Lumpen, Decken einem Daunenbett oder ‘ner Kokosmatte stopft, ändert aber nix am Packmaß und dem grundsätzlichen Problem.
Wir sind uns doch alle bewußt, daß die “heiligen 100%” nicht erreichbar sind, man aber sein bestes tun soll, um ihnen so nahe wie möglich zu kommen.
Von den glücklichen Wenigen mal abgesehn, die rückgezüchtetes Langstroh in einem Freilichtmuseum zur Verfügung gestellt bekamen, ist modernes Stroh eben in der Regel das beste, was wir erreichen können.
Ein Kompromiss wird dann kritikwürdig, sobald es eine bessere Lösung gibt, ohne eine solche bleibt eine Diskussion darüber sinnfrei.
Vor allem fehlt der Sache jegliche Relation.
Die ganze Scheindebatte kommt mir doch arg bemüht vor.
Drängt sich mir die Frage auf, was ihr tieferer Sinn ist…
… sondern der elegante Horizontschleicher am Reenactmenthimmel. Das ist nämlich die gleiche Basis, mit der andere Darsteller und ihre Kompromißformen kritisiert werden:
auch wenn man es nicht sieht, es bleibt modern, ist von daher keine korrekte Annäherung - Argument für Maschinennähte, Plastikfüllungen in diesen doer jenen Dingen …
Ich würde auch immer und überall Stroh bevorzugen!!! Das steht völlig ausser Frage.
Nur wollt ich damit andeuten, das oft viel gravierendere Probleme da sind als fehlendeso der nasses bzw. schimmliges (Gesundheitsproblem!) Stroh.
NUR wegen fehlendem Stroh gleich alles komplett in Frage zu stellen, das wollte ich damit sagen, ist vlt. etwas zu streng.
(ich hab selbst noch nie versucht Stroh aufzutreiben, weiss also nicht wie einfach oder kompliziert sowas ist.)
Wenn der Veranstalter gute Gründe hat (eben nasses Stroh lieber gar nicht, oder Brandschutzbestimmungen die er nich übergehen kann) dann sollte es auch möglich sein sowas mit modernen Mitteln zu kompensieren.
Letztenendes kann man nahezu alles- bei Bedarf auch mit Biegen und Brechen- unter “Hobbyauslegung”, “Qualitätsauslegung”, “Interpretation” etc. verbuchen, wenn man es unbedingt will. Man kann auch fünfzigtausendmal persönliche Grenzen auszuloten und zu diskutieren versuchen.
Ich finde persönlich aber nicht, dass der Unterschied zwischen Stroh, dass in Halmlänge und Bündelung nicht den vermutlich damalig gebräuchlichsten Füllmaterial entspricht, und vollkommen modernen Lösungen wie Luftmatrazen usw. wirklich diskutiert werden muss.
Mal abgesehn von der leidigen 0-100% Frage, bei der klar sein dürfte, daß modernes Stroh immer noch näher - also besser - als Plastikirgendwas ist, du hast die Gesamtaussage der Eintrage von Jens, Timm und mir gelesen und erfasst?
Seltsamerweise beantwortet die nämlich die Frage, die du nach diesen gestellt hast, wenn man sie nicht nur auf einen Teilaspekt reduziert.